Zyklusstörungen: Wenn die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Dezember 2017)

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Wenn die Periode zu früh einsetzt, ausbleibt oder stärker oder schwächer ausfällt als sonst, spricht man von Zyklusstörungen. Auch Schmier- oder Zwischenblutungen zählen zu den Zyklusstörungen. Was sind mögliche Ursachen? Und wann sollten Betroffene zum Arzt gehen?

Was sind Zyklusstörungen?
Zyklusstörungen ist ein Überbegriff für verschiedene Abweichungen vom normalen Monatszyklus der Frau. Diese können die Länge der Zyklen sowie die Stärke und/oder Dauer der Periode betreffen.

Verschiedene Hormone sorgen dafür, dass im weiblichen Körper jeden Monat ein Ei heranreift, aus dem – wenn es befruchtet wird – ein Kind entstehen kann. Allerdings gibt es vielerlei Einflüsse, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen können. Stress, die falsche Ernährung, eine Erkrankung: All das sind mögliche Ursachen von Zyklusstörungen.

Darüber hinaus können Fehlbildungen oder Veränderungen der weiblichen Fortpflanzungsorgane verhindern, dass ein normaler Zyklus stattfindet.

So läuft ein normaler Zyklus ab

Der weibliche Zyklus beginnt am ersten Tag der Menstruation, die etwa vier bis fünf Tage anhält. Insgesamt dauert er 28 Tage. Am 29. Tag setzt dann die nächste Blutung ein. Bei jeder Blutung verliert der Körper etwa 50 bis 100 Milliliter Blut.

Das sind jedoch Durchschnittswerte. Abweichungen davon sind nicht zwingend ein Grund zur Sorge. Zum Arzt gehen sollte eine Frau, wenn

  • sie älter als 16 ist und ihre noch keine Periode hatte.
  • ihre Periode ausbleibt, obwohl sie nicht stillt oder schwanger ist.
  • die Abstände zwischen ihren Blutungen dauerhaft kürzer oder länger werden.
  • ihre Blutung so stark ist oder so lange andauert, dass sie darunter leidet oder der Blutverlust ihren Körper schwächt.
  • sie Blutungen hat, obwohl die Wechseljahre bereits hinter ihr liegen.

Zyklusstörungen: Wie äußern sie sich?

Zyklusstörungen machen sich dadurch bemerkbar, dass die Monatsblutung nicht mehr in gewohnter Weise auftritt. Es gibt verschiedene Formen von Zyklusstörungen.

Der Zyklus verlängert oder verkürzt sich

Wenn die Menstruation häufiger oder seltener auftritt, bezeichnet man dies als Rhythmusstörungen. Dabei ändert sich die Dauer des Zyklus:

  • Bei Frauen mit Oligomenorrhö dauert ein Menstruationszyklus länger als 31 Tage.
  • Von Polymenorrhö spricht man, wenn sich der Zyklus auf unter 25 Tage verkürzt.

Stärke oder Dauer der Menstruation ändert sich

Unter dem Begriff "Typusstörungen" fassen Ärzte folgende Formen von Zyklusstörungen zusammen:

  • starke Blutungen (Hypermenorrhö)
  • schwache Blutungen (Hypomenorrhö)
  • ungewöhnlich lange Regelblutungen, die mehr als sechs Tage dauern (Menorrhagie)
  • verkürzte Regelblutungen, die weniger als drei Tage andauern (Brachymenorrhö)

Zusatzblutungen treten auf

Zusatzblutungen können vor oder nach der eigentlichen Regelblutung auftreten, sowie zwischen zwei Blutungen. Eine Sonderform der Zwischenblutungen ist die Ovulationsblutung, die kurz nach dem Eisprung einsetzt, also in der Mitte des Zyklus. Meist handelt es sich bei Zusatzblutungen um leichte Blutungen, sogenannte Schmierblutungen.

Periode bleibt aus

Bleibt die Periode ganz aus, sprechen Ärzte von Amenorrhö. Diese kann natürlich und unbedenklich sein, etwa bei jungen Mädchen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie nach den Wechseljahren. Es gibt jedoch auch Formen der Amenorrhö, die auf Störungen oder Erkrankungen hindeuten:

  • Hat die Monatsblutung bis zum Ende des 16. Lebensjahres nicht eingesetzt, bezeichnet man dies als primäre Amenorrhö.
  • Wenn eine Frau bereits Monatsblutungen hatte und diese dann über drei Monate hinweg ausbleiben, spricht man von sekundärer Amenorrhö.

Begleitsymptome

Je nachdem, welche Erkrankung oder Störung die Zyklusstörung ausgelöst hat, können weitere Symptome auftreten, zum Beispiel

Zyklusstörungen: Was steckt dahinter?

Verschiedene Erkrankungen, Stress, eine Änderung der Lebensgewohnheiten: Vielerlei Einflüsse können den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen. Häufig entstehen Zyklusstörungen dadurch, dass der Körper zu wenig oder zu viel von gewissen Hormonen produziert, die den Zyklus steuern. Je nachdem, welche Form der Zyklusstörung vorliegt, kommen unterschiedliche Ursachen infrage.

Ursachen verlängerter Zyklen (Oligomenorrhö)

Der Zyklus verlängert sich, wenn das Follikel (die Hülle der Eizelle im Eierstock) zu langsam oder nicht ausreichend reift. Wenn sich der Eisprung verzögert, setzt auch die Regelblutung später ein. Deshalb vergrößern sich die Abstände zwischen den Blutungen.

Die verzögerte Follikelreifung lässt sich häufig darauf zurückführen, dass der Körper zu geringe Mengen bestimmter Hormone bildet, die die Reifung des Follikels steuern. Zu solchen Störungen im Hormonhaushalt kann es kommen durch:

  • das polyzystische Ovarialsyndrom (PCO),
  • Fehlbildungen der Geschlechtsorgane,
  • Eierstockkrebs oder
  • eine Beeinträchtigung der Gehirnbereiche, die für die Hormonproduktion zuständig sind.

Einen Teil der Hormone, die die Follikelreifung vorantreiben, produzieren die Eierstöcke selbst. Einige dieser Hormone werden in bestimmten Bereichen des Gehirns gebildet: im Hypothalamus und in der Hypophyse. Verschiedene Erkrankungen und bestimmte äußere Einflüsse können die Funktion dieser Areale beeinträchtigen, zum Beispiel

Häufig geht die sogenannte Oligomenorrhö in eine Amenorrhö über. Das heißt: Die Abstände zwischen den Regelblutungen werden zunehmend größer, schließlich bleiben die Blutungen komplett aus. Umgekehrt kann die Oligomenorrhö jedoch auch ein Zeichen dafür sein, dass der Zyklus nach längerer Pause wieder einsetzt.

Ursachen verkürzter Zyklen (Polymenorrhö)

Eine ungewöhnlich häufig einsetzende Blutung lässt sich meist darauf zurückführen, dass das Follikel eine kürzere Reifungsphase durchläuft. Das kann etwa in Lebensphasen vorkommen, in denen sich die hormonellen Funktionskreise im Körper verändern und neu einspielen müssen, wie zum Beispiel:

  • nach der ersten Regelblutung (Menarche) oder
  • vor Beginn der Wechseljahre (Klimakterium).

Gelbkörperschwäche

Eine andere mögliche Ursache für einen verkürzten Zyklus ist die sogenannte Gelbkörperschwäche. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung aus der Hülle der Eizelle. Er bildet dann das Hormon Progesteron, welches die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet.

Findet keine Befruchtung statt, stellt der Gelbkörper nach zwei Wochen die Progesteronproduktion ein und die Monatsblutung setzt ein. Wenn der Gelbkörper "schwächelt", also nicht genügend Progesteron produziert, tritt die Blutung zum einen früher auf. Zum anderen haben Frauen mit Gelbkörperschwäche meist Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Übrigens: Gelbkörperhormone bezeichnet man auch als Gestagene. 

Ursachen starker Regelblutungen (Hypermenorrhö)

Wenn die Regelblutung ungewöhnlich stark ausfällt, kann das daran liegen, dass die Gebärmutter sich nicht richtig zusammenziehen kann. Die Gebärmutter verfügt über Muskeln, mit der sie die Schleimhautschicht lockern und abstoßen kann. Das Zusammenziehen (sog. Kontraktion) trägt auch dazu bei, dass sich die Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut wieder schließen und die Blutung aufhört.

Sogenannte Myome in der Gebärmuttermuskulatur können die Kontraktion behindern. Das Gleiche gilt für Polypen in der Schleimhaut.

Weitere Erkrankungen und Störungen, die mit einer ungewöhnlich starken Regelblutung einhergehen können, sind

Auch Blutgerinnungsstörungen (z. B. von-Willebrand-Jürgens-Syndrom), Bluthochdruck sowie Herz- oder Nierenerkrankungen können zu einer verstärkten Monatsblutung führen.

Ursachen schwacher Regelblutungen (Hypomenorrhö)

Wenn die Regelblutung (Hypomenorrhö) ungewöhnlich schwach ausfällt, ist dies möglicherweise eine Folge von

Ursachen lang anhaltender Regelblutungen (Menorrhagie)

Dauert die Regelblutung länger als sieben Tage an, können verschiedene Erkrankungen dahinterstecken, wie etwa

Ursachen verkürzter Regelblutungen (Brachymenorrhö)

Hormonelle Veränderungen können dazu führen, dass die Blutung kürzer andauert als sonst. Bei Frauen, deren Regelblutung immer nur einige Stunden oder höchstens anderthalb Tage andauert, kann auch eine angeborene Veränderung der Gebärmutterschleimhaut (sog. Endometriumanomalie) die Ursache der sogenannten Brachymenorrhö sein.

Ursachen von Zusatzblutungen

Wenn eine Frau vor oder nach der Monatsblutung schwach blutet (sog. Schmierblutung), kann zum Beispiel eine Gelbkörperschwäche dahinterstecken.

Schmierblutungen in den Tagen nach der normalen Regelblutung können aber auch ein Zeichen für einen Mangel am Geschlechtshormon Östrogen sein. Normalerweise sorgt Östrogen zu Beginn eines neuen Zyklus dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut regeneriert. Dieser Wechsel von der Blutung zur Aufbauphase verzögert sich, wenn nicht ausreichend Östrogen vorhanden ist.

Weitere mögliche Ursachen von Nachblutungen sind

Bei einer Schmierblutung in der Mitte des Zyklus handelt es sich gewöhnlich um die sogenannte Ovulationsblutung. Mediziner gehen davon aus, dass der absinkende Östrogenspiegel nach dem Eisprung diese Form von Zwischenblutung verursacht.

Ursachen ausbleibender Perioden (Amenorrhö)

Bei Schwangeren und stillenden Müttern ist es normal und unbedenklich, wenn sie keine Regelblutung haben. Auch nach den Wechseljahren haben Frauen keine Monatsblutung mehr. Abgesehen von diesen natürlichen Formen der Amenorrhö kann das Ausbleiben der Blutung jedoch auch ein Hinweis auf gewisse Erkrankungen sein.

Primäre Amenorrhö

Wenn bei Erreichen des 16. Lebensjahrs noch keine Regelblutung aufgetreten ist, hat dies oft erbliche Ursachen. Das Ausbleiben der Periode (sog. primäre Amenorrhö) kann aber auch die Folge von Fehlbildungen im Bereich der Geschlechtsorgane sein. 

Sekundäre Amenorrhö

Wenn eine Frau bereits Monatsblutungen hatte und diese plötzlich (oder nach einer Phase verlängerter Zyklen) ausbleiben, spricht man von "sekundärer" Amenorrhö. Dazu kann es kommen, wenn Hormone, die für die Reifung des Follikels zuständig sind, in zu geringer Menge vorhanden sind.

Diese Hormone werden zum Teil von den Eierstöcken selbst gebildet, zum Teil im Gehirn vom Hypothalamus und der Hypophyse. Daher ist die sekundäre Amenorrhö häufig ein Zeichen für Störungen der Eierstöcke oder des Gehirns.

Die Funktion der Eierstöcke kann beeinträchtigt sein durch

  • eine Fehlbildung der Eierstöcke (z.B. Ullrich-Turner-Syndrom),
  • das polyzystische Ovarialsyndrom (PCO),
  • gutartige Tumoren oder
  • Eierstockkrebs.

Wenn die Funktion von Hypothalamus oder Hypophyse gestört ist, können folgende Ursachen verantwortlich sein: 

  • Stress
  • außergewöhnliche Belastungen und Katastrophensituationen
  • Magersucht
  • Leistungssport
  • Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute (Meningitis)
  • Sheehan-Syndrom, eine seltene, lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikation
  • psychische Erkrankungen
  • gutartige oder bösartige Tumoren

Auch eine Fehlbildung der Gebärmutter oder der Vagina kann dazu führen, dass die Monatsblutung ausbleibt. Zudem können Erkrankungen anderer Organe bewirken, dass keine Monatsblutung mehr stattfindet, zum Beispiel:

Darüber hinaus können Medikamente (wie Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel, Hormonpräparate) den weiblichen Zyklus beeinflussen. Mitunter bleibt die Periode aus, nachdem eine Frau die Antibabypille abgesetzt hat. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer "Post-pill-Amenorrhö".

    Zyklusstörungen: Diagnose

    Der Arzt erkundigt sich zunächst danach, welche Form von Zyklusstörungen die Patientin hat. Dazu fragt er sie unter anderem,

    • wann sie ihre letzte Monatsblutung hatte,
    • in welchen Abständen ihre Blutungen normalerweise einsetzen,
    • wie stark diese dann sind und
    • wie lange die Blutungen gewöhnlich anhalten.

    Hat die Patientin überhaupt keine Regelblutungen mehr, wird der Arzt zunächst einmal eine Schwangerschaft ausschließen, bevor er weitere Fragen stellt oder Untersuchungen vornimmt.

    Handelt es sich um eine andere Form von Zyklusstörungen, kann es sinnvoll sein, dass die Patientin ihre Zyklen über einen oder mehrere Monate hinweg in einem Kalender dokumentiert. Der Arzt kann sie zudem bitten, die morgendliche Körpertemperatur kurz vor dem Aufstehen (sog. Basaltemperatur) zu messen und aufzuschreiben. Anhand der Temperaturkurve lässt sich ermitteln, ob und wann ein Eisprung stattfindet. So kann der Arzt Rückschlüsse auf die Funktion der Eierstöcke ziehen.

    Um erste Hinweise auf mögliche Ursachen der Zyklusstörungen zu erhalten, fragt der Arzt die Patientin außerdem nach

    An das Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Dabei sieht sich der Arzt den gesamten Körper der Patientin an, da sich hormonelle Störungen häufig durch sichtbare körperliche Veränderungen – etwa verstärkten Haarwuchs (Hirsutismus), Akne und Wassereinlagerungen – äußern. 

    Zudem tastet der Arzt im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke ab, manchmal ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie).

    Mithilfe des Ultraschalls und anderer Bildgebungsverfahren wie CT und MRT oder einer Gebärmutterspiegelung kann der Arzt zudem ermitteln, ob gutartige oder bösartige Tumoren der Geschlechtsorgane für die Zyklusstörungen verantwortlich sein könnten.

    Hormontests

    Häufig sind hormonelle Störungen die Ursache eines veränderten oder ausbleibenden Zyklus. Deshalb ermittelt der Arzt die Konzentration verschiedener Hormone im Blut der Patientin, zum Beispiel Östrogen, Gestagen, Androgene sowie Prolaktin.

    Patientinnen, die überhaupt keine Menstruation mehr haben, kann der Arzt im Rahmen der Diagnostik auch vorübergehend Gestagen und/oder Östrogen verabreichen. Setzt trotzdem keine Blutung ein, ist dies ein Hinweis darauf, dass die ausgebliebene Periode keine hormonellen Ursachen hat, sondern durch eine Funktionsstörung der Gebärmutter hervorgerufen wurde.

    Zyklusstörungen: Was hilft?

    Die Behandlung richtet sich nach der Form der Zyklusstörung. Viele Zyklusstörungen haben hormonelle Ursachen und lassen sich mit Hormonen behandeln. Vor der Therapie sollte jedoch immer eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

    Therapie bei verkürzten Zyklen

    Verkürzte Zyklen müssen nicht zwangsläufig behandelt werden. Wenn die Betroffene jedoch

    • unter den häufigen Blutungen leidet oder
    • durch den ständigen Blutverlust eine Anämie entwickelt,

    kann der Arzt eine Hormontherapie mit Östrogen, Clomifen oder Kombinationspräparaten aus Östrogen und Gestagen verordnen. Im Falle einer Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) besteht die Möglichkeit, dass die Patientin in der zweiten Zyklushälfte Gestagene einnimmt. So lässt sich die ungenügende körpereigene Gestagenproduktion ausgleichen.

    Was hilft bei verlängerten oder ausbleibenden Zyklen?

    Wenn die Regelblutung in ungewöhnlich großen Abständen auftritt oder ganz ausbleibt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Die Therapie richtet sich nach dem Auslöser. Steckt das sogenannte polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) hinter der Störung, lassen sich die Beschwerden mit einer Hormontherapie behandeln. Besteht zudem ein Kinderwunsch, kann der Arzt zusätzlich bestimmte Hormone einsetzen, um den Eisprung (Ovulation) anzuregen.

    Lässt sich die Störung im Hormonhaushalt jedoch auf äußere Einflüsse wie Magersucht oder psychische Belastungen zurückführen, sollte die Patientin versuchen, zuzunehmen beziehungsweise Stress abzubauen. In schweren Fällen kann der Arzt auch eine Psychotherapie für notwendig erachten. 

    Wichtig: Nicht immer eignen sich Hormonpräparate, um eine ausbleibende Periode zu behandeln. Diese Form von Zyklusstörung kann als Symptom verschiedener körperlicher Erkrankungen (etwa Diabetes mellitus) auftreten, die eine spezielle Therapie erfordern.

    Behandlung schwacher oder verstärkter Regelblutungen

    Fällt die Regelblutung sehr schwach aus, ist meist keine Behandlung notwendig. Mitunter tritt diese Störung aber als Symptom einer Funktionsschwäche der Eierstöcke auf. Möchte die Patientin schwanger werden, kann in diesem Fall eine hormonelle Stimulationstherapie nötig sein, um einen Eisprung auszulösen.

    Für eine verstärkte Regelblutung kann es verschiedene Ursachen geben, die unterschiedlich behandelt werden. Ist eine Gelbkörperschwäche der Auslöser, kann der Arzt gestagenhaltige Medikamente verordnen. Lässt sich die verstärkte Menstruation auf eine Blutgerinnungsstörung zurückführen, kann er sogenannte Antifibrinolytika verschreiben, die die Gerinnung fördern.

    Therapie bei verkürzten oder verlängerten Blutungen

    Dauert die Regelblutung kürzer als anderthalb Tage, hat dies häufig hormonelle Ursachen. Nicht immer müssen diese behandelt werden. Haben jedoch beispielsweise Stress oder Magersucht die Störung hervorgerufen, kann der Arzt eine Psychotherapie verordnen.

    Auch bei ungewöhnlich lange andauernden Blutungen richtet sich die Therapie nach der Ursache. Veränderungen der Gebärmutter wie Myome (Gebärmuttergeschwulste) oder Polypen lassen sich häufig operativ entfernen. Blutgerinnungsstörungen können mit Medikamenten behandelt werden. In bestimmten Fällen kann eine Ausschabung der Gebärmutter nötig sein, um die Beschwerden zu verringern. 

    Zyklusstörungen: Verlauf & Vorbeugen

    Oft normalisieren sich Zyklusstörungen im weiteren Verlauf wieder von selbst, vor allem wenn sie durch psychische Belastungen und Umweltfaktoren entstanden sind, die irgendwann wegfallen. Treten Zyklusstörungen als Symptom von Erkrankungen auf, hängt der Verlauf davon ab, wie sich die Erkrankung entwickelt und wie erfolgreich die Behandlung ist.

    Einer Zyklusstörung, die erblich bedingt oder die Folge einer organischen Erkrankung ist, kann man nicht vorbeugen. Gewisse Faktoren, die hormonelle Störungen begünstigen und sogar hervorrufen können, lassen sich jedoch ausschalten:

    Weitere Informationen

    ICD-10-Diagnoseschlüssel:

    Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Zyklusstörungen":

    Onmeda-Lesetipps:

    PCO-Syndrom: Was ist das? Was hilft?
    Kinderwunsch-Forum: Hier können Betroffene sich austauschen

    Quellen:

    Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

    Starke Regelblutung. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 5.4.2017)

    Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2015

    Mesen, T. B., et al.: Progesterone and the Luteal Phase. Obstetrics and Gynecology Clinics of North America, Jg. 42, Nr. 1, S. 135-151 (März 2015)

    Gätje, R., et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2015

    Weyerstrahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

    Aktualisiert am: 27. Dezember 2017

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