Arzt und Patientin besprechen den Befund
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Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen)

Eine chronische Nierenerkrankung kann die Lebenserwartung drastisch verkürzen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Allerdings macht sich die Erkrankung erst spät durch Symptome bemerkbar. Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck sollten daher regelmäßig seine Nierenwerte prüfen lassen. Denn für sie besteht ein erhöhtes Risiko für eine Nierenerkrankung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Chronische Niereninsuffizienz

Die Nieren erfüllen zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Vor allem sind sie dafür zuständig, das Blut zu reinigen. In der Nierenrinde sitzen rund eine Million kleine Blutgefäßknäuel, die Abfallstoffe, Gifte und andere unerwünschte Stoffe aus dem Blut herausfiltern. Aus diesem "Müll" des Körpers, dem sogenannten Primärharn, bilden die Nieren dann den Urin, der über die ableitenden Harnwege ausgeschieden wird.

Darüber hinaus regulieren die Nieren den Säuregehalt des Blutes und den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers. Fehlt es ihm an Flüssigkeit, halten sie Wasser zurück. Ist zu viel Flüssigkeit im Körper, scheiden sie vermehrt Wasser aus. Auf ähnliche Weise steuern sie auch einem Mangel oder Überschuss von Elektrolyten wie Natrium und Kalium entgegen.

Bei einer chronischen Nierenerkrankung funktioniert all das nicht mehr richtig, weil die Nieren beschädigt und geschwächt sind. Dann sammeln sich immer mehr Abfallstoffe im Blut, die alle Organe belasten, und der Körper überwässert und übersäuert.

Da die Funktion der Nieren allmählich und dauerhaft nachlässt, spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz. Hierin besteht der Unterschied zur akuten Niereninsuffizienz, zu der es etwa bei einem Schock oder starken Verletzungen mit großem Blutverlust kommen kann und bei der die Nieren plötzlich und sehr schnell versagen, sich aber meist wieder erholen.

Hinweis: Wenn Ärztinnen und Ärzte von einer chronischen Niereninsuffizienz sprechen, meinen sie damit meist, dass die Nierenfunktion verringert ist. Aktuelle internationale Leitlinien und Fachbücher hingegen verwenden den Begriff "chronische Niereninsuffizienz" nur noch für das Endstadium der Erkrankung, in dem die Nieren bereits vollständig versagen. Die vorherigen Stadien, in denen die Nieren noch eingeschränkt funktionieren, werden unter dem Überbegriff chronic kidney disease, also chronische Nierenerkrankung, zusammengefasst.

Chronische Niereninsuffizienz: Ursachen

Meist entwickelt sich eine chronische Nierenerkrankung als Folge von Bluthochdruck (Hypertonie, hoher Blutdruck) und/oder Diabetes mellitus. Die häufigste Ursache bei jungen Erwachsenen sind sogenannte Glomerulonephritiden. Das sind Entzündungen der Nierenkörperchen, in denen die Gefäßknäuel (Glomeruli) sitzen, welche für die Blutreinigung zuständig sind. Solche Entzündungen können unter anderem als Folge bestimmter Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen auftreten.

Darüber hinaus kann auch die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die Nieren schädigen und deren Funktion langfristig beeinträchtigen. Seltener führen polyzystische Nierenerkrankungen, wiederkehrende Nierenbeckenentzündungen, Nierensteine oder andere Erkrankungen zu einer chronischen Niereninsuffizienz.

Chronische Niereninsuffizienz: Symptome

Solange die Nieren nur leicht geschwächt sind, verursacht eine chronische Nierenerkrankung in der Regel keinerlei Beschwerden. Bei vielen Patienten macht sie sich daher nicht durch offenkundige Symptome bemerkbar, sondern im Rahmen einer Blutuntersuchung durch erhöhte Nierenwerte. Manchmal bewirkt die Erkrankung anfangs, dass die Betroffenen häufiger zur Toilette müssen, weil sie größere Urinmengen ausscheiden.

Deutlich spürbare und sichtbare Beschwerden ruft die chronische Niereninsuffizienz aber erst in späteren Stadien hervor. Zu den möglichen Symptomen zählen dann

Die meisten dieser Beschwerden sind Folgen der "innere Vergiftung", zu der es kommt, wenn die geschwächten Nieren das Blut nicht mehr vollständig von Abfallstoffen reinigen können. Ärzte sprechen von einer Urämie. Die schädlichen Stoffe gelangen mit dem Blut in alle Organe – daher kann sich eine fortgeschrittene Nierenerkrankung durch so vielfältige Symptome äußern.

Bluthochdruck (Hypertonie, hoher Blutdruck) und Ödem (Wassersucht) entstehen, weil der Körper überwässert: Die Nieren sind im späteren Verlauf der Erkrankung so geschwächt, dass sie kaum noch Urin bilden und somit auch nur noch geringe Mengen Wasser ausscheiden. So verbleibt mehr Wasser im Blut und der Blutdruck steigt. Außerdem lagert sich Wasser im Gewebe ein und es bilden sich Ödeme.

Müdigkeit und Blässe sind meist Anzeichen für eine durch die Nierenerkrankung bedingte Blutarmut, die sogenannte renale Anämie. Die Nieren dienen nämlich nicht nur der Blutreinigung, sie sind auch an der Blutbildung beteiligt: Sie bilden das Hormon Erythropoetin, der die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark anregt. Wenn die Nieren versagen, können sie nicht mehr ausreichend Erythropoetin herstellen.

Chronische Niereninsuffizienz: Diagnose

Eine chronische Nierenerkrankung wird häufig im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt. Menschen, die etwa aufgrund bestimmter Erkrankungen (z.B. Diabetes oder Bluthochdruck) ein erhöhtes Risiko für eine chronische Niereninsuffizienz haben, müssen ihre Nierenwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Erweist sich dabei der sogenannte -Wert im Blut als erhöht, kann dies ein Hinweis auf eine verminderte Nierenfunktion sein.

In diesem Fall erhält die oder der Betroffene eine Überweisung an eine Nephrologin oder einen Nephrologen (Nierenärztin bzw. Nierenarzt), die bzw. der dann weitere Untersuchungen durchführt, um sich ein genaueres Bild vom Zustand der Nieren zu machen.

Wichtig sind vor allem

Die Urinuntersuchung dient unter anderem dazu, den Eiweißgehalt des Blutes zu bestimmen. Gesunde Nieren halten Bluteiweiße wie Albumin nahezu vollständig zurück – geschädigte Nieren sind dazu nicht mehr in der Lage. Sie scheiden vermehrt Eiweiße über den Urin aus. Ein hoher Eiweißgehalt im Blut ist daher ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung. Ist der Eiweißgehalt in der Urinprobe erhöht, misst man die Gesamteiweißausscheidung im 24-Stunden-Urin.

Was ist Kreatinin?
Kreatinin entsteht beim Abbau des Stoffes Kreatin in der Muskulatur. Kreatin ist so etwas wie der Energiespeicher der Skelettmuskeln: Es sorgt dafür, dass diese immer ausreichend Kraftstoff zur Verfügung haben. Das im Energiestoffwechsel gebildete Kreatinin scheiden die Nieren mit dem Urin aus. Wie viel, hängt zum einen von der Muskelmasse ab, zum anderen davon, wie gut die Nieren funktionieren. Wenn die Nieren geschwächt sind, steigt der Kreatinin-Wert im Blut an.

Chronische Niereninsuffizienz: Stadien & Lebenserwartung

Die Stadieneinteilung der chronischen Niereninsuffizienz orientiert sich daran, wie stark die Nierenfunktion bereits eingeschränkt ist. Einschätzen lässt sich dies anhand der sogenannten glomulären Filtrationsrate (GFR). Glomeruli ist der Fachbegriff für die Gefäßknäuel, die für die Reinigung des Blutes zuständig sind – die sogenannte glomeruläre Filtration. Die Rate der glomerulären Filtration ist die Geschwindigkeit, in der die Reinigung erfolgt.

Je mehr Nierengewebe geschädigt ist, umso langsamer arbeiten die Nieren. Gesunde Nieren reinigen bei Frauen 74 bis 125 Milliliter Blut pro Minute, bei Männern 95 bis 145 Milliliter. Bei einer chronischen Nierenerkrankung schaffen sie nur noch 60 Milliliter oder weniger.

  • Stadium 1: Die Nieren sind geschädigt, funktionieren aber noch normal.
  • Stadium 2: Die Nierenfunktion ist leicht eingeschränkt (GFR = 60 bis 89 ml).
  • Stadium 3: Die Nierenfunktion ist mittelgradig eingeschränkt (GFR = 30 bis 59 ml).
  • Stadium 4: Die Nierenfunktion ist hochgradig eingeschränkt (GFR = 15 bis 29 ml).
  • Stadium 5: Die Nieren versagen (GFR < 15 ml).

Lebenserwartung

Wie lange man mit einer chronischen Niereninsuffizienz leben kann, lässt sich nicht pauschal sagen, sondern hängt entscheidend davon ab,

  • in welchem Stadium sie erkannt wird,
  • wie alt man zum Zeitpunkt der Diagnose ist,
  • welche sonstigen Erkrankungen man hat und
  • wie konsequent man sich an die notwendigen Behandlungsmaßnahmen hält.

Wird die Erkrankung im ersten oder zweiten Stadium erkannt, haben die Betroffenen häufig gute Chancen, ein hohes Lebensalter zu erreichen. Patientinnen und Patienten, die bei denen die chronische Niereninsuffizienz erst in Stadium 3 oder 4 festgestellt wird, sterben oft Jahre bis Jahrzehnte früher, als es ihnen ohne die Erkrankung möglich gewesen wäre.

Wenn die Nieren zum Zeitpunkt der Diagnose bereits nicht mehr in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen, kann eine Organspende & Organtransplantation beziehungsweise Dialyse (Blutwäsche) lebensbedrohliche Folgen hinauszögern. Etwa 55 von 100 Patientinnen und Patienten, die eine Dialyse erhalten, leben nach Beginn der Therapie noch länger als zehn Jahre.

Nach einer Transplantation ist die Prognose deutlich besser. Die Betroffenen können mit der neuen Niere noch Jahrzehnte weiterleben. Erhalten sie das Organ eines lebenden Spenders, ist ihre Lebenserwartung sogar nahezu so hoch wie sie ohne Nierenerkrankung gewesen wäre.

Chronische Niereninsuffizienz: Komplikationen

Wenn die Nieren versagen, geraten im Körper zahlreiche Abläufe durcheinander, was eine ganze Reihe von Problemen nach sich zieht. Eine chronische Niereninsuffizienz kann daher zu vielerlei Komplikationen führen, unter anderem zu

  • Herzinfarkten und Schlaganfällen,
  • Übersäuerung,
  • Knochenschäden und
  • Nervenschäden.

Darüber hinaus kann die Erkrankung die Betroffenen auch psychisch belasten und unter anderem Ängste, Schlafstörungen und Depressionen auslösen.

Herzinfarkte und Schlaganfälle

Eine chronische Nierenerkrankung erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfall (Apoplex). Das liegt zum einen daran, dass sie meist mit Bluthochdruck einhergeht. Zum anderen gerät durch die Nierenschwäche häufig der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht, was dem Herz-Kreislauf-System ebenfalls schaden kann. Da es den geschwächten Nieren nicht mehr gelingt, überschüssige Elektrolyte auszuscheiden, kommt es zu

Wenn das Blut zu viel Phosphat enthält, bildet dieses mit Calcium ein Salz, das sich überall im Körper ablagert. Durch die Ablagerungen verhärten sich Gefäße im ganzen Körper.

Übersäuerung

Eine chronische Niereninsuffizienz kann zu einer Übersäuerung (Azidose) führen, die sich unter anderem durch Übelkeit und Erbrechen äußert und Knochenschäden nach sich ziehen kann. Säuren gelangen ins Blut, wenn der Körper Eiweiße abbaut. Das passiert auch bei gesunden Menschen. Bei ihnen können die Nieren eine Übersäuerung verhindern, indem sie Stoffe bilden, die die Säuren neutralisieren. In den späteren Stadien einer chronischen Nierenerkrankung sind die Nieren dazu nicht mehr in der Lage.

Knochenschäden

Die Nieren sind normalerweise mit dafür zuständig, Vitamin D in seine aktive Form, das Calcitriol, umzuwandeln. Calcitriol fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen eingebaut wird. Wenn die Nieren geschwächt sind, bilden sie weniger Calcitriol. Dadurch erhalten die Knochen nicht mehr genügend Calcium und werden brüchig.

Nervenschäden

Wenn die Nieren ihrer Filterfunktion nicht mehr nachkommen können, sammeln sich im Blut Abfallstoffe, die unter anderem Nerven schädigen können. Dadurch kann es beispielsweise zu Funktionsstörungen des Gehirns kommen, die sich durch Krampfanfälle, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit äußern können.

Chronische Niereninsuffizienz: Behandlung

Chronische Nierenerkrankungen sind nicht heilbar. Durch eine rechtzeitige Therapie lässt sich aber verhindern, dass die Nieren immer stärker beeinträchtigt werden und schließlich vollständig versagen. Zum einen muss dazu die Erkrankung, durch die die Nieren geschädigt wurden, behandelt werden.

Zum anderen können die Patienten ihre Nieren durch eine Umstellung des Lebensstils entlasten. Beispielsweise sollten sie sich an bestimmte Ernährungsregeln halten. Wichtig ist zudem, dass sie Substanzen meiden, die die Nieren schädigen. Dazu zählen etwa

Behandlung der ursächlichen Erkrankung

Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich meist als Folge von Erkrankungen, die die Nieren schädigen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes. Damit die Nieren nicht weiter beeinträchtigt werden, ist es notwendig, die ursächliche Erkrankung durch eine konsequente Behandlung so gut wie möglich in den Griff zu bekommen.

Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie, hoher Blutdruck) erhalten blutdrucksenkende Mittel wie ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten. Bei Diabetikern muss der Blutzucker richtig eingestellt sein. Diabetikern, die zusätzlich Bluthochdruck haben, verschreibt die Ärztin oder der Arzt außerdem blutdrucksenkende Mittel.

Bei einer Glomerulonephritis richtet sich die Therapie nach der Form der Erkrankung. Um die Entzündung zu lindern, sind meist entzündungshemmende Mittel wie Kortisonpräparate sowie sogenannte Immunsuppressiva notwendig. Das sind Medikamente, die das Immunsystem bremsen.

Maßnahmen gegen die Beschwerden und Folgeerkrankungen

Eine chronische Nierenerkrankung kann zu vielen verschiedenen Beschwerden und Komplikationen führen, die meist gezielte Behandlungsmaßnahmen erfordern. Welche Beschwerden auftreten können und was dann hilft, hängt vom Stadium der Erkrankung ab sowie vom sonstigen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten.

Eine häufige Folge chronischer Nierenerkrankungen ist eine Überwässerung des Körpers, welche sich unter anderem in Bluthochdruck und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen) äußert. Dagegen kann die Ärztin oder der Arzt sogenannte Diuretika verschreiben. Das sind Mittel, die die Nieren dazu anregen, vermehrt Flüssigkeit auszuscheiden.

Ein Mangel an Vitaminen oder ein Übermaß an Phosphat, Calcium oder Kalium kann ebenfalls medikamentös behandelt werden. Damit solch ein Defizit bzw. Überschuss rechtzeitig erkannt wird, sollten Patientinnen und Patienten regelmäßig ihr Blut untersuchen lassen.

Oft führt die Nierenerkrankung auch zu einer Verhärtung der Blutgefäße, wodurch sich das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht. Darum ist es für die Betroffenen besonders wichtig, weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beseitigen. Dazu zählt nicht nur Bluthochdruck, sondern auch ein zu hoher Cholesterinspiegel, der sich mit einer ausgewogenen Ernährung und Wirkstoffgruppe/Statine senken lässt.

Wenn die Nieren versagen: Nierentransplantation oder Dialyse

Wenn die die Nieren vollständig versagen, ist eine Nierentransplanta­tion notwendig. Das heißt: Die Patientin oder der Patient erhält wird im Rahmen einer Operation eine neue, gesunde Niere. Da nicht genügend Spendernieren zur Verfügung stehen, müssen die Erkrankten allerdings häufig jahrelang auf die Operation warten – mitunter auch vergeblich. Hierzulande warten zurzeit etwa 8.000 Menschen auf eine neue Niere.

Solange kein Spenderorgan zur Verfügung steht, sind die Patientinnen und Patienten auf die sogenannte Dialyse (Blutwäsche) angewiesen. Dabei wird ihr Blut über Schläuche in ein spezielles Gerät geleitet und von Abfallstoffen reinigt.

Chronische Niereninsuffizienz: Ernährung

Der Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung lässt sich mit der Ernährung oft günstig beeinflussen. Die Betroffenen sollten sich möglichst so ernähren, dass sie ein gesundes Gewicht erreichen beziehungsweise halten können, da Übergewicht Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck begünstigt, welche die Nieren belasten, und das Fortschreiten der Erkrankung fördern.

Darüber hinaus können Nierenpatientinnen und -patienten ihre Nieren entlasten, indem sie nicht zu viel Eiweiß und Salz zu sich nehmen und genügend trinken. Etwa 2 Liter Wasser täglich sind empfehlenswert. Deutlich mehr sollte es nicht sein, da sich sonst die Ödeme verstärken können. Unter einer Dialysebehandlung muss die Flüssigkeitszufuhr deutlich eingeschränkt werden.

Optimale Eiweißzufuhr

Pro Tag sollten etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht auf dem Speiseplan stehen. Ein 80 Kilogramm schwerer Mann darf also rund 64 Gramm Protein zu sich nehmen, eine 60 Kilogramm schwere Frau etwa 48 Gramm. Weniger 0,6 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht sollten es nicht sein, weil sonst ein Mangel entstehen kann, der die Prognose verschlechtern kann.

Dialysepatientinnen und -patienten benötigen mehr Eiweiß – je nach Dialyseverfahren zwischen 1,1 und 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Wie viel Kochsalz, Kalium und Phosphat darf es sein?

Die empfohlene Obergrenze für Kochsalz liegt bei 5 bis 7 Gramm pro Tag. Das entspricht ungefähr einem gestrichenen Teelöffel. Ein Übermaß an Salz bindet Flüssigkeit im Körper und begünstigt somit Ödeme. Außerdem deuten Studien daraufhin, dass eine salzarme Kost dazu beitragen kann, den Blutdruck zu senken.

Dialysepatientinnen und -patienten sollten darüber hinaus auf Lebensmittel verzichten, die Kalium oder Phosphat enthalten. Dazu zählen unter anderem Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kakao, Bananen, Trockenobst, Nüsse und Milch.

Chronische Niereninsuffizienz: Vorbeugen

Eine chronische Niereninsuffizienz ist meist Folge von Diabetes mellitus und/oder Bluthochdruck (Hypertonie, hoher Blutdruck). Das Risiko für diese Krankheiten lässt sich senken, indem man sich ausreichend bewegt, gesund ernährt, Übergewicht vermeidet, nicht zu viel Alkohol trinkt und nicht raucht.

Wer bereits an Diabetes oder Bluthochdruck oder beidem erkrankt ist, kann seine Nieren vor Folgeschäden schützen, indem er die von der Ärztin oder vom Arzt verschriebenen Medikamente einnimmt und auf einen gesunden Lebensstil achtet.

Wichtig ist außerdem, Schmerzmittel wie NSAR, die die Nieren schädigen können, nicht langfristig einzunehmen – es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hat ausdrücklich dazu geraten.