Eine Frau schaut auf ihren Unterarm.
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Hautausschlag (Exanthem)

Rote Flecken, Quaddeln, Pusteln oder Bläschen, mit und ohne Jucken: Es gibt zahlreiche Formen von Hautausschlag. Oft stecken harmlose Ursachen dahinter. Doch gerade bei Kindern können die Ausschläge auch auf ansteckende Krankheiten wie Masern oder Röteln hindeuten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hautausschlag

Sonne, Kälte, Hitze, Staub, Rauch, Seife, Allergene, Krankheitserreger: Die Haut kommt täglich mit unzähligen Reizen in Berührung. Normalerweise ist das kein Problem. Schließlich ist unser größtes Organ dafür zuständig, uns vor Eindringlingen und schädlichen Einflüssen zu schützen. Mitunter hinterlässt diese Aufgabe allerdings sichtbare Spuren: Ausschlag ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut sich gegen etwas wehrt.

Was ist Hautausschlag?
Hautausschlag ist ein Sammelbegriff für verschiedene, zeitlich begrenzte Hautveränderungen, die durch Entzündungen verursacht werden. Ärzte bezeichnen Ausschlag auch als Exanthem (von gr. exantheo = ich blühe auf).

Hautausschlag entwickelt sich typischerweise schnell und ist von vorübergehender Natur. Je nach Ursache kann er mit Begleitsymptomen wie Juckreiz, Schmerzen und Fieber einhergehen.

Im Gegensatz zum Ekzem, das einen eng begrenzten Hautbereich betrifft, erstreckt sich ein Exanthem über größere Hautbereiche. Die Hautveränderungen sind – anders als zum Beispiel bei Sommersprossen – erhaben, sie ragen also über die Hautoberfläche hinaus.

In welcher Körperregion der Hautausschlag entsteht, hängt von der Ursache ab. Bei manchen Erkrankungen bleibt der Ausschlag auf ein Körperteil begrenzt, bei anderen breitet er sich aus oder tritt er von Anfang an am gesamten Körper auf. Deshalb achtet der Arzt bei der Suche nach der Ursache auf das genaue Erscheinungsbild des Ausschlags und das Ausbreitungsmuster.

Meist erscheinen Exantheme symmetrisch auf, also auf beiden Körperseiten. Das ist zum Beispiel bei Röteln und Masern der Fall. Es gibt jedoch auch Beispiele für einseitig auftretenden Ausschlag, etwa das sogenannte unilaterale laterothorakale Exanthem im Kindesalter.

Die genaue Fachbezeichnung des Ausschlags richtet sich nach dessen Gestalt und Beschaffenheit: Tritt er in Form erbsengroßer, erhabener Verdickungen in Erscheinung – sogenannter Papeln – sprechen Dermatologen von einem papulären Exanthem. Bei Eiterbläschen, die man auch als "Pusteln" bezeichnet, lautet der Fachbegriff "pustulöses Exanthem".

Wenn Ausschlag in Schüben auftritt, ist auch ein "buntes" Erscheinungsbild möglich. Ein Beispiel ist das Varizella-Exanthem, besser bekannt als Windpocken: Anfangs bilden sich rote Flecken, die sich dann in Bläschen umwandeln und später verkrusten.

Ursachen für Hautausschlag

Häufige Auslöser für Hautausschlag sind Allergien und Infektionen. Auch eine Infektion mit Krankheitserregern wie Bakterien: Morphologie und Klassifikation, Viren: Eine Einführung, Pilze (Fungi) oder Parasiten kann zu Hautausschlag führen.

Hautausschlag bei Kindern

Wenn Babys Hautausschlag entwickeln, handelt es sich meist um

Bei Kindern ist Hautausschlag oft ein Zeichen für

Windeldermatitis entwickelt sich bei Babys, wenn die Haut im Genitalbereich und am Po durch die Feuchtigkeit in der Windel aufweicht und wund wird. Die gereizte Haut ist dann auch anfälliger für Infektionen, etwa mit dem Pilz Candida albicans.

Kinderkrankheiten mit Hautausschlag

Die meisten sogenannten Kinderkrankheiten gehen mit Ausschlag einher, der für die jeweilige Erkrankung charakteristisch ist. Daher kann das Erscheinungsbild des Hautausschlags bereits ein erster Hinweis darauf sein, um welche Erkrankung es sich handelt.

Hautausschlag bei Kindern sollte jedoch grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Nur ein Arzt kann eine sichere Diagnose stellen, beurteilen, ob das Kind ansteckend ist und – sofern möglich und nötig – Behandlungsmaßnahmen ergreifen.

Viruserkrankungen Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?
Masern purpurrote bis braune, teils leicht erhabene große Flecken; gehen ineinander über; beginnt meist hinter dem Ohr und an der Stirn, dann am Stamm, Armen, Beinen Fieber mit zwei Anstiegen; weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut (Koplik-Flecken); Bindehautentzündung ja
Röteln rosafarbene bis rote, teils erhabene kleine Flecken; gehen nicht ineinander über; beginnt meist hinter den Ohren und im Gesicht, dann am Stamm, Armen, Beinen wenige Tage vor dem Hautausschlag Fieber, leichtes Krankheitsgefühl; geschwollene Lymphknoten am Nacken; Rötelninfektion gefährlich für Schwangere! ja

Windpocken

(Varizella-Zoster-Virus)

beginnt mit roten Flecken, die sich dann in Bläschen und teils Eiterbläschen umwandeln, später Krusten; alle Formen können zeitgleich bestehen (sog. Sternenhimmel); Befall der Kopfhaut Kopfschmerzen, Fieber, geschwollene Lymphknoten; Infektion mit Windpocken gefährlich für Schwangere! ja

Ringelröteln

(Humanes Parvovirus B19)
Ringelröteln

girlandenförmig, beginnt an den Wangen, breitet sich über Arme, Beine und dem Gesäß aus häufig Juckreiz, oft Rachenentzündung, Fieber, Krankheitsgefühl; Infektion mit Ringelröteln gefährlich für Schwangere! nein

Dreitagefieber

(Humanes Herpesvirus 6)

blassrosafarbene Flecken, vor allem am Körperstamm (nicht im Gesicht), die oft nur ein bis drei Tage anhalten plötzliches hohes Fieber über 3-4 Tage; während Fieber abklingt, tritt Ausschlag auf; Gefahr: Fieberkrampf! nein
Bakterielle Infekte Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?

Scharlach

(Streptokokken)

feinfleckige, erhabene gelbliche bis rote Hautveränderungen ("sandpapierartig"); beginnt meist im Bereich der Leistengegend, der Oberschenkelinnenseiten oder der Achseln; breitet sich rasch aus; nach ca. 3 Wochen pellt sich die Haut "Himbeerzunge"; Fieber; Form der Mandelentzündung (sog. Angina lacunaris); tiefrote Rachenentzündung nein

Impetigo contagiosa

(Staphylokokken, Streptokokken)

oberflächliche Eiterblasen, die schnell platzen und honiggelbe Krusten bilden; klein- oder großflächiger Befall möglich Juckreiz; selten Fieber nein

Hautausschlag im Gesicht

Beim Hautausschlag im Gesicht handelt es sich um

Darüber hinaus gibt es Kinderkrankheiten, die Hautausschlag im Gesicht hervorrufen, zum Beispiel Masern, Scharlach, Ringelröteln und Röteln. Bei diesen Erkrankungen tritt der Ausschlag meist zunächst am Kopf auf und breitet sich dann im weiteren Verlauf über den Körper aus. Bei Scharlach und Masern können auch die Schleimhäute im Mund betroffen sein.

Wenn der Ausschlag nur am Hals auftritt

Rote Flecken, die ausschließlich am Hals und oberhalb der Brust in Erscheinung treten, lassen sich häufig auf eine Kontaktallergie und Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) gegen Parfüm oder im Schmuck enthaltene Stoffe zurückführen. Vor allem bei Babys und Kindern bilden sich am Hals oft auch Hitzepickel.

Ausschlag am Bauch oder Rücken

Verschiedene Krankheiten können sich durch Ausschlag am Rumpf äußern. Häufige Ursachen sind

Die Gürtelrose ist Folge einer Infektion mit dem Herpes-zoster-Virus. Sie verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sich der Ausschlag meist gürtelförmig entlang einer Nervenbahn ausbreitet und in der Regel auf Rücken und Bauch in Erscheinung tritt. Typischerweise sieht man rote Hautknötchen, die gruppenförmig angeordnet sind.

Rote Flecken, die relativ gleichmäßig über den gesamten Rumpf und möglicherweise auch auf Armen und Beinen verteilt sind, könnten hingegen auf ein Arzneimittel­exanthem hindeuten. Bei manchen Menschen löst eine Therapie mit bestimmten Antibiotika (z.B. Penicillin, Sulfonamide und Aminoglykoside) Hautreaktionen aus. Bei Kindern führt auch das Antibiotikum Cotrimoxazol häufig zu Arzneimittelexanthemen. Auch bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) können bei Menschen mit entsprechender Intoleranz Ausschlag verursachen.

Hautausschlag an den Beinen

Häufige Ursachen für Hautausschlag an den Beinen sind etwa

  • Badedermatitis (Zerkariendermatitis),
  • Grasmilbenbisse,
  • Rasurbrand sowie
  • Neurodermitis.

Wichtig: Zerkarien aus Deutschland sind meist harmlos. Wer sich die Badedermatitis im Ausland zugezogen hat, sollte aber lieber zum Arzt: Zerkarien aus tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Lateinamerikas oder Asien können eine sogenannte Bilharziose (Schistosomiasis) hervorrufen.

Die Badedermatitis ist eine allergische Reaktion auf Zerkarien, Larven der in natürlichen Gewässern vorkommenden Saugwürmer. Zerkarien dringen normalerweise in die Haut von Wasservögeln ein, um dort weiterzuwachsen. Wenn sie sich in menschliche Haut bohren, ist dies eher ein Versehen. Die Tierchen selbst sterben nach kurzer Zeit ab. Beim Betroffenen bleiben jedoch für einige Tage oder Wochen rote, stark juckende Flecken zurück. Je nachdem, ob er nur durch das Wasser gewatet ist oder darin schwimmen war, tritt der Ausschlag nur an den Füßen und Beinen oder auch am gesamten Körper auf.

Mit Grasmilbenbissen (genauer: Bissen durch Grasmilbenlarven) muss rechnen, wer in den Sommermonaten barfuß durch die Natur läuft. Grasmilben verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie vor allem in niedrig wachsenden Pflanzen wie Gräsern sitzen. Die Bisse ihrer etwa 0,2 Millimeter kleinen Larven sind in der Regel ungefährlich, schmerzen und jucken aber häufig tage- oder sogar wochenlang.

"Rasurbrand" ist der umgangssprachliche Begriff für die Pseudofolliculitis barbae. So nennen Ärzte den brennenden und meist juckenden Ausschlag, der nach dem Rasieren oder Epilieren auftreten kann. Er entsteht, wenn Haarstoppeln sich seitlich in die Haut bohren und die Haarfollikel reizen. Die Haut reagiert auf diesen Reiz wie auf einen eindringenden Fremdkörper: Sie entzündet sich.

Neurodermitis geht ebenfalls häufig mit entzündlichem Ausschlag an den Beinen einher. Dieser verursacht auch Juckreiz, unterscheidet sich ansonsten aber deutlich von Bissen, Rasurbrand und anderen Formen des Hautausschlags: Die roten Ekzeme sind trocken und schuppig und betreffen normalerweise nicht das gesamte Bein, sondern vor allem die Kniekehlen und meist noch andere Körperstellen wie etwa die Ellenbeugen und das Gesicht.

Hautausschlag durch Stress

Die Haut ist mehr als die Hülle und Oberfläche des Körpers: Über ein großes Nervengeflecht kommuniziert die Haut permanent mit dem Gehirn – und umgekehrt. Der enge Austausch zwischen den beiden Organen erklärt, warum sich starker psychischer Stress in Hautproblemen äußern kann und die Haut tatsächlich manchmal ein "Spiegel der Seele" ist.

Stress ist zwar nie die alleinige Ursache von Hautausschlag. Der Zustand der Haut hängt von zahlreichen Einflüssen ab, sowohl äußeren als auch angeborenen. Als sicher gilt aber, dass Stress die Symptome bestimmter Hautkrankheiten wie etwa Psoriasis, Neurodermitis und Akne verstärken kann.

Dahinter steckt vermutlich eine Schutzreaktion des Körpers, die sich vereinfachend so erklären lässt: Der Körper wertet den erlebten Stress als Warnsignal für eine drohende Gefahr, etwa durch Krankheitserreger. Die Nervenenden in der Haut alarmieren daraufhin Immunzellen in der Haut, sogenannte Mastzellen. Diese setzen daraufhin eine Entzündungsreaktion in Gang, um potenzielle Eindringlinge abzuwehren.

Auf diese Weise kann Stress auch jene Entzündungen verschlimmern, die vielen Hautkrankheiten zugrunde liegen – und somit Ausschlag begünstigen.

Hautausschlag: Diagnose

Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, wann und an welcher Körperstelle der Hautausschlag zuerst aufgetreten ist. Für eine genaue Diagnose ist außerdem wichtig:

Je nach vermuteter Ursache können sich noch weitere Fragen ergeben.

Anschließend untersucht der Arzt den Betroffenen und sieht sich den Hautausschlag genau an. Dafür benutzt er eine Vergrößerungslupe, einen Holz- oder Glasspatel und gegebenenfalls weitere optische Geräte. Zudem tastet der Arzt häufig die Lymphknoten ab, wirft einen Blick in den Hals und misst die Körpertemperatur.

Um festzustellen, was genau den Hautausschlag verursacht hat, sind – je nach Befund – weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

Hautausschlag: Was hilft?

Bei Hautausschlag ist oft keine spezielle Therapie nötig: Bei Kinderkrankheiten wie Masern klingt der Ausschlag von selbst ab, wenn die Krankheit überstanden ist. War eine Kontaktallergie Ursache des Ausschlags, verschwindet dieser, wenn man das Allergen meidet. Oft sind aber antiallergische Salben und Tabletten notwendig.

Hautkrankheiten, die mit Ausschlag einhergehen, erfordern hingegen meist eine gezielte Behandlung, etwa mit

  • Salben oder Cremes,
  • Medikamenten zum Einnehmen,
  • Lichtstrahlen sowie
  • ergänzenden Maßnahmen (z.B. Ernährungsumstellung, Entspannungstechniken gegen Stress).

Viele Hautkrankheiten lassen sich nicht heilen. Häufig ist es jedoch möglich, den Ausschlag und die damit verbundenen Beschwerden (wie Juckreiz) gut in den Griff zu bekommen.

Hausmittel bei Hautausschlag: Sinnvoll oder nicht?

Im Internet sind unzählige Hausmittel gegen Hautausschlag zu finden. Die Tipps reichen von Apfelessig und Speiseölen wie Olivenöl über Heilkräuter wie Kamille bis hin zu Zinkpaste. Einige dieser Tipps mögen bei bestimmten Formen des Ausschlags tatsächlich helfen: Beispielsweise lässt sich Kopfgneis bei Säuglingen mit Olivenöl lösen, wenn man das Öl über Nacht an den betroffenen Stellen einwirken lässt und am nächsten Tag mit Babyshampoo abwäscht. Zinksalbe kann bei nässenden Ekzemen im Windelbereich lindernd wirken.

Allerdings eignet sich nicht jedes Hausmittel für jede Art des Ausschlags. Je nach Ursache können die Mittel die Haut zusätzlich reizen, allergische Reaktionen verschlimmern und den Ausschlag noch verstärken. Das Gleiche gilt für Cremes, Salben und Lotionen, die es in Drogerien oder Apotheken zu kaufen gibt.

Wichtig: Eine Selbstbehandlung ist daher immer mit Risiken verbunden. Sinnvoller ist es, den Hautausschlag zunächst ärztlich abklären lassen und den Arzt zu fragen, ob und welche Hausmittel helfen könnten.

Bei juckendem Hautausschlag ist das wirksamste Hausmittel mitunter das Meiden jeglicher Reize: Heißes Wasser, Seife und Pflegeprodukte, trockene Luft, Synthetik- und Woll-Kleidung: All das kann den Juckreiz verschlimmern.