Eine Frau sitzt auf dem Sofa und hat die Arme über den Bauch gelegt.
© Getty Images

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Eine Magenschleimhautentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Deutliche Beschwerden treten vor allem bei akuter Gastritis auf. Erfahren Sie mehr über die Ursachen und wie man die Magenprobleme wieder los wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Magenschleimhautentzündung: Symptome

Eine Gastritis ist entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut, die unterschiedliche Symptome hervorrufen kann und nicht ansteckend ist.

Je nachdem, wie schnell sich die Erkrankung entwickelt und wie lange sie anhält, unterscheidet man zwischen akuter und chronischer Gastritis.

Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung treten die Symptome eher plötzlich auf. Sie kann sich zum Beispiel durch Beschwerden wie diese äußern:

Manchmal verstärken sich die Gastritis-Symptome beim Essen.

Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Eine Magenschleimhautentzündung kann sich jedoch auch über lange Zeit entwickeln, ohne sich durch besondere Symptome bemerkbar zu machen. Eine chronische Gastritis bleibt deswegen oft lange unentdeckt, da Beschwerden dabei nur selten auftreten.

Mögliche Symptome sind zum Beispiel:

Magenschleimhautentzündung: Ursachen

Bei einer Gastritis hat sich die Magenschleimhaut entzündet. Das kann passieren, wenn die Magenschleimhaut, die den Magen von innen auskleidet, angegriffen ist. Dann kann saurer Magensaft eindringen und Schaden anrichten. Als Folge kommt es zu entzündlichen Prozessen.

Was kann die Magenschleimhaut schwächen? Der Magensaft enthält Magensäure. Diese ist unter anderem wichtig, um Speisen gut verdauen zu können. Außerdem dient der saure Magensaft als erste Barriere gegen Keime. Die Magenschleimhaut schützt normalerweise die tieferliegenden Schichten der Magenwand (z. B. die Muskeln des Magens) vor der aggressiven Magensäure.

Bildet der Magen nun zu viel Säure oder ist die schützende Schleimhautschicht geschädigt (z. B. durch Medikamente oder ungünstige Ernährungsgewohnheiten), kann eine Gastritis entstehen.

Diese tritt entweder akut auf und klingt bald wieder ab oder nimmt einen chronischen (lang andauernden) Verlauf. Sowohl die akute als auch die chronische Gastritis reizen die Zellen der Magenschleimhaut stark und können diese schädigen.

Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Eine akute Gastritis kann zum Beispiel folgende Ursachen haben:

Auch Stress kann eine akute Gastritis auslösen: Bei Dauerstress produziert der Magen mehr sauren Magensaft.

Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Eine chronische Gastritis entsteht entweder durch eine Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr, durch Bakterien oder ist chemisch bedingt. Man unterscheidet diese 3 Formen:

  • Gastritis vom Typ A ("autoimmun")
  • Gastritis vom Typ B ("bakteriell")
  • Gastritis vom Typ C ("chemisch")

Die häufigste Form ist die Typ-B-Gastritis.

Chronische Gastritis Typ A

Die Magenschleimhautentzündung vom Typ A ist eine eher seltene Autoimmunerkrankung (sog. Autoimmun-Gastritis).

Ursache einer Typ-A-Gastritis sind Antikörper, also spezielle Eiweiße, die von der körpereigenen Abwehr gebildet werden. Diese Antikörper greifen irrtümlich körpereigenes Gewebe an, nämlich die Belegzellen. Das sind jene Zellen der Magenschleimhaut, die die Magensäure bilden.

Häufig finden sich bei einer Typ-A-Gastritis zudem Antikörper gegen den sogenannten Intrinsic-Faktor. Das ist ein von den Belegzellen hergestelltes Glykoprotein. Der Intrinsic-Faktor ermöglicht es, dass der Körper Vitamin B aus dem Nahrungsbrei im Dünndarm aufnehmen kann. Fehlt dieser Faktor, kann sich ein Vitamin-B12 -Mangel entwickeln.

Bei einer Typ-A-Gastritis nehmen die Belegzellen auf Dauer Schaden, wodurch der Magen weniger Säure bildet. Das wiederum signalisiert dem Magen, dass er mehr Magensäure produzieren muss. Er schüttet deshalb das Hormon Gastrin aus, welches im gesunden Magen die Säureproduktion der Belegzellen anregt.

Sobald die Belegzellen die geforderte Magensäure abgeben, sinkt die Gastrinmenge normalerweise wieder. Sind die Belegzellen jedoch wie bei der Typ-A-Gastritis beschädigt, funktioniert das nicht mehr: Der Magen setzt weiter Gastrin frei und kurbelt weiterhin die Produktion von Magensäure an.

Über einen längeren Zeitraum kann das in manchen Fällen sogenannte Karzinoide verursachen. Das sind spezielle Formen eines bösartigen Magen-Darm-Tumors, die sich in der Regel aber gut heilen lassen.

Die Typ-A-Gastritis ist mit etwa 5 Prozent die seltenste Form der chronischen Magenschleimhautentzündung. Sie betrifft meist den Hauptteil des Magens (den sogenannten Magenkörper oder Korpus).

Chronische Gastritis Typ B

Eine Magenschleimhautentzündung vom Typ B entsteht durch Bakterien, meist durch Helicobacter pylori. In seltenen Fällen können auch andere Bakterien die Ursache sein.

Helicobacter-pylori-Bakterien können im sauren Milieu des Magens nur dank eines besonderen Mechanismus überleben. Die Bakterien siedeln sich auf der Oberfläche der Magenschleimhaut an und verändern gewissermaßen ihre Umwelt: Sie schaffen sich mithilfe eines Enzyms namens Urease ein alkalisches, also weniger saures Milieu.

Was für die Bakterien gut ist, ist für den Magen jedoch ungünstig. Denn das alkalische Milieu stört die Regulierung der Magensäureproduktion und schädigt die Schleimhaut.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Helicobacter pylori den Magen besiedelt: In Deutschland sind etwa

  • 3 Prozent der Kinder,
  • 19 bis 25 Prozent der unter 30-Jährigen,
  • 35 bis 55 Prozent der über 30-Jährigen und
  • 69 bis 90 Prozent der über 65-Jährigen mit dem Erreger infiziert.

Allerdings entwickeln nicht alle Menschen, bei denen Helicobacter pylori im Magen vorkommt, auch eine Magenschleimhautentzündung.

Die chronische Gastritis vom Typ B ist mit etwa 85 Prozent die häufigste aller chronischen Magenschleimhautentzündungen. Meist betrifft sie den hinteren Magenabschnitt vor dem Übergang zum Magenpförtner (Antrum).

Andere Bezeichnungen für die Typ-B-Gastritis sind bakterielle Gastritis, Helicobacter-pylori-Gastritis oder Hp-Gastritis.

Chronische Gastritis Typ C

Eine Magenschleimhautentzündung vom Typ C nennen Mediziner auch chemisch-toxische Gastritis. Sie wird durch Stoffe verursacht, die die Magenschleimhaut schädigen.

Wer beispielsweise bestimmte Schmerzmittel (sog. NSAR, also Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen) über längere Zeit einnimmt, kann eine Magenschleimhautentzündung auslösen. Insbesondere wenn gleichzeitig andere Medikamente eingenommen werden, wie zum Beispiel Gerinnungshemmer oder Glukokortikoide ("Kortison").

Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum ist eine häufige Ursache für eine Typ-C-Gastritis.

Daneben kann Gallensaft zu einer Magenschleimhautentzündung führen, wenn dieser aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließt und die Schleimhaut im Bereich des Magenpförtners (sog. Pylorus) schädigt.

In etwa 10 Prozent der Fälle handelt es sich bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung um eine Gastritis vom Typ C. Sie betrifft überwiegend die Region um den Magenpförtner.

Gastritis-Sonderformen

Außerdem gibt es seltene Formen von Magenschleimhautentzündung, die manchmal auch als Gastritis Typ D bezeichnet werden (D wie diverse Auslöser). Dazu gehören unter anderem

  • die Morbus-Crohn-Gastritis,
  • die kollagene Gastritis
  • und die Riesenfaltengastritis (Morbus Ménétrier).

Magenschleimhautentzündung: Diagnose

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ergibt sich ein erster Verdacht in der Regel bereits durch die typischen Beschwerden. Beispielsweise schmerzt oft der Oberbauch, wenn man mit der Hand Druck auf ihn ausübt.

Eine chronische Magenschleimhautentzündung macht sich dagegen selten durch Beschwerden bemerkbar. Hier erfolgt die Diagnose oft eher zufällig.

Magenspiegelung

Nur eine Magenspiegelung ermöglicht eine sichere Gastritis-Diagnose: Dabei schaut der Arzt mit einem schlauchförmigen Endoskop in den Magen und entnimmt kleine Gewebeproben aus der Schleimhaut.

Durch den direkten Blick in den Magen und durch die feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe kann man feststellen, ob es sich tatsächlich um eine Magenschleimhautentzündung handelt.

Gleichzeitig lassen sich so andere Erkrankungen wie ein Magengeschwür oder auch Magenkrebs ausschließen.

Nachweis von Helicobacter pylori

Hinter einer Magenschleimhautentzündung steckt meist eine Infektion mit der Bakterien-Art Helicobacter pylori. Deshalb ist es ratsam, neben der der Magenspiegelung auch gezielt nach diesem Erreger zu suchen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Harnstoff-Atemtest: Für den Test nehmen Betroffene ein Harnstoff-Präparat zu sich. Es enthält die speziell markierten Kohlenstoffatome C13 oder C14 (C ist das Elementsymbol für Kohlenstoff im Periodensystem). Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, wandeln die Bakterien den Harnstoff um und setzen dabei C13- oder C14-markiertes Kohlendioxid frei. Das ausgeatmete Kohlendioxid sammelt man in einem Behälter und wertet es aus. So gelingt der Nachweis des Erregers mit hoher Wahrscheinlichkeit.
  • Bakterienkultur: Eine andere Möglichkeit Helicobacter pylori als mögliche Ursache nachzuweisen, besteht darin, eine Bakterienkultur aus der entnommenen Gewebeprobe zu züchten.
  • Helicobacter-Urease-Test (HUT): Dieser Test zeigt, ob die Gewebeprobe das Enzym Urease enthält, was als Nachweis für Helicobacter pylori gilt.

Daneben können weitere Untersuchungen zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Blutuntersuchungen oder Stuhluntersuchungen.

Gastritis: Behandlung

Je nachdem, ob es sich um eine akute oder chronische Magenschleimhautentzündung handelt, unterscheidet sich auch die Behandlung. Während bei einer akuten Gastritis oft das Abstellen der Auslöser und Medikamente zu einer Besserung führen, richtet sich die Therapie der chronischen Form nach dem jeweiligen Gastritis-Typ. Auch eine Ernährungsumstellung kann Betroffenen unter Umständen helfen.

Behandlung bei akuter Gastritis

Der saure Magensaft spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung einer akuten Gastritis. Deshalb kommen zur Behandlung vor allem sogenannten Säureblocker zum Einsatz. Das sind Medikamente, die die Bildung von Magensäure hemmen.

Am wirksamsten sind hierbei die Protonenpumpenhemmer (z. B. die Wirkstoffe Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol).

Zur Behandlung können auch Wirkstoffe beitragen, die Histamin-2-Rezeptoren blockieren (H2 -Rezeptorenblocker wie Cimetidin und Ranitidin). Diese hemmen ebenfalls die Magensäureproduktion.

Gegen eine akute Magenschleimhautentzündung hilft diese medikamentöse Behandlung in mehrfacher Hinsicht: Zum einen lindert die verminderte Magensäureproduktion die mit der Gastritis einhergehenden Schmerzen, zum anderen kann sich die Schleimhaut von der Säure erholen.

Auch säurebindende Mittel (sog. Antazida) können die Beschwerden bessern. Sie neutralisieren die Magensäure, verringern allerdings nicht deren Bildung.

Verkrampft der Magen durch die akute Magenschleimhautentzündung stark, kommen zur Behandlung weitere Medikamente infrage: Dann helfen Mittel, die die Magenbewegung anregen (sog. Prokinetika, z. B. die Wirkstoffe Metoclopramid oder Domperidon).

Wichtig ist bei einer Magenschleimhautentzündung außerdem, die Magenschleimhaut möglichst wenig zusätzlich zu reizen. Um die Behandlung zu unterstützen, sollte man am besten erst mal folgende Dinge meiden:

  • Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen)
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Rauchen
  • scharfe, fettige und gebratene Speisen

Behandlung einer chronischen Gastritis

Typ-B-Gastritis

Bei einer Typ-B-Gastritis ist meist das Bakterium Helicobacter pylori Schuld an der Magenschleimhautentzündung. Die sogenannte Eradikations-Therapie soll die Bakterien abtöten.

Während der Eradikations-Therapie nimmt man über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen drei Medikamente in genau festgelegter Dosierung gleichzeitig ein, nämlich

Diese Gastritis-Behandlung mit drei Medikamenten heißt auch Triple-Therapie (Dreifach-Therapie).

In hartnäckigen Fällen schließt sich eine sogenannte Vierfach-Therapie an, bei der drei verschiedene Antibiotika und ein Protonenpumpenhemmer eingenommen werden.

Typ-C-Gastritis

Bei einer Typ-C-Gastritis hängt die Behandlung vom jeweiligen Auslöser ab.

Verursachen Medikamente die Magenschleimhautentzündung, sollten diese nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt oder gegen Alternativen getauscht werden.

Können die Medikamente nicht ohne Weiteres abgesetzt werden, lassen sich die Beschwerden verringern, indem man zusätzlich Protonenpumpenhemmer einnimmt.

Verursacht dagegen ein Gallensäurerückfluss die Typ-C-Gastritis, kann in sehr seltenen Fällen eine Operation notwendig werden.

Typ-A-Gastritis

Bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung vom Typ A greift das Abwehrsystem des Körpers fälschlicherweise eigene Zellen im Magen an.

Als Folge kommt es oft zu einem Mangel an Vitamin B, der zu einer Form von Blutarmut führen kann: der perniziösen Anämie.

Liegt beim Betroffenen nachweislich ein B12-Mangel vor, erhält er Vitamin B12 in Form von Spritzen. Denn der Körper kann das Vitamin nicht aus der Nahrung aufnehmen.

Liegt zusätzlich zu einer Typ-A-Gastritis auch ein Nachweis von Helicobacter-pylori-Bakterien vor, bessert sich Magenschleimhautentzündung teilweise, wenn man sie mit einer Eradikations-Therapie behandelt.

Ernährung bei Gastritis: Was essen?

Was darf man mit Magenschleimhautentzündung essen? Wer auf ein paar Dinge achtet und die Ernährung anpasst, trägt zur Heilung bei und kann Beschwerden häufig lindern.

Grundsätzlich ist es wichtig, bei einer Gastritis nur solche Sachen zu essen, die man verträgt. Der Magen meldet sich, wenn er manche Lebensmittel derzeit nicht gut verarbeiten kann und reagiert möglicherweise mit Übelkeit oder anderen Magenbeschwerden. Vielen Menschen passen die Ernährung deshalb automatisch an ihr Wohlbefinden an. Hören Sie also auf Ihren Körper.

Video: Sechs Tipps für eine magenbekömmliche Kost

In puncto Ernährung bei Magenschleimhautentzündung wirken sich folgende Tipps oft positiv aus:

  • Nehmen Sie keine großen Portionen zu sich, sondern lieber mehrere kleine Mahlzeiten.
  • Trinken Sie keinen oder nur wenig Kaffee bzw. koffeinhaltige Getränke.
  • Oft werden Zusatzstoffe in industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln (z. B. Fertiggerichte) schlecht vertragen. Lassen Sie solche Speisen erst einmal weg.
  • Meiden Sie scharf gewürzte Gerichte.
  • Essen Sie fettreduziert.
  • Kauen Sie gut und essen Sie langsam.
  • Meiden Sie blähende Speisen.
  • Achten Sie darauf, dass das Essen nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt ist.

Eher meiden sollte man bei Gastritis eine Ernährung mit folgenden Lebensmitteln oder Zubereitungsarten:

  • fette Saucen
  • große Mengen Fett
  • sehr grobe Vollkornprodukte
  • frittierte Kartoffelgerichte
  • fette Eierspeisen
  • unreifes Obst
  • schwer verdauliche und blähende Gemüse wie Kohl, Kraut, Erbsen und Bohnen
  • fette Süßigkeiten
  • Fertigprodukte

In manchen Fällen kann es notwendig sein, die Ernährung eine Zeit lang komplett auf Flüssigkost umzustellen, um den Magen zu schonen.

Magenschleimhautentzündung: Verlauf & Dauer

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann akut auftreten, also plötzlich und mit deutlich spürbaren Magenbeschwerden. Eine akute Gastritis ist meist nur von kurzer Dauer.

Eine Magenschleimhautentzündung kann aber auch chronisch verlaufen, sich also über einen längeren Zeitraum entwickeln. Bei einer chronischen Gastritis treten Beschwerden eher selten auf.

Prognose

Ob die Magenschleimhautentzündung akut oder chronisch verläuft, hat großen Einfluss auf die Prognose. Die Heilungsaussichten einer akuten Magenschleimhautentzündung sind bei entsprechender Behandlung und magenfreundlicher Lebensweise gut. Dann heilt die Gastritis meist schnell.

Bei einer Gastritis mit chronischem Verlauf ist die Prognose unter Umständen weniger günstig. Eine chronische Magenschleimhautentzündung kann eine langwierige Behandlung erfordern und den Magen mitunter auf Dauer schädigen.

Mögliche Komplikationen

Bei einer Magenschleimhautentzündung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

So kann die Entzündung bei stark geschädigter Magenschleimhaut in ein Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür übergehen.

Es kann zu Magenblutungen oder zu einem Magendurchbruch (Magenperforation) kommen. In diesen Fällen geht es den Betroffenen meist sehr schlecht. Dann ist es wichtig, schnell ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Risiko für Magenkrebs ist bei geschädigter Magenschleimhaut erhöht. Bei Menschen mit einer chronischen Gastritis durch Helicobacter pylori liegt das Risiko – im Vergleich zu nicht infizierten Menschen – vier- bis sechsmal so hoch.

Magenschleimhautentzündung: Vorbeugen

Wer einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vorbeugen will, sollte sich magenfreundlich ernähren. Das bedeutet: Nicht erst bei einer Gastritis Speisen und Getränke meiden, die den Magen reizen und die man nicht gut verträgt. Das gilt zum Beispiel für sehr scharfes und sehr heißes Essen sowie für Alkohol und Kaffee.

Eine Magenschleimhautentzündung kann auch durch Stress entstehen. Deshalb ist es ratsam, Dauerstress am besten gar nicht erst aufkommen zu lassen und auf eine ausgewogene Balance von Stress und Entspannung zu achten.

Regelmäßig ausgeübt können Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung zum seelischen Wohlbefinden beitragen und das generelle Stresslevel senken.

Viele Krankenkassen bietet zudem Kurse zum Thema Stressmanagement an. In diese lernt man, seine Stressauslöser zu erkennen und anders mit ihnen umzugehen.

Bei starker stressbedingter Gastritis verschreibt der Arzt möglicherweise vorbeugend Säureblocker (Protonenpumpenhemmer).

Rauchen greift die Magenschleimhaut an, nicht nur deswegen sollte man besser aufs Rauchen verzichten.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, die den Magen schädigen (z. B. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR), sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Möglicherweise lassen sich die Medikamente absetzen und gegen Alternativen tauschen.

Ist der Magen nachweislich mit Helicobacter pylori besiedelt, ohne dass Beschwerden oder Schleimhautschäden bestehen, muss man die bakterielle Besiedelung erst einmal nicht (vorbeugend) behandeln. Nur wenn eine Gastritis oder ein Magengeschwür beziehungsweise entsprechende Symptome auftreten, ist eine Therapie mit Antibiotika und Säureblockern ratsam (sog. Eradikations- bzw. Triple-Therapie).