Ärztin hält ein Plastikmodell der Haut vor dem Körper
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Abszess

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe – also eine Art großer Eiterpickel. Der Körper hüllt ihn in eine Kapsel ein, die verhindern soll, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet. Abszess-Salben aus der Apotheke können im Frühstadium helfen. Bei einem ausgeprägten Abszess bleiben sie allerdings wirkungslos.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Abszess

Was ist ein Abszess?

Ein Abszess ist eine Eiteransammlung in der Haut, deren Ursache in der Regel Bakterien sind. Dringen diese tiefer in die Haut ein, kann es dort zu einer eitrigen Entzündung kommen. Wenn der Eiter nicht abfließen kann, bildet sich ein Abszess. Umgangssprachlich nennt man ihn auch Eiterbeule.

Betroffen sind häufig Körperstellen, die ständiger Reibung ausgesetzt sind – etwa

  • Po,
  • Intimbereich,
  • Achsel oder
  • Innenseite des Oberschenkels.

Grundsätzlich können die Eiterbeulen überall entstehen, sogar im Mund und im Gehirn.

Abszess am Po

Bei einem Abszess am Po, auch Analabszess genannt, handelt es sich um eine Eiteransammlung im Bereich des Afters. Am häufigsten tritt ein Abszess am Po zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf – insbesondere bei Männern.

Die Ursache für einen Analabszess ist in der Regel eine Entzündung der kleinen Drüsen im Analkanal. Wird die Schleimhaut des Analkanals durch häufige Toilettengänge oder sehr hartes Toilettenpapier gereizt, können Bakterien leichter in die Schleimhaut eindringen und eine Infektion der Drüsen und damit einen Abszess hervorrufen.

Fakten über Abszesse
  • Ein Abszess bezeichnet eine abgekapselte Eiteransammlung im Körpergewebe, meist direkt unter der Haut.
  • Bei einem Abszess handelt es sich immer um neu gebildete Hohlräume im Körper, die mit Eiter gefüllt sind.
  • Handelt es sich um eine Eiteransammlung in einem natürlichen Hohlraum – zum Beispiel in der Lunge oder der Gallenblase – spricht man von einem Empyem.
  • In der Regel entstehen Abszesse durch Bakterien, die in den Körper eingedrungen sind. Meistens ist das Bakterium Staphylococcus aureus die Ursache.
  • Gelangen diese Bakterien in den Körper, bekämpft dieser sie mithilfe weißer Blutkörperchen. Bei dieser Abwehrreaktion bildet sich Eiter.
  • Anschließend baut der Körper um den Eiterbeutel herum eine Kapsel aus Bindegewebe, die verhindern soll, dass sich der Abszess weiter ausbreitet.
  • Abszesse können überall im Körper entstehen – sowohl direkt unter der Haut (kutaner Abszess) als auch in tieferen Schichten (subkutaner Abszess).
  • Häufig bilden sich auch Abszesse am Po. Durch gereizte Schleimhäute im Bereich des Analkanals können Bakterien leichter in den Körper eindringen und einen Analabszess hervorrufen.
  • Ein Abszess direkt unter der Haut ist von außen meistens gut sichtbar. Typische Symptome sind schmerzhafte und gerötete Schwellungen, die sich warm anfühlen.
  • Außerdem reagieren die betroffenen Regionen äußerst empfindlich auf Druck. Größere Abszesse können auch Fieber, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen hervorrufen.
  • Wenn sich bei Ihnen ein Abszess gebildet hat, ist es vor allem wichtig, dass Sie ihn keinesfalls ausdrücken oder aufstechen!
  • Gelangen die Erreger in die Blutbahn oder in tiefer liegendes Gewebe, kann sich die Entzündung noch weiter ausbreiten. In seltenen Fällen kann sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auftreten.
  • In vielen Fällen ist eine Operation die einzig wirksame Methode, um die Schmerzen zu lindern und den Eiter vollständig aus dem Körper zu entfernen.
  • Bei größeren Abszessen sind manchmal auch zwei oder mehrere Operationen notwendig, um den Abszess vollständig zu entfernen.
  • Der Arzt durchtrennt mit einem Skalpell schichtweise Haut und Gewebe, um den Abszess zu öffnen. Anschließend lässt er den Eiter über eine Drainage abfließen.
  • Die Wunde wird nicht vernäht, sondern offen behandelt – dies verhindert, dass sich zurückgebliebene Flüssigkeit und Krankheitserreger wieder einkapseln.
  • Einem Abszess können Sie nur bedingt vorbeugen. Grundsätzlich trägt eine sorgfältige Körperpflege dazu bei, eine Infektion der Haut und somit eine Abszessbildung zu verhindern.
  • Abszesse am Po werden durch Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall begünstigt. Verzichten Sie auf Intimsprays oder -lotionen – so schonen Sie die empfindliche Haut in der Analregion.
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Abszess: Ursachen

In den meisten Fällen werden Abszesse durch Bakterien verursacht, die über winzig kleine Hautverletzungen in den Körper eindringen und dort eine Entzündung hervorrufen. Bei den verantwortlichen Bakterien handelt es sich meist um

Sobald die Krankheitserreger in den Körper gelangt sind, werden sie von weißen Blutkörperchen bekämpft. Bei dieser Abwehrreaktion kann sich Eiter bilden, der aus abgestorbenen Geweberesten, Bakterien und weißen Blutzellen besteht. Anschließend baut der Körper um den Eiterbeutel herum eine Kapsel aus Bindegewebe, die verhindern soll, dass sich der Abszess weiter ausbreitet.

Wie die Krankheitserreger in den Körper gelangen, ist unterschiedlich. Dies kann zum Beispiel

  • eine Schürfwunde am Knie sein,
  • eine Schnittverletzung beim Rasieren oder
  • eine bakterielle Zahnentzündung (z.B. durch Karies).

Die gute Nachricht: Nur in wenigen Fällen entwickelt sich aus einer leichten Hautverletzung eine schmerzhafte Eiterbeule. Abszesse entstehen nur dann, wenn Bakterien in den Körper vordringen (etwa über eine Wunde) und wenn außerdem für das Bakterium günstige Bedingungen bestehen.

Faktoren, die die Entstehung eines Abszesses begünstigen, sind zum Beispiel:

Wenn ein Abszess immer wieder kommt, kann in seltenen Fällen auch eine angeborene oder erworbene Immunschwäche dahinterstecken. Häufiger ist aber eine zu hohe Keimdichte aufgrund mangelnder Hygiene die Ursache – gerade bei immer wiederkehrenden Abszessen im Intimbereich.

Unter Umständen kann auch eine (injizierte) Spritze einen Abszess verursachen. Ein sogenannter Spritzenabszess entsteht, wenn eine Spritze verabreicht wird, ohne die Haut vorher zu desinfizieren. Durch die hohen Hygienevorschriften in Krankenhäusern und Arztpraxen kommen diese Abszesse heutzutage jedoch kaum noch vor. Nur bei Drogenabhängigen oder bei Sportlern, die selbstständig mithilfe einer Spritze Heroin beziehungsweise Dopingmittel injizieren, bilden sich gelegentlich noch Spritzenabszesse.

Nicht immer sind Bakterien Ursache für einen Abszess. Chronische Entzündungen – wie etwa Morbus Crohn oder Tuberkulose – können ebenfalls zu Abszessen führen. Von diesen sogenannten "kalten Abszessen" sind meistens innere Organe betroffen. Im Gegensatz zu den Abszessen, die direkt durch Bakterien ausgelöst werden, enthalten "kalte Abszesse" kaum Eiter.

Abszess: Symptome

Das erste Anzeichen für einen oberflächlichen Abszess ist ein unbestimmtes Druck- und Schmerzgefühl unter der Haut. Im weiteren Verlauf nehmen die Beschwerden zu und es zeigen sich die klassischen Entzündungszeichen.

Typische Symptome: Die betroffene Stelle ist

  • gerötet,
  • geschwollen und
  • äußerst druckempfindlich.

Manchmal lässt sich die Eiterbeule unter der Haut an ihrer weiß-gelblichen Farbe erkennen – ähnlich wie bei einem großen Pickel. Abszesse weisen allerdings eine wesentlich stärkere Rotfärbung auf als normale Pickel. Auch die Schwellung und die Eiterpustel sind deutlich größer.

Durch die Entzündung unter der Haut sind Abszesse in der Regel äußerst schmerzhaft – vor allem bei Bewegungen oder Berührungen. Bei einem Abszess am Po zum Beispiel können sich die Betroffenen unter Umständen nicht mehr hinsetzen, ohne dass Schmerzen auftreten. Manchmal treten die Schmerzen auch synchron zum Pulsschlag auf.

Wenn ein auf der Haut sichtbarer roter Streifen vom Abszess wegführt, haben sich die Erreger in den Lymphbahnen ausgebreitet. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten Lymphangitis.

Größere Abszesse oder Abszesse, die die inneren Organe betreffen, können außerdem

Allerdings sind Abszesse im Körperinneren nicht immer mit Schmerzen verbunden – unter Umständen ist Fieber das einzig erkennbare Symptom.

Abszess: Diagnose

Befindet sich der Abszess direkt unter der Haut, so ist in der Regel keine aufwändige Diagnose notwendig. Oberflächliche Abszesse kann der Arzt meist schon anhand der typischen Entzündungszeichen erkennen. Um festzustellen, welcher Erreger die Entzündung – und somit den Abszess – verursacht hat, ist jedoch ein Abstrich des Eiters nötig.

Tief liegende Abszesse sind von außen nicht zu erkennen oder zu ertasten. Hat sich zum Beispiel in den Nieren oder in der Lunge ein Abszess gebildet, so kann der Arzt ihn nur mithilfe bildgebender Verfahren erkennen. Dazu gehören

Zusätzlich bietet sich zur Abszess-Diagnose eine Blutuntersuchung an. Dabei untersucht der Arzt das Blut auf bestimmte Entzündungszeichen und Antikörper gegen den verantwortlichen Erreger.

Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozytose) und eine gestiegene Konzentration von C-reaktivem Protein sind weitere Anzeichen für einen Abszess.

Abszess, Empyem, Furunkel, Karbunkel, Zyste: Was sind die Unterschiede?

  • Ein Abszess ist eine Eiteransammlung in einem durch Gewebeeinschmelzung entstandenen Hohlraum. Abszesse können im Gegensatz zum Furunkel überall im Körper auftreten.
  • Als Empyem beschreiben Ärzte eine Eiteransammlung in einer bereits bestehenden Körperhöhle – zum Beispiel in der Gallenblase oder in der Leber im Verlauf einer Gallenblasenentzündung.
  • Bei einem Furunkel ist ein Haarbalg zusammen mit dem umliegenden Gewebe eitrig und schmerzhaft entzündet. Daher können Furunkel ausschließlich an behaarten Stellen auftreten, typischerweise im Gesicht, im Nacken, in den Achselhöhlen und im Intimbereich.
  • Wenn mehrere benachbarte Furunkel zu einer großen Eiterbeule verschmelzen, entsteht ein sogenannter Karbunkel.
  • Eine Zyste ist ein meist gutartiger abgekapselter Hohlraum im Gewebe, der mit unterschiedlichen Substanzen gefüllt sein kann. Entzündet sich die Zyste aufgrund einer Infektion, kann sich im Inneren Eiter ansammeln.

Abszess: Behandlung

Die einzig wirksame Behandlung besteht darin, den Abszess von einem Arzt entfernen zu lassen. Es gilt die Redewendung: "Wo Eiter ist, dort entleere ihn“. Aus diesem Grund setzen Ärzte bei der Behandlung auf eine Operation: In vielen Fällen – etwa bei oberflächlichen Abszessen oder bei einem Abszess am Po – reicht ein kleiner Schnitt, um den Abszess zu öffnen.

  • Befindet sich die Eiterbeule zum Beispiel direkt unter der Haut, wird der Arzt die betroffene Region zunächst örtlich betäuben.
  • Es folgt ein kleiner Hautschnitt an der Stelle, wo der Abszess sich am meisten vorwölbt – dadurch entleert sich meist spontan Eiter.
  • Anschließend entfernt der Arzt das entzündete Gewebe und säubert die Wunde, indem er sie spült.
  • Um zu verhindern, dass zurückgebliebene Krankheitserreger einen erneuten Abszess verursachen, lässt der Arzt die Wunde meist "offen" abheilen.
  • Im Anschluss ist es wichtig, die Wunde regelmäßig zu und säubern und die Verbände regelmäßig zu wechseln.

Ganz wichtig: Versuchen Sie nicht, den Abszess selbst auszudrücken oder aufzustechen! Drücken Sie zu stark auf den Abszess, kann es passieren, dass die Erreger in die Blutbahn gelangen und die Entzündung sich ausbreitet. In sehr seltenen Fällen kann ein solches "Herumdoktern" sogar zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Abszess selbst behandeln: Was bringen Salben und Hausmittel?

In der Apotheke gibt es sogenannte Zugsalbe zu kaufen, die den Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat enthält. Die Salbe kann bewirken, dass die Schwellung etwas zurückgeht und der Arzt den Abszess leichter entfernen kann – nicht aber, dass der Abszess abheilt. Sinnvoll ist Zugsalbe allenfalls bei kleineren Abszessen. Denn je größer Abszesse werden, umso stärker kapseln sie sich vom umliegenden Gewebe ab, sodass der Wirkstoff gar nicht erst bis in die Abszesshöhle vordringen kann.

Hausmittel sind zur Behandlung eines Abzsesses nicht empfehlenswert. Auf einigen Portalen wird dazu geraten, Zwiebeln, Knoblauch oder Quark auf die Eiterbeulen zu legen. Tatsächlich enthalten diese Lebensmittel von Natur aus antibakterielle Stoffe. Deren Konzentration ist jedoch so gering, dass keine nennenswerte Dosis in den tieferen Hautschichten angelangt.

Abszess: Verlauf

Wie sich ein Abszess entwickelt, hängt vor allem ab von

  • der Größe,
  • der Lage und
  • der Behandlung.

Wird ein Abszess nicht ordnungsgemäß behandelt, besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger zurückbleiben und der Abszess immer wiederkommt. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie daher nicht versuchen, den Abszess selbst zu öffnen.

Bei rechtzeitiger Behandlung durch den Arzt heilen Abszesse aber in der Regel ohne Probleme ab. Bis zur vollständigen Heilung können – je nach Größe der Abszesshöhle – mehrere Wochen vergehen.

Wichtig ist, die offene Wunde täglich zu säubern (Abduschen) und den Verband täglich zu wechseln. Nach der operativen Entfernung eines Analabszesses können Sitzbäder die Heilung beschleunigen – vor allem nach dem Stuhlgang sollte man hier verstärkt auf Hygiene achten.