Eine Frau sitzt am bett eines schlafenden Mädchens und hält ein Fieberthermometer in der Hand.
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Schüttelfrost

Schüttelfrost ist ein typisches Allgemeinsymptom bei Infektionskrankheiten, die mit heftigem Fieber einhergehen. Ein Schub dauert meist einige Minuten und geht oft direkt in den Schlaf über. Was steckt dahinter und was hilft dann?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Schüttelfrost

Schüttelfrost ist ein Kältegefühl, bei dem der gesamte Körper unkontrolliert zittert. Dadurch steigt die Körpertemperatur schnell an. Das Zittern kommt daher, dass die Skelettmuskulatur sich schnell und wiederholt zusammenzieht und wieder erschlafft. Betroffen sind vor allem die Oberschenkel- und Rückenmuskulatur sowie die Kaumuskulatur.

Schüttelfrost bei Krankheiten ist also dem Zittern bei großer Kälte nicht nur in seinem Erscheinungsbild ähnlich, sondern dient auch demselben Zweck: Die Muskelkontraktionen sollen Wärme erzeugen.

Damit ist Schüttelfrost maßgeblich am Fieberanstieg beteiligt. In der Anfangsphase des Fieberanstiegs kann es darum zu Schüttelfrost kommen, ohne dass schon Fieber besteht.

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Schüttelfrost: Ursachen

Schüttelfrost kann verschiedene Ursachen haben. So tritt das unkontrollierbare Muskelzittern typischerweise auf, wenn die Körpertemperatur durch starke Kälteeinwirkung unter ihren Sollwert sinkt.

Häufig entsteht Schüttelfrost auch bei Infektionskrankheiten, die mit heftigem Fieber einhergehen – vor allem, wenn der gesamte Körper in die Entzündungsreaktion miteinbezogen ist: Um die Krankheitserreger (häufig Bakterien) abzuwehren, schüttet der Körper Zytokine aus, darunter auch fiebererzeugende Stoffe (Pyrogene). Diese Stoffe gelangen wahrscheinlich über den Blutweg ins Gehirn und lösen dort eine Fieberreaktion aus.

Für diese Fieberreaktion ist der als Hypothalamus bezeichnete Teil des Zwischenhirns verantwortlich: Er verstellt den Sollwert der Körperkerntemperatur, die normalerweise bei etwa 37 Grad Celsius liegt, nach oben. Daraufhin sorgt das Wärmeregulationssystem des Körpers dafür, dass die Körpertemperatur steigt – und zwar durch:

  • Muskelzittern (d. h. durch Schüttelfrost),
  • einen veränderten Stoffwechsel und
  • eine verminderte Durchblutung der Haut, weshalb die Haut abkühlt und sich die Wärmeabgabe verringert.

Dieser Fieberanstieg dauert so lange an, bis der neue Temperatursollwert erreicht ist – dann verschwindet der Schüttelfrost.

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen, die mit Schüttelfrost einhergehen können – zum Beispiel:

Wenn nach Reisen – vor allem in tropische Länder – plötzlich Schüttelfrost und Fieber auftreten, sind auch Erkrankungen als Ursachen in Betracht zu ziehen, die in Deutschland selten oder nicht vorkommen, zum Beispiel:

Daneben kann plötzlicher Schüttelfrost bei einem Sonnenstich oder Hitzschlag entstehen – verursacht durch lange oder übermäßige Sonneneinstrahlung und große Hitze. Eine sehr seltene Ursache für Schüttelfrost ist außerdem das akute Glaukom, eine Druckerhöhung im Auge, die eine sofortige Behandlung erfordert.

Zudem können medizinische Eingriffe Schüttelfrost verursachen. So kann das Symptom nach einer Operation (bzw. Anästhesie) auftreten – bedingt durch:

  • einen Wärmeverlust vor, während oder nach der OP,
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder
  • Nebenwirkungen von über die Atemwege verabreichten Narkosemitteln.

Schüttelfrost: Diagnose

Bei Schüttelfrost besteht der erste Schritt zur Diagnose in einem Gespräch, wobei sich die Ärztin oder der Arzt nach der Krankengeschichte erkundigt (Anamnese). Dabei interessiert unter anderem Folgendes:

  • Wann ist der Schüttelfrost das erste Mal aufgetreten?
  • Welche anderen Beschwerden liegen vor?
  • Sind andere Grunderkrankungen bekannt?
  • Liegt eine Fernreise erst kurz zurück?

Darauf folgt eine körperliche Untersuchung: Hierbei tastet die Ärztin oder der Arzt unter anderem die Lymphknoten ab, hört Herz und Lunge ab und untersucht den Körper auf offensichtliche Entzündungsherde. Meist ist es schon dann möglich, auf die Ursache für den Schüttelfrost zu schließen.

Wenn alles darauf hindeutet, dass eine Infektionskrankheit hinter dem Schüttelfrost steckt, kann man bei Bedarf den Erreger nachweisen lassen. Dazu ist es nötig, eine Blutprobe oder einen Abstrich zu nehmen und daraus eine Erregerkultur anzulegen (d. h. die Erreger unter geeigneten Umgebungsbedingungen anzuzüchten). Meist dauert es einige Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Für akute Fälle ist diese Untersuchung darum oft ungeeignet.

Je nachdem, welchen Auslöser die Ärztin oder der Arzt für den Schüttelfrost vermutet, können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein – wie zum Beispiel:

Schüttelfrost: Therapie

Bei Schüttelfrost hängt die Therapie von der Ursache für das Zittern ab und kann darum von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.

Wenn Schüttelfrost bei einer Infektionskrankheit in der Phase des Fieberanstiegs auftritt, gilt:

  • Kalte Wadenwickel sind zwar ein wirksames Mittel, um Fieber zu senken,
  • gegen Schüttelfrost helfen kalte Wadenwickel aber nicht, da das Zittern dadurch nur stärker wird und das Fieber weiter ansteigt.

Stattdessen ist es bei einem Infekt mit Schüttelfrost ratsam, Wärme zuzuführen: zum Beispiel durch eine zusätzliche Decke, eine Wärmflasche und warme Getränke.

Erst wenn das Fieber auf 39 bis 40 Grad Celsius gestiegen und der Schüttelfrost verschwunden ist, sind kalte Wadenwickel sinnvoll. Daneben können Sie dann fiebersenkende Medikamente (wie Paracetamol) gegen das Fieber einsetzen.

Außerdem gilt (besonders bei Kindern): Holen Sie sich besser ärztliche Hilfe, wenn neben Fieber und Schüttelfrost …

  • … weitere Symptome (z. B. Übelkeit, Durchfall) hinzukommen.
  • … das Fieber trotz Zäpfchen nicht sinkt.
  • … das Fieber länger als einen Tag dauert.
  • … ein Fieberkrampf auftritt.

Denn die Ärztin oder der Arzt kann die Ursache der Krankheitssymptome behandeln: Steckt eine Bakterieninfektion hinter dem Schüttelfrost, helfen Antibiotika. Liegt dem Schüttelfrost eine andere Erkrankung zugrunde (z. B. Grippe, Gelbfieber, eine Pilzvergiftung oder ein akutes Glaukom), ist eine gezielte Behandlung dieser Grunderkrankung notwendig.

Wenn ein Sonnenstich oder Hitzschlag zu Schüttelfrost führt, ist – anders als bei fieberhaften Erkrankungen – Kälte hilfreich: Bei solchen Hitzeschäden besteht die Sofortmaßnahme darin, den Körper mit kalten Tüchern oder Bädern zu kühlen. Manchmal ist es auch notwendig, den Kreislauf zu stabilisieren. Wichtig ist in jedem Fall eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, um den Wasser- und Elektrolytverlust auszugleichen.