Frau mit Leistenschmerzen fasst sich mit beiden Händen an die Leiste rechts und links.
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Leistenschmerzen: Ursachen bei Frau und Mann

Wer von Leistenschmerzen hört, denkt vielleicht an Hüftprobleme oder an einen Leistenbruch. Doch es gibt noch viele andere Ursachen für Schmerzen in der Leiste, die sich bei Frau und Mann unterscheiden. Was kann Leistenschmerzen verursachen und wie lassen sie sich behandeln?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was sind Leistenschmerzen?

Bei Leistenschmerzen kommt es zu Schmerzen im Bereich zwischen Unterleib, Bauch und Oberschenkel – den Leisten. Der etwa vier bis fünf Zentimeter lange Leistenkanal verbindet in der vorderen Bauchwand die Bauchhöhle mit der äußeren Schamgegend. Im Leistenkanal verlaufen wichtige Nervenbahnen sowie Blut- und Lymphgefäße. Beim Mann enthält der Leistenkanal den Samenstrang, bei der Frau das sogenannte Mutterband, das von der Gebärmutter durch den Leistenkanal bis in die großen Schamlippen zieht. 

Leistenschmerzen können je nach Ursache und Intensität

  • einseitig links oder rechts sowie beidseitig auftreten,
  • sich nur bei Belastung wie beim Sport oder aber ständig bemerkbar machen und
  • unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Die Leistenschmerzen können sich dabei dumpf, stechend oder ziehend anfühlen. Zudem können Schmerzen in der Leiste mit weiteren Symptomen einhergehen, wie zum Beispiel mit geschwollenen Lymphknoten im Leistenbereich.

Leistenschmerzen: Welche Ursachen sind möglich?

Hinter Schmerzen in der Leiste können viele unterschiedliche Auslöser stecken. Häufige Ursachen von Leistenschmerzen sind:

Leistenschmerzen bei der Frau

Mögliche gynäkologische Ursachen für Leistenschmerzen bei Frauen sind zum Beispiel:

Leistenschmerzen beim Mann

Auch bei Männern können Erkrankungen im Bereich der Geschlechtsorgane zu Leistenschmerzen führen, zum Beispiel:

Leistenschmerzen: Wann ist ärztlicher Rat notwendig?

Wer unter akut einsetzenden und heftigen Leistenschmerzen leidet, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Möglicherweise steckt eine ernstzunehmende Ursache dahinter, die einer Behandlung bedarf. Auch Patient*innen von chronischen oder anhaltenden Schmerzen in der Leiste sollten ärztlichen Rat einholen. Erste Anlaufstelle ist die hausärztliche Praxis. 

Leistenschmerzen: Wie erfolgt die Diagnose?

Um die Ursache der Leistenschmerzen zu diagnostizieren, steht zunächst eine ausführliche Befragung zur Krankengeschichte an (Anamnese). Dabei stellt die*der Ärztin*Arzt Fragen wie:

  • Seit wann sind die Schmerzen in der Leiste vorhanden?
  • Wann treten die Schmerzen auf?
  • Sind die Schmerzen im Liegen oder im Stehen stärker?
  • Bestehen die Leistenschmerzen links oder rechts oder beidseitig?
  • Haben Sie weitere Beschwerden, z. B. eine Schwellung im Leistenbereich?

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung und das Abtasten der Leistenregion. Dabei sind Veränderungen manchmal bereits spürbar, wie etwa vergrößerte Lymphknoten. Auch kann die Druckempfindlichkeit überprüft werden.  

Gegebenenfalls folgen bildgebende Verfahren, wie beispielsweise: 

Je nachdem, welche Ursache vermutet wird, erfolgt die Überweisung in eine fachärztliche Praxis für die weitere Diagnosestellung und Behandlung der Leistenschmerzen.

Wie lassen sich Leistenschmerzen behandeln?

Da Leistenschmerzen viele verschiedene Auslöser haben können, kommen einige Maßnahmen infrage, Schmerzen in der Leiste zu behandeln. Je nach zugrunde liegender Ursache zählen zur möglichen Therapie: 

  • Operationen (etwa bei einem Leistenbruch, Schenkelbruch oder Eileiterschwangerschaft)

  • Medikamente (wie Schmerzmittel oder Antibiotika bei Harnwegsinfekten oder Nebenhodenentzündungen)

  • Physiotherapie (um mithilfe gezielter Übungen Muskulatur zu dehnen und kräftigen)

  • Hausmittel (etwa bei Zerrungen kühlen oder Verspannungen wärmen)