Das Bild zeigt ein nacktes Baby.
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Babypflege

Babypflege ist ein weites und besonders für Erstlingseltern oft unübersichtliches Feld. Kaum ist der Nachwuchs auf der Welt, hat er Bedürfnisse, die gestillt werden müssen. Aber wie wickelt man ein Kind richtig? Worin besteht der Trick, es nicht zu warm oder zu kalt anzuziehen? Welche Pflegeprodukte sind nötig, welche überflüssig?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allgemeines

In der Babypflege geht es nicht nur darum, die Grundbedürfnisse des Säuglings – Nahrung, Wärme, frische Windel – praktisch zu bedienen. Bei allem, was Sie tun, ist es wichtig und möglich, die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind zu festigen und ihm Liebe und Zuneigung zu schenken.

Wickeln, füttern, baden, waschen, massieren: Was zunächst unüberwindbar aussieht und eine spezielle Ausbildung zu erfordern scheint, wird sich schnell einspielen. Ihr Baby wird Ihnen klarmachen, wenn es ein Bedürfnis hat, und Sie werden schnell lernen, zwischen einem Weinen für "Hunger" und einem für "volle Windel" zu unterscheiden.

Und keine Sorge: So zerbrechlich, wie Ihr Neugeborenes zunächst aussieht, ist es nicht. Sie müssen sich nicht scheuen, ihm einen Body oder Pullover über den Kopf zu ziehen oder es zu Baden.

Am Anfang braucht man nur ein paar Tipps & Tricks, um mit der Babypflege zurechtzukommen. Schnell hat es sich dann eingespielt und Sie müssen nicht erst jeden Schritt überdenken, bevor Sie das Badewasser einlassen oder Ihr Kind auf den Arm nehmen und dabei das Köpfchen richtig halten.

Und nicht zuletzt haben Sie in den ersten Wochen tatkräftige Unterstützung durch die Nachsorgehebamme, die Ihnen für wichtige Fragen rund um die Babypflege mit Rat und Tat zur Seite steht.

Babymassage

Die tägliche Babymassage kann Teil des Abendrituals sein und Ihrem Säugling helfen, einfacher zur Ruhe und damit in den Schlaf zu finden. Am besten führen Sie die Babymassage daher kurz vorm Schlafen durch. Wenn es besser in den Tagesablauf passt oder Ihrem Baby zu einer anderen Tageszeit die Babymassage lieber zu sein scheint, spricht aber nichts dagegen, einen anderen Zeitpunkt zu wählen.

Wenn es mal gar nicht passt, lassen Sie die Babymassage lieber ausfallen, anstatt sie noch irgendwo einzuschieben.

Die Babymassage hat viele Vorteile: Sie bietet Ihrem Baby wichtigen Körperkontakt und hilft ihm, sich selbst besser wahrzunehmen und kennenzulernen – sie unterstützt die körperliche, geistige und auch seelische Entwicklung. Die Zeit der Babymassage gilt nur Ihrem Baby und Ihnen und ist darum ein wichtiger Punkt im Tagesablauf, besonders, wenn Sie sich über den restlichen Tag Geschwisterkindern und anderen wichtigen Aufgaben widmen müssen. Nicht zuletzt entspannt die Babymassage und unterstützt das Baby so beim Einschlafen und hilft gegen Blähungen.

Am besten massieren Sie mit speziellen Babyölen, damit Sie nicht aus Versehen an der Haut Ihres Babys ziepen. Probieren Sie aus, was Ihrem Kind gefällt: Nicht alle Babys mögen beispielsweise die Gesichtsmassage, dann können Sie die einfach weglassen. Außerdem ist es individuell sehr unterschiedlich, wie viel Druck ein Baby bei den einzelnen Massagetechniken mag. Wichtig ist, dass es Ihrem Baby gefällt, probieren Sie darum einfach aus, wie sanft oder kräftig Sie an den einzelnen Stellen massieren dürfen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Handgriffe richtig hinbekommen, können Sie einen speziellen Babymassage-Kurs besuchen. Diese Kurse finden Sie über Ihre Hebamme, Ihren Frauenarzt oder fragen Sie einfach andere Mütter.

Achten Sie darauf, den Bauch immer nur im Uhrzeigersinn zu massieren – so unterstützen Sie die Verdauung Ihres Babys und massieren leichte Blähungen einfach weg. Massieren Sie nur so lange, wie es Ihrem Baby gefällt, im Durchschnitt sind das etwa 10 bis 15 Minuten. Ihr Baby sollte nicht gerade gegessen oder getrunken haben, also keinen vollen Bauch haben.

Anleitung für eine einfache Babymassage

Wiederholen Sie jeden Schritt der Babymassage mehrfach. Mit der Zeit werden Sie herausfinden, wie viele Wiederholungen Ihrem Baby guttun und gefallen.

  • Nehmen Sie etwas Massageöl in die Hände und verreiben Sie es. Das ist angenehmer für Ihr Baby, gerade wenn Sie kalte Hände haben oder das Öl kalt ist.
  • Legen Sie Ihre Hände kurz auf Ihr nacktes Baby, um ihm zu zeigen, dass es jetzt losgeht.
  • Beginnen Sie mit der Gesichtsmassage (wenn Ihr Baby diese gerne mag):
    • Streichen Sie mit beiden Handflächen leicht von der Nase bis zu den Wangen.
    • Streichen Sie anschließend mit den Handflächen von der Stirn zu den Schläfen.
  • Fahren Sie mit der Massage von Oberkörper und Bauch fort:
    • Streichen Sie abwechselnd mit den Händen von einer Schulter über den Bauch bis zum gegenüberliegenden Bein.
    • Streichen Sie mit den Handflächen (beide Hände gleichzeitig) von der Mitte der Brust zu den Seiten hin.
    • Massieren Sie den Bauch im Uhrzeigersinn mit einer Hand oder beiden Händen (übereinandergelegt) mit streichenden Bewegungen. Manche Säuglinge mögen es, wenn man dabei etwas fester drückt, aber probieren Sie einfach aus, was Ihrem Baby am besten gefällt.
  • Massieren Sie Arme und Beine:
    • Streichen Sie mit beiden Handflächen gleichzeitig von den Oberarmen bis zu den Händen.
    • Nehmen Sie den Arm in beide Hände und "wringen" sie ihn von der Schulter bis zum Handgelenk vorsichtig. Probieren Sie auch hier aus, wie viel Druck Sie verwenden können – einige Babys mögen einen festen Griff, andere nur ein sanftes Drücken.
    • Massieren Sie mit vorsichtigem Druck und kreisenden Bewegungen die Handfläche mit den Fingerkuppen oder dem Daumen und streichen Sie sanft die einzelnen Finger aus.
    • Streichen Sie mit beiden Handflächen gleichzeitig von den Oberschenkeln bis zu den Füßen.
    • Nehmen Sie das Bein in beide Hände und "wringen" sie es vom Oberschenkel bis zum Fußgelenk vorsichtig.
    • Massieren Sie mit vorsichtigem Druck und kreisenden Bewegungen die Ferse mit den Daumen. Streichen Sie dann sanft die einzelnen Zehen aus.
  • Zum Schluss massieren Sie den Rücken Ihres Babys:
    • Streichen Sie ein paarmal mit beiden Handflächen sanft von den Schultern bis runter zum Po und von einer Seite zur anderen. Da viele Babys die Bauchlage bei der Babymassage nicht gerne mögen, fällt die Rückenmassage oft nur sehr kurz aus.
  • Legen Sie die Hände wieder sanft einfach auf Ihrem Baby ab, um ihm zu zeigen, dass die Babymassage jetzt vorbei ist.

Zur Babymassage können noch detailliertere Massagetechniken verwendet werden, die Sie in speziellen Büchern finden oder in den Babymassage-Kursen lernen können.

Baden & waschen

Sie können Ihr Baby theoretisch täglich baden, wenn das Bad nicht länger als etwa zehn Minuten dauert. Es ist allerdings nicht nötig: Einmal in der Woche baden reicht völlig aus, wenn Sie Ihr Baby täglich einfach mit einem lauwarmen nassen Waschlappen waschen!

Video: Das Baby richtig baden. Eine Hebamme zeigt, wie es geht

Wichtig ist, dass Sie zum Baden einen für Säuglinge geeigneten Badezusatz verwenden: Baden ohne Zusatz trocknet die Haut zu sehr aus. Geeignet für das Babybad sind Badeöle oder pH-neutrale, rückfettende Badezusätze für Säuglinge – wenige Tropfen des Badezusatzes reichen aber völlig aus.

Achten Sie auf die richtige Temperatur – am besten mit einem Badethermometer für Säuglinge, das anzeigt, wenn das Badewasser gut temperiert ist.

Sie können Ihr Baby in einer speziellen Babywanne, in einem Badeeimer und in der ersten Zeit ruhig auch im Waschbecken baden. Wenn das Baby etwas älter ist und sich selber gut aufrecht halten kann, hat es vielleicht Spaß daran, mit Ihnen gemeinsam zu baden.

Zum Waschen können Sie für Säuglinge geeignete Seifen und Shampoos verwenden – viele Produkte bieten beides in einem. Nehmen Sie nur einen kleinen Klecks Seife.

Haare waschen: In den ersten Lebensmonaten Ihres Babys reicht es aus, die Haare mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm abzureiben. Shampoo benötigen Sie erst, wenn die Haare dichter werden. Dann bietet sich ein Babyshampoo an. Rubbeln Sie nicht zu kräftig an den Haaren, denn die vordere Fontanelle (Schädelfuge) ist bei Säuglingen noch offen und empfindlich – sanftes Abreiben reicht völlig aus.

Achtung: Lassen Sie auch größere Kinder, die schon alleine sitzen können, niemals unbeaufsichtigt in der Badewanne. Auch größere Kleinkinder, die ausrutschen und mit dem Kopf unter Wasser geraten, können sich nicht wieder selbstständig aufrichten!

Viele Babys und auch größere Kinder lieben es, nach dem Baden mit dem Föhn sanft trockengeföhnt zu werden. Vergessen Sie besonders die Hautfalten nicht. Achtung bei der Temperatur: Halten Sie den Föhn nicht zu nah an die empfindliche Babyhaut und verwenden Sie die niedrigste Stufe.

Anschließend tut es der Babyhaut gut, wenn Sie sie mit einer sanften Bodylotion oder mit Babyöl einreiben. Sie können das mit einer Babymassage verbinden und dem Baden so einen gemütlichen Abschluss geben.

Die Haare können Sie mit einer weichen Babybürste bürsten – so löst sich nach dem Baden auch eventuell noch vorhandener Kopfgneis ("Milchschorf") nach und nach ab.

Wenn Sie Ihr Baby nicht baden, sondern nur waschen möchten, achten Sie auf Folgendes:

  • Verwenden Sie unterschiedliche Waschlappen für die Genitalien und den restlichen Körper.
  • Verwenden Sie weiche Waschlappen.
  • Nehmen Sie lauwarmes Wasser, Seife ist nicht nötig.
  • Reinigen Sie die Hautfalten besonders gründlich, z.B. in der Leiste, hinter den Ohren, im Nacken, in den Ellenbogen- und Kniebeugen.
  • Bei Jungen versuchen Sie bitte nicht, die Vorhaut zurückzuschieben, das kann zu Verletzungen führen. Es reicht, wenn Sie den Genitalbereich von Jungen mit lauwarmem Wasser säubern.
  • Bei Mädchen ist es wichtig, dass Sie den Genitalbereich von vorne nach hinten säubern. So vermeiden Sie, dass Keime vom Analbereich in die Scheide gelangen. Auch hier reicht es aus, lauwarmes Wasser zu verwenden. Seifen können die empfindliche Scheidenflora stören.

Milchschorf

Viele Babys haben noch lange nach der Geburt den sogenannten "Milchschorf". Wirklicher Milchschorf ist eine Form der Neurodermitis, die meisten Babys haben aber einen harmlosen Ausschlag, der nur umgangssprachlich als Milchschorf bezeichnet wird. Richtiger ist der Begriff Kopfgneis oder Gneis.

Kopfgneis äußert sich als gelbliche oder rötliche Krusten und Schuppen, die sich mit der Zeit ablösen und einfach entfernt werden können. Kopfgneis ist unbedenklich und verschwindet mit der Zeit von alleine. Sie können die Krusten mit warmem Wasser, etwas Babyshampoo und einer weichen Bürste lösen. Auch ein weicher Schwamm mit etwas Babyöl kann dabei helfen. Rubbeln Sie aber nicht zu kräftig an der empfindlichen Kopfhaut Ihres Babys.

Babyakne

Oft haben Neugeborene kleine Pickelchen im Gesicht, besonders auf Nase und Wangen. Umgangssprachlich wird das Babyakne genannt. Die Pickelchen sind unbedenklich und verschwinden nach wenigen Wochen von ganz alleine. Sie können nicht viel tun, um der "Babyakne" entgegenzuwirken. Waschen Sie das Gesicht Ihres Babys nur mit lauwarmem Wasser ab, verwenden Sie keine Seife. Cremen Sie das Gesicht anschließend mit einer sanften Baby-Gesichtscreme ein, die nicht zu sehr fettet. Drücken Sie die Pickelchen nicht aus!

Zu warm / zu kalt? Die richtige Kleidung.

Welches ist die richtige Kleidung für Ihr Kind? Woran merken Sie, ob ihm zu warm oder zu kalt ist? Diese Fragen stellen sich praktisch alle frischgebackenen Eltern, und oft führt Unsicherheit dazu, dass der Säugling eher zu warm eingepackt wird. Darum zunächst eine Faustregel: Ziehen Sie Ihrem Baby eine Lage mehr Kleidung an als sich selber. Damit sind Sie auf einer ziemlich sicheren Seite.

Wenn Sie dann noch unsicher sind, ob Ihrem Baby zu warm oder zu kalt ist, können Sie das recht einfach überprüfen:

  • Zu warm? Legen Sie Ihren Handrücken auf seinen Nacken. Ist der Nacken feucht und warm? Dann schnell etwas ausziehen, Ihrem Baby ist deutlich zu warm. Ist der Nacken trocken und etwa so warm wie Ihre Hand, dann ist alles in Ordnung.
  • Zu kalt? Fühlen Sie die Handgelenke (alternativ die Fußgelenke) Ihres Babys. Sind die deutlich kälter als Ihre Hand? Dann ist Ihrem Kind zu kalt und Sie sollten ihm noch etwas überziehen. Sind die Handgelenke etwa so warm wie Ihre Hand, ist alles in Ordnung.

Babys werden meist eher zu warm als zu kalt angezogen. Das kann schnell zum Hitzestau führen, der gefährlich für den Säugling ist. Verzichten Sie daher lieber erst einmal auf ein Kleidungsstück, das Ihnen zunächst wichtig erscheint, und überprüfen Sie nach ein paar Minuten, ob es Ihrem Kind zu kalt oder zu warm ist. Zu kalt ist weniger bedenklich!

Nabelpflege

Nach der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur durchtrennt – der Nabelschnurrest vertrocknet innerhalb weniger Tage und fällt dann von selber ab (spätestens nach 14 Tagen, häufig aber früher). Zurück bleibt der Bauchnabel. In den Tagen, in denen der Nabelschnurrest noch nicht abgefallen ist, ist die Nabelpflege wichtig, damit sich der Bauchnabel nicht entzündet.

Der Nabel darf in dieser Zeit ruhig nass werden, auch kurzes Baden ist, entgegen früherer Meinung, kein Problem – aber auch nicht wirklich nötig. Es reicht, den Nabel im Rahmen der Nabelpflege einmal täglich mit lauwarmem Wasser vorsichtig abzutupfen. Mehr ist gar nicht nötig, solange sich der Nabel nicht entzündet. In diesem Fall sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder der Nachsorgehebamme: Häufig reicht eine einfache Wundsalbe aus, um der Entzündung entgegenzuwirken.

Eine spezielle Nabelpflege ist nicht mehr nötig, wenn der Nabelschnurrest abgefallen ist.

Achten Sie darauf, dass die Windel den Nabel nicht bedeckt, solange der Nabelschnurrest noch nicht abgefallen ist. Das kann unangenehm reiben und zu einer Entzündung führen.

Nägel & Haare schneiden

Babys mögen es oft gar nicht, wenn Eltern ihnen die Nägel oder Haare schneiden wollen. Gerade beim Haareschneiden stellt sich auch die Frage, ob das überhaupt nötig ist. Dass sie dadurch schneller wachsen und ihre Fülle zunimmt, ist ein Irrtum. Beim sichtbaren Teil der Haare handelt es sich um totes Horn. Werden sie abgeschnitten, "merken" die Wurzeln davon gar nichts. Bei Babys ist Haareschneiden daher in der Regel überflüssig.

Wichtiger kann das Schneiden der Nägel sein. Anfangs sind die Nägel Ihres Säuglings noch so weich und so weit mit der Nagelhaut verbunden, dass Sie sie nicht schneiden sollten. Gerade bei Säuglingen können Sie die Nägel oft einfach vorsichtig abziehen oder vorsichtig abbeißen. Mit einer speziellen Nagelschere für Säuglinge können Sie die Nägel auch schneiden. Achten Sie dann aber darauf, dass Sie die Fingerkuppe leicht vom Nagel wegdrücken und wirklich nur den Fingernagel abschneiden. Schneiden Sie die Fingernägel immer entlang der natürlichen Biegung der Fingerkuppe, also leicht abgerundet.

Gleiches gilt für die Zehennägel. Diese werden Sie vermutlich lange gar nicht schneiden müssen, da sie bei Babys sehr viel langsamer wachsen als bei Erwachsenen. Wenn es doch nötig wird, versuchen Sie, die Zehennägel möglichst gerade abzuschneiden, um zu verhindern, dass sie einwachsen.

Wenn Ihr Baby das Nägelschneiden gar nicht mag, versuchen Sie, es währenddessen abzulenken – das geht meist leichter, wenn eine zweite Person sich dabei um das Baby bemüht. Bei älteren Babys lassen sich die Nägel oft besser gleich nach dem Baden schneiden, wenn sie noch leicht aufgeweicht sind. Viele Eltern schneiden ihren Babys die Nägel auch im Schlaf.

Wickeln: Richtig Windeln wechseln

Wickeln ist keine Kunst, auch wenn es für Neulinge auf dem Gebiet oft so aussieht. Beim Windelnwechseln muss man das Baby festhalten und bewegen, die dreckige Windel ohne größere Unfälle entsorgen, den Po saubermachen, eine neue Windel anlegen … aber keine Sorge, das hat noch jeder gelernt und wenn man den Dreh erst einmal raushat, ist es nicht mehr schwer.

Video: Baby wickeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor Ihr Baby überhaupt auf der Welt ist, werden Sie sich vermutlich schon Gedanken gemacht haben, ob Sie Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln verwenden möchten. Hier eine kurze Übersicht über die Vor- und Nachteile beider Alternativen:

Wegwerfwindeln Stoffwindeln
guter Nässeschutz guter Nässeschutz, wenn ein zusätzlicher Nässeschutz verwendet wird
mehrere verschiedene Größen je nach Anbieter zwei unterschiedliche Größen
einfache Handhabung zeitaufwändiger
Umweltbelastung, da nur einmal verwendbar bedingt umweltfreundlich, da mehrfach verwendbar (Umweltbelastung durch Waschen nicht berücksichtigt)
hohe Kosten niedrige Kosten
können die Babyhaut reizen schonen die Haut

Für welche Alternative Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Viele Eltern möchten sich die Arbeit mit den Stoffwindeln nicht machen. Anderen ist es wichtig, dass die Haut des Babys geschont wird, besonders, wenn es beispielsweise an Neurodermitis leidet oder schnell wund wird.

Richtig wickeln:

  • Öffnen Sie die Windel und achten Sie darauf, dass die Klebestreifen nicht an der Haut Ihres Babys kleben bleiben.
  • Wenn Sie eine ungebetene Dusche verhindern möchten, decken Sie den Penis bei kleinen Jungen mit einem kleinen Tuch ab. Aber Achtung: Auch Mädchen können gut zielen!
  • Heben Sie den Po Ihres Babys mit einer der folgenden Methoden an:
    1. Entweder fassen Sie mit einer Hand den gegenüberliegenden Oberschenkel, das andere Bein liegt auf Ihrem Arm.
    2. Alternativ heben Sie einfach mit einer Hand den Po an.
    3. Sie können auch die Füßchen Ihres Babys an den Fußgelenken fassen und den Po anheben.
  • Wischen Sie den Po grob mit der alten Windel sauber und falten Sie die Windel unter dem Po zusammen.
  • Waschen Sie Genitalbereich und Po Ihres Babys. Hierfür können Sie einen weichen Lappen mit warmem Wasser verwenden oder ein Feuchttuch. Viele Säuglinge vertragen keine Feuchttücher und reagieren mit einem wunden Po und Ausschlägen. Andere kommen problemlos damit klar.
    • Waschen Sie den Penis bei kleinen Jungen nur vorsichtig, schieben Sie nicht die Vorhaut zurück!
    • Waschen Sie Mädchen immer von vorne nach hinten, damit keine Keime vom After in die Scheide gelangen.
  • Entfernen Sie die alte Windel und legen Sie eine neue Windel unter.
  • Ziehen Sie die neue Windel beim Schließen zwischen den Beinen Ihres Babys breit. So verhindern Sie, dass die Windel unnötige Falten schlägt und Ihr Kind wund reibt.
  • Halten Sie bei kleinen Jungen den Penis nach unten, wenn Sie die Windel schließen. So wird der Urin da aufgefangen, wo er hin soll, und läuft nicht nach oben aus.
  • Schließen Sie die Windel so fest, dass sie nicht einschneidet, aber auch nicht "schlabbert".
  • Bei Neugeborenen sollten Sie die Windel oben einmal umschlagen, damit sie den Nabel freilässt.

Pflegeartikel für Babys

Es gibt unzählige Pflegeartikel für Babys. Cremes, Salben, Bodylotions, Puder, Shampoos, Badezusätze und noch vieles mehr stellen viele Eltern vor das schier unlösbare Problem, den richtigen Babyartikel für ihren Säugling zu finden. Außerdem bekommen Eltern schnell das Gefühl, all diese Babyartikel seien nötig, damit ihr Kind optimal gepflegt wird.

Dem ist nicht so. Bei der Babypflege gilt: Weniger ist mehr! Babyhaut ist besonders empfindlich: Ihr Baby war neun Monate lang in Ihrem Körper durch Fruchtwasser, Käseschmiere und Lanugo-Behaarung vor Umwelteinflüssen geschützt. Jetzt muss seine Haut ohne diese Unterstützung klarkommen. Zu viel Pflege kann genau das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich beabsichtigen.

Babyartikel, die Sie für die Babypflege anfangs tatsächlich brauchen, sind:

  • Badezusatz: Öl oder pH-neutraler, rückfettender Zusatz
  • Wundcreme: für den Fall, dass Ihr Baby wirklich wund ist, ansonsten brauchen Sie keine Creme beim Wickeln
  • Nagelschere
  • weiche Babybürste: falls Ihr Baby schon Haare hat
  • Babyöl oder Bodylotion: für die Babymassage, kann außerdem bei Kopfgneis helfen
  • Gesichtscreme für Säuglinge
  • Fingerling für die Mundpflege

Achtung bei Babypuder! Babypuder ist so fein, dass es schnell in die Atemwege Ihres Kindes gelangen kann. Das kann lebensgefährlich für Ihr Kind sein! Babypuder ist meistens überflüssig, es kann die Haut zusätzlich reizen, wo es eigentlich wunde Stellen heilen soll. Greifen Sie, wenn nötig, lieber auf Wundcremes zurück.

Zahnpflege / Mundpflege

Die meisten Babys bekommen um den sechsten Monat herum ihren ersten Zahn. Im Verlauf des dritten Lebensjahrs brechen dann die letzten der Milchzähne durch. Schon vor dem ersten Zahn (spätestens aber mit dem ersten Zahn) ist es sinnvoll, eine regelmäßige Zahnpflege beziehungsweise Mundpflege einzuführen. Zum einen gewöhnt sich Ihr Baby rechtzeitig daran – so gibt es später oft weniger Probleme beim richtigen Zähneputzen. Außerdem müssen schon die ersten Zähne gut gepflegt werden, da sich Karies an den Milchzähnen auch auf die bleibenden Zähne auswirken kann.

Zahnpflege beziehungsweise Mundpflege bei Säuglingen bedeutet keinen großen Aufwand. Es gibt sogenannte Fingerlinge, kleine Fingeraufsätze aus Stoff, die Sie auf den Zeigefinger ziehen und damit sanft den Gaumen reinigen können. Viele Babys mögen diese Mundpflege, gerade wenn sie zu zahnen beginnen, da der Gaumen dann häufig juckt und weh tut. Gerne kauen Sie auch auf dem Finger herum. So können Sie sich optimal und mit Spaß an die Mundpflege gewöhnen.

Alternativ gibt es Kinderzahnbürsten aus weichem Kunststoff, die anstatt mit Borsten mit kleinen Noppen versehen sind. Auch damit lässt sich der Gaumen leicht massieren und reinigen. Ältere Babys können diese Zahnbürsten selber halten und darauf herumkauen.

Ist der erste Zahn durchgebrochen, reicht es erst einmal auch aus, diesen mindestens einmal täglich mit dem Fingerling zu reinigen. Wenn Ihr Baby schon mitmacht, können Sie auch eine Babyzahnbürste für die Zahnpflege verwenden (Achtung bei der Altersangabe! Viele Kinderzahnbürsten sind erst für über Dreijährige geeignet!).

Zahnpasta ist erst einmal nicht nötig, außerdem verschlucken viele Kinder die Zahnpasta. Wenn Sie Zahnpasta verwenden, nehmen Sie nur ganz kleine Mengen und achten Sie darauf, dass die Zahnpasta für Säuglinge geeignet ist und Fluorid enthält.

Ob und wann Sie Ihrem Baby zusätzlich Fluoridtabletten geben sollten, besprechen Sie am besten mit Ihrem Kinderarzt, da die Meinungen in dieser Frage oft voneinander abweichen.