Eine junge Mutter hält ihr krankes Kind mit Ringelröteln auf dem Arm.
© Getty Images/FatCamera

Ringelröteln beim Kind und Erwachsenen

Fieber, Unwohlsein, juckender Ausschlag: Diese Symptome sind typisch für Ringelröteln. Doch meist verläuft die Viruserkrankung unbemerkt. Gefährlich ist sie nur in der Schwangerschaft und bei bestimmten Vorerkrankungen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

FAQ zu Ringelröten

Durch den typischen Hautausschlag auf den Wangen, der Stirn und der Nase kann man Ringelröteln erkennen. Er ist schmetterlingsförmig und großflächig, ein Spannungsgefühl und Juckreiz können auftreten.

Zirka ein bis zwei Wochen. Die größte Ansteckungsgefahr besteht allerdings, bevor der Hautausschlag ausbricht und Symptome auftreten. 

Ringelröteln im Erwachsenenalter führen häufig zu stärkeren Beschwerden als bei Kindern. Auch kann sich eine Gelenkentzündung entwickeln, diese klingt in der Regel aber nach einiger Zeit von selbst ab. Gefährlich kann die Erkrankung für Schwangere und das Ungeborene werden.

Ringelröteln beim Kind

An Ringelröteln erkranken vor allem Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren. Deshalb zählt man Ringelröteln zu den Kinderkrankheiten. Der Erreger, das Parvovirus B19, kann zum Beispiel beim Sprechen und Husten von Mensch zu Mensch gelangen. Manchmal werden die Viren auch über eine Zwischenstation – Hände, Oberflächen, Türklinken, Spielzeug – übertragen.

Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Ringelröteln vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen. In dieser sogenannten Inkubationszeit sind die Ringelröteln ansteckend. Die größte Ansteckungsgefahr besteht kurz bevor der typische Hautausschlag erscheint.

Das erklärt auch, warum sich Ringelröteln gerade bei Kindern so schnell ausbreiten können: Die infizierten Kinder bemerken die Erkrankung zunächst nicht und gehen weiterhin in den Kindergarten oder in die Schule. Dort stecken sie viele andere Kinder an.

Übrigens: Anders als der Name nahelegt, handelt es sich bei Ringelröteln nicht um eine Form von Röteln. Röteln werden durch andere Erreger ausgelöst. Zudem kann man sich gegen Röteln impfen lassen, gegen Ringelröteln nicht.

Ringelröteln bei Erwachsenen

Erwachsene erkranken seltener an Ringelröteln als Kinder. Denn wer als Kind Ringelröteln hatte, ist lebenslang gegen die Erreger geschützt. Kommt der Körper erneut mit den Viren in Kontakt, erkennt er sie gewissermaßen wieder und kann schnell Abwehrstoffe gegen sie bilden. In Deutschland sind etwa 70 von 100 Erwachsenen in der Bevölkerung gegen das Ringelröteln-Virus immun.

Wenn Erwachsenen an Ringelröteln erkranken, haben sie oft stärkere Beschwerden als Kinder. Zudem führt die Infektion bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern zu einer Gelenkentzündung (Arthritis), meist in den Händen, Knien sowie im Knöchel. In der Regel klingt diese innerhalb von drei Wochen von selbst wieder ab. Nur wenige Betroffene verspüren noch Monate oder Jahre nach der Erkrankung Schmerzen in den Gelenken.

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Frauen, die beruflich oder familiär Kontakt mit Kindern haben, sollten zu Beginn der Schwangerschaft durch eine Blutuntersuchung abklären, ob sie immun gegen Ringelröteln sind. Wenn nicht, sollten sie versuchen, sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung mit dem Parvovirus B19 zu schützen.

Denn: In der Schwangerschaft können Ringelröteln eine Gefahr für das ungeborene Baby darstellen. Bei Schwangeren, die in ihrer Kindheit noch nicht die Ringelröteln durchgemacht haben, besteht das Risiko, dass die Erreger über die Plazenta auf das Baby übertragen werden. Dazu kommt es in etwa 30 von 100 Fällen.

Die Betroffenen merken meist nichts von der Infektion, weil diese bei ihnen selbst keine Beschwerden verursacht. Beim Kind können die Erreger jedoch erheblichen Schaden anrichten: Sie können dessen blutbildende Zellen schädigen und bei ihm eine Blutarmut hervorrufen. Diese kann lebensbedrohliche Folgen haben, unter anderem

  • eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) sowie
  • einen sogenannten Hydrops fetalis: Flüssigkeit tritt aus den Blutgefäßen in verschiedene Körperhöhlen aus und sammelt sich dort.

Bei etwa einem Viertel der Schwangeren, die sich mit Ringelröteln anstecken, entwickelt das ungeborene Kind einen Hydrops fetalis. Besonders hoch ist das Risiko zwischen der 13. und 20. Schwangerschaftswoche. In etwa 70 von 100 Fällen führt ein Hydrops fetalis zum Tod des Kindes.

Wenn eine Schwangere vermutet, dass sie sich mit Ringelröteln angesteckt haben könnte, sollte sie diesen Verdacht jedoch unbedingt frühzeitig von ärztlich abklären lassen.

Wenn die Ansteckung gerade erst stattgefunden hat, lassen sich die Erreger noch nicht durch einen Antikörper-Test nachweisen. In diesem frühen Stadium der Infektion können die Viren aber im Fruchtwasser mithilfe der sogenannten PCR-Methode nachgewiesen werden. Dieses Diagnoseverfahren ist ab der 16. Schwangerschaftswoche möglich.

Stellt sich dabei heraus, dass die Patientin infiziert ist, wird die Gesundheit des ungeborenen Kindes genau überwacht. Durch engmaschige Ultraschalluntersuchungen lässt sich überprüfen, ob die Infektion die kindliche Entwicklung beeinträchtigt.

Bildet sich beim Kind ein Hydrops fetalis, ist es möglich, dem Kind über die Nabelschnur eine Infusion mit roten Blutkörperchen zu verabreichen. Im besten Fall kann diese Maßnahme eine Totgeburt verhindern.

Ringelröteln Bilder: Ausschlag und andere Symptome

Die meisten Menschen, die sich mit Ringelröteln anstecken, bemerken keinerlei Symptome. Ringelröteln bleiben deshalb oft unerkannt.

Wenn Symptome auftreten, geschieht dies meist erst 4 bis 14 Tage nach der Ansteckung. Erst verspüren die Betroffenen grippeähnliche Symptome, die für etwa zwei bis drei Tage anhalten, darunter Beschwerden wie:

Anschließend klingen die Beschwerden ab. Dann zeigt sich bei einem Teil der Erkrankten der für Ringelröteln typische Hautausschlag.

Ein weiteres häufiges Symptom der Ringelröteln sind Gelenkschmerzen. Etwa die Hälfte aller erwachsenen Patient*innen und 20 von 100 erkrankten Kindern verspüren im Verlauf der Erkrankung Schmerzen in den Finger-, Hand-, Knie- und/oder Sprunggelenken. In der Regel klingen die Schmerzen nach etwa drei Wochen wieder ab.

Ausschlag bei Ringelröteln

Der Ausschlag entwickelt sich meist etwa zwei Wochen nach der Ansteckung. Betroffen ist zunächst das Gesicht: Auf den Wangen und der Stirn bilden sich girlandenförmig geschwungene rote Flecken, die manchmal mit Juckreiz einhergehen.

Wenig später breitet sich der Ausschlag auf den Schultern, Armen und Beinen aus. Im Verlauf der Erkrankung können die Flecken ihre Form verändern.

Von anderen Kinderkrankheiten lässt sich der für Ringelröteln typische Ausschlag vor allem durch sein Verteilungsmuster abgrenzen:

Ringelröteln: Verlauf, Dauer und Komplikationen

Der Ausschlag verblasst nach etwa ein bis zwei Wochen. Er kann aber innerhalb der nächsten Wochen erneut auftreten. Manchmal verstärkt er sich durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht oder ein heißes Bad.

Zu Komplikationen kommt es selten. Wenn Komplikationen auftreten, sind davon vor allem Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen betroffen. Wenn jemand zum Beispiel an einer sogenannten hämolytischen Blutarmut erkrankt ist, können Ringelröteln bei ihm zu einem drastischen Mangel an roten Blutkörperchen führen. Denn durch die hämolytische Anämie baut der Körper mehr Blutkörperchen ab, als er neue bildet. Und Ringelröteln beeinträchtigen die Blutbildung zusätzlich.

Bei Menschen mit Abwehrschwäche (z. B. AIDS) können im Verlauf einer Infektion mit Ringelröteln anhaltende Blutarmut und chronische Gelenkentzündungen auftreten.

Ringelröteln: Diagnose

Wer Symptome einer Ringelröteln-Infektion bei sich oder seinem Kind bemerkt, sollte zur Hausärztin oder zum Hausarzt beziehungsweise zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehen. In den meisten Fällen lässt sich die Erkrankung schon anhand des typischen Ausschlags erkennen.

Etwa zwei Wochen nach der Infektion lassen sich Ringelröteln auch durch eine Blutuntersuchung feststellen. Erst dann bildet der Körper spezifische Antikörper gegen das Parvovirus B19.

Die Antikörper sind noch Jahre nach einer Ringelröteln-Infektion nachweisbar. Wichtig ist dieser Nachweis zum Beispiel bei Frauen, die schwanger werden möchten und nicht wissen, ob sie schon einmal Ringelröteln hatten. Da bei ihnen nicht klar ist, ob sie gegen Ringelröteln immun sind, sollten sie dies vor der Schwangerschaft mittels der Antikörper-Bestimmung prüfen lassen.

Video: Viren und Bakterien – die wichtigsten Unterschiede

Ringelröteln: Therapie

Bisher steht kein Medikament zur Verfügung, das die Erreger gezielt abtötet. Bei Ringelröteln ist jedoch meist ohnehin keine Behandlung notwendig. Die Beschwerden klingen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.

Gegen die einzelnen Beschwerden helfen zum Beispiel fiebersenkende Schmerzmittel wie Paracetamol und Cremes, die den Juckreiz lindern. Bei länger anhaltendem Fieber, Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen ist Bettruhe ratsam.