Eine Frau fasst sich an den schmerzenden Hals.
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Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen kratzt, brennt und schmerzt es meist in Hals und Rachen. Gleichzeitig treten häufig Symptome wie Schluckbeschwerden auf. In der Regel sind Halsschmerzen harmlos und bessern sich nach einigen Tagen von selbst. Erfahren Sie, was gegen Halschmerzen hilft und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Mögliche Ursachen

Halsschmerzen kommen häufig vor. Sie können einseitig oder beidseitig auftreten und werden oft von weiteren Beschwerden begleitet, wie zum Beispiel:

Halsschmerzen: Ursachen

Einseitige oder beidseitige Halsschmerzen treten häufig bei Infekten der oberen Atemwege beziehungsweise bei Erkrankungen im Hals- und Rachen-Raum auf. Meist steckt eine Virus-Infekt dahinter, beispielsweise eine Erkältung.

Daneben gibt es jedoch eine ganze Reihe weiterer möglicher Ursachen für Halsschmerzen, wie etwa:

Halsschmerzen: Diagnose

Um die Ursache der Halsschmerzen herauszufinden, stellt der Arzt zunächst meist einige Fragen, zum Beispiel zu

  • den genauen Beschwerden,
  • möglichen Vorerkrankungen,
  • Allergien und Unverträglichkeiten,
  • derzeit eingenommenen Medikamenten,
  • dem allgemeinen Wohlbefinden oder
  • den Lebensgewohnheiten (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum, Beanspruchung der Stimme).

Hals- und Rachenuntersuchung

Es folgt eine Untersuchung von Hals und Rachen, um die Ursache der Halsschmerzen zu ermitteln. Hierbei drückt der Arzt mit einem Holzspatel die Zunge auf den Mundboden und schaut mit einer kleinen Lampe in Mund und Rachen. So kann er erkennen, ob diese entzündlich gerötet aussehen und ob die Mandeln geschwollen oder vereitert sind. Anschließend tastet er Unterkiefer und Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab.

Weitere Untersuchungen

Je nach vermuteter Ursache können bei Halsschmerzen zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein, etwa eine Blutuntersuchung, mit der sich Entzündungswerte feststellen oder Erreger nachweisen lassen.

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung horcht der Arzt möglicherweise auch die Lungen mit einem Stethoskop ab.

Kehlkopfspiegelung

Um den Kehlkopf genauer zu betrachten, kann man eine Spiegelung des Kehlkopfs und des Rachens (Laryngoskopie) durchführen. Das macht in der Regel ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Sieht er dabei verdächtige Veränderungen der Rachen- oder Kehlkopfschleimhaut, entnimmt er eine Gewebeprobe (Biopsie).

Halsschmerzen: Was hilft?

Halsschmerzen sind zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos – und erfordern nicht unbedingt eine Behandlung durch den Arzt.

Da Halsschmerzen oft nicht von langer Dauer sind und nach ein paar Tagen von selbst weggehen, kann es ausreichen, nur die Beschwerden zu lindern. Grundsätzlich ist es ratsam, erst einmal alles zu meiden, was die Schleimhaut im Hals zusätzlich reizt (wie etwa Rauchen).

Sind andere Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Sodbrennen, Allergien) die Ursache der Halsschmerzen, müssen diese gezielt behandelt werden.

Wann zum Arzt?

Bessern sich die Halsschmerzen nicht innerhalb einiger Tage von selbst, treten weitere Symptome auf oder verstärken sich die Schmerzen sogar, sollte man die Beschwerden von einem Arzt abklären lassen.

Halsschmerzen mit Medikamenten lindern

Die meisten Menschen wenden zunächst freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke an, etwa Halsschmerztabletten oder Lösungen zum Gurgeln. Diese helfen vor allem gegen akute erkältungsbedingte Halsschmerzen und wirken lokal in Mund, Hals und Rachen.

Rezeptfreie Halsschmerzmittel

Rezeptfreie und freiverkäufliche Medikamente wie Halstabletten, Lutschpastillen, Gurgellösungen und Sprays zur Selbstbehandlung können die eigentliche Krankheitsdauer zwar nicht verkürzen. Dennoch sind sie bei Halsschmerzen meist wohltuend und lindern die Beschwerden.

Einige rezeptfreie Präparate lindern die Schmerzen, indem sie die betroffenen Bereiche in Hals und Rachen örtlich betäuben (z. B. Mittel mit Wirkstoffen wie Benzocain oder Lidocain), andere wirkend entzündungshemmend (z. B. Mittel mit Flurbiprofen).

Bei Halsschmerzmitteln mit Flurbiprofen muss man jedoch aufpassen. Diese sind laut Arzneimittelkomission der Apotheker (AMK) nicht zu empfehlen für Menschen,

Bei diesen Personengruppen kann es häufiger als sonst zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.

Antiseptische Rachenmittel zum Gurgeln (z. B. mit Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid) können die Erregerzahl in Hals und Rachen verringern und dadurch die Halsschmerzen abklingen lassen.

Außerdem gibt es Präparate (z. B. mit Isländisch Moos, Eibisch), die die Schleimhaut im Hals- und Rachen-Raum mit einer Art Schutzfilm auskleiden und dadurch das kratzige Gefühl im Hals bessern sollen.

Adstringierende Präparate (z. B. mit Aluminiumsalzen) hingegen haben einen zusammenziehenden Effekt auf die betroffenen Schleimhautbereiche in Hals und Rachen und wirken dadurch abschwellend.

Auch Schmerztabletten (z. B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen) können bei Halsschmerzen helfen, sollten aber nicht über längere Zeit eingenommen werden.

Antibiotika

Treten die Halsschmerzen im Rahmen eines bakteriellen Infekts auf, zum Beispiel bei einer bakteriellen Mandelentzündung, können Antibiotika helfen. Meist verordnet der Arzt ein sogenanntes Breitbandantibiotikum – also ein Präparat, das gegen viele Erreger wirkt, weil es ein breites Wirkspektrum hat.

Wichtig zu wissen: Die Antibiotika bekämpfen die ursächlichen Bakterien zwar ab der ersten Einnahme, es kann jedoch bis zu 3 Tage dauern, bis die Halsschmerzen abklingen.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen können verschiedene Hausmittel helfen und die Beschwerden lindern.

Mit Tee gurgeln oder Tee trinken

Viele Menschen empfinden bei Halsschmerzen beispielsweise das Gurgeln mit lauwarmem Kamillen-  oder Salbeitee  als wohltuend und schmerzlindernd.

Auch warme Tees zu trinken, kann zur Linderung beitragen. Spezielle Kräutertees gegen Halsschmerzen enthalten oft eine Mischung aus verschiedenen Kräutern, wie zum Beispiel Salbei, Fenchel, Anis, Kamille, Süßholz, Ingwer oder Eibisch.

Manche Menschen empfinden bei Halsschmerzen jedoch kühle Getränke angenehmer.

Wasserdampf inhalieren

Ein weiteres Hausmittel gegen Halsschmerzen ist das Inhalieren von (nicht zu heißem) Wasserdampf – mit Zusätzen wie Kamille oder auch ohne. Die Wärme tut dem Hals oft gut und kann Beschwerden kurzfristig lindern.

Ausreichend trinken

"Viel trinken" muss bei einem Infekt hingegen niemand – ausreichend zu trinken genügt vollkommen. Dass viel trinken bei Infekten wie einer Erkältung hilft, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Lesetipp: Viel trinken bei Erkältung: Sinnvoll oder nicht?

Homöopathie

Manche Menschen wenden homöopathische Mittel gegen Halsschmerzen an. Es gibt jedoch keine Studien, die eine Wirksamkeit bei Halsschmerzen belegen.