Frau mit Halsschmerzen bei Rachenentzündung.
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Rachenentzündung (Pharyngitis): Symptome und Behandlung

Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) kann akut oder chronisch auftreten. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Erfahren Sie, wie sich akute und chronische Rachenentzündung in den Symptomen unterscheiden und welche Behandlung hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist eine Rachenentzündung?

Bei einer Rachenentzündung sind die Schleimhäute im Bereich des Rachens entzündet. Als Rachen bezeichnet man den Abschnitt, der sich an den Mundraum anschließt, nach oben bis in den Nasenraum (Nasopharynx) reicht und nach unten an Luft- und Speiseröhre grenzt. Eine Sonderform der Rachenentzündung ist die Seitenstrangangina.

Während eine akute Rachenentzündung (akute Pharyngitis) sehr ansteckend ist, besteht bei einer chronischen Rachenentzündung (chronische Pharyngitis) keine Ansteckungsgefahr.

Symptome bei Rachenentzündung

Bei einer akuten Pharyngitis treten andere Symptome auf als bei einer chronischen Pharyngitis.

Symptome bei akuter Rachenentzündung

Bei einer akuten Rachenentzündung treten die Symptome plötzlich auf. Typische Beschwerden der Infektion sind:

Außerdem kratzt und brennt der Hals und fühlt sich trocken an. Die Rachenschleimhaut ist bei einer akuten Rachenentzündung deutlich gerötet. Auch Fieber und Kopfschmerzen können als Symptome auftreten.

Manchmal ist eine akute Pharyngitis auch mit Husten und anderen Anzeichen einer Erkältung wie einem Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) verbunden. Oft sind die Lymphknoten im Kieferbereich angeschwollen.

Symptome bei chronischer Rachenentzündung

Bei einer chronischen Rachenentzündung treten dagegen über längere Zeit eher leichtere, aber dennoch oft belastende Beschwerden auf. Betroffene haben meist folgende Symptome:

  • trockenes Gefühl im Hals
  • ständiges sich räuspern müssen
  • abhusten von zähem Schleim ​​​​​​

Unter Umständen kommt es infolge der Rachenentzündung zu Reizhusten sowie zu einem Fremdkörpergefühl (Kloß) im Hals (Globussyndrom). Durch das trockene Gefühl im Rachen und den Schleim im Hals kann es zu Schlafproblemen kommen.

Behandlung bei Rachenentzündung: Was hilft?

Bei einer Rachenentzündung hängt die Therapie vor allem davon ab, ob die Schleimhaut im Rachen akut oder chronisch entzündet ist.

Therapie bei akuter Rachenentzündung

Handelt es sich um eine akute bakterielle Rachenentzündung, hilft eine Behandlung mit Antibiotika. In den meisten Fällen stecken allerdings Viren hinter einer Rachenentzündung und gegen diese wirken Antibiotika nicht. Bei einer akuten Rachenentzündung zielt die Therapie deshalb vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern.

Betroffene können hierfür selbst einiges tun. Gegen starke Halsschmerzen können beispielsweise entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika, wie der Wirkstoff Ibuprofen) kurzfristig helfen. Daneben gibt es weitere Maßnahmen, die Linderung verschaffen, wie etwa schmerzhemmende, desinfizierende Lutschtabletten (z. B. mit der Wirkstoffkombination Tyrothricin/Benzalkoniumchlorid/Benzocain) oder Gurgellösungen aus der Apotheke.

Hausmittel bei Rachenentzündung

Auch manche Hausmittel tragen dazu bei, die Halsschmerzen bei einer Rachenentzündung zu lindern. Zum Beispiel kann man den Mund mit Kamillentee, Salbeitee oder einer Salzlösung (1/4 Teelöffel Salz pro Wasser) spülen und damit gurgeln. Viele empfinden bei einer Rachenentzündung zudem warme Getränke wie Kräutertees als angenehm.

Um zusätzliche Halsreizungen zu vermeiden, sollten Menschen mit Halsschmerzen möglichst aufs Rauchen verzichten und sehr heiße oder sehr scharfe Getränke erst nach der Rachenentzündung wieder zu sich nehmen.

Therapie bei chronischer Rachenentzündung

Bei einer chronischen Rachenentzündung hängt die Behandlung vom jeweiligen Auslöser ab (z. B. trockene Luft, Tabakrauch oder Alkohol). Die wichtigste Therapiemaßnahme besteht darin, die auslösenden Faktoren im Alltag so weit wie möglich zu meiden. Zusätzlich sind gegen eine chronische Rachenentzündung Maßnahmen hilfreich, die den Rachenraum und die Atemwege feucht halten – wie zum Beispiel:

  • mit Salbeitee, Kamillentee oder salzhaltigen Lösungen inhalieren
  • Luftfeuchtigkeit durch Luftbefeuchter erhöhen
  • Lutschtabletten

Ist eine behinderte Nasenatmung Auslöser der Rachenentzündung, kann unter Umständen auch eine Operation angebracht sein, um die Verengungen zu beseitigen. Liegt der chronischen Rachenentzündung eine andere Erkrankung zugrunde, sollte diese behandelt werden.

Ursachen für eine Pharyngitis

Auch die Ursachen für eine akute beziehungsweise chronische Rachenentzündung unterscheiden sich deutlich.

Akute Rachenentzündung: Ursachen

Eine akute Rachenentzündung ist sehr ansteckend und hat ihre Ursache meist in einer Virusinfektion. Sie entsteht vor allem durch Grippeviren oder grippeähnliche Parainfluenza-Viren. Manchmal führt die Infektion mit einem Virus zu einer Folgeinfektion mit Bakterien (sog. Superinfektion).

Ausschließlich durch Bakterien entsteht eine akute Pharyngitis dagegen eher selten (sog. bakterielle Rachenentzündung). In solchen Fällen sind meist bestimmte Streptokokken (A-Streptokokken, die Erreger von Scharlach), Pneumokokken oder die Bakterienart Haemophilus influenzae für die akute Rachenentzündung verantwortlich.

Chronische Rachenentzündung: Ursachen

Für eine chronische Rachenentzündung (chronische Pharyngitis) kommen als Ursache vor allem Reizstoffe infrage, die über längere Zeit beziehungsweise immer wieder Kontakt mit der Rachenschleimhaut haben. Daneben können auch verschiedene körperliche Störungen oder Veränderungen die Auslöser für eine chronische Rachenentzündung sein. Auslösende Faktoren können zum Beispiel sein:

Eine chronische Rachenentzündung tritt vor allem ab einem Alter von 40 Jahren auf. Männer sind häufiger von der Erkrankung betroffen als Frauen. Eine chronische Rachenentzündung ist nicht ansteckend.

Wie erfolgt die Diagnose Rachenentzündung?

Bei Verdacht auf eine Rachenentzündung wird der Rachenraum ärztlich untersucht. In Verbindung mit den typischen Beschwerden wie Schluckbeschwerden und Schmerzen im Hals erhält der*die Arzt*Ärztin meist bereits genügend Hinweise darauf, ob es sich um eine akute oder eine chronische Rachenentzündung handelt. Je nachdem können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Diagnose bei akuter Rachenentzündung

Liegt eine akute Pharyngitis vor, stellt der Arzt beziehungsweise die Ärztin bei der Untersuchung des Rachenraums in der Regel eine gerötete Rachenwand fest. Besteht aufgrund von Belägen der Verdacht, dass Bakterien die akute Rachenentzündung verursacht haben, kann zur Sicherung der Diagnose ein Schnelltest auf A-Streptokokken erfolgen. Mithilfe eines Rachenabstrichs kann außerdem eine Bakterienkultur zur genauen Erregerbestimmung angelegt werden. Ausgeschlossen wird auch, dass es sich bei dem Infekt um eine Mandelentzündung (Angina) handelt, die ebenfalls starke Schluckbeschwerden verursacht.

Diagnose bei chronischer Rachenentzündung

Liegt eine chronische Pharyngitis vor, kann der Arzt oder die Ärztin mithilfe einer Spiegeluntersuchung feststellen, um welche Form der chronischen Rachenentzündung es sich handelt:

  • Pharyngitis chronica simplex: Die Rachenschleimhaut sieht normal bis entzündlich gereizt aus.
  • Pharyngitis chronica hyperplastica: Die Schleimhaut sieht (v. a. im hinteren Rachenbereich) durch die vergrößerten Lymphknötchen körnig verdickt aus. Oft ist das Gaumensegel schlaff und das Gaumenzäpfchen vergrößert.
  • Pharyngitis chronica sicca: Die Rachenschleimhaut glänzt und ist dünn, trocken und glatt. Manchmal ist sie mit einer klümpchenartigen Schleimschicht belegt. Betroffene berichten von einem trockenen Gefühl im Rachen.

In der Regel gibt jedoch schon die Krankengeschichte Aufschluss über die Art der chronischen Rachenentzündung. Um festzustellen, ob eventuell eine behinderte Nasenatmung die chronische Rachenentzündung verursacht, wird meist auch die Nase untersucht.

Auch anhand ihrer Entstehungsmechanismen lässt sich die chronische Rachenentzündung in verschiedene Formen einteilen:

  • Pharyngitis chronica respiratoria: Diese Form der chronischen Rachenentzündung ist die Folge einer behinderten Nasenatmung, von trockener oder staubiger Luft, Tabakrauch oder anderer chemischer bzw. physikalischer krankheitserregender Faktoren (z. B. Umweltgifte, Strahlung).
  • Pharyngitis chronica digestiva: Sie entsteht durch (hochprozentigen) Alkohol oder zu scharfes beziehungsweise zu heißes Essen.
  • Pharyngitis chronica allergica: Dieser Form der chronischen Rachenentzündung liegen allergische Erkrankungen zugrunde.
  • Pharyngitis chronica metabolica: Sie entsteht durch Veränderungen im Hormonhaushalt oder durch Stoffwechselstörungen.

Um sicherzugehen, dass es sich um eine chronische Rachenentzündung handelt, sollten zudem andere Erkrankungen mit einem ähnlichen Beschwerdebild ausgeschlossen werden, wie zum Beispiel:

Rachenentzündung: Verlauf und Dauer

Bei entsprechender Behandlung ist die Prognose für die akute und auch die chronische Form der Rachenentzündung gut.

Akute Rachenentzündung

Eine virusbedingte akute Pharyngitis nimmt in der Regel einen unkomplizierten Verlauf: Die Rachenentzündung ist meist von kurzer Dauer und heilt nach einigen Tagen von selbst ab, im Durchschnitt nach etwa einer Woche. Die Beschwerden bessern sich in der Regel nach drei bis vier Tagen spürbar.

Sind Bakterien für die akute Pharyngitis verantwortlich oder hat der Virusinfekt zusätzliche bakterielle Infektionen begünstigt, kann eine Therapie mit Antibiotika angebracht sein.

Chronische Rachenentzündung

Eine chronische Rachenentzündung verläuft dagegen oft eher langwierig. In der Regel lassen sich die Beschwerden bei einer chronischen Rachenentzündung zwar lindern, aber unter Umständen nicht vollständig beseitigen. Kann der eigentliche Auslöser ermittelt und vermieden werden, ist es jedoch möglich, dass die Rachenentzündung im weiteren Verlauf ganz abheilt.