Frau leidet an Nasennebenhöhlenentzündung und hat Kopfschmerzen
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Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome und Behandlung einer Sinusitis

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist häufig Begleiterkrankung einer Erkältung oder anderen Atemwegsinfektion, sie kann jedoch auch eigenständig auftreten. Wie äußert sich eine Nasennebenhöhlenentzündung und was hilft gegen die lästigen Beschwerden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

FAQ: Nasennebenhöhlenentzündung 

Typische Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung sind Schmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht. Die Symptome verstärken sich bei Bewegung und Lageänderung (etwa beim Aufstehen). Dazu kommen oftmals Schnupfen oder eine verstopfte Nase, Kopfschmerzen und ein kurzzeitiger Verlust des Geruchssinns.

Die hausärztliche oder HNO-ärztliche Praxis des Vertrauens ist die richtige Anlaufstelle bei Infekten der oberen Atemwege wie auch bei einer Nasennebenhöhlenentzündung. Dort kann die Diagnostik reibungslos ablaufen und eine passende Behandlung eingeleitet werden.

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung ist meist Folge einer Virusinfektion. Antibiotika, die gegen bakterielle Infekte helfen, sind in diesem Fall wirkungslos. Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung hingegen sind oftmals Bakterien die Ursache – hier können Antibiotika helfen.

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung heilt meist ohne Behandlung nach wenigen Tagen bis hin zu zwei Wochen von selbst aus. Um den Heilungsprozess zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern, können Hausmittel wie eine Nasendusche mit Kochsalzlösung und Inhalieren mit Wasserdampf helfen. Darüber hinaus können Nasensprays aus der Apotheke und Schmerzmittel sinnvoll sein, um die Symptome zu behandeln.

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Diese Nebenhöhlen bilden Hohlräume, die mit der Nasenhöhle verbunden sind. Die Nasennebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, welche regelmäßig Schleim produziert, welcher mithilfe beweglicher Flimmerhärchen über die Nase abtransportiert wird.

Im Falle einer Nebenhöhlenentzündung ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen geschwollen, es wird vermehrt Nasenschleim gebildet. Dabei ist der Abfluss in der Regel behindert, sodass sich das zähflüssige Sekret staut.

Die Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meist aus einer Infektion der oberen Atemwege mit Krankheitserregern wie Viren und seltener Bakterien. Die dadurch bedingte Entzündung breitet sich dann von der Nase in deren Nebenhöhlen aus. Eine Sinusitis kann jede Nasennebenhöhle betreffen:

  • die Kieferhöhle neben der Nase (Kieferhöhlenentzündung bzw. Sinusitis maxillaris),
  • die Stirnhöhle über der Nase (Stirnhöhlenentzündung bzw. Sinusitis frontalis),
  • die Keilbeinhöhle hinter der Nase in Richtung Schädelmitte (Keilbeinhöhlen­entzündung bzw. Sinusitis sphenoidalis) und
  • das Siebbein hinter der Nase zwischen den Augen (Siebbeinentzündung bzw. Sinusitis ethmoidalis).

Grundsätzlich können sich alle Nasennebenhöhlen einzeln oder gleichzeitig entzünden. Sind bei der Nasennebenhöhlenentzündung mehrere Nebenhöhlen zur selben Zeit betroffen, bezeichnet man dies als Polysinusitis. Sind alle Nasennebenhöhlen entzündet, liegt eine Pansinusitis vor.

In der überwiegenden Zahl der Fälle ist bei einer Nasennebenhöhlenentzündung gleichzeitig die Nasenschleimhaut entzündet. In dem Fall sprechen Fachleute auch von einer Rhinosinusitis.

Akute und chronische Nebenhöhlenentzündung

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann nicht nur akut auftreten, sondern auch chronisch verlaufen. Als chronisch gilt eine Nasennebenhöhlenentzündung ab einer Dauer von drei Monaten.

Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome

Je nachdem, welche Nebenhöhlen von der Entzündung betroffen sind und ob die Entzündung akut oder chronisch verläuft, können unterschiedliche Symptome bei der Erkrankung auftreten.

Symptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung

Schmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht sind die zentralsten Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung. Die Gesichts- und Druckschmerzen sind stechend, bohrend oder pulsierend und drückend. Typisch für die akute Sinusitis ist es, dass die Schmerzen zunehmen, wenn man sich nach vorne beugt oder aufsteht. Aber auch beim Husten und Niesen verstärken sich die Schmerzen im Gesicht oder Kopf bei einer Sinusitis.

Darüber hinaus kommen weitere zentrale Beschwerden hinzu:

  • Schnupfen
  • verstopfte Nase
  • Kopfschmerzen
  • eingeschränkte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung
  • eitrig, gelb-grünlich gefärbtes und zähes Nasensekret
  • Fieber

Neben den Hauptsymptomen kann eine akute Nasennebenhöhlenentzündung zusätzliche Beschwerden verursachen, darunter

Schmerz lokalisieren – welche Nebenhöhlen sind betroffen?

Eine akute Nebenhöhlenentzündung kann alle Nasennebenhöhlen betreffen – einzeln oder auch gleichzeitig. Dabei sind die mit der akuten Nasennebenhöhlenentzündung verbundenen schmerzhaften Symptome besonders über der jeweils infizierten Nebenhöhle zu spüren. Die darüber liegende Haut beziehungsweise die unter der Haut liegenden Nerven reagieren empfindlich auf Klopfen und auf Druck von außen.

Nasennebenhöhle Wo treten die Schmerzen auf?
Kieferhöhle im Bereich der Wangenknochen
Stirnhöhle über der Stirn
Siebbein über der Nase, zwischen den Augen
Keilbeinhöhle Nacken, Schädelmitte

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

In der Regel unterscheidet sich die chronische Nasennebenhöhlenentzündung neben der Dauer ihrer Symptome in einem weiteren Punkt von der akuten Verlaufsform: Typischerweise geht die chronische Sinusitis mit vergleichsweise weniger Schmerzen einher – häufig fehlen sie auch ganz.

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann als seröse Form mit Polypen und als chronische Nasennebenhöhlenvereiterung auftreten.

Oft ist die Nasenatmung durch die chronische Nasennebenhöhlenentzündung nur einseitig behindert und es tritt dauerhaft ein schleimiges oder eitriges Sekret auf, besonders im Nasen-Rachen-Raum (chronisch-eitriger Schnupfen). Symptome einer Riechstörung können ebenfalls bestehen – besonders dann, wenn sich infolge der chronischen Sinusitis Nasenpolypen gebildet haben.

Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meistens durch eine Infektion der Atemwege mit Viren – wie eine Erkältung oder Grippe. Die betroffene Schleimhaut schwillt an und kann so die Eingänge zu den Nebenhöhlen einengen oder verlegen. Dadurch und weil die Abwehrmechanismen der Schleimhaut infolge der Entzündung geschwächt sind, können sich leicht Zweitinfektionen mit Bakterien bilden – vor allem mit:

Seltenere Ursachen für eine infektbedingte akute Nebenhöhlenentzündung sind beispielsweise:

  • Erreger im Badewasser, die beim Baden in die Nase eindringen (Badesinusitis),
  • zahnmedizinische Behandlungen –  beispielsweise wenn (etwa nach einer Zahnentfernung) eine Verbindung zwischen dem Hohlraum der Kieferhöhle und dem Mundraum (Fistel) entstanden ist, sodass Keime eindringen können –, oder
  • Infektionen, die von den Zähnen oder vom Zahnhalteapparat ausgehen (etwa eine Entzündung der Zahnwurzelspitze).

Doch nicht immer hat eine akute Nasennebenhöhlenentzündung infektiöse Ursachen. Ebenso kann eine akute Sinusitis entstehen durch:

  • einen allergischen Schnupfen oder
  • Druckschwankungen beim Fliegen und Tauchen (Barosinusitis).

Welche Risikofaktoren gibt es?

Bestimmte Umstände können dazu führen, dass sich eine akute Nasennebenhöhlenentzündung leichter entwickelt. Als Risikofaktoren für die Entstehung einer akuten Sinusitis gelten beispielsweise:

  • ein geschwächtes Immunsystem
  • besonders aggressive Erreger
  • verlegte Nebenhöhleneingänge
  • anatomische Besonderheiten wie:
    • eine verkrümmte Nasenscheidewand
    • vergrößerte Nasenmuscheln
    • verengte Nebenhöhleneingänge
    • Schleimhautwucherungen

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Ansteckend kann vor allem eine akute Nasennebenhöhlenentzündung sein, denn sie ist meist die Folge einer virusbedingten Erkältung. Sofern sich andere Menschen anstecken, führt der Infekt aber erstmal "nur" zu einem Schnupfen oder ähnlichen Symptomen der oberen Atemwege. Ob sich daraus auch noch eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt, lässt sich nicht sagen. Wie lange man mit einer akuten Sinusitis ansteckend ist, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein – in der Regel jedoch zwischen wenigen Tagen bis hin zu etwas mehr als einer Woche. Sinnvoll ist es in jedem Fall, bei akuten Infekten gängige Hygieneregeln einzuhalten, wie etwa regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife und das Vermeiden von Husten und Niesen in die Handfläche.

Auch Bakterien können zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen, etwa wenn die Nasengänge zu den Nebenhöhlen zugeschwollen oder die Nebenhöhlen mit Sekret gefüllt sind. Das kann für manche Bakterien gute Wachstumsbedingungen bieten und in der Folge zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen. Eine bakterielle Sinusitis ist in der Regel jedoch nicht ansteckend.

Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, egal ob durch Viren oder Bakterien verursacht, geht in der Regel keine Ansteckungsgefahr aus. Hat die Nasennebenhöhlenentzündung andere, nicht-infektiöse Ursachen, wie zum Beispiel Allergien, Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand, besteht ebenfalls keine Ansteckungsgefahr.

Chronische Sinusitis

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unabhängig von ihren Ursachen zunächst immer wiederkehren und mit der Zeit chronisch werden. Eine chronische Sinusitis liegt vor, wenn die Entzündung über zwölf Wochen andauert.

Eine typische Ursache für die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist, dass die Nasennebenhöhlen zu beziehungsweise verengt sind, wodurch der Schleimtransport anhaltend gestört ist. Dadurch gelangt zu wenig frische Luft von außen in sie hinein.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die den Schleimtransport stören und so eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen können. Häufig entsteht eine chronische Sinusitis zum Beispiel durch:

  • eine Allergie, die mit allergischem Schnupfen einhergeht
  • anatomische Besonderheiten (wie verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln, verengte Nebenhöhleneingänge)
  • Veränderungen infolge von Erkrankungen (wie Nasenpolypen oder Tumoren)
  • geschwächtes Immunsystem
  • aggressive Erreger

Nasennebenhöhlenentzündung: Diagnose

Bei der Untersuchung der Nebenhöhlen fallen bei der akuten Nasennebenhöhlen­entzündung die typischen Schmerzen auf. Für eine Sinusitis spricht vor allem, wenn man den Schmerz gezielt auslösen kann, zum Beispiel

  • durch Vorbeugen des Kopfs oder
  • durch den Druck auf bestimmte Nervenaustrittspunkte am Gesicht.

So ergibt sich die Diagnose meist schon anhand der Beschwerden und einer ersten Untersuchung durch den*die Arzt*Ärztin

Sofern überhaupt zusätzliche Untersuchungen nötig sind, bietet sich besonders die Spiegelung (Endoskopie) der Nebenhöhlen an: Durch die endoskopische Untersuchung lässt sich die Nasennebenhöhlenentzündung sicher diagnostizieren.

Die Endoskopie zeigt, aus welchen Nebenhöhlen Sekret austritt und ob anatomische Veränderungen vorliegen. Zudem kann bei der Untersuchung Sekret entnommen werden, um später im Labor einen Erreger nachweisen zu können. So kann gegebenenfalls ein geeignetes Medikament, das gezielt wirkt, ausfindig gemacht werden.

Weitere Untersuchungen bei Verdacht auf Komplikationen

Falls nun immer noch Unklarheiten bestehen oder es Anzeichen für Komplikationen infolge der Nasennebenhöhlenentzündung gibt, kann etwa eine Computertomografie (CT) oder eine Ultraschalluntersuchung weiterhelfen. Die Computertomographie ist bei einer Sinusitis sehr aussagekräftig: Sie liefert Schnittbilder, auf denen gestautes Sekret, eine Schleimhautschwellung in den Nebenhöhlen und die Ausdehnung der Entzündung zu erkennen sind. Auch anatomische Veränderungen können mithilfe der CT beurteilt werden.

Zur Diagnose einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Computertomografie ratsam. Die Untersuchung ist besonders vor einer geplanten Operation notwendig. In einigen Fällen sind – je nach vermuteter Ursache für die chronische Sinusitis – zusätzlich Blutuntersuchungen, Allergietests, Riechtests und zahnärztliche Kontrollen sinnvoll.

Behandlung: Was hilft bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt ohne Behandlung oft innerhalb von etwa zwei Wochen ab. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs und der Beeinträchtigung durch Beschwerden kann allerdings auch eine Behandlung notwendig werden.

In manchen Fällen – vor allem, wenn die Nasennebenhöhlen chronisch entzündet sind – ist jedoch auch ein operativer Eingriff notwendig, um die wiederkehrenden und belastenden Entzündungen in den Griff zu bekommen und die Erkrankung zu heilen.

Was tun bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung?

Gegen eine beginnende akute Nasennebenhöhlenentzündung eignen sich als konservative, also nicht-operative, Behandlung zunächst in der Regel abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Xylometazolin. Möglicherweise wird auch ein kortisonhaltiges Nasenspray, das stark entzündungshemmend wirkt, verschrieben.

Um der möglichen Gefahr einer Abhängigkeit von Nasensprays entgegenzuwirken, sollten die Sprays nur nach ärztlichem Rat und nicht länger als sieben Tage angewendet werden. Dies gilt insbesondere für abschwellend wirkende Präparate.

Zudem können Sie die Beschwerden einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung durch Medikamente lindern, die schleimlösend, entzündungshemmend und gegebenenfalls fiebersenkend wirken. Als Schleimlöser können auch pflanzliche Mittel als Kapsel zum Einsatz kommen. Hierin ist zum Beispiel der Wirkstoff Cineol enthalten (der etwa in Eukalyptus und Salbei vorkommt). Um die mit der Sinusitis verbundenen Schmerzen zu behandeln, eignen sich:

Unterstützend bei einer Sinusitis wirken auch die Inhalation von warmer Dampf (38 bis 42 Grad Celsius) sowie Nasenspülungen mit einer Salzlösung. Wichtig ist es, stets Spüllösungen aus der Apotheke zu nehmen oder das Wasser vor einer Nasenspülung abzukochen, um mögliche Keime abzutöten.

Helfen Antibiotika bei Sinusitis?

Da meist Viren hinter einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung stecken, ist eine Behandlung mit Antibiotika nur selten angezeigt. Antibiotika (vor allem mit dem Wirkstoff Amoxicillin) können gegen eine Sinusitis nur dann etwas bewirken, wenn nachweislich Bakterien für die Entzündung verantwortlich sind und gleichzeitig eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Sehr starke Schmerzen und andere Beschwerden
  • Fieber steigt über 38,3 Grad Celsius
  • die Beschwerden verstärken sich im Lauf der Nasennebenhöhlenentzündung,
  • es bahnen sich Komplikationen an
  • es liegt eine chronisch entzündliche Lungenerkrankung (z.B. chronische Bronchitis, Asthma bronchiale), Immunschwäche oder andere schwere Grunderkrankung vor
  • bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (z.B. nach einer Organtransplantation)

Was hilft bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung?

Gegen eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung reichen unter Umständen ebenfalls konservative Maßnahmen. Ist zum Beispiel eine Allergie für die chronische Sinusitis verantwortlich, kann die Behandlung aus Antiallergika und kortikoidhaltigem Nasenspray bestehen. In einigen Fällen ist auch eine Hyposensibilisierung ratsam.

Lassen sich Bakterien nachweisen – was bei der chronischen Nasennebenhöhlen­entzündung häufiger der Fall ist –, sind Antibiotika wirksam. Nasenspülungen eignen sich, um die Beschwerden der chronischen Sinusitis zu bessern.

Operation

In schwerwiegenden Fällen, wenn andere Behandlungsform nicht anschlagen, kann eine Operation sinnvoll sein. Insbesondere eine chronische Sinusitis ist in vielen Fällen nur durch eine Nasennebenhöhlen-OP heilbar. Gleiches gilt auch bei Komplikationen.

Ein chirurgischer Eingriff bei chronischer Sinusitis zielt darauf ab, anatomische Engstellen und die erkrankte Schleimhaut zu beseitigen. Mögliche Eingriffe sind etwa die Begradigung der Nasenscheidewand, eine Verkleinerung der Nasenmuschel oder die Entfernung von Nasenpolypen.

In der Regel handelt es sich bei solchen Operationen um minimal-invasive Verfahren, dabei werden ein Endoskop und sehr kleine chirurgische Instrumente vorsichtig durch die Nasenlöcher eingeführt.

Nasennebenhöhlenentzündung: Verlauf

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung hat eine gute Prognose und nimmt in aller Regel einen komplikationsfreien Verlauf, wenn rechtzeitig eine angemessene Behandlung beginnt. Eine chronische Sinusitis kann langwieriger verlaufen und letztendlich eine Operation nötig machen.

Bilden sich im Rahmen einer chronischen Sinusitis Narben oder wachsen entzündungsbedingte Polypen nach ihrer operativen Entfernung erneut, ist manchmal eine weitere Operation notwendig.

Komplikationen

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung verursacht nur selten Komplikationen – diese können aber schwerwiegend sein und ohne Therapie im Extremfall zu bleibenden Schäden führen. Daher ist es wichtig, einen komplizierten Verlauf bei einer Sinusitis – soweit möglich – zu vermeiden oder zumindest rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Wer entzündlich oder anatomisch bedingte Engen in den Nasennebenhöhlen nicht dauerhaft beseitigen lässt, muss damit rechnen, dass die Nasennebenhöhlenentzündung immer wieder auftritt und unter begünstigenden Umständen chronisch wird. Wer eine chronische Sinusitis hat, kann andererseits immer wieder akute Schübe entwickeln. Dadurch können sich eine chronische Rachenentzündung und Kehlkopfentzündung sowie eine akute Bronchitis ausbilden. In diesem Fall liegt ein sinubronchiales Syndrom vor.

Ohne angemessene Therapie der Nasennebenhöhlenentzündung können sich weitere schwere Komplikationen entwickeln, da die Entzündung auf benachbartes Gewebe übergreifen kann.

Mögliche schwere Komplikationen einer Sinusitis:

  • Die für eine durchbrechende Stirnhöhlenentzündung typischen Symptome sind eine teigige Schwellung und Rötung der Stirnhaut und des Oberlids.
  • Bei einer Kieferhöhlenentzündung besteht vor allem eine Schwellung im Bereich der Wange und des Unterlids. Bricht die Entzündung in die Augenhöhle durch, kann das zu einem geschwollenen Lid, zu Sehstörungen bis hin zu einem vorübergehenden Sehverlust und zu einer eingeschränkten Augenbeweglichkeit führen.
  • Leitet sich die Nasennebenhöhlenentzündung in Richtung Gehirn fort, kann es zu einer Hirnhautentzündung mit typischen Nackenschmerzen (Nackensteife) kommen. Sammelt sich Eiter im Hirngewebe, sprechen Fachleute von einem Hirnabszess.
  • In schweren Fällen entstehen neurologische Auffälligkeiten wie Krampfanfälle oder es kommt zur Lähmung einzelner Nerven.
  • Es ist auch möglich, dass sich ein Blutgerinnsel in den Hirngefäßen bildet (Sinus-cavernosus-Thrombose).
  • Zudem kann infolge einer sich ausbreitenden Sinusitis eine Weichteil- oder Knochenentzündung (Osteomyelitis) entstehen.

Nasennebenhöhlenentzündung: Vorbeugen

Um einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, Erkältungen ausreichend zu behandeln.

Erkältung richtig behandeln - Sinusitis vorbeugen

  • Viel trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag).
  • Drei- bis viermal täglich die Nase mit einer lauwarmen, aber vorher abgekochten Kochsalzlösung spülen (Nasendusche).
  • Regelmäßige Dampfbäder
  • Sorgen Sie für eine feuchte Raumluft.

Hilft eine regelmäßige Nasendusche Nasennebenhöhlenproblemen vorzubeugen?

Manche Menschen schwören darauf, einer Nasennebenhöhlenentzündung durch ein altes Hausmittel vorbeugen zu können: die Nasendusche beziehungsweise Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung. Eine Nasendusche kann bei akuten Beschwerden helfen, Fachleute raten jedoch davon ab, die Nase und Nebenhöhlen regelmäßig präventiv zu spülen. Eine zu häufige Anwendung schadet dem Immunschutz der Schleimhäute und kann so neue Infekte begünstigen.