Das Bild zeigt eine Frau, die sich eine Hand ans Ohr hält.
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Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit bedeutet, dass der oder die Betroffene ein verringertes Hörvermögen hat – also Töne zum Beispiel erst ab einer bestimmten Lautstärke wahrnehmen kann. Eine Schwerhörigkeit kann akut (plötzlich) auftreten und wieder verschwinden oder chronisch (dauerhaft) verlaufen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Schwerhörigkeit: Überblick

Die Schwerhörigkeit selbst stellt keine eigene Erkrankung dar, sondern ist lediglich das Symptom einer bestehenden Erkrankung des Hörorgans. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen als typische Alterserscheinung auf. In den letzten Jahren sind jedoch auch vermehrt junge Menschen als Folge einer hohen Lärmbelastung von Schwerhörigkeit betroffen.

Schwerhörigkeit bedeutet meist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Besonders die alltägliche Kommunikation – zum Beispiel beim Telefonieren oder auch im normalen Gespräch – stellt für schwerhörige Menschen häufig ein Problem dar. Unbehandelt wirkt sich eine Schwerhörigkeit dadurch negativ auf Alltag und Sozialleben aus: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Schwerhörigkeit in den Industrienationen deshalb zu den sechs häufigsten Erkrankungen, welche die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Generell leidet in Deutschland etwa jeder Fünfte über 14 Jahren an einer behandlungsbedürftigen Schwerhörigkeit.

Bleibt eine Schwerhörigkeit bei Neugeborenen oder Kindern unerkannt, kann dies die Entwicklung beeinträchtigen. So sind Schallreize für Babys und Kleinkinder wichtig, damit sich das Gehör optimal ausbilden kann. Auch ist das Hören für Kinder notwendig, um das Sprechen zu erlernen – bei schwerhörigen Säuglingen und Kleinkindern ist die normale Sprachentwicklung gefährdet.

Die Ursachen von Schwerhörigkeit sind vielfältig und reichen von der Altersschwerhörigkeit über Infektionen bis hin zu chronischen Lärmschädigungen oder Tumoren. Eine Schwerhörigkeit kann aber auch angeboren sein, etwa wenn das Ohr oder bestimmte Nerven fehlgebildet sind. Auch Virusinfektionen (z.B. Röteln) oder Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft sowie Geburtskomplikationen können das Hörorgan des Kindes schädigen, sodass eine Schwerhörigkeit entsteht.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) kann eine Schwerhörigkeit meist einfach feststellen und einordnen. Dazu führt er zunächst einen Hörtest durch, um die Hörfähigkeit zu prüfen. Weitere Tests und eventuell auch bildgebende Verfahren geben Hinweise auf mögliche Ursachen der Schwerhörigkeit. Sowohl Therapie als auch Prognose richten sich nach der Ursache der Hörminderung. Heutzutage gibt es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten, um beinahe jede Form der Schwerhörigkeit zu behandeln. Es kommen in manchen Fällen sowohl medikamentöse als auch operative Maßnahmen infrage. Häufig verschreibt der HNO-Arzt Hörhilfen, also Hörgeräte oder Hörersatzmittel. Diese können die Schwerhörigkeit ganz oder teilweise ausgleichen.

Was ist Schwerhörigkeit?

Als Schwerhörigkeit bezeichnet man eine eingeschränkte Hörfähigkeit, die plötzlich (akut) auftreten und/oder dauerhaft (chronisch) anhalten kann. Die Schwerhörigkeit selbst ist keine Krankheit, sondern das Symptom einer bereits bestehenden Erkrankung des Hörorgans. Oftmals tritt Schwerhörigkeit nur vorübergehend auf, zum Beispiel beim Fliegen oder im Gebirge, nach einem Konzert mit lauter Musik oder bei einer Entzündung des Ohrs. Auch mit zunehmendem Alter ist ein gewisses Maß an Schwerhörigkeit normal und gehört zu den typischen Alterserscheinungen. Schwerhörigkeit kann angeboren oder erworben sein.

Anatomie

Um den normalen Hörvorgang und die Entstehung von Schwerhörigkeit zu verstehen, ist ein Blick auf die Anatomie des Ohrs hilfreich. Das Ohr ist das Organ, welches für das Hören zuständig ist. Es besteht aus drei Segmenten:

Die Ohrmuschel des Außenohrs nimmt die Schallwellen aus der Umwelt auf und leitet sie über den äußeren Gehörgang weiter zum Trommelfell. Das Trommelfell selbst wandelt den Schall in Vibrationen um – es fängt an zu schwingen. Diese Schwingungen leitet das Trommelfell an die sogenannte Gehörknöchelchenkette im Mittelohr weiter, mit der es verbunden ist. Die drei Gehörknöchelchen übertragen die Schwingungen auf das Innenohr, genauer gesagt auf die Gehörschnecke, wo sie je nach Tonhöhe an unterschiedlichen Stellen Erregungen auslösen. Der Hörnerv nimmt diese Erregungen auf und leitet sie an das Gehirn (Hörrinde) weiter, das diese Impulse schließlich auswertet und in wahrgenommene Töne umwandelt.

Akustik

Akustik ist die Lehre vom Schall, die dem HNO-Arzt hilft, eine Schwerhörigkeit zu erkennen und zu beschreiben. Liegt eine Schwerhörigkeit vor, hören Betroffene einige oder auch alle Tonhöhen schlechter als gewöhnlich. Die Tonhöhe entspricht einer bestimmten Eigenschaft der Schallwellen, der Frequenz. Sie wird in Hertz (Hz) gemessen. Je höher ein Ton klingt, desto größer ist seine Frequenz; tiefe Töne haben demnach eine niedrige Frequenz. Der menschliche Hörbereich liegt zwischen 20 und 20.000 Hz, wobei das menschliche Ohr im mittleren Frequenzbereich am empfindlichsten ist (menschliche Sprache). Infraschall und Ultraschall liegen außerhalb des Hörbereichs des erwachsenen Menschen.

Die Stärke des Schallreizes, also die Lautstärke, hat die Einheit Dezibel (dB). Dabei liegt die sogenannte Schmerzgrenze bei etwa 130 dB. Geräusche über diesem Pegel können das Gehör dauerhaft schädigen und somit zu Schwerhörigkeit führen. Die untere Hörgrenze, die sogenannte Hörschwelle, bezeichnet die Lautstärke, bei der eine Person einen Ton von 1.000 Hz gerade noch wahrnimmt. Die Hörschwelle liegt bei 0 dB. Bei Schwerhörigkeit liegt die Hörschwelle für bestimmte oder alle Frequenzen deutlich höher.

Einteilung der Schwerhörigkeit

Je nachdem, wo die Schwerhörigkeit auftritt, unterscheiden Experten drei Formen:

  • Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit gelangt der Schall nicht mehr ausreichend vom Außenohr über das Mittelohr bis ins Innenohr. Dies ist zum Beispiel bei Trommelfellschäden, einer Mittelohrentzündung oder einem verstopften Gehörgang der Fall.
  • Eine Schallempfindungsstörung entsteht durch eine gestörte beziehungsweise verringerte Funktion des Cortischen Organs im Innenohr. Im Cortischen Organ wandeln die Haarzellen die mechanischen Schwingungen in Nervensignale um, die der Hörnerv anschließend an die Hörrinde im Gehirn weiterleitet. Ursachen für Störungen im Innenohr sind beispielsweise langfristige Hörschäden durch permanenten Lärm, aber auch Unfälle (z.B. Schädelbasisbruch). In vielen Fällen ist die genaue Ursache jedoch unbekannt. Schallempfindungsstörungen im Kindesalter sind bei etwa jedem vierten Kind erblich bedingt.
  • Die dritte Form der Schwerhörigkeit ist die sog. Schallverarbeitungsstörung. Diese unterteilt man wiederum in neurale Schwerhörigkeit und zentrale Schwerhörigkeit. Die neurale Schwerhörigkeit betrifft den Hörnerv, der die Nervensignale aus dem Innenohr zur Hörrinde im Gehirn leitet. Bei der zentralen Schwerhörigkeit liegt eine Störung der Hörbahn und/oder Hörrinde vor, sodass die Nervensignale aus dem Innenohr nicht mehr richtig verarbeitet werden können.

Schwerhörigkeit kann akut (plötzlich) auftreten oder chronisch (anhaltend) sein. In den meisten Fällen ist eine akute Schwerhörigkeit nur von kurzer Dauer und verschwindet von selbst. In anderen Fällen bedarf sie, genau wie der chronische Hörschaden, einer Behandlung. Ob und wie gut sich eine Schwerhörigkeit therapieren lässt, ist individuell unterschiedlich.

Je nachdem, welche Lautstärke und Tonhöhe eine Person nicht mehr hört, unterscheiden Ärzte verschiedene Grade der Schwerhörigkeit:

  • geringgradige Schwerhörigkeit: Die Person hört z.B. das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr (Hörverlust von 26 bis 40 dB).
  • mittelgradige Schwerhörigkeit: Die Person nimmt keine Umgebungsgeräusche mehr wahr, z.B. Vogelgezwitscher (Hörverlust von 41 bis 60 dB).
  • hochgradige Schwerhörigkeit: Die Person hört Gespräche nicht mehr (Hörverlust von 61 bis 80 dB).
  • Resthörigkeit oder Taubheit: Die Person hört auch sehr laute Geräusche nicht mehr, z.B. Discomusik (Hörverlust über 81 dB).

Weicht die Hörfähigkeit um maximal 20 dB von der normalen Hörschwelle ab, liegt keine Schwerhörigkeit vor: Dann sprechen Ärzte noch von Normalhörigkeit. Eine Hörstörung liegt vor, wenn der Betroffene einen Hörverlust über 20 dB hat.

Ursachen von Schwerhörigkeit

Für eine Schwerhörigkeit gibt es unterschiedliche Ursachen – je nachdem, ob es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit, eine Schallempfindungsschwerhörigkeit oder eine Schallverarbeitungsstörung handelt.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit liegt vor, wenn der Schall nicht mehr richtig vom Außenohr über das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette an das Innenohr weitergeleitet werden kann. Diese Form der Schwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Sie entsteht beispielsweise durch:

  • Verschluss des Gehörgangs
  • Schäden am Trommelfell
  • Störungen der Gehörknöchelchen oder Ohrtrompete

Diese Form der Schwerhörigkeit kann akut eintreten durch Ursachen wie:

  • vermehrte Bildung von Ohrenschmalz (Zerumen) oder wenn Ohrenschmalz beim Reinigen mit Ohrenstäbchen nach innen geschoben wird
  • Fremdkörper im Gehörgang, z.B. Staub oder bei Kindern oftmals auch kleine Gegenstände, die sie sich beim Spielen aus Neugier in den Gehörgang einführen
  • Wasser im Ohr, das z.B. nach dem Baden oder Schwimmen ins Ohr eingedrungen ist
  • Entzündung der Haut des Gehörgangs (Otitis externa) oder eine lokal begrenzte Entzündung ausgehend von den Haarwurzeln im Gehörgang (Ohrfurunkel) – durch die entzündliche Schwellung der Haut kann der Gehörgang verschließen
  • Durchstechen oder Zerreißen des Trommelfells, z.B. bei der Ohrreinigung oder durch einen Schlag auf das Ohr mit der flachen Hand
  • Verschluss oder Verletzung der Ohrtrompete: Die Ohrtrompete (Tube) ist die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen. Sie gleicht den Luftdruck im Mittelohr aus. Bei Schnupfen kann die Tube durch entzündliche Veränderungen verengt oder ganz verschlossen sein. Bei schnellen Luftdruckveränderungen, z.B. beim Fliegen, Seilbahnfahren oder Tauchen, baut sich so ein Druckunterschied zwischen Mittelohr und äußerem Gehörgang auf, der das Trommelfell dehnt und manchmal zerreißt.
  • Verletzungen im Mittelohr oder Schädelbruch, wodurch die Verbindung zwischen den Gehörknöchelchen unterbrochen ist (Luxation)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann jedoch auch chronisch sein. Ursachen hierfür sind zum Beispiel:

  • angeborene Schalleitungsstörungen aufgrund von fehlentwickelter oder vollständig fehlender Ohrmuschel (Mikrotie), fehlentwickeltem Gehörgang oder angeborenen Fehlbildungen des Mittelohrs (vor allem der Gehörknöchelchen)
  • vermehrtes Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen)
  • Verengungen des Gehörgangs (Stenosen) durch Narben und Entzündungen
  • chronische Mittelohrentzündung
  • chronische Belüftungsstörung der Ohrtrompete (sog. Tubenventilationsstörung): Die Tube ist dauerhaft verschlossen. Besonders bei Kindern kann sich so Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln (sog. Paukenerguss). Heilt die Erkrankung nicht aus, verändert sich die Mittelohrschleimhaut (Tympanosklerose) und es entsteht eine hochgradige Schwerhörigkeit.
  • Otosklerose: Entzündliche Umbauprozesse des Knochens fixieren den Steigbügel (Gehörknöchel) und machen ihn damit unbeweglich – der Schall kann nicht mehr richtig an das Innenohr übertragen werden.
  • Geschwulste: Tumoren im Gehörgang und im Mittelohr können sowohl gutartig als auch bösartig sein, sind aber relativ selten.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit ist eine Form der Schwerhörigkeit, bei der das Innenohr den Schall nicht mehr richtig verarbeiten kann. Sie kann akut auftreten oder chronische Formen annehmen. Für die akute Schallempfindungsschwerhörigkeit können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:

  • Hörsturz: plötzliche, meist einseitige Hörverschlechterung
  • starker Lärm über 140 dB
  • übermäßiger Gebrauch bzw. Missbrauch von Sucht- oder Genussmitteln wie Alkohol, Drogen, Tabak
  • akute Infektionen, die auch das Innenohr betreffen, wie
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • akute und chronische Vergiftungen durch Stoffe, die in der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden, wie Lösungsmittel (z.B. Aminobenzol oder Nitrobenzol), Schwermetalle (bspw. Blei und Quecksilber), Fluor, Kohlenmonoxid und Schwefelkohlenstoff
  • Gewalteinwirkung auf den Schädel, die das Innenohr auch dann schädigen kann, wenn der Schlag nicht direkt auf das Ohr trifft. Dabei können die Schädelknochen die Druckwelle auf das Innenohr weiterleiten (Knochenleitung).
  • Schädelbruch: Bei einem Schädelbruch kann die Bruchlinie durch alle Strukturen des Ohrs gehen. Geht die Bruchlinie durch das Innenohr (Pyramidenquerbruch), kann es zu plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder einer Gesichtsnervenlähmung kommen.
  • Riss der Membranen zwischen Mittelohr und Innenohr (Fensterruptur) durch operative Eingriffe, Gewalteinwirkung, Lärmschäden oder Druckverletzung (Barotrauma)
  • Stresssituationen (psychogene Schwerhörigkeit)

Die chronische Schallempfindungsstörung entsteht zum Beispiel durch folgende Ursachen:

  • angeborene anatomische Fehlbildungen (z.B. unvollständig ausgebildete Hörschnecke) wie auch funktionelle Störungen
  • tägliche mehrstündige Lärmbelastung über 85 dB über lange Zeit, z.B. bei Metallarbeitern, Baggerfahrern, Straßenbauarbeitern oder Disk Jockeys (DJ) ohne entsprechenden Gehörschutz
  • verschiedene Alterungsprozesse im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt: Zunächst verschlechtert sich das Hören der hohen Frequenzen, so hört man beispielsweise das Zirpen der Grillen nicht mehr. Das Sprachverständnis, besonders bei starken Hintergrundgeräuschen, nimmt ab (sog. Cocktailparty-Effekt).
  • Erkrankungen wie Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Gefäßveränderungen (Arteriosklerose) sowie eine Reihe von Immunerkrankungen
  • Druckerhöhung und damit Schädigung der Sinneszellen im Innenohr (Morbus Menière)
  • Schwerhörigkeit aufgrund autoimmuner Antikörper: Diese wurde erstmals 1979 beschrieben und kommt sowohl einzeln als auch in Form von Syndromen (z.B. systemischer Lupus erythematosus) vor.

Schallverarbeitungsstörung

Eine Schwerhörigkeit kann auch mit einer Schallverarbeitungsstörung zusammenhängen. Je nachdem, an welcher Stelle die Schallverarbeitung gestört ist, unterscheidet man eine neurale und zentrale Schwerhörigkeit. Die neurale Schwerhörigkeit betrifft den Hörnerv, die zentrale Schwerhörigkeit die Hörbahn und Hörrinde im Gehirn.

Ursachen einer neuralen Schwerhörigkeit sind beispielsweise:

  • Tumoren des Felsenbeins (Knochen, der das Innenohr umgibt) oder des Kleinhirnbrückenwinkels (Bereich hinter dem Felsenbein, in dem sich viele Hirnnerven befinden)
  • Akustikusneurinom, eine langsam wachsende gutartige Geschwulst am Hör- beziehungsweise Gleichgewichtsnerv
  • entzündlich bedingte Schäden am Felsenbein

Für eine zentrale Schwerhörigkeit kommen folgende Ursachen in Betracht:

  • Schädel-Hirn-Verletzungen, bei denen die Hörrinde verletzt wurde
  • Hirninfarkte (ischämischer Schlaganfall)
  • Hirnblutungen
  • gut- und bösartige Hirntumoren
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis)

Symptome von Schwerhörigkeit

Bei Schwerhörigkeit unterscheiden sich die Symptome je nach Ursache stark in ihrem Ausmaß und ihrer Art. Schwerhörigkeit äußert sich jedoch immer darin, dass die Betroffenen Töne und Geräusche nur noch in abgeschwächter Form wahrnehmen. Je nach Grad der Schwerhörigkeit fallen beispielsweise Gespräche immer schwerer oder Betroffene drehen die Lautstärke von Radio und Fernseher hoch, oftmals ohne dass ihnen ihr Hörproblem bewusst ist. Manchmal nehmen schwerhörige Personen Töne und Wörter auch verzerrt wahr oder können die Informationen, die ihnen jemand erzählt, nur langsam verarbeiten und verstehen.

Eine Schwerhörigkeit kann das soziale Leben beeinträchtigen – bei starker Schwerhörigkeit sind unter Umständen auch depressive Verstimmungen als weitere Symptome beziehungsweise Folge der Hörprobleme möglich.

Im Rahmen einer Schwerhörigkeit können zusätzlich noch weitere, teilweise sehr unterschiedliche Symptome auftreten. In einigen Fällen bemerken Betroffene mit zunehmendem Hörverlust oder nach einem Hörsturz Ohrgeräusche (Tinnitus). Da das Innenohr auch das Gleichgewichtsorgan enthält, kann es bei Veränderungen des Innenohrs zu Schwindelanfällen und Übelkeit kommen.

Diagnose der Schwerhörigkeit

Bei Schwerhörigkeit stellt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) die Diagnose mithilfe verschiedener Tests. Zunächst jedoch befragt der Arzt den Patienten ausführlich nach den Symptomen und Vorerkrankungen (Anamnese). Dabei möchte er zum Beispiel wissen, wann die Schwerhörigkeit erstmals aufgefallen ist und ob noch weitere Beschwerden bestehen.

Bevor der HNO-Arzt die Hörfähigkeit mit einem Hörtest genauer feststellt, nimmt er eine körperliche Untersuchung vor. Zu ihr gehören verschiedene Tests, wie zum Beispiel die Stimmgabelprüfung. Dieser Versuch kann im Rahmen der Diagnose Aufschluss über die Art der Schwerhörigkeit geben (Schallleitung, Schallempfindung). Mithilfe einer Ohrspiegelung (Otoskopie) kann der Arzt mögliche körperliche Veränderungen im Ohr erkennen, etwa einen Riss im Trommelfell.

Bei einer Schwerhörigkeit führt der Arzt zur genauen Diagnose verschiedene Hörtests durch. Diese Tests helfen ihm, die Hörfähigkeit für die einzelnen Tonhöhen (Frequenzen) festzustellen. Dabei ermittelt der Arzt die Töne, die der Erkrankte gerade noch hören kann. Eingetragen in ein Diagramm ergibt das die Hörkurve. Anhand dieser Kurve kann der HNO-Arzt die Schwerhörigkeit noch genauer beurteilen.

Können Betroffene Töne erst bei höheren Lautstärkewerten hören, so weicht die ermittelte Hörkurve von der Normalkurve ab. Mithilfe dieser Hörkurve kann der Arzt auch den Hörverlust in Dezibel errechnen.

Bei einer Schwerhörigkeit kommen meist noch weitere Diagnose-Tests infrage, etwa die Tympanometrie und die Stapedius-Reflexmessung. Hierbei prüft der Arzt die Funktion des Trommelfells und die Schallweiterleitung über die Gehörknöchelchen.

Auch die Messung der sogenannten otoakustischen Emissionen (elektrische Reaktionsaudiometrie) ist aufschlussreich, um der Ursache einer Schwerhörigkeit auf den Grund zu gehen. Hierbei sendet das Ohr einen empfangenen Ton ähnlich eines Echos zurück (otoakustische Emissionen). Dies geschieht allerdings nur beim gesunden Ohr.

Besteht der Verdacht auf stoffwechselbedingte Ursachen für die Schwerhörigkeit, führt der Arzt im weiteren Verlauf der Diagnose zusätzlich Blutuntersuchungen durch.

Wie wird Schwerhörigkeit behandelt?

Bei einer Schwerhörigkeit hängt die Therapie entscheidend von den Ursachen ab. Je nach Krankheitsursache ist meist eine spezielle Behandlung notwendig. Diese kann bei der Schwerhörigkeit von medikamentösen oder operativen Maßnahmen bis hin zur Anpassung eines Hörgeräts gehen. Hörgeräte lassen sich hinter dem Ohr tragen oder sind als dezente In-Ohr-Geräte erhältlich. Ein Hörgeräteakustiker berät über die einzelnen Möglichkeiten und passt das Hörgerät individuell an.

Eine psychotherapeutische Behandlung ist bei Schwerhörigkeit als ergänzende Therapie sinnvoll, wenn die Hörminderung durch Stress bedingt ist oder der Betroffene durch die Einschränkungen im sozialen Leben zum Beispiel unter depressiven Verstimmungen leidet.

Besteht die Ursache der Schwerhörigkeit lediglich darin, dass das Ohr durch einen Fremdkörper verlegt ist (z.B. durch zu viel Ohrenschmalz), wird der Arzt diesen entfernen.

Schwerhörigkeit: Verlauf

Bei Schwerhörigkeit kann der Verlauf sehr unterschiedlich sein und hängt von der auslösenden Ursache ab. Bei Anzeichen von Schwerhörigkeit oder anderen Hörproblemen ist es in jedem Fall wichtig, baldmöglichst einen HNO-Arzt aufzusuchen.

Gelegentlich ist der Gehörgang von Ohrenschmalz verschlossen, das der Arzt leicht entfernen kann. In anderen Fällen ist der Arztbesuch sinnvoll, um neben den Ursachen das genaue Maß der Schwerhörigkeit zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu finden.

Vor allem bei Kindern ist es wichtig, angeborene sowie erworbene Hörfehler so früh wie möglich festzustellen, da sich durch die Schwerhörigkeit im weiteren Verlauf auch Sprachschwierigkeiten entwickeln können.

Der Schwerhörigkeit vorbeugen

Einer Schwerhörigkeit lässt sich teilweise vorbeugen, indem Sie Ihre Ohren nicht dauerhaft übermäßigem Lärm aussetzen. Das gilt sowohl im Arbeitsbereich als auch in der Freizeit. Am Arbeitsplatz sorgen gesetzliche Bestimmungen für ausreichenden Hörschutz. Zum Beispiel müssen Menschen, die bei einem Lärmpegel von mehr als 85 Dezibel arbeiten, einen Gehörschutz tragen.

Doch auch Freizeitlärm kann das Gehör schädigen und zu Schwerhörigkeit führen: Oft erreicht Musik zum Beispiel in Diskotheken oder auf Konzerten gesundheitsschädliche Lautstärken. Deshalb ist es auch im Freizeitbereich sinnvoll, bei Lärm auf einen Gehörschutz zu achten, zum Beispiel mit Wattestopfen oder Ohrstöpseln aus Schaumstoff. Auf diese Weise können Sie einem Lärmschaden und Schwerhörigkeit zumindest teilweise vorbeugen.

Wichtig ist außerdem, Musik von entsprechenden Geräten (etwa Mp3-Player) nicht häufig und nicht in voller Lautstärke zu hören. Gönnen Sie Ihrem Gehör so häufig wie möglich wohltuende Ruhe und schützen Sie es vor Lärm – und damit vor Schwerhörigkeit.

Auch einem chronischen Verlauf einer Schwerhörigkeit kann man vorbeugen: Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr richtig hören zu können, sollten Sie möglichst zügig einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Er kann gegebenenfalls durch eine geeignete Therapie das Hörvermögen wieder herstellen oder verhindern, dass die Schwerhörigkeit weiter zunimmt. Generell gilt:

Ein plötzlicher Hörverlust ist eine medizinische Notfallsituation und muss durch einen Arzt abgeklärt werden!