Eine Frau putzt sich die Nase.
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Verstopfte Nase

Von einer "verstopften Nase" spricht man, wenn die Nasenschleimhaut anschwillt und vermehrt Schleim bildet. Oft ist eine Erkältung der Auslöser. Es gibt aber auch andere mögliche Ursachen – etwa Allergien oder bestimmte Medikamente. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden gut in den Griff bekommen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Verstopfte Nase

Eine verstopfte Nase ist in der Regel kein Grund zur Sorge, aber äußerst unangenehm. Da sich das Problem im Liegen verstärkt, leidet mitunter der Schlaf. Außerdem geht die Schwellung der Nasenschleimhaut oft noch mit weiteren Beschwerden einher, etwa mit einer Riechstörung, Schnarchen und Kopfschmerzen. Atmet man aufgrund der verstopften Nase verstärkt durch den Mund, kann es auch zu Halsschmerzen kommen, oder – bei chronisch verstopfter Nase – sogar zu einer Rachen- oder Kehlkopfentzündung.

Babys macht eine verstopfte Nase besonders zu schaffen, da ihr Nasenrücken flach ist, und sie noch nicht gelernt haben, durch den Mund zu atmen oder sich zu schnäuzen. Deshalb können sie bei Schnupfen meist nicht gut schlafen und haben Probleme beim Trinken.

Ist ein leichter Infekt die Ursache, klingen die Beschwerden meist nach ein paar Tagen von selbst ab. Ist eine andere Erkrankung der Grund für die verstopfte Nase, gibt es in den meisten Fällen wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Nasenspray ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen man eine verstopfte Nase wieder freibekommen kann.

Verstopfte Nase – Wissenswertes
  • Eine verstopfte Nase erschwert das Atmen oder macht es sogar ganz unmöglich, durch die Nase Luft zu holen.
  • Häufig stecken Erkältungskrankheiten oder Allergien hinter der behinderten Nasenatmung. Dann ...
  • ... schwillt die Nase zu und lässt nur wenig oder gar keine Luft hindurch. Auch bei ...
  • ... trockener Luft kann die Nase zuschwellen.
  • Bei manchen Betroffenen hat sich das Innere der Nase verändert und behindert dadurch die Atmung. Das kann ...
  • ... zum Beispiel durch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand geschehen.
  • Befindet sich ein Hindernis in der Nase, kann das ebenfalls die Nasenatmung behindern, etwa wenn ein Fremdkörper in der Nase steckt oder ...
  • ... sich in der Nase Polypen oder ein Tumor gebildet haben.
  • In manchen Fällen ist der Versuch, eine verstopfte Nase freizubekommen, Schuld an einer dauerhaft verstopften Nase. Das kann passieren, wenn ...
  • ... man abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays länger als sieben bis zehn Tage benutzt. Das ...
  • ... kann abhängig machen und die Nase ständig zuschwellen lassen. Denn ...
  • ... die längerfristige Verwendung von abschwellenden Nasensprays bewirkt, dass ...
  • ... die Bindestellen für den Wirkstoff in der Nasenschleimhaut weniger werden. Als Folge ...
  • ... wirkt der Nasenspray weniger gut und lässt die Nase schlechter abschwellen ...
  • ... bzw. benötigt man immer häufiger Nasenspray, um die Nase freizubekommen.
  • Aber auch ein Schlag auf die Nase, etwa durch einen Sport- oder Verkehrsunfall, kann die Nase zuschwellen lassen.
  • Eine zugeschwollene Nase kann sehr unangenehm sein, insbesondere in der Nacht. Häufig muss man dann durch den Mund atmen.
  • Wer eine verstopfte Nase hat, schnarcht zudem häufig im Schlaf.
  • Wie eine verstopfte Nase behandelt wird, hängt von der jeweiligen Ursache ab.
  • Eine Erkältung beispielsweise klingt in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab und so auch die Schwellung der Nasenschleimhaut.
  • Ist die Nase im Rahmen einer Allergie (z.B. Heuschnupfen) zugeschwollen, können antiallergische Medikamente helfen.
  • Behindern Polypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand die Nasenatmung, kann ein operativer Eingriff notwendig sein.
  • Gerade bei Kindern passiert es immer wieder, dass ein Fremdkörper in die Nase gerät und diese verstopft. Hier hilft es manchmal schon ...
  • ... die Nase kräftig zu schnäuzen, um den Fremdkörper loszuwerden. Gelingt das nicht, ...
  • ... kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt das Objekt entfernen.
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Was genau passiert, wenn die Nase verstopft?

Eingeatmete Luft gelangt zunächst in die Nasenhöhle, die durch die Nasenscheidewand in die linke und rechte Nasenhöhle gegliedert ist. Die Nasenhöhlen sind wiederum durch die sogenannten Nasenmuscheln in drei offene Kammern untergliedert.

Die Nasenhöhlen und die Nasenmuscheln sind mit Schleimhaut bedeckt. Die tiefer liegenden Schichten der Nasenschleimhaut sind von einem Geflecht aus Blutgefäßen durchzogen. In den Nasenmuscheln befinden sich in diesem Geflecht auch sogenannte Schwellkörper. Diese können sich, wenn sie über Nervensignale einen entsprechenden Befehl erhalten, weiten und verstärkt mit Blut füllen. Die Folge: Die Schleimhaut schwillt an.

Verstopfte Nase: Ursachen

Häufig führt eine Erkältung zu einer verstopften Nase. Dabei gelangen bestimmte Viren (v.a. Rhino-, Adeno- und Coronaviren) in die Nasenschleimhaut und rufen dort eine Entzündung hervor. Durch die Entzündung schwillt die Nasenschleimhaut an und produziert vermehrt Schleim (Sekret), sodass die Luft nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen kann.

Auch Allergien können Schnupfen hervorrufen – zum Beispiel eine Tierhaarallergie oder Heuschnupfen. Im Gegensatz zu einer Erkältung geht allergischer Schnupfen oft mit Juckreiz einher, meist im Nasen-Rachen-Bereich, in den Ohren oder in den Augen. Auch tritt er typischerweise nur auf, wenn man mit den Allergenen in Kontakt gekommen ist.

Übrigens: Dass oft nur ein Loch verstopft ist, hängt mit dem sogenannten Nasenzyklus zusammen: Es hat sich gezeigt, dass die Schleimhäute der linken und rechten Nasenmuschel abwechselnd an- und abschwellen, und zwar in Abständen von etwa zwei Stunden. Der Nasenzyklus findet auch bei Gesunden statt. Wer einen Schnupfen hat, merkt ihn nur stärker, weil die Schwellung dann deutlich stärker ist.

Verstopfte Nase ohne Schnupfen

Die Nase kann auch ohne Schnupfen verstopfen, etwa

Verstopfte Nase nachts bzw. im Liegen

Dass die Nasenschleimhaut nachts stärker anschwillt, ist normal: Der Kopf befindet sich dann auf einer Ebene mit dem Rest des Körpers, sodass sich durch die Schwerkraft mehr Flüssigkeit in der oberen Körperhälfte sammelt. Darum bessern sich die Beschwerden meist, wenn man mit erhöhtem Oberkörper schläft.

Hilft das nicht, könnte zum Beispiel eine Allergie gegen Hausstaubmilben der Grund sein. Diese besiedeln unter anderem die Matratze, das Bettzeug sowie das Kopfkissen.

Verstopfte Nase bei Babys und Kindern

Auch bei Babys und Kindern ist die häufigste Ursache für eine verstopfte Nase ein Schnupfen, verursacht entweder durch eine Erkältung oder eine Allergie. Wenn bei einem Kind nur ein Nasenloch verstopft ist, könnte auch ein Fremdkörper schuld sein, etwa eine Erbse oder ein Kleinteil eines Spielzeugs. In diesem Fall läuft typischerweise ein übelriechendes Sekret aus der anderen Nasenhöhle.

Bei Kleinkindern können auch vergrößerte Rachenmandeln zu einer verstopften Nase führen. Oft macht sich dies auch dadurch bemerkbar, dass die Kinder schnarchen, die meiste Zeit durch den Mund atmen und ihre Stimme näselnd klingt.

Verstopfte Nase in der Schwangerschaft

Viele Schwangere erkranken an einer sogenannten Schwangerschaftsrhinitis, die mehrere Wochen anhält, und mit einer verstopften Nase einhergeht. Die Ursache ist bislang nicht geklärt. Wahrscheinlich spielt der erhöhte Spiegel des Hormons Östrogen eine Rolle. Außerdem scheinen bestimmte Risikofaktoren die Erkrankung zu begünstigen, etwa Rauchen sowie eine Hausstauballergie.

Neben der Schwangerschaftsrhinitis können auch Infekte oder Allergien bei Schwangeren zu einer verstopften Nase führen. Allergische Beschwerden können sich während der Schwangerschaft verbessern, aber auch verstärken.

Auch wenn Schnupfen oder Allergien während der Schwangerschaft meist ungefährlich sind, ist es empfehlenswert, die Beschwerden vom Arzt abklären zu lassen – zumindest, wenn sie immer wieder auftreten oder über Wochen anhalten. Sowohl im Falle einer Allergie als auch bei einer Schwangerschaftsrhinitis gibt es Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Der Arzt kann die Ursache des Schnupfens feststellen und entscheiden, welche Behandlungsmaßnahmen infrage kommen.

Verstopfte Nase: Diagnose

Bei einer verstopften Nase muss man nicht gleich zum Arzt gehen. Ist ein leichter Infekt die Ursache, geht der Schnupfen gewöhnlich von selbst wieder zurück.

Bestehen die Beschwerden jedoch länger oder treten sie immer wieder auf, sollte man sie vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) abklären lassen. Dieser wird zunächst ein paar Fragen stellen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann ist die Nase verstopft und wie oft?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Niesen oder Kribbeln in der Nase?
  • Ist das Nasensekret eitrig oder blutig?
  • Sind die Augen gereizt?
  • Besteht Husten?
  • Sind Allergien oder Vorerkrankungen (wie Nasenpolypen) bekannt, die zu einer verstopften Nase führen können?
  • Benutzen Sie regelmäßig Nasenspray, oder nehmen Sie regelmäßig andere Medikamente ein?

Nach dem Gespräch untersucht der Arzt die Nase von innen. Dazu verwendet der Arzt ein sogenanntes Nasenspekulum, ein zangenförmiges Instrument, mit dem sich die Nasenlöcher weiter öffnen lassen. Mit dem Nasenspekulum kann sich der Arzt einen besseren Blick auf die vorderen Nasengänge und die Nasenhöhle verschaffen und zum Beispiel eine Verformung der Nasenscheidewand feststellen.

Um die Nasennebenhöhlen und die Nasenschleimhaut beurteilen zu können, ist eine Nasenspiegelung mithilfe eines Endoskops notwendig. Das ist eine dünne und bewegliche Plastikröhre oder ein feines Metallröhrchen, an dessen Ende ein Lichtquelle und eine Kamera befestigt sind. Das Endoskop lässt sich über die Nasenlöcher oder den Mund einführen.

Falls erforderlich, kann der Arzt bei der Untersuchung auch Nasensekret oder Nasenschleimhaut entnehmen. Um die Diagnose zu sichern, lässt der Arzt das entnommene Material unter dem Mikroskop auf mögliche Krankheitserreger oder Gewebeveränderungen untersuchen.

Manchmal sind auch weitere Untersuchungen erforderlich, zum Beispiel:

Video: Erkältungsmythen im Check

Verstopfte Nase: Behandlung & Hausmittel

Wer erkältet ist und eine verstopfte Nase hat, greift meist früher oder später zum Nasenspray. Der darin enthaltene Wirkstoff (z.B. Oxymetazolin oder Xylometazolin) bewirken, dass die Nasenschleimhaut rasch abschwillt. Das Problem: Die Schleimhaut "gewöhnt" sich an den Wirkstoff. Verwendet man das Spray länger als fünf bis sieben Tage, kann dies dazu führen, dass die Nase längerfristig zuschwillt.

Darum ist es wichtig, Nasenspray so selten wie möglich einzusetzen, und nur so lange, bis eine Besserung eingetreten ist. Auch kann es sinnvoll sein, zunächst andere Maßnahmen auszuprobieren, bis der Infekt abgeklungen ist.

Wenn die Nase chronisch verstopft ist, sollte man zunächst die Ursache abklären lassen und gezielt behandeln. Im Falle einer Allergie können Antihistaminika und – längerfristig – eine Hyposensibilisierung helfen. Nasenpolypen oder eine Nasenscheidewand-Verkrümmung lassen sich operativ entfernen beziehungsweise korrigieren.

Fremdkörper, welche die Nase verstopfen, lassen sich manchmal durch heftiges Schnäuzen entfernen. Ist dies nicht möglich, kann der HNO-Arzt sie mit Instrumenten, gegebenenfalls im Rahmen einer Endoskopie, entfernen.

Hausmittel bei verstopfter Nase: Nase frei bekommen ohne Nasenspray

Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen eine verstopfte Nase zählen:

  • Inhalation von Dampf: Ist die Nasenschleimhaut zu trocken, reagiert sie empfindlicher auf Reize und schwillt leichter an. Darum ist es sinnvoll, sie feucht zu halten. Dampfbäder eigenen sich dazu. Außerdem sollte man dafür sorgen, dass die Raumluft nicht zu trocken ist.
  • Nasenspülung mit Salzwasser: Durch die Spülung sollen der Schleim und darin enthaltenen Keime aus der Nase geschwemmt werden. Das Kochsalz wirkt außerdem keimtötend. Ob diese Maßnahme wirklich hilft, ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht. Da – anders als beim Nasenspray – keine Nebenwirkungen zu erwarten sind, kann es aber nicht schaden, die Nasenspülung auszuprobieren.

Menschen mit empfindlicher, dauerhaft zugeschwollener Nasenschleimhaut hilft es, sich nicht zu lange in sehr trockenen und rauchigen Räumen aufzuhalten. Wer häufig unter einer trockenen Nasenschleimhaut und infolgedessen unter einer verstopften Nase leidet, kann auf Meerwasser-Nasenspray oder spezielle Nasensalben zurückgreifen. Diese Präparate befeuchten die Nasenschleimhaut nachhaltig und haben in der Regel keine Nebenwirkungen.

Verstopfte Nase beim Baby: Was tun?

Auch für Säuglinge und Kleinkinder gibt es Nasentropfen und Nasensprays mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin. Diese sind schwächer dosiert und bei kurzfristiger Anwendung nicht gefährlich. Oft ist es jedoch möglich, dem Kind die Atmung durch andere Maßnahmen zu erleichtern:

  • Auch bei Säuglingen und Babys können Nasentropfen mit einer Salzlösung helfen, um die Nase wieder freizubekommen. Diese lassen sich einfach selbst herstellen (ein Gramm Speisesalz in 100 Milliliter Wasser auflösen) und haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Vor der Anwendung sollte man die Salzlösung mindestens eine Minute lang abkochen, um eventuell enthaltene Keime abzutöten, und anschließend abkühlen lassen.
  • Um ein feuchtes Raumklima zu schaffen, kann man feuchte Handtücher im Schlafzimmer aufhängen.
  • Das Kind sollte ausreichend trinken, damit der Schleim möglichst flüssig bleibt und leicht abfließen kann.
  • Zähles Sekret lässt sich mit mithilfe von Nasensaugern entfernen, die es etwa in Drogerien oder Apotheken zu kaufen gibt.