Eine Frau putzt sich die Nase
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Grüner Schleim in der Nase oder beim Husten

Viele Menschen halten grünen Schleim für ein Warnzeichen. Bedeutet grüner Auswurf wirklich, dass eine bakterielle Infektion vorliegt und ein Antibiotikum nötig ist?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Grüner Schleim: Daher kommt die Farbe

Im Laufe einer normalen Erkältung wechselt das Nasensekret innerhalb weniger Tage natürlicherweise seine Farbe und Konsistenz: von klar und eher dünnflüssig hin zu gelblich-grünlich und dickflüssig. Zwar enthält der Nasenschleim auch Bakterien, sie besiedeln aber regulär die Schleimhaut und sind nicht bestimmend für die Krankheit.

Hauptverantwortlich für die Färbung des Sekrets sind körpereigene Abwehrzellen – weiße Blutkörperchen –, die gegen die Erkältungsviren angerückt sind und sie bekämpft haben. Hinzu kommen Zellbestandteile der Nasenschleimhaut, Enzyme und abgetötete Erreger. Diese Mischung macht den Farbton aus.

Wann sind Antibiotika bei grünem Schleim nötig?

Grüner "Rotz" in der Nase ist also nicht gleichbedeutend mit einer bakteriellen Infektion. Auch bei einer Bronchitis spricht grüner Schleim nicht unbedingt für einen bakteriellen Infekt der Bronchien. Ein Antibiotikum ist deshalb normalerweise nicht nötig, denn dieses wirkt ausschließlich gegen Bakterien.

Die unnötige Einnahme eines Antibiotikums begünstigt sogar, dass sich unter den Bakterien resistente Formen bilden. Das heißt, dass diese Formen bei einem erneuten Einsatz eines bestimmten Wirkstoffs nicht mehr empfindlich auf ihn reagieren, ihn also "überleben" können.

In grünem Schleim finden sich dennoch häufiger bakterielle Erreger als in farblosem Schleim. Denn wenn die Schleimhaut der Atemwege durch die Viren angegriffen ist, können sich dort leichter Bakterien ansiedeln und eine Superinfektion verursachen.

In einer Studie mit 241 ansonsten gesunden Menschen, die akuten Husten mit gelb oder grün verfärbtem Auswurf (Sputum) hatten, ließen sich jedoch nur bei zwölf Prozent bakterielle Erreger nachweisen.

Entsprechend zeigen Studien, dass Antibiotika Patient*innen mit grünem Sputum nur in wenigen Fällen dabei halfen, schneller zu genesen.

Grüner Schleim: Wann zum Arzt?

Wann also spricht grüner Schleim für eine bakterielle Erkrankung?

Die hausärztliche Praxis aufsuchen sollte, wer …

Auch wenn der grüne Schleim in der Nase und/oder beim Husten über mehrere Tage hinweg bestehen bleibt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Grüner Nasenschleim: Das hilft

Sofern keine Therapie mit Antibiotika nötig ist, können einfache Hausmittel helfen, den grünen Nasenschleim loszuwerden:

  • Ein Dampfbad zum Beispiel mit Kamillentee
  • Nasenduschen mit Salzwasser
  • Frische Luft
  • Ausreichend trinken

Außerdem können Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin dabei helfen, die Nasenschleimhaut abzuschwellen und besser durchatmen zu können.