Eine Frau putzt sich die Nase
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Gelber Schleim in der Nase: Ein Warnzeichen?

Gelber Schleim in der Nase ist für viele Menschen ein Alarmzeichen für eine bakterielle Infektion. Stimmt das? Was gelber Schnupfen bedeutet und ob es nötig ist, deshalb Antibiotika zu nehmen.

Gelber Schleim in der Nase: Liegt eine bakterielle Entzündung vor?

Bei einer Erkältung ist das Nasensekret zunächst noch wässrig und klar und wird dann in der Regel weißlich-trüb und zäh. Färbt sich der Schleim aus Nase oder auch Rachen später gelb oder grün, zeigt das zunächst nur an, dass das Immunsystem gegen den viralen Infekt ankämpft.

Die gelbe Farbe des Sekrets wird von abgestorbenen Immunzellen und abgetöteten Erregern hervorgerufen, die über den Nasenschleim oder Rachenschleim entsorgt werden.

Tendenziell finden sich in gelbem oder auch grünem Schleim zwar häufiger bakterielle Erreger als in klarem. Allerdings weisen längst nicht alle Sputum-Proben mit gelber oder grüner Farbe bakterielle Erreger auf. Gelber Nasenschleim bedeutet also nicht, dass in jedem Fall eine bakterielle Infektion vorliegt.

Gelber Schleim in der Nase: Sind Antibiotika nötig?

Die Gabe eines Antibiotikums ist nur nötig und überhaupt hilfreich, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Liegt ausschließlich eine virale Infektion vor, werden Erkrankte durch die Gabe von Antibiotika nicht schneller gesund. Und haben womöglich auch noch mit unerwünschten Nebenwirkungen der Medikamente wie etwa Übelkeit zu kämpfen. Der Einsatz von Antibiotika fördert außerdem die Entstehung von Resistenzen. Dann hilft das Medikament womöglich nicht mehr, wenn es wirklich einmal gebraucht wird.

Gelber oder grüner Schleim an sich ist also noch kein Grund für die Gabe antibakterieller Medikamente. Einer britischen Studie zufolge bekommen Personen, die sich in der ärztlichen Praxis mit Husten mit gelbem oder grünem Schleim vorstellen, dennoch rund dreimal häufiger Antibiotika verschrieben – häufig unnötig.

Gelber Schleim in der Nase: Ärztlich abklären?

Manchmal können sich auf der durch die Erkältungsviren gereizten Schleimhaut zusätzlich Bakterien wie Pneumokokken oder Streptokokken vermehren. Dann kommt es zu einer Superinfektion wie einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung. In diesem Fall sollte die hausärztliche Praxis aufgesucht werden. In Absprache mit der*dem Ärzt*in kann dann auch die Einnahme von Antibiotika nötig sein.

Folgende Symptome sprechen für eine bakterielle Infektion:

  • Fieber ab 38 Grad Celsius
  • ein erhöhter Puls
  • starke Schmerzen zum Beispiel in den Nebenhöhlen
  • Abgeschlagenheit

Ein viraler Schnupfen ist nach etwa sieben Tagen ausgestanden. Hält der Schnupfen länger an, deutet das ebenfalls auf eine bakterielle Infektion hin. 

Gelber Schleim in der Nase: Was tun?

Liegt keine bakterielle Infektion vor, können folgende Hausmittel bei Schnupfen mit gelbem Nasenschleim helfen:

  • Ein Dampfbad zum Beispiel mit Kamillentee kann die Nase wieder freimachen
  • Ausreichend trinken
  • Nasenspülungen mit Salzwasser befeuchten die Schleimhäute und können helfen, Schleim loszuwerden
  • Frische Luft, denn zu trockene Wohnungsluft trocknet die Schleimhäute aus

Außerdem können Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin dabei helfen, die Nasenschleimhaut abzuschwellen.