Ein Mann hat nach dem Essen Magenprobleme.
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Sodbrennen

Es fühlt sich an, als würde Säure den Hals hochsteigen. Und tatsächlich entsteht Sodbrennen, wenn saurer Magensaft in die Speiseröhre fließt. Häufig lösen bestimmte Lebensmittel die Beschwerden aus, doch auch eine Schwangerschaft kann Sodbrennen hervorrufen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Sodbrennen

Was ist Sodbrennen?
Sodbrennen ist ein brennendes Gefühl, welches vom Oberbauch bis in den Hals reichen kann. Es entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre fließt (Reflux).

Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Problem: In westlichen Ländern haben etwa 20 von 100 Menschen regelmäßig mit dem unangenehmen Brennen in der Speiseröhre zu kämpfen. Bei vielen von ihnen treten weitere Symptome wie saures Aufstoßen hinzu. Typischerweise zeigen sich die Beschwerden nach Mahlzeiten.

Meist ist Sodbrennen harmlos und kein Grund zur Sorge. Wer etwa in der Schwangerschaft oder einer stressigen Lebensphase erstmals unter Sodbrennen leidet, hat gute Chancen, dass die Beschwerden wieder verschwinden, sobald die Schwangerschaft beziehungsweise der Stress vorüber ist.

Wer häufig oder über längere Zeiträume hinweg Sodbrennen hat, sollte jedoch in jedem Fall zum Arzt gehen. Denn auf Dauer schadet die aufsteigende Magensäure der Schleimhaut der Speiseröhre. Solche Schleimhautschäden – Mediziner sprechen von "Erosionen" – lassen sich durch eine frühzeitige Behandlung meist vermeiden.

Sodbrennen: Ursachen

Sodbrennen entsteht, wenn der Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört ist. Der Magen ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die ihn vor der Magensäure schützt und dagegen unempfindlich macht. Die Speiseröhre hingegen verfügt nicht über eine solche Schutzschicht – daher schmerzt es, wenn sie mit der aufsteigenden Magensäure in Kontakt kommt.

Sodbrennen ist das wichtigste Symptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). Der Name leitet sich von den medizinischen Fachbegriffen für Magen (Gaster) und Speiseröhre (Ösophagus) ab. In westlichen Industrienationen sind etwa 10 bis 20 von 100 Menschen der Bevölkerung von dieser Erkrankung betroffen. Etwa 75 Prozent aller Menschen, die am GERD leiden, haben Sodbrennen. Häufige Ursache der Krankheit ist eine Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre, des sogenannten unteren Ösophagussphinkters (UÖS).

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Für die Schwäche des Schließmuskels kann es jedoch auch andere Ursachen geben als die Refluxkrankheit. Sehr häufig tritt Sodbrennen in der Schwangerschaft auf. Die hormonellen Veränderungen können dazu führen, dass der schützende Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schlaffer wird. Zusätzlich wächst die Gebärmutter und drückt auf den Magen. Letztlich gibt der Schließmuskel so leichter nach und der Magensaft kann in die Speiseröhre fließen. Sodbrennen tritt bei rund der Hälfte aller Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft auf.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Auch bestimmte Ernährungsweisen und Genussmittel können Sodbrennen auslösen. Alkohol oder Nikotin beispielsweise bewirken, dass die Muskulatur, welche die Speiseröhre vom Magen trennt, erschlafft. Orangensaft oder scharfe Gewürze (Chili) reizen die Speiseröhrenschleimhaut. Zudem gibt es Speisen, Getränke und Genussmittel, die die Säureproduktion im Magen anregen. Dazu zählen:

  • fettige, saure, scharfe und würzige Lebensmittel
  • Schokolade oder anderen Süßigkeiten
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte
  • Kaffee
  • schwarzer Tee

Weitere mögliche Ursachen von Sodbrennen sind:

Sind keinerlei krankhafte Veränderungen im Magen nachweisbar, können die Beschwerden unter Umständen mit einem Reizmagen zusammenhängen. Ein Reizmagen entsteht oftmals dann, wenn die Magenbeweglichkeit eingeschränkt ist. Dabei ist die Muskulatur der Magenwand zu träge, oder sie bewegt sich unkoordiniert, sodass die Nahrung nicht reibungslos abtransportiert wird und zu lange im Magen verbleibt. Der Mageninhalt kann dann zurück in die Speiseröhre gelangen und Sodbrennen auslösen.

Sodbrennen: Diagnose

Um eine genaue Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) auf. Hierzu stellt er ein paar Fragen, zum Beispiel:

  • Seit wann besteht das Sodbrennen?
  • Wie häufig tritt es auf? Verdacht auf die Refluxkrankheit besteht, wenn die Beschwerden mindestens einmal pro Woche vorkommen und die Lebensqualität beeinträchtigt ist.
  • Verstärkt sich das Sodbrennen nach den Mahlzeiten oder im Liegen?
  • Haben Sie noch andere Beschwerden und/oder Vorerkrankungen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

An die Anamnese schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an. Hat der Arzt den Verdacht, dass eine Refluxkrankheit die Ursache des Sodbrennens ist, kann er eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms durchführen (Ösophago-Gastro-Duodendoskopie). Mithilfe dieser Untersuchungen kann er feststellen, ob und in welchem Ausmaß die Schleimhaut in diesem Bereich entzündet ist.

Die sogenannte 24-Stunden-pH-Metrie bietet zusätzlich die Möglichkeit, den Säuregehalt (pH-Wert) in der unteren Speiseröhre – und damit den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre – kontinuierlich über 24 Stunden zu messen. Gegebenenfalls sind bei Sodbrennen weitere Untersuchungen sinnvoll, etwa eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder eine Röntgenuntersuchung.

Zum Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori, das die Magenschleimhaut infiziert und ebenfalls zu Sodbrennen führen kann, kann der Arzt einen Atemtest oder den sogenannten Urease-Schnelltest durchführen. Dazu wird eine Gewebeprobe aus der Magenschleimhaut entnommen und in ein Testmedium gegeben. Dieses färbt sich rot, sofern eine Infektion mit dem Bakterium vorliegt.

Was hilft bei Sodbrennen?

Bei Sodbrennen richtet sich die Therapie nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Falls Sodbrennen im Liegen auftritt, kann es helfen, das Kopfende des Betts hochzustellen oder ein weiteres Kopfkissen zu benutzen. So kann während des Schlafens die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre aufsteigen.

Bei leichtem Sodbrennen reicht es oft schon aus, all jene Lebensmittel zu meiden oder nur noch in Maßen zu konsumieren, die zu den Beschwerden führen. Auch Alkohol und Nikotin sollte man meiden. Zudem empfiehlt es sich, vor dem Schlafengehen nur noch kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Idealerweise sollte die letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen mindestens drei Stunden zurückliegen.

Bei häufigem Sodbrennen sind im Rahmen der Therapie oftmals Medikamente erforderlich, um zu verhindern, dass es nicht zu einer weiteren Entzündung der Speiseröhre kommt. Bleibt die Speiseröhre dauerhaft entzündet, erhöht sich zum Beispiel das Risiko für die Ausbildung eines bösartigen Tumors (Speiseröhrenkrebs). Um die Produktion von Magensäure zu hemmen, werden vor allem sogenannte Protonenpumpenhemmer (z.B. die Wirkstoffe Pantoprazol oder Omeprazol) eingesetzt. Alternativ sind H2-Blocker (wie Ranitidin) sowie säurebindende Mittel (sog. Antazida wie Aluminiumhydroxid , Magnesiumhydroxid) möglich.

Ist die Refluxkrankheit für das Sodbrennen verantwortlich, kann in manchen Fällen auch ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Ein gängiges Operationsverfahren ist die Fundoplicatio, bei der der obere Teil des Magens in Form einer Manschette um die Speiseröhrenmündung gelegt und dort vernäht wird. Wenn sich der Magen mit Essen füllt, füllt sich auch die Manschette, wird dadurch größer und schließt sich um die Speiseröhrenmündung. Auf diese Weise kann der Schließmuskel gestützt werden.

Hat der Arzt einen Reizmagen diagnostiziert, kann eine Therapie helfen, die darauf abzielt, die gereizte Magenmuskulatur zu beruhigen und die Magenbewegung zu regulieren. Zum Einsatz kommen können zum Beispiel sogenannte Spasmolytika, die den Spannungszustand der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt herabsetzen sowie Prokinetika, welche die Beweglichkeit des Verdauungstraktes fördern.

Liegt dem Sodbrennen eine Infektionskrankheit (z.B. Helicobacter-pylori-Infektion) zugrunde, muss der Arzt diese mit Antibiotika behandeln.

Was hilft bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?
Schwangere sollten vorab mit ihrem Frauenarzt oder Hausarzt besprechen, welche Mittel sie gegen Sodbrennen einnehmen dürfen. Es ist besonders wichtig, dass Schwangere beispielsweise darauf achten, nach dem Essen mit erhöhtem Oberkörper zu liegen, kleinere Portionen zu sich zu nehmen und nicht zu spät zu essen. Säurebindende Nahrungsmittel wie Haferflocken oder Mandeln können hilfreich sein.

Helfen Hausmittel wie Milch gegen Sodbrennen?

Manche Menschen mit Sodbrennen versuchen, das Brennen in der Speiseröhre mit einem Schluck Milch zu "löschen". Andere versuchen, die Beschwerden mit Tee, Mandeln oder Heilerde in den Griff zu bekommen. Ob und inwieweit sich Sodbrennen tatsächlich durch diese und andere Hausmittel lindern lässt, ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.

Beachten Sie: Fragen Sie vor der Anwendung Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.