Das Bild zeigt Hanfblätter.
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Hanf, Cannabis, Haschisch & Marihuana

Nach Tabak und Alkohol ist Cannabis hierzulande die am häufigsten konsumierte Droge. Cannabis, der umgangssprachlich auch als Hanf bekannt ist, wird meist zu Haschisch oder Marihuana verarbeitet. Doch Vorsicht: Der eintretende Rauschzustand birgt Gefahren.

Überblick

Cannabis zählt zur Gattung der Hanfgewächse. Der wichtigste psychoaktive Inhaltsstoff (also ein auf die Psyche wirkender Stoff) von Hanfprodukten ist das Tetrahydrocannabinol (THC). THC wird in Form von Haschisch (auch Hasch, Dope, Shit) oder Marihuana (Gras) oder selten auch von Haschischöl konsumiert. Dabei kommen in der Regel die weiblichen Pflanzen zum Einsatz, da diese einen höheren THC-Gehalt aufweisen.

In Deutschland ist Cannabis auch unter dem Begriff Hanf bekannt. Zudem sind in der Szene diverse Namen für Cannabisprodukte in Gebrauch, wie zum Beispiel Brock, Brown, Dope, Heu, Kiff, Pott, Shit, Stuff oder Tea.

Zu den Konsumenten von Cannabis-Produkten zählen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Wie ein Rausch verläuft, ist nicht vorhersehbar: Die Wirkung von THC ist von vielen Faktoren abhängig, so zum Beispiel von der aufgenommenen Menge, dem persönlichen Befinden und davon, in welcher Form das Cannabis konsumiert wurde. Während beim Rauchen mit einer raschen Wirkung zu rechnen ist, führt das Essen oder Trinken von Cannabis-Produkten zu langsamer einsetzenden Effekten.

Eigenanbau mit strengen Auflagen

Seit Juli 2014 können chronisch Kranke in engen Grenzen Cannabis für den Eigengebrauch anbauen – als "Notlösung", sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So muss der Patient "austherapiert" sein und es darf keine andere Behandlungsalternative zum Cannabis zur Verfügung stehen. Zudem ist der Eigenanbau nur erlaubt, wenn sich der Patient Cannabisprodukte aus der Apotheke nicht leisten kann.

Die Inhaltsstoffe von Hanf wirken je nach Stimmungslage beruhigend oder schmerzlindernd, können aber auch zu Apathie und Desinteresse führen. Eine Gefahr kann aber durch verzögerte Reaktionen, beispielsweise im Straßenverkehr, auftreten. Nicht zuletzt besteht auch das Risiko, eine psychische Cannabis-Abhängigkeit zu entwickeln, die mit Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Ängsten und Freudlosigkeit verbunden sein kann.

Cannabis

Cannabis gehört zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae). Je nach Gattung enthält Cannabis in unterschiedlichen Anteilen Substanzen, die die menschliche Psyche beeinflussen (sog. psychoaktive Substanzen).

Für den Rauschzustand nach Cannabiskonsum ist insbesondere das im Hanf enthaltene Tetrahydrocannabinol – kurz: THC – verantwortlich. Die Cannabispflanze wächst in einer weiblichen und einer männlichen Form sowie in seltenen Fällen auch als Zwitter. Nur die weibliche Variante der Gattung "Cannabis sativa" enthält in der Regel ausreichend THC, um zum Rausch zu führen.

Alle drei Cannabisarten besitzen sehr ähnliche genetische Eigenschaften und unterscheiden sich nur in bestimmten Faktoren wie zum Beispiel im Gehalt der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) und der Art und Größe ihrer Fasern. Während einige Pflanzen nur einen sehr geringen THC-Gehalt von etwa 1.5 Prozent aufweisen, haben andere, speziell gezüchtete Formen einen Gehalt von bis zu 20 Prozent. Den gezüchteten Cannabis-Fasertyp, der nur sehr wenig rauscherzeugende Substanzen enthält, pflanzten bereits unsere Vorfahren unter anderem zur Herstellung von Seilen an. Heutzutage werden zahlreiche, teilweise sehr beliebte Textilien aus diesem Grundstoff hergestellt.

Marihuana

Marihuana (Gras) wird aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabis-Pflanze gewonnen. Es hat eine ähnliche Konsistenz wie Tee oder ein grobes Gewürz und hat meist eine grünliche Farbe. Marihuana ist relativ trocken und hat einen spezifischen Eigengeruch. Der Gehalt des Wirkstoffs THC ist unterschiedlich: In der Regel enthält Marihuana etwa 1 bis 7 Prozent THC, manche Produkte können jedoch auch zu bis zu 14 Prozent oder mehr aus der rauschauslösenden Substanz bestehen. Meist wird Marihuana als sogenannter Joint geraucht.

Haschisch

Haschisch (auch: Hasch) wird aus dem Harz der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Haschisch hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana: Meist sind zwischen 5 und 12 Prozent des Wirkstoffs THC enthalten. Andere Bezeichnungen für Haschisch / Hasch sind beispielsweise Dope oder Shit. Cannabisgehalt, Aussehen und Inhaltsstoffe unterscheiden sich je nach Herkunftsland.

Haschisch ist ein Cannabis-Produkt, das zu Platten oder Klumpen gepresst wird. Die grün-bräunliche, klebrige, feste bis bröckelige Masse hat einen typischen Geruch. Durch Erhitzen wird das Hasch flexibler und kann mit den Fingern "zerbröselt" werden. Oftmals wird Haschisch mit anderen Substanzen gestreckt.

Konsistenz, Wirkstoffgehalt und Farbe des Cannabis können jedoch je nach Herstellungsart und Herkunftsland variieren. So verraten Farbe und Aussehen angeblich den Produktionsort des Cannabis: Aus Indien, Pakistan oder Afghanistan stammendes, dunkles Haschisch wird beispielsweise als "Schwarzer Afghane" bezeichnet. Weitere Beispiele sind "Grüner Türke" oder "Roter Libanese".

Anbau und Konsum

Anbau

Der illegale Cannabis-Anbau nimmt in Europa immer mehr zu – vor allem in den Niederlanden, in der Schweiz sowie in Albanien wird die Hanfpflanze gezüchtet. Durch spezielle Gewächshäuser lässt sich besonders ertragreicher Cannabis anbauen. Er weist einen höheren Gehalt des berauschenden Wirkstoffs THC auf als Cannabis, der im Freiland angebaut wurde.

In Deutschland beschränkt sich der Anbau von Hanf in erster Linie darauf, den Eigenbedarf zu decken.

Die wohl größten Cannabis-Anbaugebiete liegen in Afrika (z.B. Maroko, Nigeria, Südafrika), im Mittleren und Nahen Osten (z.B. Türkei, Afghanistan, Pakistan) und in Amerika (USA, Kolumbien, Mexiko, Brasilien). Auch in Süd- und Südostasien wird viel Cannabis angebaut, so zum Beispiel in Thailand, Nepal oder Indien.

Nicht jeder Anbau von Cannabis ist jedoch illegal: Vielmehr wird Hanf seit 1999 auch in Deutschland wieder zu industriellen Zwecken angebaut und verarbeitet. Allerdings dürfen diese Pflanzen einen THC-Gehalt von 0.2 Prozent nicht überschreiten. Schwer chronisch Kranke dürfen in Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Cannabis zum Eigenbedarf anbauen.

Konsum

Cannabis-Konsum ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Thema. Cannabis gilt weltweit als die am meisten konsumierte illegale Droge.

Der Konsum von Cannabis kann über verschiedene Wege erfolgen:

  • als Joint: Die selbst gedrehte Zigarette enthält das aus der Hanfpflanze gewonnene zerbröselte Haschisch oder Marihuana, welches oft mit Tabak vermischt und geraucht wird.
  • über eine (Wasser-) Pfeife: Wird Cannabis über eine Wasserpfeife geraucht, erlebt der Konsument den Rauschzustand häufig intensiver als bei einem Joint.
  • als Aufguss: Cannabisprodukte können zum Beispiel in Tee aufgelöst konsumiert werden.
  • als Keks oder Kuchen: Hanf lässt sich auch in Keksen oder Kuchen verarbeiten (sog. Spacecakes).
  • als Öl: Haschischöl wird aus Harzen der Hanfpflanze gewonnen und hat eine teerartige Konsistenz. Es handelt sich dabei um einen Extrakt mit einer hohen Konzentration des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC). Das Öl wird beispielsweise auf Zigaretten geträufelt oder Speisen zugesetzt. Es kommt in Deutschland jedoch eher selten zum Einsatz.

Fast 7 Prozent der 12 bis 17-Jährigen haben im Jahr 2011 Cannabis zu sich genommen, im Aler zwischen 18 und 25 waren es gu 39 Prozent. Meistens beschränkt sich der Konsum von Cannabis jedoch auf ein einmaliges Ausprobieren oder auf eine bestimmte Zeitspanne.

Der Rauschzustand

Nach dem Konsum von Cannabis-Produkten wie Haschisch oder Marihuana tritt ein Rauschzustand ein, welcher mit unterschiedlichen körperlichen und psychischen Symptomen verbunden ist.

Viele Konsumenten beschreiben eine gehobene bis euphorische Stimmung, welche gleichzeitig mit einer Minderung des Antriebs bis hin zur Lethargie verbunden ist.

Welche Wirkung das Hanfgewächs tatsächlich erzielt, ist individuell sehr unterschiedlich. Während manche Menschen keinen Effekt wahrnehmen, erleben andere einen euphorischen Rauschzustand (sie fühlen sich "high"), während wieder andere träge und müde werden. Einige Personen fühlen sich dagegen eher schlecht, wenn sie Cannabis konsumiert haben. Und auch bei ein und derselben Person kann der Rauschzustand von Mal zu Mal sehr unterschiedlich verlaufen.

Viele Konsumenten empfinden häufig eine starke Entspannung und ein Gefühl der Leichtigkeit. Sie sprudeln mitunter über vor Ideen, während das Kurzzeitgedächtnis stark beeinträchtigt ist. Normalerweise unwichtige Sachen werden als wichtig und bedeutungsvoll wahrgenommen.

Merkmale für einen Rauschzustand können zum Beispiel sein:

  • Gelassenheit, Entspannung, Müdigkeit
  • Heiterkeit, Wohlbefinden
  • Intensivierung der Sinneswahrnehmungen wie Hören und Sehen
  • Konzentrationsstörungen
  • Bedürfnis, sich mitzuteilen
  • Sinnestäuschungen, so nehmen Konsumenten die Zeit zum Beispiel verlangsamt wahr
  • übermäßiges Hunger- und Durstgefühl
  • erhöhter Blutdruck
  • gerötete Augen

Unangenehme Begleiterscheinungen

Die zunächst oft angenehmen Symptome des Rausches können sich steigern und somit unangenehm werden. Weitere unangenehme Begleiterscheinungen eines Rauschzustands nach Cannabis-Konsum sind zum Beispiel:

Je höher die Dosis, desto eher können derartige Nebenwirkungen auftreten. Die Beschwerden können mehrere Tage lang anhalten, sind aber mit keinen körperlichen Folgeschäden verbunden.

Wirkungseintritt

Wann die berauschende Wirkung des Hanfs einsetzt und wie diese verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, so zum Beispiel davon, …

  • … ob das Cannabis geraucht, gegessen oder getrunken wurde,
  • … wie hoch der Gehalt des berauschenden Wirkstoffs THC ist,
  • … welche Dosis eingenommen wurde,
  • … in welcher Situation das Cannabis konsumiert wurde (z.B. auf einer Party oder allein zu Haus) und
  • … in welcher psychischen Verfassung und Stimmung sich der Konsument befindet.

Nach dem Rauchen ist mit einer sehr raschen Wirkung zu rechnen: Der berauschende Wirkstoff THC gelangt unmittelbar über die Atemwege ins Gehirn. Nach etwa 30 bis 60 Minuten hat der Rausch seinen Höhepunkt erreicht, nach zwei bis drei Stunden ist er in der Regel abgeklungen.

Anders verhält es sich beim Essen oder Trinken cannabishaltiger Produkte: Die Substanz wird viel langsamer aufgenommen als beim Rauchen. Der Wirkungseintritt hängt unter anderem davon ab, wie viel und was man im Vorfeld gegessen und getrunken hat. Da die Wirkung verzögert und plötzlich eintritt, besteht die Gefahr, eine zu hohe Dosis Cannabis aufzunehmen, sodass oft ein stärkerer Rausch eintritt als beim Rauchen eines Joints.

Wirkungsweise von THC

Die berauschende Wirkung von Cannabis wird durch das darin enthaltene Tetrahydrocannabinol (THC) hervorgerufen, welche in der weiblichen Variante der Pflanze "Cannabis sativa" enthalten ist. Je höher der Gehalt an THC, desto größer kann – in Abhängigkeit von der Konsumform und -menge – auch der Rausch sein. Einen besonders hohen THC-Gehalt weist beispielsweise Haschischöl auf.

Aber wie genau wirkt THC? Die genaue Wirkungsweise von THC ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach dem Konsum von Cannabis-Produkten geraten diese rasch ins Gehirn – die Dauer richtet sich unter anderem danach, wie das Produkt konsumiert wird. Sogenannte Cannabinoide greifen an THC-Bindungsstellen (Rezeptoren) im Gehirn und dem Immunsystem des Körpers. Das THC und seine Stoffwechselprodukte lagern sich in Organen wie Leber, Herz, Milz und Lunge sowie in den Fettgeweben ab, während sie die Blutbahn rasch verlassen.

THC wird mit dem Urin und Stuhl wieder ausgeschieden. Da es sich in verschiedenen Organen ablagert, lässt es sich wesentlich länger im Körper nachweisen als Alkohol – etwa bis zu 30 Tage nach dem Konsum befinden sich im Urin noch Cannabinoide und ihre Abbauprodukte. Bei Dauerkonsumenten kann der Gebrauch sogar deutlich länger nachgewiesen werden.

Hanf mit sehr geringen Mengen an THC führt in der Regel nicht zum Rausch. Dieser Hanf darf in Deutschland mittlerweile wieder zu industriellen Zwecken verwendet werden. Ein Rauschzustand entsteht erst, wenn der Körper zwischen drei und zehn Milligramm THC aufgenommen hat. Cannabis mit einem THC-Anteil von unter einem Prozent gilt als unwirksam. In Deutschland gezogene Pflanzen haben meist einen THC-Anteil von etwa 1,5 Prozent.

Gefahren

Die Gefahren, die vor allem durch einen regelmäßigen Haschisch- und Marihuanakonsum entstehen, wurden sehr lange unterschätzt.

Je öfter und selbstverständlicher man Cannabis zu sich nimmt und je mehr weitere Drogen ins Spiel kommen, desto größer ist auch die Gefahr, dass der Konsum negative Folgen nach sich zieht. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer psychischen oder milden körperlichen Abhängigkeit.

Achtung: Unmittelbar nach dem Konsum von Cannabis nehmen das Reaktionsvermögen, die Aufmerksamkeit und das Wahrnehmungsvermögen ab. Insbesondere in den ersten 60 Minuten nach dem Konsum ist die Fahrtüchtigkeit deutlich eingeschränkt.

Abhängigkeit

Nach dauerhaftem Konsum kann man psychisch abhängig werden – die betroffene Person glaubt, ohne Cannabis nicht mehr im Alltag zurechtzukommen. Nicht jeder wird jedoch abhängig, wenn er längere Zeit Hanf konsumiert hat. Vielmehr beeinflussen verschiedene Faktoren das Risiko für eine Abhängigkeit, so zum Beispiel psychische Probleme. Bei einer psychischen Abhängigkeit können Entzugserscheinungen auftreten. Hierzu zählen etwa:

Nach langem Cannabiskonsum können zudem milde körperliche Entzugserscheinungen auftreten, welche sehr unangenehm sein können. Schätzungen zufolge schaffen es zwischen vier und sieben Prozent der Konsumenten nicht, von der Droge loszukommen.

Überdosierung

Zu einer Überdosierung von Cannabis kann es bei empfindlichen Personen oder bei unbeabsichtigter Einnahme, beispielsweise durch haschischhaltige Kekse, kommen.

Eine direkte Vergiftung durch den Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) ist nicht zu erwarten. Jedoch können psychische Erscheinungen wie starke Erregungszustände den gesundheitlichen Zustand erheblich beeinträchtigen.

Zudem ist die Gefahr eines Unfalls hoch, da Cannabis das Reaktionsvermögen stark einschränkt. Der Konsument fällt durch gerötete Augenbindehäute, starkes Durstgefühl sowie erhöhten Puls und Blutdruck auf. In Einzelfällen kann sich eine Psychose mit Verfolgungsideen und Sinnestäuschungen entwickeln.

Komplikationen und Folgeschäden

Der längere Konsum von Cannabis-Produkten kann mit diversen Folgen verbunden sein wie zum Beispiel:

  • Leistungsverlust: Die Leistungen in Schule oder Beruf lassen nach.
  • sozialer Rückzug: Der Betroffene isoliert sich zunehmend von der Außenwelt.
  • Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit: Ein chronischer Konsum von hohen Cannabis-Mengen kann bei Männern das Risiko erhöhen, dass Hanf negativen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit nimmt.
  • Lungenkrebs: Wer Cannabis raucht, erhöht sein Risiko für Lungenkrebs. Dabei sind im Cannabis mehr krebserregende Stoffe und Teer enthalten als in Tabakrauch.

Über die möglichen Langzeitfolgen von Cannabiskonsum gibt es kontroverse Diskussionen. So ist noch nicht abschließend geklärt, inwieweit Cannabis das Gehirn schädigen kann. Derzeit geht man jedoch davon aus, dass Cannabiskonsum nur geringfügig zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen führen kann. Zudem kann sich die Lern- und Gedächtnisleistung verschlechtern und die Reaktionsfähigkeit vermindern. Bleibende Schäden des Gehirns sind jedoch nicht zu erwarten.

Diskutiert wird ebenfalls, ob der Konsum von Cannabis eine Psychose verursachen kann – eindeutige Forschungsergebnisse liegen hierzu bisher jedoch nicht vor. Möglicherweise könnte Cannabis dazu führen, dass eine bereits vorhandene Psychose wie Schizophrenie zum Ausbruch kommt.

Ebenfalls unklar ist, inwieweit Cannabiskonsum in der Schwangerschaft bedenklich ist. Vorsichtshalber sollten werdende Mütter auf jegliche Drogen verzichten, um sich und das Kind nicht in Gefahr zu bringen.

Wird Cannabis inhaliert, kann dies die Atemwege belasten und so zum Beispiel zu Bronchitis oder Entzündungen im Nasen-Rachenraum führen.

Eine mögliche Komplikation ist der sogenannte Horrortrip, bei dem der Betroffene unter panikartigen Angstzuständen leidet, welche aufgrund der verzerrten Wahrnehmung entstehen.

In Einzelfällen – vor allem, wenn Cannabis gemeinsam mit anderen Substanzen konsumiert wurde – kann auch ein sogenannter Flashback auftreten. Bei diesem Nachhallphänomen zeigt der Konsument plötzlich nach Tagen bis Wochen wieder Symptome wie bei einem Rausch.

Möglicherweise kann langfristiger Cannabiskonsum eine verzögerte Entwicklung in der Pubertät zur Folge haben. Für diese Vermutung gibt es bislang jedoch noch keine eindeutigen Belege.

Erste Hilfe

Erste Hilfe nach dem Konsum von Cannabis-Produkten wie Haschisch (Hasch) und Marihuana (Gras) ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Lediglich wenn der Konsument die Droge nicht wissentlich benutzt, auf einen Rauschzustand nicht vorbereitet ist und die betroffene Person die Veränderungen ihrer Gemüts- und Bewusstseinslage auch nicht auf diese Droge zurückführt, besteht Handlungsbedarf.

Notfälle solcher Art sind denkbar, wenn jemand beispielsweise Haschkekse verzehrt, ohne zu wissen, dass darin Hanfprodukte enthalten sind.

Darüber hinaus kann es zu Unfällen kommen, die Erste Hilfe erfordern, etwa weil der Betroffene sich selbst überschätzt oder nicht angemessen reagieren kann. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, den Notarzt zu alarmieren!

Anwendungen in der Medizin

Die Geschichte von Cannabis als Medizin ist lang. Insbesondere in Indien und im Mittleren Osten wurde die Hanfpflanze häufig zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Erst im 20. Jahrhundert lösten andere Wirkstoffe Cannabis nach und nach ab.

Der psychoaktive Wirkstoff im Cannabis, das Tetrahydrocannabinol (THC), hat nicht nur eine berauschende Funktion. Er senkt den Augeninnendruck, steigert den Appetit, lindert Schmerzen und senkt die Blutviskosität (Zähflüssigkeit des Blutes). Damit sind THC-haltige Produkte wie das synthetische Präparat Dronabinol auch als Heilmittel interessant. Dronabinol wirkt auch gegen die Schmerzen, unter denen krebskranke Menschen häufig leiden. Außerdem können Cannabis-Produkte helfen, die Lebensqualität schwer kranker Menschen, vor allem von Krebs- oder AIDS-Patienten, deutlich zu steigern. Seit dem 1. Februar 1998 ist das Präparat Dronabinol in Deutschland als Betäubungsmittel verschreibungsfähig. Es enthält den Wirkstoff delta-9-THC. Der medizinische Gebrauch von Cannabis hat jedoch rapide abgenommen und gilt, auch aufgrund der psychoaktiven Nebenwirkungen, als umstritten. Häufig kommt Cannabis erst dann zum Einsatz, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind.

Das in Cannabis enthaltene THC wird in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt, so zum Beispiel:

Rechtliches

Aus rechtlicher Sicht sind der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis in Deutschland verboten.

Strafbar sind nach § 29 des Betäubungsmittelgesetzes der Anbau, der Besitz, und zwar auch zum ausschließlichen Eigenverbrauch, der Erwerb, die Abgabe, die Einfuhr und Ausfuhr sowie nahezu alle anderen Umgangsformen mit Cannabis.

Seit Februar 1998 ist auch der Besitz von Hanfsamen strafbar, wenn diese zum unerlaubten Anbau von (THC-haltigen) Hanfpflanzen bestimmt sind.

Im sogenannten "Cannabisbeschluss" vom 9. März 1994 haben die Karlsruher Verfassungsrichter allerdings ausgeführt, dass die Staatsanwaltschaften bei der Sicherstellung von geringen Cannabismengen ausschließlich zum Eigenkonsum von einer Strafverfolgung absehen können.

Wie viel als geringe Menge gilt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wer jedoch mit illegalen Drogen dealt, muss in jedem Fall damit rechnen, bestraft zu werden.

Cannabis: Rechtslage in der Medizin

Zu medizinischen Zwecken dürfen Cannabis-haltige Arzneimittel in Deutschland seit dem 18. Mai 2011 vertrieben und verschrieben werden – bis dato war dies verboten gewesen. So können beispielsweise Menschen mit multipler Sklerose mit derartigen Präparaten behandelt werden.

Menschen, die schwer chronisch krank sind, dürfen Cannabis in Ausnahmefällen und unter strengen Auflagen für den Eigengebrauch anbauen. Voraussetzung dafür ist, dass keine andere Behandlungsalternative mehr zur Verfügung steht und der Patient als " austherapiert" gilt. Zudem muss das Cannabis aus der Apotheke für den Anwender unerschwinglich sein. Dies hat das Kölner Verwaltungsgericht im Juli 2014 entschieden.