Schmuckbild: Darstellung von kristallinen Mustern
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Crystal Meth: Folgen der synthetischen Droge

Crystal Meth ist in einigen Regionen Deutschlands auf dem Vormarsch. Das Methamphetamin führt kurzfristig zur Euphorie – langfristig kann Crystal Meth jedoch der Gesundheit erheblich schaden.

Allgemeines

Crystal Meth ist eine weiße, manchmal auch gelbliche Substanz, die geruchlos ist und bitter schmeckt. Die synthetische Droge wird meist in Form von Kristallen oder Kapseln sowie als Pulver angeboten. Synthetische Drogen werden in illegalen Laboren künstlich hergestellt.

Die Bezeichnung "Crystal Meth" kommt nicht von ungefähr. In kristalliner Form sieht es aus wie kleine Eiskristalle oder auch Glassplitter. Chemisch gesehen handelt es sich bei Crystal Meth um ein Methamphetamin. Methamphetamin zählt zu den sogenannten Psychostimulanzien – das sind Substanzen, die auf den Körper eine anregende Wirkung haben.

Crystal Meth hat ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial: Konsumenten gewöhnen sich schnell an das Methamphetamin und haben ein sehr starkes Bedürfnis, es erneut zu sich zu nehmen.

Die Idee, Methamphetamin zu konsumieren, ist nicht neu – die Droge wurde 1893 erstmal als Flüssigkeit synthetisiert, 1921 gelang es dem Chemiker Akira Ogata, die Substanz zu kristallisieren. Im Zweiten Weltkrieg machte man sich Methamphetamin unter dem Namen Pervitin zunutze, um Soldaten zu mehr Leistungsfähigkeit zu verhelfen. Seit 1988 ist Pervetin nicht mehr im Handel.

Die Menge der beschlagnahmten Drogen legt nahe, dass der Crystal-Meth-Konsum in Deutschland zugenommen hat. Während die Polizei im Jahr 2012 noch knapp 40 Kilogramm Crystal Meth beschlagnahmt hatte, waren es 2013 bereits rund 75 Kilogramm – was einen Anstieg von über 88 Prozent bedeutet.

Die Verbreitung der Droge ist dabei hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf die Grenzregion zu Tschechien beschränkt ( vor allem Bayern und Sachsen). Weltweit wird Crystal Meth hauptsächlich in den USA sowie in Asien konsumiert.

In der Szene nennt man Crystal Meth kurz auch Crystal oder Meth. Das Metamphetamin ist auch unter anderen Namen bekannt, so zum Beispiel:

  • Eis, Ice
  • Glass
  • Crank
  • Yaba
  • Piko
  • Crystal-Speed
  • Kristall

Crystal Meth kann man auf verschiedenen Wegen konsumieren. Man kann das Methamphetamin

  • schnupfen,
  • spritzen (in gelöster Form),
  • oral als Kapsel einnehmen oder
  • rauchen.

Crystal Meth hat nicht nur ein großes Abhängigkeitspotential. Insbesondere, wenn es geraucht oder und gespritzt wird, ist die Gefahr einer Überdosierung besonders hoch. In Deutschland ist vor allem das Schnupfen verbreitet.

Besitz, Erwerb, Handel, Abgabe sowie die Herstellung von Crystal Meth sind strafbar.

Wirkung

Das Methamphetamin Crystal Meth hat eine ähnliche Wirkung wie Amphetamin (Speed). Im Vergleich zu Amphetamin wirkt es jedoch bis zu fünfmal stärker – und hält zudem länger an.

Wie schnell die ersten Effekte eintreten, ist unter anderem von der Konsumform abhängig: Beim Spritzen spürt man die Wirkung unmittelbar, beim Schlucken erst nach 30 bis 45 Minuten.

Crystal Meth sorgt dafür, dass der Organismus vermehrt die Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn freisetzt. Diese Stoffe kommen normalerweise auch zum Einsatz, wenn ein Mensch einer Gefahrensituation ausgesetzt ist. Der Körper wird durch die Einnahme von Crystal Meth somit in eine Art künstlichen Stresszustand versetzt – mit der entsprechenden Wirkung:

  • Die Leistungsbereitschaft ist erhöht.
  • Der Konsument wird unruhig und hat einen starken Bewegungsdrang.
  • Atmung und Herzfrequenz nehmen zu.
  • Die Pupillen erweitern sich.
  • Körpertemperatur und Blutdruck steigen.

Körperliche Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst oder Müdigkeit nimmt der Konsument nicht mehr oder kaum noch wahr. Auch Schmerzen blendet er aus.

Auf die Psyche hat Crystal Meth eine euphorisierende und aufputschende Wirkung. Der Konsument ist kontaktfreudiger als normal und verspürt einen starken Rededrang. Zu weiteren typischen psychischen Effekten zählen:

  • ein übersteigertes Selbstbewusstsein – bis hin zum Größenwahn und dem Gefühl, allmächtig zu sein
  • Enthemmung
  • eine gesteigerte Lust auf Sex
  • Gedankensprünge
  • ein gestörtes Zeitempfinden
  • eine Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit

Die Wirkung von Crystal hält – je nach Dosis – etwa vier bis zwölf Stunden an. Sie kann bei hohen Dosen auch bis zu 48 Stunden betragen.

Nachwirkungen

An den Tagen nach der Einnahme kehrt sich die Wirkung von Crystal Meth um. Das Schlafbedürfnis kann stark erhöht sein, zudem kann der Betroffene erschöpft, gereizt, ängstlich, antriebslos und depressiv wirken. Oft kann er sich schlecht konzentrieren und hat Gedächtnisprobleme.

Folgen für Körper und Psyche

Das Abhängigkeitspotenzial von Crystal Meth gilt als sehr hoch: Die Konsumenten verspüren einen ungemein starken Druck, erneut zur Droge zu greifen (sog. Craving). Wie schnell eine solche Abhängigkeit entsteht, ist von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem von der Person selbst. Abhängige müssen rasch immer höhere Dosen zu sich nehmen, um noch dieselbe Wirkung zu spüren.

Zu den Entzugserscheinungen zählen Unruhe, Müdigkeit und starke Schlafstörungen. Die Betroffenen sind schlecht gelaunt, sie fühlen sich depressiv.

Da ein Konsument Bedürfnisse wie Hunger oder Müdigkeit nicht wahrnimmt und darüber hinaus seine eigenen Kräfte überschätzt, kann es nach der Einnahme von Crystal Meth zum körperlichen und psychischen Zusammenbruch kommen.

Langfristiger Konsum

Bei langfristigem Konsum von Methamphetamin kann die Gesundheit erheblichen Schaden nehmen. Welche Folgen die Einnahme von Crystal Meth hat, hängt insbesondere von der Konsumform, der Einnahmedauer und der Dosis ab.

Zu möglichen Folgen und Komplikationen zählen beispielsweise:

Crystal Meth gilt als "neurotoxisch": Bei längerem Gebrauch sterben Nervenzellen ab, die auf die Botenstoffe Dopamin und Serotonin reagieren, was zu Nervenschäden im Gehirn führen kann.

Als besonders problematisch gilt es, Crystal Meth gleichzeitig mit anderen Substanzen einzunehmen. So kann beispielsweise der zusätzliche Konsum von Halluzinogenen dazu führen, dass der Betroffene einen sogenannten Horror-Trip erlebt.

Psychose

Vor allem bei häufiger Einnahme von Crystal Meth besteht das Risiko, eine sogenannte Amphetamin-Psychose zu entwickeln, die mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen sowie Angstzuständen einhergehen kann.

Die Symptome einer solchen Psychose treten bereits wenige Minuten nach dem Konsum auf und können über mehrere Tage hinweg andauern – aber auch einige Wochen bis Monate.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Crystal Meth führt zu einem Zustand, der lebensbedrohlich sein kann. Mögliche Anzeichen für eine Überdosierung sind:

Der Betroffene kann unter Atemnot leiden, die bis zur Atemlähmung mit Erstickungsgefahr führen kann. Zudem besteht die Gefahr eines Herzstillstands.

Eine Überdosis kann lebensgefährlich sein! Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Person eine Überdosis zu sich genommen hat: Rufen Sie umgehend den Notarzt (112).