Frau lehnt sich über bewusstlosen Mann, um erste Hilfe zu leisten
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Koma: Tiefe Bewusstlosigkeit als Notfall

Das Koma ist eine sehr tiefe Form der Bewusstlosigkeit. Es handelt sich dabei immer um einen Notfall, bei dem Sie den notärztlichen Dienst rufen sollten und mit diesen Erste-Hilfe-Maßnahmen helfen können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist ein Koma?

In einem Koma ist die betroffene Person nicht mehr ansprechbar, sie lässt sich nicht wecken und reagiert auf keinerlei Reize von außen – auch nicht auf Schmerzreize. Die Ursachen für diese langandauernde Bewusstlosigkeit können sehr unterschiedlich sein. Dabei handelt es sich immer um einen Notfall, der sofort behandelt werden muss, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Das Koma ist der höchste Schweregrad einer Bewusstseinsstörung. Fachleute unterscheiden verschiedene Bewusstseinsgrade:

  1. Bewusstseinsklarheit: Sie stellt den Normalzustand dar. In diesem Zustand nehmen wir unsere Umwelt uneingeschränkt mit allen Sinnen wahr.
  2. Somnolenz/Benommenheit: Sie bezeichnet einen Zustand, in dem das Bewusstsein leicht beeinträchtigt ist. Betroffene sind schläfrig, wachen aber durch Ansprechen oder Rütteln auf.
  3. Sopor: Hier ist die Schläfrigkeit stärker ausgeprägt, Betroffene sind kaum wach zu bekommen.
  4. Koma: Hier herrscht vollkommende Bewusstlosigkeit. Betroffene können nicht durch Ansprechen oder Rütteln erweckt werden.

Verschiedene Formen des Komas und der Bewusstlosigkeit

Es gibt verschiedene Formen von Koma. Bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Dann entstehen giftige Substanzen im Körper, die ein diabetisches Koma hervorrufen können. Wie jede Form von Koma stellt auch ein diabetisches Koma eine Notfallsituation dar.

Manchmal ist es notwendig, eine Person künstlich in einen Zustand der Bewusstlosigkeit – also in ein künstliches Koma – zu versetzen: Etwa bei Schwerverletzten nach Unfällen oder nach schweren Operationen kann es für Betroffene medizinisch sinnvoll sein, sie in ein künstliches Koma zu versetzen, in dem die Patient*innen auch beatmet werden.

Eine Sonderform des Komas ist das Wachkoma (appalisches Syndrom), welches durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma entsteht. Die Patienten und Patientinnen erscheinen dabei zwar phasenweise wach und atmen selbstständig, zeigen jedoch kaum Reaktionen auf ihre Umwelt.

Eine weitere Form der Bewusstlosigkeit ist die Ohnmacht. Bei dieser Kreislaufstörung handelt es sich um eine vorübergehende Bewusstseinsstörung, bei der das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Sie wird oft auch als vasovagale Synkope oder schwerer Schwindelanfall bezeichnet.

Behandlung bei Koma und Bewusstlosigkeit

Die Bewusstlosigkeit, insbesondere das Koma, aber auch die Ohnmacht, sind ernst zu nehmende Notfälle und erfordern eine sofortige Behandlung mit Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie der anschließenden Therapie der Ursachen.

Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten Sie durchführen, wenn Sie jemanden bewusstlos auffinden:

  • Sprechen Sie die bewusstlose Person an und schütteln Sie sie sachte an den Schultern (Vorsicht bei Unfallverletzten).
  • Rufen Sie laut um Hilfe, um umstehende Personen auf den Notfall aufmerksam zu machen.
  • Prüfen Sie die Atmung der bewusstlosen Person folgendermaßen:
    • Neigen Sie den Kopf der Person nach hinten und heben Sie das Kinn an, um die Atemwege freizumachen. Die Atmung lässt sich durch Sehen, Hören und Fühlen prüfen:
    • Hebt und senkt sich der Brustkorb?
    • Hört und spürt man Atemgeräusche über Mund und Nase der Person?
    • Prüfen Sie immer wieder Atmung und Puls, bis der notärztliche Dienst kommt.
    • Falls die Person normal atmet, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, alarmieren Sie dann den Notruf und prüfen anschließend nochmals die Atmung.
    • Falls keine regelmäßige Atmung vorhanden ist und die Person im bewusstlos ist, wählen Sie sofort den Notruf und beginnen dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Wenn der Notdienst eintrifft, wird er mit den ersten ärztlichen Notfallmaßnahmen beginnen. Auf der Intensivstation in der Klinik werden dann die eigentlichen Ursachen der Bewusstlosigkeit behandelt – zum Beispiel mit einer entsprechenden Therapie bei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt.

Diagnose bei Koma und Bewusstlosigkeit

Der Notdienst ist auf die Schilderung von Begleitpersonen angewiesen (z. B. Zeug*innen bei einem Unfall oder Angehörige). Es ist also wichtig, von möglichen Vergiftungen (wie Alkohol, Drogenkonsum) oder Vorerkrankungen (wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall) zu berichten. Der erste Eindruck, beispielsweise wenn Kopfverletzungen vorhanden sind oder die betroffene Person stark nach Alkohol riecht, kann bereits erste Hinweise auf die Ursache der Bewusstlosigkeit liefern.

Zunächst werden bei Bewusstlosigkeit oder auch Koma die Vitalzeichen überprüft:

Mithilfe eines EKG-Geräts kann der Notdienst an Ort und Stelle die Herzfunktion kontrollieren und zum Beispiel schwere Herzrhythmusstörungen als mögliche Ursache der Bewusstlosigkeit feststellen.

Der*die Arzt*Ärztin testet die Reflexe, prüft Bewegung und Empfindung, sieht sich die Augäpfel und Pupillen an und führt erste schnelle Bluttests (z. B. Blutzuckermessung) durch.

Nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen sind – je nach Ursache der Bewusstlosigkeit – weitere Untersuchungen in einem Krankenhaus notwendig. Dies können beispielsweise weiterführende Untersuchungen sein, wie:

Mittels sogenannter Koma-Skalen (wie Glasgow Coma Scale, Brüsseler Koma Skala) stufen Mediziner*innen die Bewusstlosigkeit mit dem jeweils zutreffenden Grad ein. Die Gradeinteilung dieser Skalen reicht von "Bewusstseinsklarheit" (keine Bewusstlosigkeit) bis hin zum "Koma" (völlige Bewusstlosigkeit).

Ursachen für Bewusstlosigkeit und Koma

Oft sind es nur leichte Durchblutungsstörungen des Gehirns, aber für eine leichte, vorübergehende Bewusstlosigkeit wie auch für das Koma gibt es viele verschiedene Ursachen: