Ein älterer Mann betrachtet eine Tabletten-Dose.
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Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Symptome, Behandlung & Lebenserwartung

Bei einer Herzschwäche gelingt es dem Herzmuskel nicht mehr, ausreichend Blut durch den Kreislauf zu pumpen. Sie ist das Endstadium zahlreicher Herzkrankheiten. Heilbar ist Herzschwäche nicht. Eine rechtzeitige Behandlung kann die Lebenserwartung aber erhöhen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Was ist eine Herzschwäche?

Wenn das Herz zu schwach ist, um ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen, und die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, spricht man von einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz.

Das Herz erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe: Es pumpt Blut durch den Körper, um alle Organe, Muskeln und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Ist das Herz geschwächt, lässt seine Pumpleistung nach.

Die Folge ist ein Sauerstoffmangel. Zudem kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe (sog. Ödemen): Da das Blut nicht weitergepumpt wird, staut es in den Gefäßen. Durch den steigenden Druck wird ein Teil der Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe gepresst. Meist sammelt sich das Wasser in den Beinen und Füßen sowie in der Lunge. Wegen des Sauerstoffmangels und der Flüssigkeitseinlagerung in die Lunge führt eine Herzinsuffizienz meist zu Kurzatmigkeit und Atemnot.

In der Regel ist eine Herzmuskelschwäche Folge anderer Herzerkrankungen, die sich oft erst im höheren Lebensalter entwickeln, wie beispielsweise koronare Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck. Betroffen sind daher vor allem ältere Menschen: In der Altersgruppe der über 60-Jährigen hat etwa jeder Zehnte eine Herzschwäche.

Symptome der Herzinsuffizienz

Zu Beginn kann der Körper die verminderte Pumpleistung des Herzmuskels durch verschiedene Mechanismen ausgleichen (kompensieren), um die Blutversorgung der Organe sicherzustellen: Das Herz schlägt schneller, der Herzmuskel verdickt sich, die Blutgefäße verengen sich, es wird eine größere Menge Blut gebildet. In diesem sogenannten kompensierten Stadium verspüren Betroffene in der Regel kaum Beschwerden.

Die Ausgleichsmaßnahmen des Körpers funktionieren aber nur vorübergehend. Nach einigen Monaten macht sich die Herzinsuffizienz dann durch Symptome bemerkbar. Die ersten Anzeichen treten in der Regel in Situationen auf, in denen sich die Betroffenen körperlich anstrengen, das Herz also stärker Blut durch den Körper pumpen muss.

Als typische Symptome für eine Herzinsuffizienz gelten:

Die genannten Symptome können auch andere Ursachen haben und müssen nicht unbedingt auf eine Herzschwäche hindeuten. Auch äußert sich eine Herzschwäche nicht bei jedem Menschen durch die gleichen Symptome. Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche der beiden Herzkammern hauptsächlich betroffen ist: Mediziner*innen unterscheiden zwischen einer Links- und einer Rechtsherzinsuffizienz.

Bei den meisten Patient*innen arbeiten allerdings beide Herzkammern nicht mehr ausreichend. Ärzte*Ärztinnen sprechen dann von einer globalen Herzinsuffizienz, die sich sowohl durch Symptome der Links- als auch der Rechtsherzinsuffizienz bemerkbar macht.

Übrigens: Dass Betroffene nachts häufig zur Toilette müssen, liegt daran, dass die Flüssigkeit, die sich tagsüber in den Beinen angesammelt hat, nachts wieder in die Blutbahn aufgenommen und von den Nieren ausgeschieden wird.

Linksherzinsuffizienz

Besonders bei der Linksherzinsuffizienz, also der Pumpschwäche der linken Herzkammer, kommt es zur Atemnot. Außerdem ist bei einer Linksherzinsuffizienz häufig die Atmung beschleunigt (Tachypnoe). Die Betroffenen setzen sich aufrecht hin, um besser Luft zu bekommen. Sie leiden unter Hustenanfällen, sind kaltschweißig und unruhig. Beim Abhören der Lungen treten Rasselgeräusche auf, wenn Betroffene atmen.

Mögliche Symptome der Linksherzinsuffizienz sind:

  • Luftnot
  • beschleunigte Atmung
  • Lungenstauung/Lungenödem
  • nächtliche Atemnot und Hustenreiz (Asthma cardiale/Herzasthma)
  • Leistungsminderung und Verwirrtheit (durch die schlechtere Versorgung von Muskeln und Gehirn)
  • Unruhe
  • Rasselgeräusche beim Atmen
  • Blaufärbung der Haut und Schleimhäute (Zyanose)

Rechtsherzinsuffizienz

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz lagert sich Wasser im Bereich der Knöchel und Unterschenkel ab (Beinödeme). Nachts müssen Betroffene häufig zur Toilette, da die Flüssigkeit dann aus dem Gewebe ins Blut ausgeschwemmt und letztlich über den Urin ausgeschieden wird.

In fortgeschrittenen Fällen der Rechtsherzinsuffizienz kommt es zu Hautödemen im Bereich der Flanken, der Genitalien und des Gesäßes. Da sich das Blut bei der Rechtsherzinsuffizienz vor dem rechten Herzen in die Venen zurückstaut, sind die Halsvenen prall gefüllt (Halsvenenstauung).

Zudem staut sich auch in einigen inneren Organen das venöse Blut: Bei der Leber kann dies zu einer erheblichen Vergrößerung des Organs (Stauungsleber) und zu einer Wasseransammlung im Bauch (Aszites) führen. Gelegentlich entzündet sich wegen einer Stauung der Magenvenen die Magenschleimhaut, sodass eine sogenannte Stauungsgastritis entsteht, die mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl einhergeht.

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz lagert sich Wasser im Bereich der Knöchel und Unterschenkel ab (Beinödeme). Nachts müssen die Erkrankten häufig zur Toilette, da die Flüssigkeit dann aus dem Gewebe ins Blut ausgeschwemmt und über den Urin ausgeschieden wird.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Ursachen

Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt, indem er sich rhythmisch zusammenzieht und dann wieder erschlafft. Ist der Muskel geschädigt oder wird er nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, lässt seine Pumpleistung nach. Es gibt verschiedene Erkrankungen, die das Herz schädigen und seine Funktion beeinträchtigen können.

Die mit Abstand häufigsten Ursachen sind

Bei Bluthochdruck muss das Herz permanent gegen einen höheren Widerstand "anpumpen", um das sauerstoffreiche Blut im Körper zu verteilen. Auf Dauer kann das dazu führen, dass sich die linke Herzkammer versteift und weniger elastisch wird, sodass sie nicht mehr so viel Blut aufnehmen kann. Das hat zur Folge, dass sich das Blut vor der linken Herzkammer staut, zum einen im linken Vorhof, zum anderen in den Lungengefäßen.

Von einer koronaren Herzkrankheit (KHK) spricht man, wenn die Herzkranzgefäße verengt sind. Das sind die Blutgefäße, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Sind sie verengt, wird das Herz schlechter durchblutet und folglich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch den Mangel lässt seine Leistungsfähigkeit nach. Im schlimmsten Fall kann eine koronare Herzkrankheit zum Herzinfarkt führen: Verstopft eines der Herzkranzgefäße, werden Teile des Herzmuskelgewebes gar nicht mehr durchblutet und sterben ab.

Risikofaktoren für Herzinsuffizienz

Im Grunde kann jede Erkrankung, die die Herzmuskulatur schwächt, langfristig zu einer Herzinsuffizienz führen. Herzerkrankungen treten wiederum häufig als Folge anderer Erkrankungen oder eines ungesunden Lebensstils auf. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen darum:

  • Hypercholesterinämie (zu viel Cholesterin im Blut)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch
  • Übergewicht (Adipositas)

Video: Wie Rauchen dem Herz-Kreislauf-System schadet

Seltenere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen einer Herzinsuffizienz sind:

Diagnose der Herzinsuffizienz

Wer häufig unter Luftnot leidet, sich schneller als früher und schon nach leichter Anstrengung erschöpft fühlt und Wassereinlagerungen in den Beinen, Knöcheln, Füßen oder anderen Körperteilen bemerkt, sollte ärztlichen Rat suchen. Diese Beschwerden können zwar auch harmlose Ursachen haben. Gerade bei älteren Menschen sind sie aber häufig erste Hinweise auf eine Herzschwäche.

Anamnese und Untersuchung

Bei Verdacht auf Herzschwäche muss ärztlich abgeklärt werden, ob der*die Betroffene ein erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche hat. Dazu wird gefragt,

  • ob es Vorerkrankungen gibt,
  • ob Medikamente eingenommen werden und wenn ja, welche, und
  • wie viel und ob regelmäßig Alkohol getrunken wird.

Um eine Herzinsuffizienz zweifelsfrei feststellen zu können, muss der*die Arzt*Ärztin den*die Patient*in gründlich untersuchen. Er*Sie nimmt Blut ab, misst Puls und Blutdruck, sucht den Körper nach Ödemen (Wassereinlagerungen) ab und achtet darauf, ob die Halsvenen geschwollen sind. Zudem horcht er*sie das Herz und die Lunge mit einem Stethoskop ab. Dabei achtet er*sie zum einen auf den sogenannten dritten Herzton, der als typisches Anzeichen für eine Herzinsuffizienz gilt, und zum anderen auf Rasselgeräusche in der Lunge. Diese können auf Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödeme) hindeuten, die meist als Folge einer Herzschwäche entstehen.

Weitere Untersuchungen sind:

  • Röntgen-Thorax: Eine Methode, um Wasseransammlungen in der Lunge zu erkennen, ist die Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax). Auf den Aufnahmen kann man darüber hinaus sehen, ob das Herz seine Form verändert hat. Im Falle einer Herzinsuffizienz ist häufig die linke Herzkammer krankhaft vergrößert.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Ein Elektrokardiogramm zeichnet die Herzströme und den Herzrhythmus auf. Anhand des EKG können Herzrhythmusstörungen festgestellt werden, die häufig als Folge einer Herzinsuffizienz auftreten. Zudem gibt das EKG Hinweise darauf, ob ein Herzinfarkt vorlag, die Herzleistung nachgelassen hat oder der Herzmuskel verdickt ist.
  • Echokardiographie (EEG): Der wichtigste Schritt zur Diagnose einer Herzinsuffizienz ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie). Durch sie kann die Pumpleistung und Funktion des Herzens beurteilt und festgestellt werden, ob die Herzschwäche auf einer Schwäche der Herzmuskulatur beruht oder auf einer mangelnden Elastizität des Herzens. Außerdem können auf den Ultraschallbildern krankhafte Veränderungen am Herzen erkannt werden, die die Erkrankung verursacht haben könnten.
  • Untersuchung von Blut und Urin: Die Herzvorhöfe setzen das sogenannte natriuretische Peptid, kurz BNP (engl. brain natriuretic peptide) frei, wenn sie gedehnt beziehungsweise überlastet werden. Ist das Herz geschwächt, oder steht es unter großer Anspannung, steigt der BNP-Wert im Blut an. Eine erhöhte BNP-Konzentrationen weist somit auf eine Herzinsuffizienz hin.

Steht die Diagnose Herzinsuffizienz bereits, liefern die Blut- und Urinuntersuchung manchmal Hinweise auf mögliche Ursachen. Zum Beispiel können erhöhte Blutfettwerte oder Glucose im Urin auf Stoffwechselerkrankungen hindeuten, die eine Herzschwäche bzw. Herzerkrankung begünstigen.

Einteilung der Herzinsuffizienz in die NYHA-Stadien

Die Schwere der Herzschwäche wird in vier Stadien eingeteilt, die in der sogenannten NYHA-Klassifikation festgelegt sind. NYHA steht für New York Heart Association, die das Schema entwickelt hat. Anhand dessen kann beurteilt werden, wie weit die Herzinsuffizienz bereits fortgeschritten ist und das bei der Planung der Therapie berücksichtigen.

NYHA-Stadium Beschwerden (Erschöpfung, Herzrhythmusstörungen oder Atemnot)
NYHA-Stadium I keine Beschwerden, normale Belastung möglich
NYHA-Stadium II Beschwerden bei alltäglichen Belastungen (z.B. Treppensteigen), in Ruhe beschwerdefrei
NYHA-Stadium III Beschwerden schon bei leichter körperlicher Belastung wie Spazieren
NYHA-Stadium IV Beschwerden in Ruhe, keine körperliche Belastung mehr möglich

Behandlung und Therapie der Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz ist nicht heilbar. Die richtige Therapie kann jedoch die Lebensqualität des*der Erkrankten verbessern und seine*ihre Lebenserwartung erhöhen. Dazu muss die Erkrankung behandelt werden, die die Herzschwäche verursacht hat. Zudem können ärztlich Medikamente verordnet werden, die das Herz entlasten und die Beschwerden lindern sollen.

Behandlung der Ursache

Bei 70 bis 90 von 100 Patient*innen ist eine Herzinsuffizienz Folge von Bluthochdruck und/oder der koronaren Herzkrankheit (KHK). In diesem Fall werden Medikamente wie Betablocker oder ACE-Hemmer verschrieben. Auch können Betroffene selbst dazu beitragen, dass sich ihr Blutdruck normalisiert und das Herz-Kreislauf-System entlastet wird: indem sie auf Zigaretten verzichten, sich ausreichend bewegen, Alkohol nur moderat konsumieren und auf eine gesunde Ernährung achten.

Medikamente zur Behandlung der Herzschwäche

Welche Arzneien geeignet sind, richtet sich nach der Ursache und Art der Herzinsuffizienz, dem Stadium der Herzerkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des*der Patient*in. Grundsätzlich bekommen Patient*innen mehrere Medikamente verordnet, die parallel eingenommen werden sollen und auf unterschiedliche Weise helfen und die Lebenserwartung erhöhen:

  • Es gibt zum einen Medikamente, die das Herz entlasten und somit die Lebenserwartung des* Patient*in steigern können, also seine*ihre Prognose verbessern. Dazu gehören Betablocker, ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten und Aldosteron-Antagonisten.
  • Zum anderen gibt es Mittel, die gegen die Symptome der Herzschwäche helfen, wie zum Beispiel entwässernde Medikamente (Diuretika) gegen Ödeme.

Was können Betroffene mit Herzinsuffizienz selbst tun?

Nicht rauchen, regelmäßig Sport treiben, Alkohol meiden und auf eine ausgewogene Ernährung achten: Was für die meisten Menschen gesund ist, kann Menschen mit Herzinsuffizienz sogar vor einem vorzeitigen Tod bewahren.

Rauchen ist bei Herzschwäche aus vielerlei Gründen besonders riskant: Es verstärkt die Atembeschwerden, erhöht den Blutdruck, schädigt die Blutgefäße und begünstigt einen Herzinfarkt. Nichtrauchen erhöht nach der Diagnose Herzinsuffizienz nachweislich die Lebenserwartung.

Bewegung kommt Menschen mit Herzinsuffizienz zugute, weil sie das Herz stärkt und seine Pumpleistung verbessert. Welche Sportart geeignet ist und wie oft und intensiv Erkrankte trainieren können und sollen, hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab und sollte ärztlich abgeklärt werden. Fast überall gibt es medizinisch betreute Herzsportgruppen, in denen das Training ärztlich geplant und überwacht wird.

Auch die Ernährung spielt bei Herzschwäche eine Rolle. Eine herzgesunde Kost besteht überwiegend aus Speisen, die wenig gesättigte Fette und Zucker enthalten, dafür aber reich an Ballaststoffen und gesunden Fetten sind. Wichtig ist auch, dass Menschen mit Herzinsuffizienz nicht zu viel Salz essen, weil sich dadurch die Wassereinlagerungen verschlimmern können. Mehr als sechs Gramm Salz pro Tag sollten es nicht sein – das entspricht etwa einem Teelöffel.

Früher wurde Menschen mit Herzschwäche geraten, wenig zu trinken. Diese Empfehlung gilt heute nicht mehr. Sie können und sollten täglich etwa anderthalb Liter Wasser zu sich nehmen. Nur bei bestimmten akuten Beschwerden kann es sinnvoll sein, vorübergehend weniger zu trinken, was aber in ärztlicher Rücksprache erfolgen sollte.

Was Alkohol betrifft, gelten für Menschen mit Herzinsuffizienz prinzipiell dieselben Empfehlungen wie für Gesunde. Hat sich die Herzschwäche jedoch als Folge von übermäßigem Alkoholkonsum entwickelt, sollten Betroffene vollständig darauf verzichten.

Wichtig: Manche Menschen erkranken als Folge einer Herzschwäche an einer Depression, die nicht nur sehr belastend ist, sondern auch die Lebenserwartung senken kann. Wer an einer Herzschwäche erkrankt ist und Anzeichen einer Depression bei sich bemerkt, sollte sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Impfungen

Atemwegsinfekte wie Grippe oder Lungenentzündung sind für Menschen mit Herzinsuffizienz gefährlicher als für Gesunde, weil ihre Atemfunktion ohnehin beeinträchtigt ist. Zwei Impfungen können das Risiko für Infekte der Atemwege senken:

Weitere Therapiemöglichkeiten:

  • Herzschrittmacher: Bei anhaltenden Herzrhythmusstörungen oder wenn das Herz zu langsam schlägt, kann ein Herzschrittmacher eingesetzt werden.
  • Herztransplantation: Wenn das Herz sehr stark geschädigt ist, bleibt bei einer Herzinsuffizienz manchmal eine Transplantation als letzte Therapie-Option.

Wie ist die Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz?

Wer die Diagnose Herzinsuffizienz erhält, hat eine deutlich geringere Lebenserwartung als ein gesunder Mensch. In Deutschland gehört die Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen: 2020 ließen sich über zehn Prozent aller Todesfälle auf eine Herzinsuffizienz zurückführen – Tendenz steigend. Eine 2017 veröffentlichte Auswertung von Krankenversicherungsdaten ergab, dass fast jede*r vierte Herzschwäche-Patient*in innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnose stirbt.

Wie alt man mit einer Herzinsuffizienz werden kann, lässt sich aber nicht pauschal sagen, sondern hängt vom Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil der Betroffenen ab. Ältere Patient*innen mit starken Beschwerden sterben oft bereits innerhalb weniger Monate an den Folgen der Herzschwäche. Jüngere Patient*innen, bei denen die Herzinsuffizienz in einem frühen Stadium erkannt wird, haben im besten Fall noch viele Jahre zu leben. Eine rechtzeitige Behandlung und ein gesunder Lebensstil senken das Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen deutlich.

Grundsätzlich ist die Prognose und somit die Lebenserwartung vor allem von folgenden Faktoren abhängig:

  • Schwere der Erkrankung:
    • Von den Patient*innen, die zum Zeitpunkt der Diagnose noch keine oder nur leichte Beschwerden bemerken (NYHA-Stadien I und II), überleben fast alle (85 bis 90 von 100 Patienten) das darauffolgende Jahr.
    • Wird die Erkrankung erst festgestellt, wenn das Herz bereits sehr geschwächt ist (NYHA-Stadium III) und schon leichte Anstrengung Atemnot und Erschöpfung verursacht, ist die Prognose etwas schlechter: Von 100 Erkrankten überleben etwa 75 das Jahr nach der Diagnose.
    • Wird die Erkrankung erst erkannt, wenn die Beschwerden auch in Ruhe auftreten (NYHA-Stadium IV), ist die Überlebenschance deutlich geringer: Im Jahr nach der Diagnose etwa die Hälfte der Betroffenen.
  • Alter: Jüngere Patient*innen haben im Allgemeinen bessere Überlebenschancen als ältere.
  • Lebensgewohnheiten: Patient*innen, die nicht rauchen bzw. mit dem Rauchen aufhören, haben eine höhere Lebenserwartung als Erkrankte, die trotz Herzschwäche nicht auf Zigaretten verzichten. Auch Bewegung kann die Überlebenschancen verbessern.
  • sonstiger Gesundheitszustand: Weitere Erkrankungen und Risikofaktoren verschlechtern die Prognose bei Herzinsuffizienz. Dazu zählen Herzrhythmusstörungen, KHK, Schlaganfälle, PAVK, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Schlafapnoe, Anämie, COPD und psychische Erkrankungen.

Woran stirbt man bei Herzinsuffizienz?

Die akut dekompensierte Herzinsuffizienz ist eine schwerwiegende, lebensbedrohliche Komplikation – häufig bei schon bestehender chronischer Herzschwäche. Dabei reichen die verschiedenen Gegensteuerungsmechanismen nicht mehr aus, um die verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens auszugleichen. Eine dekompensierte Herzinsuffizienz kann zu einem Schock führen. Dabei fällt der Blutdruck stark ab. Der Kreislauf und lebenswichtige Organe können versagen.

Mögliche Folge einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz ist der plötzliche Herztod. Das Herz hört plötzlich auf zu schlagen, zum Beispiel nach einem akuten Herzinfarkt. Personen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz haben außerdem ein erhöhtes Risiko, Blutgerinnsel zu bilden. Dies kann zu Komplikationen wie einer Lungenembolie oder einem Hirninfarkt führen.

Wenn schwere chronische oder akute Verlaufsformen einer Herzinsuffizienz mit Komplikationen wie einem Lungenödem oder einem kardiogenen Schock (das Herz pumpt zu wenig Blut in den Kreislauf) einhergehen, erfolgt eine intensivmedizinische Behandlung. In einer solchen Situation werden Herzunterstützungssysteme eingesetzt, um das eigene Herz vorübergehend oder dauerhaft zu entlasten.

Herzinsuffizienz vorbeugen

Den häufigsten Ursachen der Herzschwäche – Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit – kann man vorbeugen, indem man

  • sich viel bewegt
  • auf Zigaretten verzichtet,
  • Übergewicht vermeidet beziehungsweise abbaut und
  • Alkohol nur in Maßen trinkt.

Wer bereits eine Vorerkrankung hat, die zu einer Schädigung des Herzmuskels führen kann, sollte diese rechtzeitig behandeln lassen, um einer Herzinsuffizienz vorzubeugen.