Das Bild zeigt einen muskulösen Oberkörper.
© Jupiterimages/iStockphoto

Muskeln: Bizeps, Trizeps & Co.

Jeder Mensch besitzt rund 650 verschiedene Muskeln – egal wie alt oder wie gut trainiert man ist. Muskeln befinden sich fast überall im Körper. Allein im Gesicht kommen eine Vielzahl verschiedener Muskeln vor: Wer zum Beispiel seine Stirn runzelt, benötigt dafür rund 40 Muskeln – beim Lachen sind unter Umständen mehr als 70 Muskeln beteiligt.

Allgemeines

Die genaue Anzahl der Muskeln ist schon bei der Geburt festgelegt – auch durch Training lässt sich die Zahl der Muskeln nicht erhöhen. Ein gut trainierter Kraftsportler hat also nicht mehr Muskeln, sondern nur mehr Muskelmasse.

Doch nicht alle Menschen haben exakt gleich viele Muskeln: der kleine Lendenmuskel zum Beispiel kommt nur bei etwa jedem Zweiten vor.

All diese Muskeln übernehmen unterschiedliche Aufgaben im Körper: Die meisten benötigt man, um sich fortzubewegen. Es gibt aber auch Muskeln, die zum Beispiel für die Verdauung oder die Blutdruckregulation unerlässlich sind.

Ohne Muskeln könnte der Mensch nicht leben. Egal ob Essen, Atmen, Sprechen oder Laufen: All das wäre ohne Muskeln nicht möglich.

Die mehr als 600 Muskeln im Körper des Menschen unterscheiden sich in ihrer

  • Größe,
  • Funktion,
  • Form und
  • in ihrem anatomischen Aufbau.

Eines jedoch haben alle Muskeln gemeinsam: sie bestehen aus Muskelzellen, die in der Lage sind, sich zu verkürzen. Diesen Vorgang nennt man auch Muskelkontraktion. Ganz allgemein kann man sagen, dass Muskeln chemische Energie (ATP) in mechanische Energie (und Wärme) umwandeln können.

Der wichtigste Muskel im Körper ist Tag und Nacht aktiv: der Herzmuskel. Rund um die Uhr zieht sich dieser Muskel zusammen und erschlafft wieder – so pumpt das Herz das Blut durch den Körper und hält den Blutkreislauf aufrecht.

Je nachdem, wie gut trainiert man ist, machen die Muskeln beim Mann im Schnitt 40 bis 45 Prozent der Gesamtkörpermasse aus – bei einem austrainierten Kraftsportler kann die Muskelmasse sogar auf etwa 65 Prozent seines Körpergewichts ansteigen.

Frauen haben grundsätzlich etwas weniger Muskelmasse – bei ihnen beträgt der Anteil der Muskeln an der Gesamtkörpermasse durchschnittlich 23 Prozent.

Video: Verbrennen Muskeln mehr Kalorien als Fett?

Muskeln können ganz unterschiedlich aussehen. Einige Muskeln haben zum Beispiel die Form einer Spindel. Sie besitzen einen sogenannten Muskelbauch in der Mitte und an den Enden einen Muskelansatz beziehungsweise einen Muskelursprung. Darüber hinaus gibt es

  • mehrköpfige Muskeln (der Bizeps zum Beispiel hat auf einer Seite zwei Muskelköpfe)
  • Muskeln mit mehreren Bäuchen (wie etwa der vordere Bauchmuskel),
  • ringförmige Muskeln (z.B. Schließmuskeln),
  • platte Muskeln und
  • federförmige Muskeln.

Der kleinste Muskel des Menschen befindet sich im Innenohr. Es ist der sogenannte Steigbügelmuskel, der etwa die Größe eines Stecknadelkopfes besitzt. Trotz seiner Größe spielt dieser Muskel jedoch eine wichtige Rolle: Bei sehr lauten Geräuschen kann sich der Steigbügelmuskel zusammenziehen und die Empfindlichkeit des Gehörs herabsetzen. Dadurch schützt der Muskel das Innenohr – vor allem vor der Lautstärke der eigenen Stimme.

Neben sehr kleinen Muskeln besitzt jeder Mensch auch sehr große Muskeln. Mit einer Länge von knapp 50 Zentimetern ist der sogenannte Schneidermuskel (Musculus sartorius) der längste Muskel des Menschen. Dieser recht schmale Muskel zieht vom äußeren Beckenknochen schräg über den Oberschenkel und setzt unterhalb des Knies am Schienbein an.

Der Muskel mit dem größten Volumen ist bei den meisten Menschen der große Gesäßmuskel – besser bekannt als Gluteus maximus. Der flächenmäßig größte Muskel des Menschen ist der Latissimus dorsi, manchmal auch nur Latissimus genannt. Er deckt fast die gesamte untere Hälfte des Rückens ab.

Quergestreifte und glatte Muskulatur

Muskeln sind nicht gleich Muskeln. Grundsätzlich lässt sich Muskulatur in drei Arten gliedern:

  1. die quergestreifte Muskulatur,
  2. die glatte Muskulatur und
  3. der Herzmuskel.

Diese Einteilung beruht darauf, wie die kleinsten Muskelbauteile (sog. Sarkomere) aufgebaut sind. Sarkomere bestehen aus dicken und dünnen Fasern (Filamenten), die ineinander gleiten können – auf diese Weise zieht sich ein Muskel zusammen.

Bei einer gleichmäßigen Anordnung der Sarkomere lässt sich unter dem Lichtmikroskop eine Querstreifung erkennen. Dies ist zum Beispiel bei allen Skelettmuskeln der Fall.

Quergestreifte Muskulatur

Egal ob Bizeps, Trizeps, Bauchmuskeln oder die Muskeln des Oberschenkels – die quergestreifte Muskulatur bildet das gesamte System der Skelettmuskulatur. Der Mensch besitzt mehr als 400 verschiedene Skelettmuskeln, die insgesamt aus etwa 250 Millionen quergestreiften Muskelfasern zusammengesetzt sind.

Bei der querstreiften Muskulatur reiht sich ein Sarkomer an das nächste. Nebeneinander liegende Reihen sind dabei exakt parallel angeordnet – das heißt, die einzelnen Muskelabschnitte liegen auf einer Höhe. Da die Sarkomere jeweils aus einem hellen und einem dunklen Teil bestehen, erscheinen unter dem Lichtmikroskop gleichmäßige Hell-Dunkel-Streifen.

Die quergestreifte Muskulatur wird vom zentralen Nervensystem gesteuert – das heißt vom Gehirn und Rückenmark. Sie lässt sich bewusst an- und wieder entspannen. Dies ist die Grundlage jeder Bewegung.

Glatte Muskulatur

Die glatte Muskulatur befindet sich unter anderem in den Muskelwänden der Hohlorgane, zum Beispiel

Auch die Körperhaut ist mit glatter Muskulatur ausgestattet. Bei kalten Temperaturen sorgen die glatten Muskeln an den Haarschäften dafür, dass sich die feinen Härchen an Armen und Beinen aufrichten – eine "Gänsehaut" entsteht.

Das Besondere an der glatten Muskulatur ist, dass man unter dem Lichtmikroskop keine Querstreifen erkennen kann. Der Grund: Hier sind die einzelnen Muskelfasern wesentlich "lockerer" angeordnet als bei der Skelettmuskulatur.

Im Gegensatz zu den Skelettmuskeln lässt sich die glatte Muskulatur nicht willentlich steuern. Sie arbeitet sozusagen automatisch, ohne dass sich der Mensch dessen bewusst ist – daher kann man zum Beispiel die Muskeln des Darms nicht aktiv anspannen.

Gesteuert wird die glatte Muskulatur von Hormonen und dem sogenannten vegetativen Nervensystem.

Der Herzmuskel

Der Herzmuskel nimmt eine Sonderstellung ein. Die Sarkomere des Herzmuskels sind ähnlich aufgebaut wie die der Skelettmuskeln – daher ist der Herzmuskel ebenfalls quergestreift. Im Unterschied zu den Skelettmuskeln liegen die einzelnen Muskelzellen des Herzmuskels jedoch nicht streng parallel zueinander, sondern sind untereinander verzweigt.

Die Muskelzellen des Herzmuskels sind über sogenannte Glanzstreifen miteinander verbunden. Diese Verbindungen sorgen dafür, dass sich das Herz wie ein einziger großer Muskel nur entweder vollständig oder gar nicht erregen lässt.

Der Herzmuskel lässt sich nicht bewusst steuern. So ist es zum Beispiel nicht möglich, das Herz für einen Moment "anzuhalten". Der Herzmuskel arbeitet autonom – das bedeutet, dass das Herz die Erregungen, die seine Kontraktionen auslösen, selbst produziert. Nur die Herzfrequenz, also die Häufigkeit, mit der sich der Herzmuskel pro Minute zusammenzieht, unterliegt äußeren Einflüssen.

Wie ist ein Muskel aufgebaut?

Der Mensch besitzt über 400 verschiedene Skelettmuskeln, die vor allem drei Aufgaben haben:

  1. den Körper zu stabilisieren,
  2. einzelne Körperteile zu bewegen und
  3. den Körper zu wärmen.

Um die Funktionen der Muskeln besser verstehen zu können, sind grundsätzliche Kenntnisse über die Anatomie der Muskeln hilfreich.

Jeder Skelettmuskel besteht aus vielen parallel angeordneten Muskelfasern. Die Muskelfasern können eine Länge von mehreren Zentimetern erreichen, sind aber je nach Trainingszustand nur 9 bis 100 Mikrometer dick (1 Mikrometer = ein Tausendstel Millimeter).

Zwischen den einzelnen Muskelfasern befinden sich kleinste Blutgefäße (sog. Kapillaren) sowie Nervenfasern und Bindegewebe. Das Bindegewebe – fachsprachlich Endomysium genannt – fasst die einzelnen Muskelfasern zu mehreren Bündeln zusammen. Ein Muskelfaserbündel setzt sich aus etwa 10 bis 20 parallel angeordneten Muskelfasern zusammen.

Die nebeneinanderliegenden Muskelfaserbündel werden ebenfalls durch Bindegewebe, dem sogenannten Perimysium, voneinander getrennt.

Rund 10 bis 40 Muskelfaserbündel zusammen formen einen Skelettmuskel, der von einer weiteren bindegewebigen Hülle, dem sogenannten Epimysium, bedeckt wird. Das Epimysium wiederum ist von einer sehnenartigen Muskelhaut aus straffem Bindegewebe umhüllt, die man Faszie nennt. An den Enden des Muskels vereinigt sich die Faszie mit der Muskelsehne.

Betrachtet man die einzelnen Muskelfasern etwas genauer, kann man unter einem Mikroskop erkennen, dass jede Muskelfaser aus winzigen Komponenten aufgebaut ist – dies sind die sogenannten Myofibrillen (griech. myos = Muskel, lat. fibrille = kleine Faser).

Innerhalb der Myofibrillen findet man zahlreiche, nebeneinander angeordnete Sarkomere, die durch Zwischenscheiben (sog. Z-Scheiben) miteinander verbunden sind. Ein einzelnes Sarkomer ist sozusagen ein sehr kleines Teilstück einer Myofibrille.

Sarkomer

Das Sarkomer ist die kleinste funktionelle Einheit der Muskulatur – es misst in Ruhe gerade einmal 2 bis 2,5 Mikrometer (dies entspricht 0,002 bis 0,0025 Millimeter). Das bedeutet: In einer Muskelfaser mit einer Länge von 10 Zentimetern liegen in einer einzigen Myofibrille etwa 40.000 Sarkomere längs in Reihe.

Da eine Muskelfaser aus sehr vielen Myofibrillen besteht, – und ein Skelettmuskel wiederum aus sehr vielen Muskelfasern – enthalten Muskeln teilweise mehrere hundert Millionen Sarkomere.

Jedes Sarkomer enthält mehrere fadenförmige Eiweißketten, sogenannte Filamente. Hauptsächlich besteht ein Sarkomer dabei aus dünnen Aktin- sowie etwas dickeren Myosinfilamenten. Die Myosinfilamente befinden sich in der Mitte des Sarkomers. Die dünnen Aktinfilamente sind an den Enden des Sarkomers an den Z-Scheiben befestigt und ragen in die Mitte hinein.

Das Besondere: Aktin und Myosin sind so angeordnet, dass sie unter Energieverbrauch ineinander gleiten können. Beide Filamente ändern dabei nicht ihre Länge – nur der Abstand zwischen den beiden Z-Scheiben eines Sarkomers verringert sich.

Dieses Ineinandergleiten von Aktin und Myosin ist der Grund dafür, dass sich Sarkomere verkürzen können. Durch die Verkürzung vieler einzelner Sarkomere hintereinander kommt es schließlich zu einer sichtbaren Muskelkontraktion.

Muskelfaser

Viele Sarkomere hintereinander bilden eine Myofibrille, viele parallel angeordnete Myofibrillen bilden eine Muskelfaser. Doch Muskelfaser ist nicht gleich Muskelfaser.

Prinzipiell lassen sich zwei Haupttypen von Muskelfasern unterscheiden:

  • langsame Muskelfasern, sogenannte ST-Fasern beziehungsweise Typ-I-Fasern (slow twitch = langsamzuckend) und
  • schnelle Muskelfasern, auch als FT-Fasern oder Typ-II-Fasern (fast twitch = schnellzuckend) bekannt.

Die ST-Fasern kontrahieren verhältnismäßig langsam, dafür sind sie sehr ausdauernd. Der Grund: ST-Fasern enthalten viel Myoglobin (ein Muskelprotein, das den Sauerstoff aus dem Blut aufnimmt und an die Muskeln abgibt) und sind reich an Mitochondrien (die "Kraftwerke der Zelle", die das für die Muskelkontraktion nötige energiereiche Molekül Adenosintriphosphat (ATP) bilden). Dadurch gewinnen sie ihre Energie vor allem unter Verbrauch von Sauerstoff (aerobe Energiegewinnung). Insbesondere die Muskeln, die bei der Halte- oder Stützarbeit beteiligt sind, haben einen sehr hohen Anteil von langsam zuckenden Muskelfasern.

Die FT-Fasern hingegen können große Kräfte erzeugen und relativ schnell kontrahieren – dafür haben sie ein geringeres Ausdauervermögen. Im Gegensatz zu den ST-Fasern greifen die FT-Fasern vor allem auf die anaerobe Energiegewinnung (ohne Sauerstoff) zurück, da die Mitochondrien die FT-Fasern nicht schnell genug mit Energie versorgen können.

Eigenschaften der verschiedenen Muskelfasern

  Langsame Muskelfasern (ST-Fasern) Schnelle Muskelfasern (FT-Fasern)
Synonyme • Typ-I-Fasern
• rote Muskelfasern
• Typ-II-Fasern
• weiße Muskelfasern
Funktion Halte- und Stützfunktion Schnellkraft
Zellbestandteile • viele Mitochondrien
• viel Myoglobin
• wenige Mitochondrien
• wenig Myoglobin
Stoffwechsel aerob anaerob (glykolytisch)
Arbeitsweise • langsame Kontraktion
• geringe Ermüdung
• schnelle Kontraktion
• schnellere Ermüdung

In allen Muskeln kommen sowohl ST-Fasern als auch FT-Fasern vor. Wie viele Muskelfasern eines bestimmten Typs genau vorliegen, ist von Muskel zu Muskel und von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Das genaue Verhältnis von ST- zu FT-Fasern ist weitgehend genetisch vorgegeben und im überwiegenden Teil der Bevölkerung ungefähr gleich groß.

In Ausnahmefällen kann sich diese Verteilung allerdings in eine Richtung verschieben: So kann zum Beispiel ein "geborener Sprinter" schon bei der Geburt einen FT-Faser-Anteil von bis zu 80 Prozent besitzen, talentierte Marathonläufer hingegen zeichnen sich durch einen höheren Anteil langsam zuckender Muskelfasern aus.

Durch Training lässt sich die Verteilung der Muskelfasern nur bedingt verändern: Regelmäßiges Ausdauertraining führt auf Dauer dazu, dass sich die schnellzuckenden FT-Fasern in ST-Fasern "umwandeln" – eine Umwandlung von langsamen Muskelfasern in schnelle Muskelfasern ist jedoch unmöglich.

Muskelspindel

In jedem Muskel befinden sich neben zu Bündeln zusammengefassten Muskelfasern, Blutgefäßen und Bindegewebe unter anderem auch sogenannte Muskelspindeln.

Bei den Muskelspindeln handelt es sich um kleine Bindegewebskapseln in Form einer Spindel, die zwischen den einzelnen Muskelfasern eines Muskels liegen. Muskelspindeln erstrecken sich jedoch nicht über die gesamte Länge des Muskels, sondern sind an ihren Enden mit den benachbarten Muskelfasern verbunden.

Im Inneren der Muskelspindeln befinden sich einige wenige dünne Muskelfasern – fachsprachlich "intrafusale" Fasern genannt. Von außen winden sich Nervenenden spiralförmig um die Muskelspindeln.

Die Muskelspindeln messen kontinuierlich die

  • Länge des Muskels,
  • Veränderungen der Länge und
  • die Geschwindigkeit dieser Veränderungen.

Man könnte eine Muskelspindel daher als eine Art "Längenkontrollsystem" des Muskels bezeichnen.

Wird ein Muskel gedehnt, so dehnen sich auch die darin liegenden Muskelspindeln. Diese Dehnung führt zu einer Reaktion der Nervenfasern, die die Muskelspindeln umfassen – genauer gesagt leiten die Nerven diese Informationen über das Rückenmark an das Gehirn weiter.

Registriert die Muskelspindel eine plötzliche Dehnung eines Muskels, führen die im Rückenmark eintreffenden Signale der Muskelspindel dazu, dass sich der komplette Muskel reflektorisch zusammenzieht. Dies schützt den Muskel vor Überdehnung und Verletzungen.

Ein Beispiel: Der Schwerpunkt des Kopfes liegt leicht vor dem Kopfgelenk. Der Kopf neigt also prinzipiell dazu, nach vorne zu kippen – durch eine ständige Spannung in den Nackenmuskeln wird er jedoch aufrecht gehalten.

Schläft man im Sitzen ein, so entspannen sich die Nackenmuskeln und der Kopf kippt nach vorn. Dadurch werden die Muskelspindeln in den Nackenmuskeln gedehnt. Dies führt dazu, dass sich die Nackenmuskeln reflektorisch zusammenziehen und man den Kopf unbewusst wieder aufrichtet.

Muskelspindeln sind über den gesamten Muskel verstreut. Wie viele Muskelspindeln sich in einem Muskel befinden, ist sehr unterschiedlich – die genaue Anzahl kann zwischen 40 und 500 Muskelspindeln pro Muskel variieren.

Muskeln, die an sehr feinen Bewegungen beteiligt sind (z.B. die Muskeln des Auges oder die Fingermuskeln), besitzen viele Muskelspindeln. Die Muskulatur des Rumpfes hingegen weist nur eine geringe Anzahl an Muskelspindeln auf.

Bauchmuskeln

Die Bauchmuskeln des Menschen übernehmen zahlreiche Funktionen – häufig in Zusammenarbeit mit anderen Muskeln, wie beispielsweise der Rückenmuskulatur oder dem Zwerchfell. Die Bauchmuskeln

  • stabilisieren den Oberkörper,
  • ermöglichen Bewegungen des Rumpfes (Drehung, Beugung und Seitwärtsneigung),
  • unterstützen die Atembewegungen und
  • erhöhen den Druck in der Bauchhöhle (sog Bauchpresse), was wiederum die Darm- und Blasenentleerung fördert.

Grundsätzlich lassen sich die Bauchmuskeln je nach Lage im Körper in drei unterschiedliche Muskelgruppen einteilen. Man unterscheidet

  • den geraden vorderen Bauchmuskel,
  • die schrägen seitlichen Bauchmuskeln und
  • die tiefen hinteren Bauchmuskeln.

Der vordere Bauchmuskel (Musculus rectus abdominis) hat seinen Ursprung am unteren Ende des Brustbeins und am Knorpel der fünften bis siebten Rippe. Von dort verläuft der Muskel senkrecht nach unten und setzt am Schambein an. Insgesamt kann der vordere Bauchmuskel bis zu 40 Zentimeter lang, etwa 7 Zentimeter breit und bis zu einem Zentimeter dick werden.

Der vordere gerade Bauchmuskel weist eine Besonderheit auf: er ist durch drei bis vier horizontal verlaufende Zwischensehnen unterteilt. Bei gut ausgebildeter Muskulatur und kaum vorhandenem Unterhautfettgewebe kann man den Musculus rectus abdominis als den umgangssprachlich bezeichneten "Waschbrettbauch" erkennen.

Die tiefen hinteren Bauchmuskeln bestehen aus dem großen Lendenmuskel und dem quadratischen Lendenmuskel. Sie begrenzen die hintere Bauchwand und bilden eine Nische, in der die Niere eingelagert ist.

Seitliche Bauchmuskeln

Seitliche Bauchmuskeln werden beim Krafttraining häufig etwas vernachlässigt, da es für einen ausgeprägten Waschbrettbauch vor allem auf einen gut trainierten vorderen Bauchmuskel ankommt. Für die Stabilität des Oberkörpers und die Bewegungen des Rumpfes sind die seitlichen Bauchmuskeln jedoch ebenso wichtig wie der vordere.

Die seitlichen Bauchmuskeln liegen in drei Schichten übereinander. Die äußerste Schicht ist der sogenannte "Musculus obliquus externus abdominis" – zu Deutsch: äußerer schräger Bauchmuskel. Er verläuft von den Außenflächen der 5. bis 12.Rippe diagonal nach unten zur Mitte des Beckens.

Unter dem äußeren seitlichen Bauchmuskel liegt der sogenannte "Musculus obliquus internus abdominis" – auch innerer schräger Bauchmuskel genannt. Der innere seitliche Bauchmuskel entspringt am oberen Beckenrand, zieht fächerförmig nach vorn zur Vorderseite des Bauches und setzt an den unteren drei Rippen an. Die Muskelfasern der inneren und die der äußeren seitlichen Bauchmuskeln verlaufen somit rechtwinklig zueinander.

Die innerste Schicht der seitlichen Bauchmuskeln stellt der sogenannte quere Bauchmuskel (Musculus transversus abdominis) dar. Wie der Name schon sagt, verlaufen seine Muskelfasern quer – nahezu horizontal – in der seitlichen Bauchwand. Der quere Bauchmuskel fungiert als eine Art Gürtel, der für Stabilität sorgt und die Hauptlast der inneren Organe aufnimmt.

Video: 500 Crunches am Tag formen Sixpack

Rückenmuskeln

Ohne die Rückenmuskulatur könnte der Mensch nicht aufrecht stehen: Die Schwerkraft würde den Brustkorb und den Kopf nach unten ziehen und man würde einfach vornüberkippen. Die Rückenmuskulatur spielt also vor allem für die Stabilität des Körpers eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus ist die Rückenmuskulatur an zahlreichen Bewegungen des Oberkörpers und der Arme beteiligt – zum Beispiel beim Holzhacken oder beim Staubsaugen. Eine dritte wichtige Funktion der Rückenmuskulatur ist es, die Atmung zu unterstützen.

Prinzipiell lässt sich die Rückenmuskulatur in zwei Gruppen unterteilen:

  1. die tieferliegende, sogenannte autochthone Rückenmuskulatur (Rückenstrecker)
  2. die oberflächlich gelegene Rückenmuskulatur (wie z.B. der Trapezmuskel oder der Latissimus dorsi)

Autochthone Rückenmuskulatur (Rückenstrecker)

Die autochthone Rückenmuskulatur umfasst ein System von tiefen Rückenmuskeln, die sich direkt an der Wirbelsäule befinden und die einzelnen Wirbelkörper direkt und übergreifend miteinander verbinden. Von außen sind diese Muskeln nicht zu sehen.

Die autochthone Rückenmuskulatur ist an allen Bewegungen der Wirbelsäule beteiligt. Zieht sich die autochthone Rückenmuskulatur beidseitig zusammen, wird der Oberkörper gestreckt – daher bezeichnet man die autochthone Rückenmuskulatur manchmal auch als Rückenstrecker. Findet nur eine einseitige Kontraktion des Rückenstreckers statt, neigt sich der Oberkörper zur Seite.

Insgesamt betrachtet bildet die autochthone Rückenmuskulatur ein kompliziertes Muskelsystem entlang der Wirbelsäule. Die kleinen Rückenmuskeln des Rückenstreckers erstrecken sich von Dornfortsatz zu Dornfortsatz, von Dornfortsatz zu Querfortsatz, von Querfortsatz zu Querfortsatz und können auch den einen oder anderen Wirbelkörper überspringen.

Wissenswertes

In einigen Lehrbüchern findet man die autochthone Rückenmuskulatur manchmal auch unter der lateinischen Bezeichnung "Musculus erector spinae", was übersetzt so viel wie "Muskel zum Aufrichten der Wirbelsäule" bedeutet.

Trapezmuskel (Kapuzenmuskel)

Der Trapezmuskel, fachsprachlich "Musculus trapezius" genannt, ist ein relativ großer Rückenmuskel, der sich im Bereich des Nackens und des oberen Rückens befindet. Der Trapezmuskel ermöglicht verschiedene Bewegungen der Arme, der Schulterblätter und des Kopfes.

Wie der Name schon sagt, bilden die beiden dreieckigen Einzelmuskeln rechts und links neben der Wirbelsäule zusammen ein Trapez. Da das Erscheinungsbild des Trapezmuskels einer auf dem Rücken herabhängenden Kapuze ähnelt, wird er manchmal auch als Kapuzenmuskel bezeichnet.

Funktionell gesehen lässt sich der Trapezmuskel in drei Teile gliedern:

  1. oberer Trapezmuskel: Der obere Teil des Trapezmuskels umgibt schalenförmig den Nacken. Er hebt die Schultern an, dreht den Kopf und ist beim Anheben der Arme beteiligt. Besonders ausgeprägt ist der obere Teil des Kapuzenmuskels bei Menschen, die andauernd schwer tragen – umgangssprachlich auch als "Stiernacken" bekannt.
  2. mittlerer Trapezmuskel: Der mittlere Trapezmuskel hat seinen Ursprung an der Brustwirbelsäule und setzt an dem knöchernen Vorsprung des Schulterblatts (sog. Akromion) an. Die Fasern dieses Muskels verlaufen also annähend horizontal. Die Hauptaufgabe des mittleren Kapuzenmuskels ist es, die Schulterblätter zusammenzuziehen.
  3. unterer Trapezmuskel: In diesem Teil des Trapezmuskels verlaufen die Muskelfasern von dem unteren Teil der Brustwirbel schräg aufwärts bis zum Schulterblatt. Durch diesen schrägen Verlauf ist der untere Kapuzenmuskel vor allem daran beteiligt, die Schulter zu senken und zu drehen.

Latissimus (Musculus latissimus dorsi)

Er ist der flächenmäßig größte Muskel des Menschen: der Musculus latissimus dorsi, manchmal auch nur Latissimus genannt. Der Latissimus ist vergleichsweise dünn, erstreckt sich aber fast über die gesamte untere Hälfte des Rückens.

Ebenso wie der Trapezmuskel besitzt auch der Latissimus mehrere Ursprungspunkte. Genauer gesagt werden beim Latissimus dorsi – abhängig vom Ursprung – vier Anteile unterschieden:

Die Anteile und Ursprungspunkte des Latissimus dorsi

Bezeichnung Ursprung
Pars vertebralis 7. bis 12. Brustwirbelkörper
Pars costalis 9. bis 12. Rippe
Pars iliaca Darmbeinkamm
Pars scapularis unterer Teil des Schulterblattes

Alle Muskelfasern des Latissimus verlaufen von ihrem Ursprung nach außen und setzen gemeinsam am Oberarm an.

Der Latissimus dorsi sorgt für Stabilität (z.B. beim Hochstützen des Körpers) und ermöglicht zahlreiche unterschiedliche Armbewegungen. So dient er unter anderem dazu, die Arme an den Körper heranzuziehen.

Ein Beispiel: Wenn sich Ihre Arme ausgestreckt über dem Kopf befinden, zieht der Latissismus sie wieder nach unten. Wenn Sie sich mit Ihren Händen an einer Stange oder einem Felsvorsprung festhalten, können Sie sich mithilfe des Latissimus dort hochziehen – wie etwa bei einem Klimmzug oder beim Klettern.

Ein Ruderer zum Beispiel benötigt einen gut ausgeprägten Latissimus, um die kräftigen Ruderbewegungen auszuführen.

Darüber hinaus führt der Latissimus dorsi den Arm hinter den Rücken, weshalb er manchmal auch "Schürzenbindermuskel" genannt wird. Im Sport ist der Latissimus an sämtlichen Ausholbewegungen beteiligt – zum Beispiel bei einem Wurf oder einer Schlagbewegung.

Wissenswertes:

Eine weitere wichtige Funktion des Latissimus ist es, die Atmung zu unterstützen. Zieht sich der Latissimus zusammen, wird auch der Brustkorb zusammengedrückt, was wiederum die Ausatmung erleichtert. Deshalb wird der Latissimus dorsi manchmal auch als Hustenmuskel bezeichnet.

Deltamuskel (Musculus deltoideus)

Der Deltamuskel (fachsprachlich: Musculus deltoideus) stellt den größten Muskel der Schultermuskulatur dar – er bildet sozusagen die Kappe über dem Schultergelenk.

Die Hauptaufgabe des Deltamuskels ist es, das Schultergelenk zu stabilisieren und zu bewegen – ohne ihn könnte man seinen Arm nicht heben. Darüber hinaus hilft der Deltoideus den herabhängenden Arm nach innen und außen zu drehen.

Prinzipiell besteht der Deltoideus aus drei Anteilen mit verschiedenen Ursprungspunkten. Sie sind notwendig, um den Arm in unterschiedliche Richtungen bewegen zu können.

Die Anteile des Deltamuskels

Illustration Bezeichnung Funktion Ursprung
  Pars clavicularis (vorderer Deltamuskel) Er hebt den Arm nach vorne. äußeres Drittel des Schlüsselbeins
  Pars acromialis (mittlerer Deltamuskel) Er spreizt den Arm seitwärts ab. Schulterdach (sog. Akromion)
  Pars spinalis (hinterer Deltamuskel) Er bewegt den Arm nach hinten. Oberer Teil des Schulterblattes

Alle drei Anteile des Deltamuskels vereinigen sich zu einer einzigen Sehne, die mit dem Oberarmknochen verwachsen ist.

Wissenswertes

Für Impfungen, die mithilfe einer Spritze in einen Muskel injiziert werden müssen (sog. intramuskuläre Impfungen), ist der Deltamuskel die erste Wahl. Der Grund: Hier ist die Gefahr einer Verletzung von Nerven oder Gefäßen gering.

Armmuskeln

Muskulöse Arme sind der Traum vieler Kraftsportler – vor allem Männer suchen häufig den Weg ins Fitnessstudio, um ihre Armmuskeln zu trainieren. Insgesamt besitzt jeder Mensch über 20 verschiedene Armmuskeln, wobei sich die meisten von ihnen im Unterarm befinden. Die wahrscheinlich bekanntesten Armmuskeln befinden sich im Oberarm: Dabei handelt es sich

  • zum einen um den Bizeps (Musculus biceps brachii) an der Vorderseite und
  • zum anderen um den Trizeps (Musculus triceps brachii) an der Rückseite des Oberarms.

Diese beiden Armmuskeln sind Gegenspieler – das bedeutet, wenn sich bei einer Beugung des Armes der Bizeps verkürzt, muss sich gleichzeitig der Trizeps dehnen. Wenn Sie Ihren Arm strecken, verkürzt sich der Trizeps und der Bizeps wird gedehnt.

Ein weiterer Muskel des Oberarms ist der sogenannte Brachialis (Musculus brachialis). Dieser Muskel befindet sich unter dem Bizeps und unterstützt ihn bei der Armbeugung – man sagt, diese beiden Armmuskeln arbeiten synergistisch.

Bizeps (Musculus biceps brachii)

Der Bizeps zählt zu den bekanntesten Muskeln überhaupt – in der Regel können Sie ihn deutlich erkennen, wenn Sie bei gebeugtem Arm und geballter Faust Ihre Oberarmmuskulatur anspannen.

Wie der Name Bizeps bereits vermuten lässt, setzt sich der "Musculus biceps brachii" (lat. für zweiköpfiger Oberarmmuskel) aus zwei getrennten Muskelköpfen zusammen.

Die beiden Bizepsköpfe entspringen an verschiedenen Stellen des Schulterblattes und vereinigen sich dort, wo sie sichtbar werden (etwa in der Mitte des Oberarmknochens) zu einem einzigen Muskelbauch. Unterhalb der Ellenbeuge setzt der Bizeps an der Speiche (Radius) an. Da der Bizeps sowohl über das Schulter- als auch über das Ellenbogengelenk zieht, spricht man auch von einem zweigelenkigen Muskel.

Neben seiner Funktion als Ellenbogenbeuger trägt der Bizeps wesentlich dazu bei, den Unterarm nach innen drehen zu können – zum Beispiel, wenn Sie einen Teller Suppe auf der Handfläche tragen.

Bizeps ist nicht gleich Bizeps

Wer glaubt, der Bizeps würde ausschließlich den vorderen Oberarmmuskel bezeichnen, liegt falsch. Der Mensch besitzt nicht nur einen Bizeps in beiden Armen, sondern auch einen Bizeps in jedem Oberschenkel.

Dies ist der sogenannte Musculus biceps femoris, was übersetzt so viel bedeutet wie zweiköpfiger Muskel des Oberschenkels. Er befindet auf der Rückseite des Oberschenkels und ist – ähnlich wie der Bizeps in den Oberarmen – vor allem für die Beugung des Knies zuständig.

Brachialis (Musculus brachialis)

Der Brachialis (Musculus brachialis) ist nicht ganz so bekannt wie der Bizeps oder der Trizeps. Dabei stellt der Brachialis den wichtigsten Beuger des Ellenbogengelenks dar: er ist sogar noch stärker als der Bizeps. Ohne den Brachialis könnte man keine schweren Lasten heben.

Für die Stärke des Brachialis gibt es vor allem zwei Gründe:

  1. Der Brachialis liegt näher am Ellenbogengelenk. Er besitzt also einen kürzeren Hebel und muss eine größere Kraft ausüben als der Bizeps, um die gleiche Last zu heben.
  2. Im Gegensatz zum Bizeps zieht der Brachialis nur über ein Gelenk.

Der größte Teil des Brachialis befindet sich unter dem Bizeps – von außen lässt er sich nur bedingt ertasten. Trotzdem trägt der Brachialis indirekt zum Aussehen des Oberarmes bei. Der Grund: Er lässt den über ihm liegenden Bizeps größer erscheinen. So sagt man, dass hinter jedem großen Bizeps auch ein großer Brachialis stehe.

Trizeps (Musculus triceps brachii)

Der Trizeps ist der Gegenspieler des Bizeps und des Brachialis – er stellt die rückseitige Oberarmmuskulatur dar. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den gebeugten Arm wieder zu strecken. Der Trizeps wird immer dann beansprucht, wenn man seine Arme gegen einen Widerstand ausstreckt – zum Beispiel beim Liegestütz.

Darüber hinaus zieht der Trizeps den Oberarm an den Körper heran und führt ihn nach hinten.

Die korrekte Bezeichnung für den Trizeps lautet Musculus triceps brachii, was übersetzt "dreiköpfiger Armmuskel" bedeutet. Wie der Name schon sagt, besitzt der Trizeps an einer Seite drei Muskelköpfe mit unterschiedlichen Ursprungspunkten. Der mittlere und der äußere Trizepskopf entspringen am Oberarmknochen, der lange Kopf hat seinen Ursprung am Schulterblatt.

Die drei Anteile des Trizeps laufen in der Nähe des Ellenbogens zu einer dicken Sehne zusammen, die an dem herausstehenden Teil der Elle, dem Olecranon, ansetzt.

Direkt unter der "Trizepssehne" befindet sich ein Schleimbeutel, der sie vor übermäßiger Reibung mit der Elle schützt. Wenn Sie jedoch viel am Schreibtisch arbeiten und sich häufig mit den Ellenbogen auf der harten Tischplatte abstützen, kann sich dieser Schleimbeutel entzünden – Mediziner sprechen dann von einer Bursitis olecrani.

Quadrizeps (Musculus quadriceps femoris)

Bei dem Quadrizeps handelt es sich um einen der größten und kräftigsten Muskeln des Menschen. Er erstreckt sich fast über den gesamten vorderen Bereich des Oberschenkels.

Der medizinisch korrekte Name für den Quadrizeps lautet "Musculus quadriceps femoris" – zu Deutsch: vierköpfiger Muskel des Oberschenkels.

Die Hauptaufgabe des Quadrizeps besteht darin, das Bein zu strecken. Besonders wichtig ist der Muskel deshalb beim

  • Gehen,
  • Treppensteigen oder
  • Aufstehen aus der sitzenden Position.

Wenn Sie zum Beispiel eine Kniebeuge durchführen, trainieren Sie vor allem den Quadrizeps. Da ein Teil des Quadrizeps mit dem Beckenknochen verbunden ist, spielt der Quadrizeps auch bei der Beugung der Hüfte eine wichtige Rolle.

Zusätzlich stabilisiert er das Bein: Genauer gesagt sorgt unter anderem der Quadrizeps dafür, dass das Kniegelenk beim Stehen nicht einknickt.

Insgesamt lassen sich beim Quadrizeps vier Muskelköpfe unterscheiden, wobei man von außen betrachtet allerdings nur drei Muskelanteile erkennen kann. Der Grund: Ein Muskelanteil (der sog. Musculus vastus intermedius) wird von einem anderen Teil (dem sog. Musculus rectus femoris) komplett überdeckt.

Mediziner gliedern den Quadrizeps in die folgenden vier Anteile:

  • Musculus rectus femoris
  • Musculus vastus intermedius
  • Musculus vastus lateralis
  • Musculus vastus medialis

Sie alle entspringen an verschiedenen Punkten: der Musculus rectus femoris hat seinen Ursprung am Rand der Hüftgelenkspfanne, die drei Musculus vasti sind an verschiedenen Stellen mit dem Oberschenkelknochen verwachsen.

Oberhalb des Kniegelenks laufen die vier Muskelanteile des Quadrizeps zusammen und bilden gemeinsam eine starke Sehne – die Quadrizepssehne. Diese zieht über das Kniegelenk hinweg und setzt als Patellasehne an einer kleinen Erhebung des Schienbeins an. In diese Sehne ist die Kniescheibe einbettet.

Gluteus maximus (Großer Gesäßmuskel)

Der Gluteus maximus ist vom Volumen her der größte Muskel des Menschen – und nach dem Kaumuskel der zweitkräftigste. Die korrekte medizinische Bezeichnung lautet "Musculus gluteus maximus", was übersetzt großer Gesäßmuskel bedeutet.

Der Gluteus maximus erstreckt sich fast über das gesamte Gesäß – er bildet sozusagen die beiden Pobacken.

Die Muskelfasern des Gluteus maximus verlaufen nahezu horizontal, fallen seitlich jedoch etwas ab. Dort laufen sie in einer kräftigen Ansatzsehne zusammen und setzen an der Außenseite des Oberschenkels an. Der Ursprung ist weit gefächert: Genauer gesagt entspringt der Gluteus Maximus

  • am oberen Beckenrand (Darmbeinkamm),
  • auf der Rückseite des Kreuzbeins,
  • am Darmbein,
  • an einem Band im Bereich des Beckens und
  • einer Bindegewebsschicht im unteren Rückenbereich.

Der große Gesäßmuskel hat viele Funktionen: Unter anderem dient der Gluteus maximus dazu, das Hüftgelenk zu strecken und den Oberschenkel zu stabilisieren – ohne ihn könnte der Mensch weder Stehen noch Gehen. Darüber hinaus

  • richtet der Gluteus maximus den Oberkörper auf (etwa wenn Sie aus dem Sitzen aufstehen),
  • führt er den Oberschenkel seitlich an den Körper heran (Adduktion) und
  • spreizt ihn seitlich vom Körper ab (Abduktion).

Gluteus ist nicht gleich Gluteus

Der Gluteus maximus ist nicht der einzige Gesäßmuskel des Menschen. Im Gesäß befinden sich noch zwei weitere Muskeln, die aber fast vollständig vom Gluteus maximus überdeckt werden – dabei handelt es sich um

  • den Musculus gluteus medius und
  • den Musculus gluteus minimus.

Diese beiden Muskeln stabilisieren zusammen mit dem Gluteus maximus das Becken und ermöglichen verschiedene Bewegungen des Oberschenkels.