Aus dem Kabel eines Blutdruckgeräts wird ein Herz geformt
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Blutdruck: Welche Werte sind zu hoch?

Zur Bestimmung des Blutdrucks werden der systolische und der diastolische Blutdruck ermittelt. Ein Blutdruck von 120 zu 80 gilt bei Erwachsenen als optimal. Die Blutdruck-Tabelle gibt an, ab welchen Werten der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig ist – abhängig vom Alter.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Systolischer und diastolischer Wert

Das Herz pumpt das Blut durch den Körper – genauer: in die Gefäße, die das Blut in alle Organe leiten. Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut dabei auf die Wände der Blutgefäße ausübt. Er wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder auch in kPa (Kilopascal, 1 mmHg = 133,322 Pa) gemessen.

Systolischer Blutdruckwert

Der systolische Blutdruck wird durch den ersten Wert in der Blutdruckmessung bezeichnet. Wenn der Arzt zum Beispiel sagt: "Ihr Blutdruck ist 125 zu 85", steht 125 für den systolischen Wert.

Der systolische Blutdruck ist der Druck, der in den Blutgefäßen entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht (Systole) und Blut aus der linken Hauptkammer in den Körper presst.

Diastolischer Blutdruckwert – der "untere" Wert

Nach der Systole erschlafft das Herz wieder. Der Druck in den Gefäßen lässt nach. Der zu diesem Zeitpunkt gemessene Wert heißt diastolischer Blutdruck. Er spiegelt sich im zweiten (niedrigeren) Wert der Blutdruckmessung.

Den Mittelwert aus systolischem und diastolischem Druck bezeichnet man als Mitteldruck. Der Mitteldruck ist ein Maß für die Qualität der Organdurchblutung: Er sagt etwas darüber aus, wie gut das Blut vom Herzen zu den Organen gelangt. Denn das Herz muss einen gewissen Druck aufbauen, um die Organe ausreichend mit Blut durchströmen zu können.

Normalwerte und Blutdrucktabelle: Welche Werte sind zu hoch?

Bei Erwachsenen (ab einem Alter von 16 Jahren) gilt ein Blutdruck von 120/80 mmHg ("120 zu 80") als normal – bei Frauen wie bei Männern.

Für Kinder und Jugendliche gibt es keinen einheitlichen Blutdruck-Normwert. Da der Blutdruck im Laufe des Heranwachsens natürlicherweise ansteigt, gelten in jeder Altersgruppe andere Werte als normal: Jugendliche haben höhere Normwerte als Kleinkinder. Deren Werte wiederum sind höher als die von Babys.

Ob der Blutdruck eines Kindes normal oder zu hoch ist, kann der Kinderarzt daher nur ermitteln, indem er die gemessenen Werte mit den Blutdruckwerten anderer Kinder im gleichen Alter vergleicht. Diese Werte kann er Tabellen entnehmen, die auf Statistiken beruhen.

Ergibt der Vergleich, dass 90 von 100 Kinder in der Altersgruppe einen ebenso hohen Blutdruck haben wie das Kind, wird der Arzt den Blutdruck des Kindes als normal einstufen. In der Fachsprache formuliert man das so: Blutdruckwerte bis zur 90. Perzentile gelten als normal.

Blutdrucktabelle: Welche Werte sind zu hoch?

In großen Studien wurde untersucht, ab welchen Blutdruckwerten das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt. Auf Grundlage der Ergebnisse konnten Wissenschaftler Grenzwerte festlegen, an denen sich Ärzte bei der Diagnose von Bluthochdruck orientieren können.

Kategorie systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
optimal kleiner als 120 kleiner als 80
normal 120-129 80-84
hoch-normal 130-139 85-89
Grad 1 Hypertonie (leicht) 140-159 90-99
Grad 2 Hypertonie (mittelschwer) 160-179 100-109
Grad 3 Hypertonie (schwer) größer oder gleich 180 größer oder gleich 110
isolierte systolische Hypertonie größer oder gleich 140 kleiner als 90

Zwischen den einzelnen Schweregraden bestehen fließende Übergänge. Ob bei einem leicht erhöhten Blutdruck eine Therapie nötig ist oder nicht, hängt auch vom sonstigen Gesundheitszustand des Patienten ab: Ein hoch-normaler Blutdruck kann

  • für Patienten, deren Herz-Kreislauf-System bereits durch Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus belastet ist, ein ernstzunehmendes Risiko darstellen und eine Behandlung erfordern.
  • für ansonsten gesunde Patienten vergleichsweise ungefährlich sein, sodass regelmäßige Kontrollen und eine Änderung des Lebensstils (mehr Bewegung, gesunde Ernährung, weniger Stress) ausreichen können.

Blutdruckschwankungen

Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf leicht:

  • Morgens nach dem Aufstehen steigt er an.
  • Mittags fällt er ab.
  • Am Nachmittag steigt er wieder an.
  • In der Nacht sinkt er normalerweise wieder.

Außerdem können verschiedene äußere Einflüsse kurzfristige Blutdruckschwankungen verursachen. Körperliche Belastung, psychische Erregung oder Kaffeekonsum zum Beispiel. Diese kurzfristigen Schwankungen sind kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Zeichen dafür, dass sich der Körper an die Anforderungen der Situation anpasst.

Zum Arzt sollte man, wenn der Blutdruck über längere Zeit erhöht ist. Denn Bluthochdruck kann sowohl ein Symptom bestehender Erkrankungen sein (z.B. Nierenerkrankungen, Arteriosklerose) als auch ein Risikofaktor für Folgeerkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche), Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Blutdruckregulation: Wie der Körper den Blutdruck regelt

Der Körper reguliert den Blutdruck über Blutdruckzentren im Zwischenhirn, in einem Teil des Hirnstamms (Medulla oblongata) und im Rückenmark. Zahlreiche Hormone haben Einfluss auf diese Blutdruckzentren, so etwa:

Störungen im Hormonhaushalt, wie zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion oder einem Cushing-Syndrom (Überschuss an Kortisol, Hyperkortisolismus), können daher auch den Blutdruck beeinflussen.

Die Höhe des Blutdrucks ist abhängig

  • von der Spannung der Gefäße (Gefäßtonus),
  • von der Elastizität der Gefäßwand und
  • vom Herzminutenvolumen.

Das Herzminutenvolumen (auch Herzzeitvolumen, HZV) bezeichnet die Menge Blut, die die linke Hauptkammer des Herzens in einer Minute auswirft. Bei Erwachsenen liegt das Herzzeitvolumen in Ruhe bei etwa vier bis fünf Litern pro Minute.