Erkältung
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Erkältung (grippaler Infekt): Symptome, Verlauf und Dauer

Die Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt: Erwachsene sind durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr erkältet, Kinder im Vorschulalter sogar bis zu zehnmal. Was hilft dann und wie lässt sich Erkältungen vorbeugen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Erkältung (grippaler Infekt): Diese Symptome sind typisch

Eine Erkältung ist eine akute Infektion der oberen Atemwege. Dabei entzündet sich die Nasen- und Rachenschleimhaut, wobei sich vermehrt wässriges oder schleimiges Sekret absondert.

Normalerweise beginnt eine Erkältung langsam. Die verschiedenen Symptome treten dabei nach und nach auf und wechseln einander teils ab. Meist kündigt sich ein grippaler Infekt durch eine Rachenentzündung an.

Klassische Erkältungssymptome sind:

Erkältung: Verlauf und Dauer

Meist klingt eine Erkältung nach einer Dauer von acht bis zehn Tagen von selbst wieder ab. Kommt es im Verlauf der Erkältung zu Komplikationen, kann die Erkrankung länger dauern. Dann ist meist ein Besuch in der ärztlichen Praxis nötig.

Welche Komplikationen können auftreten?

Wer einen grippalen Infekt ignoriert und sich nicht schont, erhöht das Komplikationsrisiko. Darum ist beispielsweise von Sport bei einer Erkältung unbedingt abzuraten. 

Folgende Komplikationen können im Rahmen einer Erkältung auftreten: 

  • Kehlkopfentzündung: Wenn die Atemwegsentzündung auch die Kehlkopfschleimhaut betrifft, liegt eine Kehlkopfentzündung vor. 
  • Pseudokrupp bei Kindern: Bei Kleinkindern treten im Rahmen einer Erkältung manchmal Symptome von Pseudokrupp auf, einer bestimmten Form der Kehlkopfentzündung. 
  • Tracheitis und Bronchitis: Wenn bei einer Erkältung Symptome wie Husten mit schleimig-eitrigem Auswurf und Brustschmerzen auftreten, kann eine akute Entzündung der Luftröhre und Bronchien (bzw. Tracheitis und Bronchitis) dahinterstecken. 
  • Herzmuskelentzündung: Zu den nach einer Erkältung möglichen, aber seltenen Komplikationen zählt die virusbedingte Herzmuskelentzündung (Myokarditis). 

Bakterielle Infektionen

Hinter schweren Komplikationen stecken oft Bakterien. Denn eine virusbedingte Erkältung schwächt das Immunsystem und das wiederum erleichtert es Bakterien, den Körper ebenfalls zu infizieren. Durch eine solche zusätzliche bakterielle Infektion (bzw. Superinfektion) kann sich ein grippaler Infekt verschlimmern.

Typisches Zeichen für eine bakterielle Superinfektion sind

  • ein verlängerter Krankheitsverlauf oder
  • plötzliches Fieber.

Die Ausbreitung der Bakterien kann zu folgenden Erkrankungen führen:

Gelber Nasenschleim oder grüner Rotz bedeuten noch nicht, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Die Färbung stellt sich im Verlauf nahezu jeder Erkältung ein und kommt durch abgestorbene Immunzellen zustande.

Was hilft gegen eine Erkältung?

Ein Medikament, das gegen Erkältungsviren hilft, existiert nicht. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu lindern.

Erkältung: Hausmittel können die Symptome lindern

Häufig reichen schon allgemeine Maßnahmen aus, um die Erkältungssymptome zu lindern. Dazu gehören,

  • sich körperlich zu schonen (etwa in Bezug auf Arbeit und Sport)
  • Dampf zu inhalieren (z. B. Kamillen- oder Salbeidampf)
  • warme Getränke mit Honig zu trinken
  • warme Halswickel anzuwenden
  • die Stimme zu schonen
  • aufs Rauchen zu verzichten
  • ausreichend viel Wasser oder Tee zu trinken (Faustregel: etwa 30 bis 40 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht), um die Schleimhäute feucht zu halten und das Sekret zu verflüssigen

Medikamente gegen Erkältung

In der Apotheke und den Drogerien stehen zahlreiche Mittel zur Verfügung, die bei einem grippalen Infekt die Beschwerden lindern sollen. Dies sind zum Beispiel:

Achtung: Für Kinder, die erkältet sind, eignen sich Medikamente mit ASS nicht: Denn dadurch können sie das Reye-Syndrom entwickeln. Dieses kann mit Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfällen bis zum Koma einhergehen sowie Hirn- und Leberschäden verursachen.

Häufig kommen bei einer Erkältung auch abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays zum Einsatz, um die Atmung zu erleichtern und Ohrendruck zu behandeln. Wer die Mittel länger als eine Woche anwendet, riskiert jedoch einen Gewöhnungseffekt und Dauerschnupfen.

Geht ein grippaler Infekt mit trockenem Reizhusten einher, ist eine wenige Tage andauernde Behandlung durch hustendämpfende, codeinhaltige Medikamente empfehlenswert.

Bei zähem Husten können schleimlösende Hustensäfte eine Hilfe sein. Solche Schleimlöser sind allerdings bei Kleinkindern und alten Menschen mit Vorsicht anzuwenden, da diese Probleme haben, den Schleim auch auszuhusten.

Antibiotika sind keine Erkältungsmittel

Bei einer akuten Erkältung helfen Antibiotika nicht, denn sie wirken ausschließlich gegen Bakterien.

Nur wenn ein grippaler Infekt mit einer bakteriellen Entzündung einhergeht, ist es manchmal ratsam, unter ärztlicher Aufsicht ein Antibiotikum einzunehmen.

Erkältung: Wie lange sie ansteckend ist und Ursachen

Eine Erkältung entsteht trotz der Bezeichnung nicht durch Kälte, sondern durch Krankheitserreger – nämlich durch Viren. Allerdings erkältet man sich eher, wenn das Immunsystem des Körpers geschwächt ist (z. B. durch Stress oder Kälteeinwirkung).

Diese Viren sind häufig Auslöser einer Erkältung:

  • Rhinoviren sind mit etwa 40 Prozent die häufigsten Ursachen für eine Erkältung.
  • Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) stecken hinter 10 bis 15 Prozent aller Erkältungen.
  • Coronaviren sind für etwa 10 Prozent aller Erkältungskrankheiten verantwortlich.
  • Oft sind auch Adenoviren, Myxoviren, Echoviren, Parainfluenzaviren und Influenzaviren an einer Erkältung beteiligt.

Andere mit einer Erkältung anstecken kann nicht nur, wer offensichtlich erkältet ist. Auch scheinbar gesunde Menschen können einen grippalen Infekt verbreiten. Denn bereits in der Inkubationszeit ist eine Erkältung ansteckend – also wenn die Infektion schon stattgefunden hat, sich aber noch nicht bemerkbar macht.

Die Erkältungsviren können wie folgt von Mensch zu Mensch gelangen:

  • durch Tröpfcheninfektion (z. B. beim Niesen oder Husten)
  • durch Schmierinfektion (z. B. wenn man verunreinigte Gegenstände berührt und sich dann an Mund, Nase oder Auge fasst)

Übrigens: SARS-Cov-2, der Auslöser von Covid-19, ist nur einer von vielen Coronaviren. Schon lange vor dessen Auftreten gab es verschiedene Arten von Coronaviren, die unter anderem auch Erkältungen auslösen.

Grippe, Corona oder Erkältung?

Grippe, Covid-19 und Erkältung sind allesamt ansteckende Atemwegserkrankungen, die Symptome wie Schnupfen oder Husten hervorrufen können.

Die Bezeichnung grippaler Infekt lässt viele Menschen an eine Grippe denken. Tatsächlich können manche Erkältungssymptome einer beginnenden leichten Grippe ähneln. Doch Erkältung und Grippe sind zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen.

Eine Erkältung kann durch viele unterschiedliche Erkältungsviren entstehen und ist deutlich harmloser als die echte Grippe. Sie kündigt sich meist durch Kratzen oder Schmerzen im Hals an und entwickelt sich dann langsam über mehrere Tage weiter, wobei nur die oberen Atemwege infiziert sind.

Eine echte Grippe (Influenza) entsteht durch Grippeviren. Im Gegensatz zur Erkältung beginnt sie typischerweise plötzlich und heftig und betrifft den ganzen Körper.

Hingegen ist mit Sommergrippe eigentlich eine Erkältung gemeint, die im Frühling, Sommer oder Frühherbst auftritt und häufig mit Fieber einhergeht.

Erkältung oder Corona?

Die Symptome einer Erkältung und einer leichten Covid-19-Erkrankung sind sich sehr ähnlich, sodass sie leicht miteinander verwechselt werden können. Hier hilft im Zweifel nur ein Coronatest, um die Ursache eindeutig bestimmen zu können.

Symptome, die fast ausschließlich bei Covid-19 auftreten, sind der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Dies ist jedoch nicht bei allen Covid-19-Infektionen der Fall. Wie auch die Grippe kann eine Covid-19-Erkrankung unterschiedlich schwer verlaufen. Sie kann jedoch weitaus schwerere Verläufe nehmen als eine Erkältung.

Einer Erkältung vorbeugen

Zu 100 Prozent lässt sich einer Erkältung nicht vorbeugen. Am besten kann man sich vor einer Ansteckung schützen, indem man den Kontakt mit den Erregern von Erkältungskrankheiten möglichst gering hält.

Die Erreger können sich durch Husten oder Niesen in der Luft verteilen und haften daher auch auf Gegenständen.

Die wichtigsten Tipps gegen eine Erkältung lauten:

  • Nach Möglichkeit den Kontakt mit Erkälteten meiden
  • Im ärztlichen Wartezimmer eine FFP2-Maske tragen
  • Regelmäßig die Hände mit Seife waschen, um die Erreger zu beseitigen – vor allem nach dem Nachhausekommen und vor dem Essen.
  • Kein Geschirr mit anderen Personen teilen, ohne es zuvor zu waschen.

Daneben ist es allgemein empfehlenswert, die eigenen Abwehrkräfte zu fördern. Denn ein gestärktes Immunsystem kann Erkältungsviren besser standhalten, sodass das Risiko für Erkältungen sinkt. Vorbeugend wirken zum Beispiel:

Auch regelmäßige Saunagänge halten Ihre Immunabwehr fit, sodass Sie einen grippalen Infekt leichter abwehren können. Allerdings wirkt sich die Sauna bei einer akuten Erkältung oder gar einer Grippe negativ aus.

Die Vermutung, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin C vor Erkältungen schützt, hat sich nicht bestätigt. Vitamin C ist zwar wichtig fürs Immunsystem, jedoch werden große Mengen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, vom Körper nicht gespeichert, sondern ausgeschieden.

Auch mit einer Grippeschutzimpfung lässt sich einer Erkältung nicht vorbeugen. Diese Impfung schützt nicht vor einem grippalen Infekt, sondern nur vor der echten Grippe.

Erkältung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Erkältung in der Schwangerschaft ist grundsätzlich harmlos. Es gilt jedoch: Medikamente gegen Beschwerden sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

Viele Mütter fragen sich jedoch, ob sie ihr Baby trotz Erkältung stillen können. Die Antwort lautet: Ja. Denn das Baby kann sich schon bei seiner Mutter anstecken, bevor diese merkt, dass sie erkältet ist. Darum ist Muttermilch nun besonders wichtig: Sie enthält Antikörper, die das mütterliche Immunsystem gegen die Erreger gebildet hat – und schützt so das Baby vor dem grippalen Infekt.

In der Stillzeit ist eine nichtmedikamentöse Behandlung einer medikamentösen vorzuziehen. Frauen, die stillen, sollten Medikamente ebenfalls nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen oder sich in der Apotheke beraten lassen.