Eine junge Frau liegt unter einer Decke auf einem Sofa und putzt sich die Nase.
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Erkältung (grippaler Infekt)

Die Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt: Erwachsene sind durchschnittlich 2- bis 3-mal im Jahr erkältet, Kinder im Vorschulalter sogar 4- bis 8-mal. Was hilft dann und wie kann man vorbeugen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Erkältung (grippaler Infekt)

Eine Erkältung ist eine akute Infektion der oberen Atemwege: Wer erkältet ist, hat eine akute Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut, wobei sich vermehrt wässriges oder schleimiges Sekret absondert.

Die Bezeichnung grippaler Infekt lässt viele Menschen an eine Grippe denken. Tatsächlich können manche Erkältungssymptome einer beginnenden leichten Grippe ähneln. Doch Erkältung und Grippe sind zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen:

Eine Erkältung kann durch viele unterschiedliche Erkältungsviren entstehen und ist deutlich harmloser als die echte Grippe. Sie kündigt sich meist durch Kratzen oder Schmerzen im Hals an und entwickelt sich dann langsam über mehrere Tage weiter, wobei nur die oberen Atemwege infiziert sind.

Eine echte Grippe (auch Influenza genannt) entsteht durch Grippeviren. Im Gegensatz zur Erkältung beginnt sie typischerweise plötzlich und heftig und betrifft den ganzen Körper. Im Extremfall kann sie lebensbedrohlich verlaufen.

Hingegen ist mit Sommergrippe eigentlich eine Erkältung gemeint, die im Frühling, Sommer oder Frühherbst auftritt und meist mit Fieber einhergeht.

Lesetipp: Die 9 wichtigsten Fragen & Antworten zur Sommergrippe

Erkältung: Symptome

Eine Erkältung verursacht viele Symptome, die von Fall zu Fall unterschiedlich schwer sein können. Klassische Erkältungssymptome sind:

Normalerweise beginnt eine Erkältung langsam. Die verschiedenen Symptome treten dabei nach und nach auf und wechseln einander teils ab.

Typisch Erkältung: Symptome in den oberen Atemwegen

Wer erkältet ist, hat eine akute Entzündung der Schleimhäute (Katarrh) von Nase und Rachen. Entsprechend ist die Erkältung durch Symptome im Nasen- und Rachenbereich gekennzeichnet. Meist kündigt sich ein grippaler Infekt durch eine Rachenentzündung an. Typisch hierfür sind:

  • ein Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals sowie
  • Schmerzen beim Schlucken.

Durch die entzündete Nasenschleimhaut verursacht ein grippaler Infekt anfangs ein Kitzeln in der Nase und Niesreiz. Diese Symptome gehen rasch in Schnupfen über: Es entsteht ein wässriges bis schleimig-eitriges Sekret. Damit löst eine Erkältung folgende weitere Symptome aus:

  • eine behinderte Nasenatmung,
  • ein beeinträchtigtes Riechvermögen und
  • eine auffallend nasal klingende (durch die Nase gesprochene) Stimme.

Lesetipp: Trockene Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca)

Allgemeinsymptome

Außerdem treten zu Beginn oder im weiteren Verlauf einer Erkältung allgemeine Symptome auf, die oft auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Häufige Allgemeinsymptome beim grippalen Infekt sind zum Beispiel:

Vor allem bei Kindern verursacht ein grippaler Infekt gelegentlich auch Fieber. Wenn sich die Entzündung der oberen Atemwege nach oben oder unten ausbreitet, können bei einer Erkältung weitere allgemeine und auch spezifischere Symptome hinzukommen.

Kehlkopfentzündung

Wenn die Atemwegsentzündung bei einer Erkältung auch die Kehlkopfschleimhaut betrifft (v. a. die Schleimhaut über den Stimmbändern), liegt eine Kehlkopfentzündung vor. Anzeichen hierfür sind:

Bei Kleinkindern treten im Rahmen einer Erkältung nicht selten Symptome von Pseudokrupp auf: Das ist eine bestimmte Form der Kehlkopfentzündung. Kennzeichnend für Pseudokrupp sind:

  • ein bellender Husten und
  • Atemnot mit pfeifenden Geräuschen beim Einatmen.

Entzündung der Luftröhre und Bronchien

Wenn bei einer Erkältung Symptome wie Husten mit schleimig-eitrigem Auswurf und Brustschmerzen auftreten, kann eine akute Entzündung der Luftröhre und Bronchien (bzw. Tracheitis und Bronchitis) dahinterstecken. Doch nicht nur ein grippaler Infekt kann solche Symptome verursachen, sondern auch andere, ernsthafte Erkrankungen. Wenn nicht eindeutig ist, ob man wirklich bloß erkältet ist, ist es daher wichtig, dies ärztlich abklären zu lassen.

Erkältung: Ursachen

Eine Erkältung entsteht trotz der Bezeichnung nicht durch Kälte, sondern durch Krankheitserreger – in der Regel durch Viren. Allerdings erkältet man sich üblicherweise, wenn das Immunsystem des Körpers geschwächt ist (z. B. durch Stress oder Kälteeinwirkung).

Typische Erkältungsviren

Eine Erkältung kann durch über 200 verschiedene Virustypen entstehen. Manche Erkältungsviren verursachen jedoch öfter einen grippalen Infekt als andere:

Ansteckung

Andere mit seiner Erkältung anstecken kann nicht nur, wer offensichtlich erkältet ist. Auch scheinbar gesunde Menschen können einen grippalen Infekt verbreiten. Denn bereits in der Inkubationszeit ist eine Erkältung ansteckend – also wenn die Infektion schon stattgefunden hat, sich aber noch nicht bemerkbar macht. Die Erkältungsviren können wie folgt von Mensch zu Mensch gelangen:

  • durch Tröpfcheninfektion (z. B. beim Niesen oder Husten)
  • durch Schmierinfektion (z. B. wenn man verunreinigte Gegenstände berührt und sich dann an Mund, Nase oder Auge fasst)

Bakterien: Häufige Ursache für Komplikationen

Manchmal kommt es bei einer virusbedingten Erkältung zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien. Denn ein grippaler Infekt schwächt den Körper, sodass sich Bakterien leichter im Körper ausbreiten können. In dem Fall spricht man von einer Mischinfektion beziehungsweise Superinfektion. Häufigste Verursacher einer bakteriellen Superinfektion sind:

Wenn es bei einer Erkältung zu schweren Komplikationen kommt, stecken oft Bakterien dahinter.

Lesetipp: Superinfektion nach Erkältung oder Grippe – was ist das und was hilft?

Erkältung: Diagnose

Bei einer Erkältung gelingt die Diagnose oft schon anhand der geschilderten Beschwerden (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung. Bei der Untersuchung fallen in erster Linie die geröteten Nasen- und Rachenschleimhäute auf. Weißliche Beläge auf den Mandeln, auch Stippchen genannt, sind ein Hinweis auf eine bakterielle Mandelentzündung, die ganz unabhängig von einem grippalen Infekt entsteht.

Bei Menschen, die – abgesehen von der Erkältung – gesund sind, reichen die Erfassung der Beschwerden und die Untersuchung vollkommen aus. Besteht der Verdacht auf eine Lungenentzündung oder verläuft ein grippaler Infekt untypisch oder langwierig, sind weitere Untersuchungen sinnvoll – zum Beispiel:

Erkältung oder Grippe?

Manchmal ist es schwierig, eine Erkältung von einer Grippe abzugrenzen. Da die echte Grippe schwerwiegender verlaufen und mit Komplikationen einhergehen kann, ist es aber wichtig, rechtzeitig festzustellen, ob eine echte Grippe oder ein gewöhnlicher grippaler Infekt vorliegt.

Anders als die plötzlich und heftig einsetzende echte Grippe entwickelt sich ein grippaler Infekt eher langsam. Um die Erkältung richtig zu diagnostizieren, ist im Zweifelsfall möglicherweise eine Blutuntersuchung hilfreich, bei der man im Blut nach Entzündungszeichen sucht.

Erkältung: Therapie

Eine Erkältung verschwindet meist ohne Therapie von selbst wieder. Trotzdem kann es sinnvoll sein, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um die unerwünschten Beschwerden zu unterdrücken.

Erkältung – was kann man selbst tun?

Bei einer Erkältung gibt es einiges, was Sie selbst tun können. Denn oft reichen schon allgemeine Maßnahmen aus, um die Erkältungssymptome zu lindern. So können Sie Ihre Genesung unterstützen, indem Sie zum Beispiel:

  • sich körperlich schonen (etwa in Bezug auf Arbeit und Sport)
  • Dampf inhalieren (z. B. Kamillen- oder Salbeidampf)
  • warme Getränke mit Honig trinken
  • warme Halswickel anwenden
  • Ihre Stimme schonen
  • aufs Rauchen verzichten

Helfen Hausmittel gegen eine Erkältung?

Es spricht nichts dagegen, auch verschiedene Hausmittel gegen die Erkältung auszuprobieren: Mancher schwört auf Ingwer (Ingwertee mit Zitronensaft und Honig), andere inhalieren bei einer Erkältung lieber Teebaumöl oder Pfefferminzöl oder legen eine in Scheiben geschnittene Zwiebel auf das Nachtschränkchen, damit die Dämpfe den Schnupfen lindern.

Übrigens: Dass es bei einem grippalen Infekt hilft, besonders viel zu trinken, ist wissenschaftlich nicht belegt. Ein Erkältungstee, andere warme Getränke oder die klassische Hühnersuppe können bei einer Erkältung aber wohltuend sein.

Lesetipp: Viel trinken bei Erkältung – sinnvoll oder nicht?

Erkältung durch Medikamente schnell loswerden: Klappt das?

Gegen eine Erkältung können auch Medikamente zum Einsatz kommen: Es stehen zahlreiche Mittel zur Verfügung, die bei einem grippalen Infekt helfen.

Wer jedoch hofft, dank der Medikamente seine Erkältung schnell loswerden zu können, wird enttäuscht sein. Denn die Ursache des grippalen Infekts lässt sich nicht beseitigen: Es gibt kein spezielles Erkältungsmittel, das gegen Erkältungsviren wirkt. Die Therapie dient nur dazu, die Beschwerden zu lindern.

So können Sie bei einer Erkältung schmerzlindernde Medikamente gegen Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen einnehmen – wie beispielsweise Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS). Für Kinder, die erkältet sind, eignen sich Medikamente mit ASS aber nicht: Denn dadurch können sie das Reye-Syndrom entwickeln.

Lesetipp: Reye-Syndrom – wenn Hirn und Leber schwer erkranken

Das Reye-Syndrom kann mit Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfällen bis zum Koma einhergehen sowie Hirn- und Leberschäden verursachen. Dieses Krankheitsbild können Kinder entwickeln, wenn sie während einer Viruserkrankung ASS einnehmen. Darum gilt bei einer Erkältung im Baby- und Kindesalter: bloß kein ASS!

Oft kommen bei einer Erkältung auch abschwellende Nasentropfen zum Einsatz, um die Atmung zu erleichtern und Ohrendruck zu behandeln. Aber Achtung: Wer die Mittel länger als eine Woche anwendet, riskiert einen Gewöhnungseffekt und Dauerschnupfen.

Lesetipp: Abschwellende Nasensprays – Vorsicht, Gewöhnungseffekt

Geht ein grippaler Infekt mit trockenem Reizhusten einher, ist eine wenige Tage dauernde Behandlung durch hustendämpfende codeinhaltige Medikamente empfehlenswert. Bei zähem Husten können schleimlösende Hustensäfte eine Hilfe sein. Solche Schleimlöser sind allerdings bei Kleinkindern und alten Menschen mit Vorsicht gegen die Erkältung anzuwenden, da diese Probleme haben, den Schleim auch auszuhusten.

Antibiotika sind keine Erkältungsmittel

Früher war bei einer Erkältung eine Therapie mit Antibiotika oft selbstverständlich. Heute weiß man: Bei einer akuten Erkältung helfen diese Medikamente nicht. Denn Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien.

Nur wenn ein grippaler Infekt mit einer bakteriellen Entzündung einhergeht (Mischinfektion), ist es manchmal ratsam, diese unter ärztlicher Aufsicht mit einem Antibiotikum zu behandeln.

Erkältet in der Schwangerschaft – was tun?

Bei einer Erkältung in der Schwangerschaft gilt: Bevor Sie Medikamente gegen Ihre Beschwerden einnehmen, halten Sie am besten ärztliche Rücksprache. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen sagen, welche Mittel Sie bedenkenlos gegen Ihre Erkältung anwenden können. Da ein grippaler Infekt kein besonderes Risiko für Mutter und Kind ist, können Sie bei der Behandlung auch weitgehend auf Medikamente verzichten.

Helfen alternative Heilverfahren?

Um die Beschwerden bei einer Erkältung zu verbessern oder grippale Infekte abzuwehren, ziehen viele Menschen auch alternative Heilverfahren in Betracht. Dazu zählt zum Beispiel die Akupunktur oder die Homöopathie. Ob sich eine Erkältung dadurch wirklich lindern oder verhindern lässt, ist häufig zweifelhaft. Lassen Sie sich ärztlich beraten.

Erkältung: Dauer & Verlauf

Wie lange dauert eine Erkältung?

Meist klingt eine Erkältung nach einer Dauer von acht bis zehn Tagen von selbst wieder ab. Ihr Verlauf ist also typischerweise begrenzt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Nur selten kommt es im Verlauf einer Erkältung zu Komplikationen. Auch eine Erkältung in der Schwangerschaft stellt in der Regel kein Risiko für Mutter und Kind dar.

Wer einen grippalen Infekt ignoriert und sich nicht schont, erhöht jedoch das Komplikationsrisiko. Darum ist beispielsweise von Sport bei einer Erkältung unbedingt abzuraten.

Lesetipp: Warum Sport bei Erkältung, Grippe & Co. keine gute Idee ist

Bakterielle Superinfektion

Eine virusbedingte Erkältung kann im weiteren Verlauf zu Komplikationen führen, weil sie das Immunsystem schwächt. Denn eine geschwächte Immunabwehr erleichtert es Bakterien, den Körper ebenfalls zu infizieren. Durch eine solche zusätzliche bakterielle Infektion (bzw. Superinfektion) kann sich ein grippaler Infekt verschlimmern.

Typisches Zeichen für eine bakterielle Superinfektion ist ein verlängerter Krankheitsverlauf oder plötzliches Fieber. Die Ausbreitung der Bakterien kann zu folgenden Erkrankungen führen:

Herzmuskelentzündung

Zu den nach einer Erkältung möglichen, aber extrem seltenen Komplikationen zählt die virusbedingte Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Sie ist gekennzeichnet durch:

Erkältung: Vorbeugen

Zu 100 Prozent können Sie einer Erkältung nicht vorbeugen. Sie können nur versuchen, sich vor einer Ansteckung zu schützen, indem Sie den Kontakt mit den Erregern von Erkältungskrankheiten möglichst gering halten.

Die Erreger können sich durch Husten oder Niesen in der Luft verteilen und haften daher auch auf Gegenständen. Berühren Sie diese Dinge, können die Erreger über Ihre Hände in Ihre Atemwege gelangen. Die wichtigsten Tipps gegen eine Erkältung lauten also:

  • Meiden Sie nach Möglichkeit den Kontakt mit Erkälteten (z. B. in überfüllten Wartesälen zur Winterzeit).
  • Waschen Sie sich vor allem in der Erkältungssaison regelmäßig Ihre Hände mit Seife, um die Erreger zu beseitigen – vor allem nach dem Nachhausekommen und vor dem Essen.
  • Trinken Sie lieber nicht aus Tassen oder Flaschen, aus denen bereits jemand anders getrunken hat.

Daneben ist es allgemein empfehlenswert, die eigenen Abwehrkräfte zu fördern. Denn ein gestärktes Immunsystem kann Erkältungsviren besser standhalten, sodass das Risiko für Erkältungen sinkt. Vorbeugend wirken zum Beispiel:

Lesetipp: Immunsystem stärken – gesund durch Herbst und Winter

Auch regelmäßige Saunagänge halten Ihre Immunabwehr fit, sodass Sie einen grippalen Infekt leichter abwehren können. (Allerdings wirkt sich die Sauna bei einer akuten Erkältung oder gar einer Grippe negativ aus.) Wenn Sie einer Erkältung vorbeugen möchten, ist zudem ein ausreichender, erholsamer Schlaf besonders wichtig.

Die langjährige Vermutung, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin C vor Erkältungen schützt, hat sich jedoch nicht bestätigt.

Auch mit einer Grippeschutzimpfung können Sie einer Erkältung nicht vorbeugen: Diese Impfung schützt nicht vor einem grippalen Infekt, sondern nur vor der echten Grippe.

Lesetipp: Grippeimpfung – was sie kann und was nicht

Erkältung in der Stillzeit: Was tun?

Viele Mütter fragen sich: Darf ich mein Baby trotz Erkältung stillen? Die Antwort lautet: Ja. Denn das Baby kann sich schon bei seiner Mutter anstecken, bevor diese merkt, dass sie erkältet ist. Darum ist Muttermilch nun besonders wichtig: Sie enthält Antikörper, die das mütterliche Immunsystem gegen die Erreger gebildet hat – und schützt so das Baby vor dem grippalen Infekt.