Ein Mann sitzt in einer Decke gehüllt auf dem Sofa und hustet.
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Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis entsteht meist durch Viren – und fast immer im Rahmen einer Erkältungskrankheit. Typisches Symptom ist Reizhusten, der nach einiger Zeit in Husten mit Auswurf übergeht. Das beste Hausmittel: Schonung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis und andere akute Infektionen der Atemwege zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Vor allem im Herbst und Winter hat die akute Bronchitis "Saison".

Was ist eine akute Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen. Betroffen sind vorwiegend die größeren Atemwege (Bronchien). Die Entzündung kann sich jedoch von der Luftröhre bis in die kleinen Verästelungen der unteren Atemwege, die Bronchiolen, ausbreiten.

Oft geht der akuten Bronchitis eine Infektion der oberen Atemwege voraus, etwa ein Schnupfen oder eine Rachenentzündung. Die Bronchitis entwickelt sich, wenn sich die Infektion auf die unteren Atemwege ausbreitet.

Akute und chronische Bronchitis

Ärzte unterscheiden die akute von der chronischen Bronchitis. Anders als bei der akuten Bronchitis handelt es sich bei der chronischen Form und eine dauerhafte Atemwegserkrankung, die vor allem durch Rauchen und andere Schadstoffe hervorgerufen wird.

Akute Bronchitis: Dauer

In der Regel ist eine virusbedingte akute Bronchitis nur von kurzer Dauer. Sie klingt innerhalb von einigen Tagen bis zwei Wochen ab. Halten sie Beschwerden auch nach zwei Wochen länger an oder verstärken sie sich sogar, ist in jedem Fall ein (erneuter) Arztbesuch erforderlich.

Akute Bronchitis: Symptome

Typische Symptome einer akuten Bronchitis sind:

Weitere mögliche begleitende Symptome sind

Der Husten ist bei einer akuten Bronchitis anfangs trocken. Nach einigen Tagen löst er sich. Dann entsteht in den Atemwegen Schleim, den Betroffene abhusten können (Auswurf). Während sich Halsschmerzen und Schnupfen meist nach zwei bis fünf Tagen bessern, kann der Husten noch deutlich länger anhalten.

Im abgehusteten Schleim können vereinzelt Blutspuren sichtbar sein. Diese sind meist auf kleine, harmlose Verletzungen der Schleimhäute in den Bronchien zurückzuführen, die durch das ständige Husten entstehen. Es können aber auch andere Ursachen dahinterstecken. Daher gilt: Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie blutigen Schleim abhusten. Er wird dann entscheiden, ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind.

Video: 5 Tipps gegen Husten und Heiserkeit

Akute Bronchitis: Ansteckung

Ist eine akute Bronchitis ansteckend? Die Antwort lautet: ja, in den meisten Fällen.

Fast immer entsteht die akute Bronchitis durch Krankheitserreger, mit denen sich andere Personen anstecken können. Die Erreger gelangen häufig durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Das heißt: Beim Husten, Niesen oder Naseputzen lösen sich aus den Atemwegen winzige Tröpfchen, welche die Erreger enthalten. Die Tröpfchen fliegen durch die Luft und transportieren dabei die Keime. Auf diese Weise können sich andere Menschen anstecken.

Wie lange ist eine akute Bronchitis ansteckend?

Wie lange die Bronchitis ansteckend ist, hängt vor allem davon ab, welcher Krankheitserreger dafür verantwortlich ist. Die größte Ansteckungsgefahr besteht vor allem in der akuten Krankheitsphase. Gerade dann ist es besonders wichtig, andere Personen in der Umgebung zu schützen:

  • Egal, ob Sie noch ansteckend sind oder nicht: Es empfiehlt sich immer, in den Ärmel zu husten/zu niesen und sich dabei von den anwesenden Personen abzuwenden. Wer dagegen beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund hält, verbreitet die Krankheitserreger umso mehr – denn über die Hände können die Erreger auch auf andere Gegenstände (z.B. Türklinken, Haltestangen im Bus) oder andere Menschen (z.B. beim Händeschütteln) gelangen.
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände.

Akute Bronchitis: Ursachen

Eine akute Bronchitis kann unterschiedliche Ursachen haben. In 9 von 10 Fällen wird sie allerdings durch Viren ausgelöst, meist im Rahmen einer Erkältung oder Grippe.

Eine akute Bronchitis entsteht fast immer durch Viren – in der Regel tritt sie zusammen mit einer Erkältungskrankheit auf.

Bei Erwachsenen sind es meist Rhinoviren, die zur akuten Bronchitis führen. Rhinoviren sind die Hauptursache für einen klassischen "Schnupfen". Auch Influenza-, Parainfluenza- und Coronaviren sind häufiger für eine akute Bronchitis verantwortlich.

Bei Kindern entsteht eine akute Bronchitis dagegen häufig durch andere Viren, insbesondere sogenannte RS- (Respiratory Syncitial Virus), Adeno-, Coxsackie- und ECHO-Viren.

Eine akute Bronchitis kann nicht nur bei Erkältungskrankheiten, sondern auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, so etwa bei

Selten wird eine akute Bronchitis direkt durch Bakterien ausgelöst – etwa durch Mykoplasmen oder Chlamydien. Sind Bakterien im Spiel, handelt es sich vielmehr meist um eine sogenannte Sekundärinfektion. Das bedeutet: Die Bronchialschleimhaut ist durch eine Virusinfektion so geschwächt, dass die Bronchien zusätzlich von Bakterien befallen werden. Zu solchen Bakterien zählen unter anderem Pneumokokken oder Haemophilus influenza.

In seltenen Fällen können Pilze bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem die Atemwege befallen und eine akute Bronchitis hervorrufen. Zudem kann eine akute Bronchitis infolge einer Reizung durch Gase oder Staub auftreten.

Akute Bronchitis: Diagnose

Eine akute Bronchitis kann der Arzt meist relativ schnell feststellen. Erste Hinweise auf die Diagnose ergeben sich bereits aus den Schilderungen des Patienten. Der Arzt wird die Lunge abhören, zusätzlich untersucht er oft Ohren, Mund, Nase und Rachen und tastet den Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab. Bei einer unkompliziert verlaufenden akuten Bronchitis sind meist keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Bei Verdacht auf Lungenentzündung: Röntgen

Eine akute Bronchitis kann in eine Lungenentzündung übergehen. Ein Hinweis darauf: Die Symptome klingen nicht ab oder werden sogar stärker. Hat der Arzt die Vermutung, dass eine Lungenentzündung entstanden sein könnte, wird er die Lunge röntgen.

Wenn ein Patient blutigen Schleim abhustet, ist dies im Rahmen einer akuten Bronchitis meistens harmlos. In seltenen Fällen können aber auch andere Erkrankungen die Blutung auslösen. Bei entsprechendem Verdacht wird der Arzt dann ebenfalls eine Röntgenuntersuchung durchführen.

Weiterführende Untersuchungen

Wenn beim Abhorchen Geräusche (vor allem beim Ausatmen) auffallen, ist es sinnvoll, dass der Arzt einen Lungenfunktionstest veranlasst. Wenn die akute Bronchitis einen schweren Verlauf nimmt und möglicherweise durch Bakterien ausgelöst wurde, wird der Arzt in
schweren Fällen oder bei Versagen der Antibiotika herausfinden wollen, welche Erreger dahinterstecken. Dafür wird er den abgehusteten Schleim im Labor auf Bakterien untersuchen lassen.

Akute Bronchitis: Behandlung

Was hilft bei einer akuten Bronchitis? Wenn Sie eine leichte akute Bronchitis haben, erfordert dies meist keine medikamentöse Behandlung. Mit ein paar einfachen Mitteln können Sie die Heilung unterstützen beziehungsweise die Beschwerden lindern.

Hausmittel & Co. bei akuter Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis gilt: Schonung ist die beste Behandlung. Leichte körperliche Betätigung fördert das Abhusten, aber: Überanstrengen Sie sich auf keinen Fall. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel und Tipps, um die Beschwerden zu lindern:

  • Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen.
  • Viel Trinken empfinden viele Patienten als wohltuend. Gut geeignet sind z.B. Wasser oder heißer Tee, aber auch eine Brühe.
  • Inhalationen mit Wasserdampf können die Symptome lindern.
  • Hausmittel Honig: Aus Studien geht hervor, dass Honig den akuten Husten eventuell stillen kann. Sie können den Honig entweder pur einnehmen oder im Tee auflösen. Achtung: Für Säuglinge und Kleinkinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet.
  • Machen Sie sich warme und feuchte Brustwickel für ca. 20 Minuten (danach gründlich abtrocknen, anschließend Bettruhe).
  • Ältere, vor allem bettlägerige Menschen sollten regelmäßig am Rücken abgeklopft werden.
  • Pflanzliche Präparate können eventuell die Beschwerden etwas lindern; zu möglichen Inhaltsstoffen zählen z.B. Primelwurzel, Thymian, Myrte, Eukalyptus, Efeublätter oder Pelargonienwurzel

Medikamente bei akuter Bronchitis

In einigen Fällen ist es sinnvoll, eine akute Bronchitis zusätzlich mit Medikamenten zu behandeln – zum Beispiel, wenn die Beschwerden sehr stark sind.

Schmerz- und Fiebermittel

Bei akuter Bronchitis mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und/oder hohem Fieber können Sie in Absprache mit dem Arzt auf Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgreifen.

Beachten Sie: Fieber ist eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf einen Infekt. Man sollte es daher nicht sofort und um jeden Preis unterdrücken.

Vorsicht bei Hustenstillern und Schleimlösern

Auf dem Markt gibt es diverse Produkte, die Reizhusten lindern oder den Schleim lösen sollen. Aber wie geeignet sind solche Medikamente zur Behandlung einer akuten Bronchitis?

  • Hustenstiller (Antitussiva) sollen gegen trockenen, quälenden Reizhusten helfen. Aber: Solche "Hustenstiller" sind nur für Ausnahmefälle und einen kurzfristigen Gebrauch gedacht, denn sie unterdrücken den natürlichen Hustenreiz und verhindern damit das Abhusten des Schleims. Antitussiva sollten, wenn überhaupt, nur nachts zum Einsatz kommen. Bei Husten mit Auswurf sind Hustenstiller nicht geeignet.
  • Schleimlöser (Mucolytika, Expektoranzien) sollen bewirken, dass sich festsitzender Schleim löst und der Betroffene ihn leichter abhusten kann. Ob Schleimlöser bei einer akuten Bronchitis helfen, ist bislang nicht eindeutig belegt. Sie sollten diese Medikamente nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Wichtig ist, dass Sie viel trinken, wenn Sie schleimlösende Medikamente verwenden.

Fazit: Hustenstiller kommen nur in Ausnahmefällen infrage. Die Wirkung von Hustenlösern bei akuter Bronchitis ist umstritten. Fragen Sie vor Einnahme solcher Medikamente Ihren Arzt um Rat.

Behandlung mit Antibiotika

Eine akute Bronchitis muss nur selten mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika sind bei ansonsten gesunden Menschen nur dann notwendig, wenn Bakterien beteiligt sind. Anzeichen für eine bakterielle Infektion sind zum Beispiel ein starkes Krankheitsgefühl oder hohes Fieber.

In bestimmten Fällen können Antibiotika auch bei einer virusbedingen akuten Bronchitis sinnvoll sein. Ziel der Behandlung ist es dann, einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (sog. Sekundärinfektion) vorzubeugen beziehungsweise eine solche zu bekämpfen. Ist der Körper aufgrund der Bronchitis geschwächt, können Bakterien leichter in den Körper eindringen und eine zusätzliche Infektion auslösen. Bei bestimmten Personengruppen kann dies zu Komplikationen führen. Zu gefährdeten Personen zählen Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, so zum Beispiel AIDS-Patienten, Transplantierte oder Menschen, die an schweren chronischen Erkrankungen leiden.

Video: 6 Fakten über Antibiotika

Akute Bronchitis bei Kindern

Kleine Kinder, die an einer akuten Bronchitis leiden, müssen nicht immer zwangsläufig zum Arzt. Aber: Die geschwollene Bronchialschleimhaut kann vorübergehend die Atemwege verengen (sog. Obstruktion). Außerdem kann die Muskulatur der Atemwege verkrampfen, was in einigen Fällen zu Asthma führen kann. Da die Bronchien von Säuglingen, Babys und Kleinkindern kleiner sind als die eines Erwachsenen, können daher unter Umständen Medikamente notwendig sein, die die Bronchien erweitern.

Bronchitis bei Babys und Kindern: Dann sollten Sie zum Arzt

Gehen Sie in jedem Fall mit Ihrem Säugling oder Kleinkind zum Arzt, wenn

Fieber unter 39 Grad sollte man bei ansonsten gutem Allgemeinbefinden möglichst nicht senken, da die erhöhte Temperatur dabei hilft, die Erreger leichter zu bekämpfen. Bei Fieber zwischen 39 und 40 Grad können Sie auf rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen. Beachten Sie: Präparate mit Acetylsalicylsäure (ASS) sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. In seltenen Fällen kann der Wirkstoff bei Kindern das Reye-Syndrom auslösen. Bei diesem seltenen Syndrom können schwere Haut-, Leber- und Hirnschäden auftreten.

Akute Bronchitis: Verlauf

Für gesunde und abwehrstarke Menschen ist eine akute Bronchitis normalerweise harmlos. Die Erkrankung heilt in den meisten Fällen aus, ohne Folgeschäden zu hinterlassen. Wenn Bakterien zu einer (zusätzlichen) Infektion geführt haben, helfen Antibiotika meist rasch.

Komplikationen

Wenn Komplikationen auftreten, dann sind in erster Linie ältere und abwehrgeschwächte Menschen betroffen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung übergeht oder dass eine zusätzliche bakterielle Infektion entsteht. Bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche oder Lungenkrankheiten können sich die damit verbundenen Beschwerden verschlechtern.

Akute Bronchitis: Vorbeugen

Einen sicheren Schutz gegen eine akute Bronchitis gibt es nicht. Aber: Je stärker Ihre Abwehrkräfte, desto besser kann sich Ihr Körper gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen. Zu einer gesunden Abwehr können Sie mit einer gesunden Lebensführung beitragen, so zum Beispiel durch

  • ausgewogene Ernährung,
  • Verzicht aufs Rauchen und
  • regelmäßige körperliche Bewegung.

Gegen manche Krankheitserreger können Sie sich impfen lassen, so vor allem gegen Grippe-Viren und Pneumokokken. Insbesondere für bestimmte Personengruppen sind solche Impfungen sinnvoll.

Grippe-Schutzimpfung

Vor allem ältere Menschen (über 60 Jahre), immungeschwächte und chronisch kranke Patienten sollten sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen. Die Empfehlung gilt auch für gesunde Menschen, die aus beruflichen Gründen ein hohes Ansteckungsrisiko haben (z.B. medizinisches Personal).

Die Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr. Deshalb muss die Schutzimpfung gegen Grippe jedes Jahr wiederholt werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

  • Menschen, die über 60 Jahre alt sind
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer anderen Grunderkrankung ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Erkrankungen wie
  • chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen,
  • medizinisches und pflegendes Personal sowie Personen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen

Menschen, die intensiv mit sogenannten Risikopersonen Kontakt haben, sollten sich vorsichtshalber impfen lassen, um diese nicht anzustecken. Zu Risikopersonen zählen vor allem Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, bei denen eine Impfung möglicherweise nicht ausreichend wirkt.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können. Die Pneumokokken-Impfung zählt zur den Standardimpfungen. Alle Säuglinge sollten bis zum 14. Lebensmonat dagegen geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt darüber hinaus eine Impfung für Personen über 60 Jahre. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, sollten die Impfung wahrnehmen. Dazu zählen zum Beispiel Personen mit einer Immunschwäche. Ebenfalls impfen lassen sollten sich Personen, die berufsbedingt mit Metallrauch in Kontakt kommen, etwa weil sie als Schweißer arbeiten.