Eine junge Frau in Mantel und Schal putzt sich die Nase.
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Erkältung oder Allergie – was habe ich wirklich?

Bei Schnupfen oder Husten denken gerade in der kalten Jahreszeit viele zuerst an eine Erkältung. Unter Umständen kann jedoch auch eine Allergie dahinterstecken. Wie kann man allergische und erkältungsbedingte Beschwerden unterscheiden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allergie oder Erkältung?

Zu einer Erkältung – also einem sogenannten grippalen Infekt – kommt es, wenn man sich mit bestimmten Viren angesteckt hat und das Immunsystem auf die Krankheitserreger reagiert. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem dagegen überempfindlich auf Anteile in bestimmten Substanzen wie Pollen (können von Januar bis November unterwegs sein), Hausstaub, Tierhaaren oder Schimmelpilzen. In beiden Fällen kann es jedoch zu ähnlichen Beschwerden kommen, wie etwa einer laufenden oder zugeschwollenen Nase. Wer die Unterschiede kennt, kann sich jedoch gezielter Linderung verschaffen.

Anzeichen einer Allergie

Folgende Anzeichen sprechen dafür, dass es sich eher um allergische Beschwerden handelt:

  • Egal ob Ihre Nase gerade läuft oder verstopft ist – der Schleim ist klar und wässrig.
  • Die Augen jucken und tränen oder sind sehr wässrig.
  • Sie spüren Juckreiz im Nasen-Rachen-Raum oder in den Ohren.
  • Die Beschwerden verändern sich kaum. Wenn allergische Beschwerden beginnen, sind sie zwar meist an den ersten ein bis zwei Tagen stärker, bleiben danach aber relativ beständig.
  • Ihr Schnupfen hält schon länger als eine Woche an. Je nach Allergie können Beschwerden über Wochen bis Monate andauern. Bei einer Erkältung bessern sich die Beschwerden dagegen in der Regel spätestens nach etwa einer Woche bis zehn Tagen.
  • Die Beschwerden treten nur zu bestimmten Zeitpunkten auf, zum Beispiel immer ein paar Wochen im Herbst oder immer, wenn Sie bei Ihren Bekannten mit der Katze zu Besuch sind.

Symptome bei einer Erkältung

  • Sie haben Husten, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen oder leichte Gliederschmerzen. Das Beschwerdebild bei einer Erkältung kann sehr unterschiedlich ausfallen – schließlich gibt über 200 verschiedene Virusarten, die einen grippalen Infekt auslösen können. Husten, leichtes Fieber und Gliederschmerzen sind vor allem für eine Erkältung typisch. Bei einer Allergie kommt es normalerweise erst dann zu Husten, wenn es bereits einen sogenannten Etagenwechsel gegeben hat und schon ein allergisches Asthma vorliegt. Oder wenn bei einer Allergie durch übermäßige Schleimproduktion im Nasenraum Sekret in den Rachen abfließt.
  • Ihre Beschwerden verändern sich im Laufe weniger Tage. Anfangs haben Sie zum Beispiel vielleicht Halsschmerzen und leichte Temperatur, dann läuft die Nase ein paar Tage oder die Nase ist verstopft und geht in einen Husten oder Probleme mit den Nebenhöhlen über, ehe sich die Beschwerden allmählich bessern.
  • Das Schnupfensekret ist bei Ihnen gelblich, grünlich oder dickflüssig. Wenn Ihre Abwehrzellen die Erkältung bekämpfen, kann sich der Schleim verfärben oder eindicken. Dass ein gelblicher oder grünlicher Schleim ausschließlich bei einem bakteriellen Infekt auftritt, ist übrigens ein Irrtum!

Lassen Sie Ihre Beschwerden in jedem Fall ärztlich abklären, wenn Sie Atemnot, hohes Fieber oder starke Schmerzen haben oder sich die Symptome nicht nach etwa einer Woche von selbst bessern. Ein Allergietest kann zeigen, ob und gegen was Sie allergisch sind.