Aufnahme einer Gürtelrose am Rücken.
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Gürtelrose: Symptome, Impfung und Behandlung

Gürtelrose (Herpes zoster) betrifft vorwiegend Ältere, kann jedoch auch bei jüngeren Menschen auftreten – vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Wieso eine Impfung gegen Gürtelrose helfen kann und welche Symptome Warnsignale sind, erfahren Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

FAQ: Fragen und Antworten rund um Gürtelrose

Ja, Gürtelrose ist grundsätzlich ansteckend, jedoch nicht so infektiös, wie es Windpocken sind. Ein besonders hohes Risiko besteht für Personen, die direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt haben. Grundsätzlich gelten Infizierte als so lange ansteckend, bis die letzten Bläschen Krusten gebildet haben. 

Sofern es der Gesundheitszustand erlaubt, können Menschen mit Herpes zoster einkaufen gehen. Die Infektionskrankheit ist weder meldepflichtig, noch besteht eine Pflicht zur Isolierung. Dennoch sollten Betroffene unbedingt auf entsprechende Hygienemaßnahme achten und Abstand zu anderen Personen einhalten – insbesondere zu Kindern und Schwangeren.

Da sich Menschen mit Gürtelrose ausreichend Ruhe gönnen sollten, erhalten sie in der Regel eine Krankschreibung. Stress sollte möglichst vermieden werden. Wann Betroffene wieder arbeiten dürfen, entscheiden Ärzt*innen individuell. 

Ja, eine Gürtelrose kann wiederholt auftreten. Menschen, die bereits Herpes zoster hatten, können jedoch mit einer Impfung einer erneuten Erkrankung vorbeugen.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird. Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Infizierten entwickelt sich im Verlauf eine Gürtelrose (auch Herpes zoster oder nur Zoster genannt). Voraussetzung hierfür ist, dass Betroffene bereits in der Vergangenheit Windpocken hatten – da auch für diese Krankheit das VZV verantwortlich ist. Diese Viren verbleiben nach einer Erstinfektion inaktiv im Körper, genauer gesagt in Nervenknoten, und können auch nach vielen Jahren wieder reaktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen. 

Warum genau es zur Reaktivierung der schlummernden Varizellen kommt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist jedoch, dass ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem häufiger Gürtelrose bekommen. Allerdings können auch jüngere Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, die ansonsten völlig gesund sind, eine Gürtelrose entwickeln.

Gürtelrose: Wie ansteckend ist die Krankheit?

Auch wenn Windpocken und Gürtelrose durch dieselben Erreger entstehen – das Risiko einer Ansteckung ist bei Herpes zoster geringer. Anders als bei Windpocken, die sich etwa durch Tröpfcheninfektion (zum Beispiel durch Husten oder Niesen) übertragen, ist Gürtelrose nur ansteckend, wenn es zu direktem Kontakt mit dem Inhalt eines Bläschens kommt (Schmierinfektion).

Allerdings ist Gürtelrose nur für diejenigen ansteckend, die sich vorher noch nie mit Varizella-Zoster-Viren infiziert haben. Eine solche erste Infektion mit Varizellen verursacht zunächst Windpocken. Wer bereits Windpocken hatte, steckt sich demnach selbst bei engem Kontakt zu infizierten Menschen nicht zwangsläufig an – der Kontakt zu den Bläschen sollte jedoch vermieden werden.

Wie lange ist Gürtelrose ansteckend?

Bei Gürtelrose besteht Ansteckungsgefahr, solange die Bläschen mit Flüssigkeit gefüllt sind. Dieser ansteckende Bläscheninhalt ist anfangs klar oder weiß. Nach zwei bis fünf Tagen beginnen die Bläschen auszutrocknen: Die Flüssigkeit wird trüb und eitrig, dann bildet sich eine gelbliche Kruste. Sobald die Bläschen ausgetrocknet und verkrustet sind, ist Gürtelrose nicht mehr ansteckend. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist die Haut in der Regel vollständig abgeheilt.
 

Gürtelrose: Wie lange ist die Inkubationszeit?

Für Gürtelrose lässt sich keine Inkubationszeit angeben: Wie viel Zeit von der ersten Ansteckung mit Varizellen bis zum Ausbruch der Krankheit vergeht beziehungsweise, ob sich überhaupt jemals ein Herpes zoster entwickelt, ist nicht vorhersagbar.
Wer sich allerdings bei einem Menschen mit Gürtelrose oder Windpocken zum ersten Mal mit Varizellen ansteckt, bekommt in der Regel nach 14 bis 16 Tagen Windpocken. Die Inkubationszeit kann aber auch nur acht Tage oder bis zu 28 Tage dauern.
 

Gürtelrose in der Schwangerschaft: Ein Risiko fürs Baby?

Für die Schwangere und das Ungeborene ist eine Gürtelrose an sich ungefährlich, aber unangenehm. Ist die Schwangere nicht gegen Varizellen immun, etwa weil sie nie Windpocken hatte und auch keine Impfung erhalten hat, kann sie Windpocken bekommen. In diesem Fall kann die Infektion auch gefährlich für das Ungeborene werden, da die Viren über die Plazenta das Baby infizieren können. 

Mögliche seltene Folgen sind Fehlbildungen, neurologische Erkrankungen und Organstörungen. Steckt sich das Kind kurz vor oder nach der Geburt an, ist mitunter mit lebensbedrohlichen Folgen zu rechnen – etwa 30 Prozent der Kinder sterben. Darum sollten infizierte Menschen engen Kontakt zu schwangeren Frauen vermeiden, wenn eine Ansteckungsgefahr nicht sicher auszuschließen ist.

Gürtelrose: Für wen ist eine Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einigen Personengruppen, sich mit einem Totimpfstoff impfen zu lassen, um einer Gürtelrose sowie länger anhaltenden Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie)  vorzubeugen. Die Impfung ist empfohlen für: 

  • Alle Personen ab 60 Jahren
  • Personen ab 50 Jahren mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Krankheiten, nach einer Organ- oder Knochenmarktransplantation sowie bei immunsuppressiver Therapie)
  • Personen ab 50 Jahren, die eine schwere Grunderkrankung haben wie chronische Erkrankungen der Lunge (COPD), des Darms oder der Nieren oder des Darmes sowie systemischer Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis

Der Totimpfstoff wird für den vollständigen Impfschutz zweimal in einem Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht. Etwa 92 Prozent der Geimpften erkranken in den nächsten vier Jahren nicht an einer Gürtelrose – bei 82 Prozent kommt es nach der Impfung zu keinen Nervenschmerzen. 

Auch für Menschen, die schon einmal Gürtelrose hatten, kann die Impfung sinnvoll sein, um eine erneute Erkrankung zu verhindern. Der Herpes-zoster-Impfstoff kann jedoch nicht den Varizellen-Impfstoff gegen Windpocken ersetzen.

Gürtelrose: Geht die Impfung mit Nebenwirkungen einher?

Die Impfung gegen Gürtelrose gilt als sicher – mit schweren Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen. Vorübergehende Impfreaktionen kommen allerdings oft vor. Sie sind aber nur von kurzer Dauer – nach ein bis zwei Tagen verschwinden sie von selbst. Typisch sind:

Zwei bis drei Tage nach der Impfung gegen Gürtelrose kann es mitunter durch die Nebenwirkungen Müdigkeit und Unwohlsein zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Bedienung von Maschinen kommen. 

Gürtelrose: Welche Anzeichen und Symptome sind möglich?

Schon bevor sich der Hautausschlag bildet, treten erste Anzeichen der Erkrankung auf. Meist besteht im Anfangsstadium von Gürtelrose ein allgemeines Krankheitsgefühl:

  • Die Betroffenen fühlen sich müde, frösteln und haben manchmal leichtes Fieber.
  • Einige verspüren, bevor die Gürtelrose sichtbar ist, auch Schmerzen im Rücken oder Zahnschmerzen.
  • Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen in dem Körperbereich auf, den der infizierte Nerv versorgt.
  • Dann erst tritt in der Regel der Hautausschlag auf.

Dass Gürtelrose als erste Anzeichen eher allgemeine Beschwerden auslöst, liegt vor allem an der Reaktivierung der Varizellen, die einige Tage dauert.

Hautausschlag bei Gürtelrose: Typische Symptome des Herpes zoster

Die Bezeichnung Gürtelrose geht auf die typischen Symptome der Erkrankung zurück: Es bildet sich ein Hautausschlag, der sich meist von der Wirbelsäule gürtelförmig entlang der infizierten Nervenbahn um den Körper herum ausbreitet.

  • Dabei schwillt die Haut an,
  • färbt sich rötlich und
  • auf der Oberfläche entstehen gruppenförmig angeordnete Knötchen.

Im weiteren Verlauf wandeln sich die Knötchen in stecknadelkopfgroße bis erbsengroße Bläschen um, die eine wässrige oder blutige Flüssigkeit enthalten können.

Welche Körperstellen können betroffen sein?

Anders als Windpocken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten, verursacht Gürtelrose örtlich begrenzte Symptome: Der Bläschenausschlag zeigt sich nur auf einer Körperseite. Möglich ist, dass sich der Ausschlag der Gürtelrose am Kopf, Rücken, Auge, im Gesicht (Gesichtsrose), Bauch, Bein, Hals und unter der Brust zeigt. Manchmal fehlen die Hautveränderungen allerdings: Eine solche Gürtelrose ohne Ausschlag bezeichnen Fachleute als Zoster sine herpete.

Gürtelrose im Gesicht

Wenn sich Varizella-Zoster-Viren in den Hirnnerven befinden, kann Gürtelrose auch im Gesicht entstehen (Gesichtsrose). Besonders häufig ist der Gesichtsnerv (Nervus trigeminus) befallen. Ist sein erster Ast (Nervus ophthalmicus) betroffen, spricht man von Zoster ophthalmicus: Dann treten die Symptome an Auge, Nase, Stirn und behaarter Kopfhaut einer Gesichtshälfte auf. Bildet sich an der Hornhaut oder der Regenbogenhaut des Auges ein Geschwür, kann es zu bleibenden Schäden bis hin zur Erblindung kommen.

Hingegen führt ein Herpes zoster im Bereich des Ohrs (Zoster oticus) bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen zu einer Gesichtslähmung, die sich jedoch meist vollständig zurückbildet. Auch wenn sich eine Gürtelrose am Hals bildet, können im Gesicht Symptome einer Muskellähmung auftreten.

Gürtelrose: Welche Ursachen sind möglich?

Gürtelrose entsteht aufgrund einer Reaktivierung von Varizella-Zoster-Viren, die nach einer bereits überstandenen Infektion mit Windpocken im Körper inaktiv verbleiben. Die Ursache dieser Reaktivierung ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist jedoch, dass ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem die Erkrankung häufiger bekommen. Mögliche Ursachen für eine gestörte Körperabwehr sind zum Beispiel:

Allerdings können auch jüngere Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, die ansonsten völlig gesund sind, eine Gürtelrose entwickeln.

Weitere mögliche Auslöser für die Reaktivierung der Varizellen mit nachfolgendem Herpes zoster sind:

  • UV-Strahlung (etwa starke Sonneneinwirkung im Urlaub)
  • Röntgenstrahlung
  • giftige Substanzen
  • Infektionen
  • Stress
  • seelische Belastungen
  • Reibung
  • Impfungen (Corona- oder Grippeimpfung)

Wie lässt sich Gürtelrose diagnostizieren?

Eine Gürtelrose lässt sich fast immer anhand der typischen Symptome feststellen. Nur vereinzelt ist es nötig, das ursächliche Varizella-Zoster-Virus nachzuweisen, um die Diagnose zu sichern – etwa dann, wenn eindeutige Symptome fehlen.

Auch eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf die Krankheit liefern: Wer mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert ist, bildet Antikörper gegen das Virus. Diese erhöhte Antikörperzahl lässt sich im Blut nachweisen.

Löst Gürtelrose Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen aus, kann dies auf einen Gehirn- oder Rückenmarksbefall hinweisen – dann ist eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) empfehlenswert. Verläuft Herpes zoster unkompliziert, ist die Untersuchung der Hirnflüssigkeit jedoch nicht notwendig.

Häufig tritt Herpes zoster bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf. Daher ist es grundsätzlich ratsam, Betroffene nach Grund- und Begleiterkrankungen zu untersuchen. Eine Gürtelrose ist nicht meldepflichtig.

Gürtelrose: Wie erfolgt die Behandlung?

Bei Gürtelrose zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Grundsätzlich gilt: Je schneller eine entsprechende Therapie einsetzt, desto besser sind die Chancen auf schnelle Linderung der Symptome und vor allem eine vollständige Heilung. Mögliche Maßnahmen zur Therapie sind: 

  • antivirale Medikamente: In der Regel kommen antivirale Medikamente zu Einsatz (Virostatika), die speziell gegen Herpesviren wirken und ihre Vermehrung verhindern sollen. Gängige Wirkstoffe sind etwa Brivudin, Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir.

  • schmerzlindernde Medikamente: Um die brennenden Schmerzen zu behandeln, helfen etwa nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen. Essenziell bei der Behandlung ist, dass die Schmerzmittel konsequent eingenommen werden, um die Entstehung von postherpetischen Schmerzen zu verhindern. Weiterhin können krampflösende Arzneimittel (Antikonvulsiva) sowie niedrig dosierte Antidepressiva gegen die Nervenschmerzen verschrieben werden.

  • Mittel zur Hautpflege: Um den Juckreiz der Bläschen zu behandeln und eine bakterielle Infektion zu verhindern, können spezielle Puder, Lösungen und Salben aufgetragen werden. Die behandelnde Praxis berät über geeignete Hautpflegeprodukte.

Menschen mit Immunschwäche oder einem schweren Verlauf der Gürtelrose müssen unter Umständen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Dabei erhalten sie möglicherweise Virostatika und Schmerzmittel als Infusion. 

Gürtelrose: Was Betroffene noch tun sollten

Neben der ärztlichen Therapie bei Gürtelrose gibt es auch einiges, was Betroffene selbst gegen tun können:

  • Ruhe: In erster Linie sollten Betroffene sich ausruhen und Ihrem Körper eine Ruhepause gönnen.

  • Hautpflege: Zudem ist es ratsam, die entzündete Haut sorgfältig zu pflegen, wie ärztlich verordnet. Nach dem Austrocknen der Bläschen können pflegende Cremes etwa mit Ringelblume zur Heilung beitragen.

  • richtige Hygiene: Um eine zusätzliche Infektion der Hautbläschen mit Bakterien zu verhindern, ist es wichtig, auf ausreichende Hygiene zu achten: Regelmäßiges Waschen der Hände, Kleidung und Bettwäsche ist daher empfehlenswert.

  • Kratzen vermeiden: Menschen mit Gürtelrose sollten die Bläschen auf keinen Fall aufkratzen, aufstechen oder aufscheuern.

Gürtelrose: Dauer und Verlauf

Gürtelrose verläuft überwiegend harmlos, ist jedoch oft mit starken Schmerzen verbunden, die körperlich und psychisch herausfordernd sein können. Grundsätzlich ist die Prognose gut: Zwei Drittel der Fälle heilen folgenlos aus. Meist heilt Gürtelrose auch nach einer Dauer von zwei bis vier Wochen von allein. Allerdings kann der typische Hautausschlag auch bei mildem Verlauf Spuren hinterlassen: Ist der Herpes zoster abgeheilt, bleiben häufig pigmentierte Hautbereiche zurück. Die betroffene Haut ist dann entweder stärker gebräunt oder hat ihre Tönung verloren.

Außerdem hängt der Verlauf von Herpes zoster vom Alter der Betroffenen ab: Bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel unkompliziert. Bei Erwachsenen hingegen kann Gürtelrose teils starke Schmerzen verursachen. Darum ist eine konsequente Schmerztherapie wichtig, um anhaltende postherpetische Schmerzen vermeiden.

Die Dauer einer Krankschreibung ist vom individuellen Verlauf der Gürtelrose abhängig und wird vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin festgelegt.

Komplikationen bei Gürtelrose

Gürtelrose kann mit verschiedenen Komplikationen einhergehen. So kommt es in seltenen Fällen zu bleibenden Lähmungen, die zum Beispiel das Gesicht, aber auch das Zwerchfell betreffen können. Weitere mögliche entzündliche Komplikationen von Herpes zoster sind:

  • Zoster-Enzephalitis, wenn das Gehirn (Encephalon) beteiligt ist
  • Zoster-Meningitis, wenn die Gehirnhäute (Meningen) beteiligt sind
  • Zoster-Myelitis, wenn das Rückenmark beteiligt ist

Manchmal kann sich bei Gürtelrose eine Schädigung mehrerer Nerven (Polyneuropathie) oder ein Guillain-Barré-Syndrom entwickeln. Bei Letzterem treten oft Muskelschwächen auf, die von den Beinen aufsteigen und bis zu einer Lähmung der Arme und Beine führen können. In seltensten Fällen kann auch das Zwerchfell bei Herpes zoster mitbeteiligt sein und die Atmung ausfallen. Dies macht eine Beatmung der Betroffenen notwendig.

Treten bei Komplikationen in Gehirn und Rückenmark mit Halbseiten- oder Querschnittsyndromen auf, kann die Erkrankung zu einem ernsthaften Zustand führen. Dann ist eine intensivmedizinische Behandlung nötig. Sehr selten breitet sich Gürtelrose auf den ganzen Körper und die inneren Organe aus.

In etwa zehn bis 15 von 100 Fällen bestehen die mit Gürtelrose einhergehenden Nervenschmerzen über längere Zeit – bei über 60-Jährigen ist davon jeder zweite betroffen. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann Monate bis Jahre andauern.