Frau mit Seitenstrangangina sitzt auf dem Sofa und fasst sich an Hals.
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Seitenstrangangina: Symptome, Behandlung und Hausmittel

Eine Seitenstrangangina kommt eher selten vor. Sie ist eine Sonderform der Rachenentzündung und geht ebenfalls mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einher. Erfahren Sie, ob eine Seitenstrangangina ansteckend ist, wie sie sich behandeln lässt und welche Hausmittel helfen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist eine Seitenstrangangina?

Bei einer Seitenstrangangina (auch Pharyngitis lateralis oder Angina lateralis genannt) sind im Rachen die sogenannten Seitenstränge entzündet. So bezeichnen Fachleute Lymphbahnen, die in der hinteren Rachenwand seitlich rechts und links den Hals hinunterlaufen. Zusammen mit den Gaumenmandeln und Rachenmandeln ist es ihre Aufgabe, Erreger im Halsbereich abzuwehren. 

Seitenstrangangina: Welche Symptome sind typisch?

Bei einer Seitenstrangangina zeigen sich typischerweise zuerst Symptome wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Seitenstränge sind in der Regel gerötet, geschwollen und möglicherweise auch mit Stippen, also weiß-gelblichen Ablagerungen belegt. Hinzu kommt meist ein trockener Husten (Reizhusten), der sehr unangenehm sein kann.

Im weiteren Verlauf der Seitenstrangangina stellen sich dann oft Symptome wie 

Menschen mit Seitenstrangangina entwickeln in der Regel ein allgemeines Krankheitsgefühl, das mit Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit einhergeht. Mitunter kann die Erkrankung auch eine Mittelohrentzündung begünstigen.

Seitenstrangangina: Welche Ursachen können dahinterstecken?

Häufig tritt eine Seitenstrangangina begleitend zu einer Erkältung auf. Ursache der Entzündung des Rachenraums ist in den meisten Fällen ein Virusinfekt, bei dem es in der Folge zu einer weiteren Infektion mit anderen Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien kommt (Superinfektion). Ein derartiger zusätzlicher Infekt entsteht vor allem durch Bakterien wie Streptokokken. Eine akute Seitenstrangangina ist in der Regel ansteckend. Dabei erfolgt die Ansteckung über Husten oder Sprechen (Tröpfcheninfektion). Die Erkrankung kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten.

Oft entsteht eine Seitenstrangangina bei Menschen, denen aufgrund häufig auftretender Mandelentzündungen die Rachenmandeln entnommen wurden. Das gilt insbesondere, wenn sich infolge der Mandeloperation das Lymphgewebe in den Seitensträngen verdickt hat und eine sogenannte Seitenstrang-Hyperplasie vorliegt. Diese Zunahme an Lymphgewebe ist eine Reaktion auf die fehlenden Mandeln. Der Körper versucht so, die nun fehlende Schutzfunktion auszugleichen. 

Wie lässt sich eine Seitenstrangangina diagnostizieren?

Eine Seitenstrangangina erkennt die*der Ärztin*Arzt meist schon beim ersten Blick in den Rachen. Die Seitenstränge sind sichtbar geschwollen und gerötet. Oft sind die Seitenstränge von Stippchen bedeckt, also gelb-weißlichen stecknadelkopfgroßen Auflagerungen. Möglicherweise lassen sich beim Abtasten des Halsbereichs auch geschwollene Lymphknoten feststellen.

Gegebenenfalls erhalten Betroffene mit Seitenstrangangina auch eine Krankschreibung. Wie lange Menschen mit Seitenstrangangina arbeitsunfähig sind, hängt jedoch vom individuellen Gesundheitszustand ab und lässt sich deshalb nicht pauschal sagen.

Seitenstrangangina: Wie erfolgt die Behandlung?

Sind Bakterien wie Streptokokken die Ursache der Seitenstrangangina, kann eine Behandlung mit Antibiotika zwar infrage kommen. Notwendig ist das jedoch oftmals nicht. Bei einer virusbedingten Rachenentzündung ist ein Antibiotikum grundsätzlich wirkungslos.

Antibiotika verkürzen die Erkrankungsdauer bei einer bakteriellen Seitenstrangangina im Durchschnitt nur um etwa 1 bis 1,5 Tage. Zudem werden die Erreger damit zwar ab dem ersten Einnahmetag bekämpft – bis sich die Medikamente jedoch so weit auswirken, dass dadurch auch die Halsschmerzen nachlassen, dauert es etwa 3 Tage.

Die starken Schmerzen im Hals während der Entzündung lassen sich mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern.

Seitenstrangangina: Welche Hausmittel können helfen?

Halsschmerzen und Schluckbeschwerden lassen sich bei einer Seitenstrangangina oft mit Hausmitteln gegensteuern. Dazu zählen: 

  • viel trinken: Wer unter einer Seitenstrangangina leidet, sollte auf eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr achten. Lauwarmer Kräutertee mit Kamille, Salbei oder Ingwer halten die Schleimhäute feucht und haben einen entzündungshemmenden sowie antibakteriellen Effekt.

  • Gurgellösungen: Zudem eignen sich bei einer Seitenstrangangina Gurgellösungen als Hausmittel. Hierfür mehrmals täglich mit lauwarmem Salbeitee oder Salzwasser gurgeln.

  • Lutschtabletten: Das Lutschen von Halstabletten mit Salbei oder Isländisch Moos trägt dazu bei, die Schleimhäute zu befeuchten. Zudem enthalten Lutschtabletten aus der Apotheke meist entzündungshemmende Inhaltsstoffe. 

  • Dampfinhalationen: Bei einer Seitenstrangangina eignen sich auch Dampfinhalationen mit Kamille als Hausmittel. 

  • Halswickel: Auch Halswickel haben sich als Hausmittel gegen eine Seitenstrangangina bewährt. Diese können sowohl als warme Wickel mit zerquetschten Kartoffeln oder als kühle Umschläge mit Quark angewendet werden.

Wer unter einer Entzündung des Rachenraums leidet, sollte alles, was den Rachen zusätzlich reizen könnte, meiden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Rauchen
  • Konsum von Alkohol
  • sehr heiße Getränke
  • sehr heißes oder scharfes Essen