Eine Frau putzt sich die Nase.
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Sommergrippe: Die 9 wichtigsten Fragen & Antworten

Laufende Nase und Probleme mit den oberen Atemwegen? Im Sommer denken da viele an eine Pollenallergie. Aber auch Atemwegsinfekte machen in der warmen Jahreszeit keine Pause. Ein Beispiel ist die Sommergrippe.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Basisinfos zur Sommergrippe

In der Regel treten akute Atemwegsinfekte in der kalten Jahreszeit viel häufiger auf als im Sommer. Anders die Sommergrippe. Warum ist das so? Und was hilft dagegen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem sommerlichen Infekt.

1. Was ist eine Sommergrippe?

Die Sommergrippe ist eine im Frühling, Sommer oder Frühherbst auftretende Erkältung, die meist mit Fieber einhergeht.

Trotz ihres Namens ist die Sommergrippe keine echte Grippe. Denn Erkältungen und Grippe sind zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen:

  • Erkältungen entstehen durch die unterschiedlichsten Erkältungsviren, die nur die oberen Atemwege infizieren. Normalerweise entwickelt sich eine Erkältung langsam mit nach und nach auftretenden Symptomen. Sie ist deutlich harmloser als die echte Grippe.
  • Die echte Grippe entsteht durch Grippeviren und betrifft den ganzen Körper. Sie beginnt typischerweise plötzlich und heftig. Im Extremfall kann sie lebensbedrohlich sein.

Nicht alles, was Grippe heißt, entsteht also durch Grippeviren. So hat die Sommergrippe ebenso wenig mit der echten Grippe zu tun wie eine Magen-Darm-Grippe. Und auch ein grippaler Infekt ist keine Grippe, sondern nur eine andere Bezeichnung für die Erkältung.

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2. Welche Erreger stecken dahinter?

Die Sommergrippe entsteht vor allem durch Enteroviren (wie ECHO-Viren und Coxsackie-Viren). Das Risiko, sich mit diesen Erregern zu infizieren, steigt mit wärmeren Temperaturen.

Grippeviren kommen im Sommer übrigens nur ganz selten vor, weil sie empfindlicher gegenüber UV-Licht und Wärme sind.

3. Wie überträgt sich die Sommergrippe?

Sommergrippe ist ansteckend. Die Ansteckung läuft aber oft anders ab als bei Erkältungen oder Grippe im Winter:

  • Erkältungs- und Grippeviren im Winter verbreiten sich häufig durch Tröpfcheninfektion (also über infizierte Atemtröpfchen aus der Luft).
  • Die Sommergrippe überträgt sich eher durch Schmierinfektion (also durch Kontakt mit Speichel oder Sekret aus der Nase oder Spuren von Stuhl).

Darum können vor allem Kinder sich und andere schnell mit Sommergrippe anstecken.

4. Was macht anfällig für Sommergrippe?

Allgemein sind Erkältungen im Sommer zwar seltener. Aber auch wenn es warm ist, kann das Immunsystem geschwächt und somit anfälliger für Infekte wie die Sommergrippe sein. Typische Risikofaktoren sind:

  • ausgetrocknete Schleimhäute, weil Viren sie dann leichter infizieren können. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel
    • Zugluft im Cabrio
    • Klimaanlagen (z. B. im Büro, in der Bahn, im Flugzeug)
  • ein ausgekühlter Körper, zum Beispiel durch
    • kalte Füße
    • nasse Badekleidung

5. Wie lang ist die Inkubationszeit?

Inkubationszeit heißt die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch einer Erkrankung. Bei der Sommergrippe dauert das meistens etwa drei bis sechs Tage.

Achtung: Die Sommergrippe ist schon während der Inkubationszeit ansteckend.

6. Was sind die Symptome der Sommergrippe?

Als Erkältungskrankheit verursacht die Sommergrippe typischerweise Symptome wie:

Nicht selten ist eine Erkältung im Sommer mit einem stärkeren Krankheitsgefühl verbunden als im Winter. Denn die Sommergrippe kann sich auf den ganzen Körper auswirken, nicht nur auf die oberen Atemwege. Dann können zusätzlich grippeähnliche Symptome mit Fieber oder auch Magen-Darm-Probleme auftreten.

7. Was tun, wenn es einen erwischt hat?

Durch die Sommergrippe muss man durch – es gibt nichts, womit sich die Genesung beschleunigen ließe. Medikamente wie Schmerzmittel, Nasentropfen oder Lutschtabletten können aber die Beschwerden lindern. Auch warme Getränke wirken bei Erkältungen oft wohltuend. Zudem ist es wichtig, sich Ruhe zu gönnen.

Antibiotika helfen bei einer Sommergrippe nicht. Denn sie wirken nur gegen Bakterien – nicht gegen Viren.

8. Wie lange dauert eine Sommergrippe?

In der Regel verschwindet die Sommergrippe nach einer Dauer von etwa einer Woche wieder – egal, ob Sie sich ärztlich behandeln lassen oder nicht.

9. Wie kann man sich schützen?

Einen 100-prozentigen Schutz vor Sommergrippe gibt es nicht. Gute Hygiene kann das Ansteckungsrisiko aber gering halten. Das heißt vor allem: oft und gründlich die Hände mit Seife waschen. Zudem ist es ratsam,

  • häufig angefasste Oberflächen (z. B. Türklinken, Lichtschalter, PC-Tastaturen) sauber zu halten und ggf. zu desinfizieren,
  • sich von kranken Menschen fernzuhalten und
  • nicht aus Tassen oder Flaschen zu trinken, aus denen schon jemand anders getrunken hat.

Und auch wer ein gestärktes Immunsystem hat, ist besser vor der Sommergrippe geschützt. Um das zu erreichen, ist es wichtig,

  • sich gesund zu ernähren,
  • sich regelmäßig zu bewegen und
  • genug zu schlafen.

Gut zu wissen: Nach überstandener Sommergrippe sind Sie lebenslang immun gegen den Auslöser. Das heißt: Derselbe Virustyp kann Sie nicht nochmal krank machen.