Das Bild zeigt eine Frau, die ihre Hände auf den Bauch gelegt hat.
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Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt): Symptome und was helfen kann

Die Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe, Magen-Darm-Infekt) ist weit verbreitet: Allein in Deutschland erwischt es jedes Jahr rund 65 Millionen Menschen. Welche Symptome auftreten können, wie Sie vorbeugen und die Beschwerden lindern können, lesen Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Was ist eine Magen-Darm-Grippe?

Magen-Darm-Grippe ist eine eher umgangssprachliche Bezeichnung für eine ansteckende Gastroenteritis: Dabei sind die Schleimhäute von Magen und Dünndarm entzündet, was üblicherweise mit Durchfall und Erbrechen einhergeht, aber auch ohne Erbrechen oder ohne Durchfall möglich ist. Gastroenteritis setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Gaster = Magen
  • Enter- = Darm
  • -itis = Entzündung

Da Krankheitserreger hinter der Gastroenteritis stecken, spricht man auch von einem Magen-Darm-Infekt. Mit der echten Grippe (Influenza) hat die Magen-Darm-Grippe jedoch nichts zu tun.

Video: 5 Hygienetipps – so schützen Sie sich vor Keimen

Magen-Darm-Grippe: Auslöser

Hinter einer akuten Gastroenteritis können die unterschiedlichsten Erreger stecken – von Bakterien über Viren bis hin zu Parasiten.

Je nachdem, wo man sich die Erkrankung einfängt, sind manche Erreger aber wahrscheinlicher als andere. Wenn jemand in Mitteleuropa eine Gastroenteritis entwickelt, handelt es sich am häufigsten um eine Infektion mit:

Bei Erwachsenen sind hierzulande Noroviren die wichtigsten Erreger der Gastroenteritis, bei Babys und Kleinkindern stecken hingegen überwiegend Rotaviren hinter einem Magen-Darm-Infekt.

Auf Reisen können zwar dieselben Erreger lauern wie in Mitteleuropa – so nehmen in letzter Zeit Fälle von Gastroenteritis durch Noroviren bei Fernreisenden zu. Dennoch hat Reisedurchfall überwiegend bakterielle Ursachen, wie:

Zudem besteht besonders in warmen Ländern das Risiko, sich Parasiten einzufangen, die eine Magen-Darm-Grippe auslösen können. Solche Darmparasiten (wie die Amöben-Art Entamoeba histolytica oder Giardien) sind spätestens dann als Erkrankungsursache in Betracht zu ziehen, wenn eine auf Reisen erworbene Gastroenteritis länger als zwei bis vier Wochen andauert.

Je länger eine auf Fernreisen aufgetretene Magen-Darm-Grippe dauert, desto eher stecken Parasiten dahinter.

Wer hingegen bei einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung eine Magen-Darm-Grippe bekommt (nosokomiale Gastroenteritis), hat sich meist mit Noroviren oder dem Bakterium Clostridium difficile angesteckt: Beide Erreger sind hochansteckend, sodass sie sich gerade in Einrichtungen, in denen Menschen auf engem Raum zusammenleben, schnell übertragen können.

Je nachdem, wie Erreger den für Gastroenteritis typischen Durchfall verursachen, unterscheiden Wissenschaftler drei Typen:

  • Sekretionstyp: Die Erreger schädigen die Schleimhautzellen des Darms und bewirken eine Abgabe (Sekretion) von Elektrolyten ins Innere des Darms. Um die höhere Konzentration von Elektrolyten im Darminneren auszugleichen, folgt Wasser nach – wässriger Durchfall setzt ein. Erreger vom Sekretionstyp sind zum Beispiel:
  • Invasionstyp: Die Erreger gelangen ins Innere der Darmzellen, vermehren sich dort und zerstören sie letztlich. Eine eitrige Infektion ist die Folge. Die Durchfälle sind blutig-schleimig und gehen mit krampfartigen Bauchschmerzen einher. Als Invasionstyp gelten:
  • Penetrationstyp: Die Erreger zerstören die Zellen nicht, lösen aber eine Entzündung aus. Warum und wie es genau zu dem Durchfall kommt, ist noch unklar. Zu den Erregern vom Penetrationstyp zählen:
    • Salmonellen (Krankheiten: Salmonellose, Salmonellen-Enteritis)
    • Yersinien

Im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung erworbene Beschwerden können aber auch ohne Erreger entstehen (also nicht-infektiös sein): So können viele Medikamente als Nebenwirkung Durchfall auslösen – zum Beispiel Antibiotika. Weitere mögliche Ursachen für eine nicht-infektiöse Gastroenteritis sind:

  • Bestrahlung (zum Beispiel zur Krebsbehandlung)
  • künstliche Ernährung mit Sondenkost
  • vorangegangene Darmoperation

Mögliche Erreger einer ansteckenden Magen-Darm-Grippe im Überblick

Meldepflicht bei Magen-Darm-Infekt

Laut Infektionsschutzgesetz besteht für bestimmte Erreger der Magen-Darm-Grippe in Deutschland eine Meldepflicht.

  • So sind nachgewiesene Infektionen mit Campylobacter, Salmonellen, EHEC sowie sonstigen krankmachenden Darmbakterien der Art Escherichia coliGiardia lambliaYersinia enterocolitica, Shigellen, krankmachenden Cryptosporidium-Arten, Rotaviren und Noroviren namentlich meldepflichtig.
  • Typhus, Paratyphus und Cholera sind schon beim Verdacht sowie bei Erkrankung, Tod und Ausscheidung namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Daneben sind der Verdacht auf eine durch Erreger bedingte Lebensmittelvergiftung oder eine akute ansteckende Gastroenteritis sowie jede Erkrankung daran namentlich zu melden, wenn:

  • jemand betroffen ist, der beruflich Umgang mit Lebensmitteln hat, oder
  • zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, zwischen denen ein Zusammenhang bestehen könnte.

Bei Kindern unter sechs Jahren, die eine Kindertagesstätte oder eine ähnliche Gemeinschaftseinrichtung besuchen, ist eine Gastroenteritis allgemein meldepflichtig. Jedes betroffene Kind darf die Einrichtung erst dann wieder besuchen, wenn es zwei Tage lang keine Magen-Darm-Beschwerden mehr hatte.

Die Meldung erfolgt durch die*den untersuchende*n Ärztin*Arzt, das untersuchende Labor oder auch die Leiter*innen beziehungsweise Träger der betroffenen Gemeinschaftseinrichtungen. Die Erkrankten selbst oder deren Angehörige brauchen sich nicht darum zu kümmern.

Magen-Darm-Infekt: Ansteckung

Die Ansteckung mit einer Gastroenteritis passiert meist durch eine Schmierinfektion: Wer infiziert ist, scheidet die Erreger über den Stuhl und das Erbrochene aus und verteilt sie unbemerkt in seiner Umwelt, etwa auf Gegenständen oder Oberflächen.

Bei mangelnder Hygiene kann sich die Gastroenteritis so auf andere Menschen übertragen: Die Erreger können dann auf die Hände und von dort über den Mund in Magen und Darm gelangen – und eine Magen-Darm-Grippe auslösen. Diese Art der Ansteckung bezeichnet man als fäkal-oral.

Manche Magen-Darm-Erreger sind so ansteckend, dass bereits eine sehr geringe Menge ausreicht, um jemanden zu infizieren und eine Gastroenteritis zu verursachen. So genügen beispielsweise

Damit zeigt sich: Auf die oft zitierte "5-Sekunden-Regel" ist kein Verlass, Nahrungsmittel, die heruntergefallen sind, sollten nicht mehr verzehrt werden.

Daneben kann eine Tröpfcheninfektion zu Magen-Darm-Grippe führen. Die Ansteckung passiert dann über winzige infizierte Tröpfchen, die (zum Beispiel beim Erbrechen, Husten oder Sprechen) in die Atemluft gelangen. Vor allem ein Magen-Darm-Virus kann sich auf diese Weise mitunter sehr schnell ausbreiten, zum Beispiel in Kindergärten, Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen.

Besonders unter schlechten hygienischen Bedingungen können auch verseuchte Getränke oder Nahrungsmittel (vor allem Fisch und Meeresfrüchte) Schuld an einer Gastroenteritis sein. Diese Art der Ansteckung kommt jedoch überwiegend in wärmeren Regionen vor. Ein Beispiel ist die vorwiegend in den Tropen und Subtropen auftretende Amöbenruhr: Sie entsteht durch den Parasiten Entamoeba histolytica, der oft im Abwasser oder in verschmutztem Trinkwasser steckt.

Häufigkeit der Gastroenteritis

Die akute Magen-Darm-Grippe ist sehr häufig: Durchschnittlich hat in Deutschland jeder Erwachsene etwa einmal pro Jahr eine Gastroenteritis – das ergibt rund 65 Millionen Fälle. Babys und Kleinkinder fangen sich sogar zwei- bis dreimal jährlich einen Magen-Darm-Infekt ein.

Auch als Reisedurchfall ist die Gastroenteritis weit verbreitet: Sie gilt als die häufigste Infektionskrankheit bei Fernreisenden. In Gebieten mit besonders hohem Ansteckungsrisiko (wie Mittelamerika, tropisches Afrika oder Südasien) bekommen bis zu 50 Prozent der Reisenden einen Magen-Darm-Infekt. In anderen Gebieten (wie China oder Karibik) beträgt die Ansteckungsrate schätzungsweise bis zu 15 Prozent. Pro Jahr gibt es weltweit insgesamt rund 40 Millionen Fälle von Reisedurchfall.

Magen-Darm-Grippe: Symptome

Bei einer Gastroenteritis setzen die Symptome plötzlich und heftig ein. Typisch sind:

Magen-Darm-Grippe ohne Erbrechen oder ohne Durchfall – gibt’s das?

Ja. Durchfall und Erbrechen sind zwar die wichtigsten Anzeichen der Magen-Darm-Grippe. Die Symptome treten aber nicht unbedingt zusammen auf. Eine Gastroenteritis bei Erwachsenen verläuft …

  • … zu 78 Prozent nur mit Durchfall.
  • … zu 12 Prozent nur mit Erbrechen.
  • … zu 10 Prozent mit beiden Symptomen (als Brechdurchfall).

Wer sehr heftigen oder hartnäckigen Durchfall hat und/oder oft erbricht, verliert viel Flüssigkeit. Dann können neben den Magen-Darm-Beschwerden Symptome einer Austrocknung (Exsikkose) auftreten, wie:

  • trockene, belegte Zunge
  • eingesunkene Augen
  • klanglose Stimme
  • Blutdruckabfall
  • Wadenkrämpfe

Ein starker Flüssigkeitsverlust bei Magen-Darm-Grippe schwächt den Körper zusätzlich. Besonders Babys, Kleinkinder und alte Menschen reagieren darauf sehr empfindlich.

Mitunter fühlen sich Menschen mit einer Magen-Darm-Grippe sehr krank. Als weitere Symptome können dann Kopfschmerzen und Gliederschmerzen hinzukommen. Hingegen ist Fieber bei einer Gastroenteritis eher selten, die Körpertemperatur kann aber etwas erhöht sein.

Je nach Erreger der Magen-Darm-Grippe und Gesundheitszustand der Betroffenen kann die Erkrankung sehr unterschiedlich ablaufen. Im Extremfall sind auch schwerwiegende Magen-Darm-Beschwerden (wie blutiger Durchfall) und andere schwere Krankheitszeichen (wie hohes Fieber) möglich. Meistens ist ein Magen-Darm-Infekt jedoch selbstlimitierend – die Symptome verschwinden also schnell von alleine wieder.

Magen-Darm-Infekt: Diagnose

Meist heilt ein Magen-Darm-Infekt von alleine. Wer etwas Durchfall und/oder Erbrechen hat, kann also zunächst abwarten. Wenn auch nur eines der folgenden Anzeichen zutrifft, sollten Sie aber auf jeden Fall zur*zum Ärztin*Arzt gehen:

Um eine Gastroenteritis zu diagnostizieren, reichen oft eine körperliche Untersuchung und eine sorgfältige Anamnese. Dabei kann der*die Arzt*Ärztin beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Seit wann besteht der Durchfall oder Brechdurchfall?
  • Gibt es ähnliche Erkrankungsfälle in Ihrem Umfeld?
  • Haben Sie kürzlich eine Fernreise gemacht?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Haben Sie irgendwelche Begleiterkrankungen (etwa Darmerkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen)?

Wenn die Beschwerden nur leicht bis mittelstark sind und es keine Hinweise für eine schwere Magen-Darm-Grippe oder Begleiterkrankung gibt, sind keine speziellen Untersuchungen nötig. Und auch auf eine besondere Behandlung kann man zunächst verzichten. Denn es bestehen gute Chancen, dass die Gastroenteritis bald von selbst verschwindet.

Stellt der*die Arzt*Ärztin fest, dass die Magen-Darm-Grippe eine Behandlung erfordert, sind jedoch weitere Untersuchungen ratsam. So muss man vor allem wissen, welcher Erreger hinter der Gastroenteritis steckt, um sie wirksam behandeln zu können.

Der Erregernachweis ist bei einer Magen-Darm-Grippe dann wichtig, wenn …

  • ... der Magen-Darm-Infekt schwer verläuft (zum Beispiel mit blutigem Durchfall, Fieber, Austrocknung infolge des Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts).
  • ... Komplikationen auftreten (zum Beispiel eine Sepsis).
  • ... bedeutsame Begleiterkrankungen vorliegen.
  • ... das Immunsystem geschwächt ist.
  • ... der Durchfall schon länger als vier Wochen anhält.
  • ... aufgrund des Durchfalls schon eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgte.
  • ... die Magen-Darm-Grippe erst im Krankenhaus aufgetreten ist.
  • ... eine Antibiotika-Behandlung geplant ist oder innerhalb der letzten drei Monate durchgeführt wurde.
  • ... mehrere ähnliche Krankheitsfälle bekannt sind, zwischen denen ein Zusammenhang bestehen könnte.
  • ... ein Baby im Alter unter drei Monaten oder ein Mensch hohen Alters betroffen ist.
  • ... Betroffene in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten oder beruflich Lebensmittel verarbeiten.
  • ... Betroffene sich zuvor in tropischen oder subtropischen Gebieten aufgehalten haben.

In solchen Fällen werden im Labor zunächst ein bis zwei Stuhlproben auf die häufigsten Erreger der Magen-Darm-Grippe untersucht (zum Beispiel Campylobacter, Salmonellen, Shigellen und Noroviren). Bei möglichen Anzeichen für eine Infektion mit EHEC oder Clostridium difficile (was häufiger nach vorhergehender Antibiotika-Behandlung vorkommt) ist es wichtig, auch auf diese Bakterien zu testen. Besteht der Verdacht, dass Parasiten hinter der Gastroenteritis stecken, sind mindestens drei Stuhlproben nötig, die man auch auf Wurmeier untersuchen sollte.

Gegebenenfalls ist eine Blutuntersuchung nötig, um den Erreger der Magen-Darm-Infektion festzustellen. Daneben können bei einer Gastroenteritis bildgebende Untersuchungen hilfreich sein: So kann eine Magen-Darm-Grippe beim Baby oder Kleinkind in seltenen Fällen dazu führen, dass sich ein Teil des Darms nach innen stülpt (Invagination) – dies kann der*die Arzt*Ärztin im Ultraschall (Sonographie) nachweisen.

In Einzelfällen ist auch eine Endoskopie nötig, um die Ursache für länger anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfall aufzuspüren. Denn nicht selten wird der Beginn einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung als eine wiederholte Magen-Darm-Grippe missgedeutet.

Magen-Darm-Grippe: Therapie

Eine Magen-Darm-Grippe heilt meistens ohne besondere Therapie aus. Darum reicht es in der Regel,

  • die durch Durchfall und/oder Erbrechen entstandenen Verluste an Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen auszugleichen sowie
  • sich körperlich zu schonen, bis sich die Magen-Darm-Beschwerden gebessert haben.

Bei Magen-Darm-Grippe gilt also: immer viel trinken, zum Beispiel Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees. Für Kinder mit Gastroenteritis sind – je nach Alter und bisheriger Gewohnheit – Muttermilch, Säuglingsmilch, Wasser oder ungesüßter Kräutertee geeignet.

Grundsätzlich ungeeignet bei einem Magen-Darm-Infekt sind reine Fruchtsäfte oder Limonade (zum Beispiel Cola): Diese enthalten zu viel Zucker, was den Durchfall verschlimmern kann. Das in Cola enthaltene Koffein verstärkt zudem den bereits bestehenden Kaliumverlust.

Bei Magen-Darm-Grippe mit länger als einen Tag anhaltendem Durchfall eignet sich Elektrolyt-Pulver aus der Apotheke am besten, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen: Das ist ein spezielles traubenzuckerbasiertes Pulver, das man nach Vorschrift mit sauberem Wasser anrühren und trinken soll. Andere Getränke (wie Milch, Limonade) sollten Sie für die Trinklösung nicht verwenden.

Das Elektrolyt-Pulver ist vor allem sinnvoll

  • für kleine Kinder oder alte Menschen mit Magen-Darm-Grippe sowie
  • bei besonders starkem Durchfall und/oder Erbrechen.

Die Trinklösung heißt fachsprachlich orale Rehydratationslösung (abgekürzt ORL). Die Lösung enthält genau die Mischung, die der Körper bei Gastroenteritis braucht: in Wasser gelöste Elektrolyte wie Kochsalz (NaCl), Kaliumchlorid (KCl) oder Natriumcitrat sowie Traubenzucker (Glukose) als Nährstoff. Selbst hergestellte Mischungen aus Saft, Salz, Zucker und Wasser sind bei einer Gastroenteritis hingegen nicht empfehlenswert.

Achtung: Vor allem für Babys, Kleinkinder und alte Menschen bringt eine Gastroenteritis schnell gewisse Risiken mit sich – besonders, wenn sie Vorerkrankungen haben. Ein Grund hierfür ist, dass der Körper in den Altersgruppen viel empfindlicher auf Flüssigkeitsverluste reagiert. Darum ist es bei den Jüngsten und Älteren wichtig, einen Magen-Darm-Infekt ärztlich behandeln zu lassen.

Je nachdem, wie schwer die Magen-Darm-Grippe ist, kann auch eine Therapie im Krankenhaus nötig sein. Dort erhält man bei Bedarf die erforderlichen Stoffe als Infusion über eine Vene.

Grundsätzlich ist die Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr aber auch bei schwerer Magen-Darm-Grippe mithilfe von Trinklösungen möglich – dass Infusionen nicht besser geeignet sind, ist wissenschaftlich eindeutig erwiesen. Eine Behandlung per Infusion ist bei Gastroenteritis nur in schweren Fällen nötig – das heißt, wenn:

  • der Flüssigkeitsverlust 10 Prozent des Körpergewichts oder mehr ausmacht,
  • ein Kreislaufschock vorliegt,
  • Bewusstseinsstörungen auftreten oder
  • wiederholtes Erbrechen auch mit entsprechenden Medikamenten (sogenannte Antiemetika) nicht in den Griff zu bekommen ist.

Medikamente bei Gastroenteritis

Gegen die Beschwerden der Magen-Darm-Grippe können auch Medikamente helfen: So sind gegen Durchfall Mittel zu empfehlen, die die Darmbewegung hemmen (sogenannte Motilitätshemmer, zum Beispiel Loperamid). Solche Medikamente sind aber nur bei einer einfachen Gastroenteritis ratsam. Verläuft der Magen-Darm-Infekt schwer (zum Beispiel mit blutigem Durchfall oder Fieber), ist von dieser Behandlung abzuraten.

Die Wirkung manch anderer Mittel, die gegen Durchfall helfen sollen, ist bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Dazu zählen zum Beispiel der Quellstoff Pektin, der Wirkstoff Tannin oder auch medizinische Kohle (Carbo medicinalis, Aktivkohle). Daher sind diese Medikamente bei Magen-Darm-Grippe nicht zu empfehlen.

Müssen Sie sich wegen des Magen-Darm-Infekts sehr heftig übergeben, können spezielle Medikamente gegen Erbrechen (sogenannte Antiemetika) weiterhelfen, zum Beispiel der Wirkstoff Ondansetron. Um Schmerzen und Bauchkrämpfe zu lindern, eignen sich Paracetamol, Opioide sowie Butylscopolamin. Bei einer Gastroenteritis sollten Sie dagegen  Acetylsalicylsäure (ASS), nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und COX-2-Hemmer (wie Etoricoxib) nicht einnehmen.

Die Magen-Darm-Grippe ursächlich zu behandeln – also die Erreger durch Medikamente gezielt zu bekämpfen – ist nur in bestimmten Fällen erforderlich. Zum Beispiel, wenn …

  • das Immunsystem geschwächt ist (zum Beispiel durch Medikamente oder eine Grunderkrankung),
  • Anzeichen für eine Allgemeininfektion auftreten (wie Fieber über 38,5 °C) oder
  • der Durchfall blutig ist.

Stecken Bakterien (wie Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder Escherichia coli) hinter dem Magen-Darm-Infekt, wirken Antibiotika. Welches Antibiotikum am besten geeignet ist, hängt vom genauen Erreger der Magen-Darm-Grippe ab. Diese Medikamente sollten aber nur bei schweren Krankheitsverläufen zum Einsatz kommen, weil der Infekt (zum Beispiel mit Salmonellen) unter einer Antibiotika-Behandlung oft nicht ganz ausheilt. Die Folge: Die Betroffenen haben zwar keine Symptome mehr, scheiden die Erreger aber dauerhaft aus und können andere anstecken.

Gegen Viren können Antibiotika übrigens nichts ausrichten. Haben Rotaviren, Noroviren oder ein anderes Magen-Darm-Virus die Gastroenteritis verursacht, scheiden Antibiotika also für die ursächliche Therapie aus.

Achtung: Durchfall kann auch als Nebenwirkung mancher Medikamente – vor allem von Antibiotika – auftreten. In dem Fall sollten Sie unbedingt mit Ihrer*Ihrem Ärztin*Arzt besprechen, ob Sie die Behandlung zu Ende führen, auf ein anderes Antibiotikum umstellen oder vorzeitig beenden können.

Was essen bei Magen-Darm-Grippe?

Viele schwören bei Gastroenteritis auf magenschonende Kost wie Reis, Bananen, Apfelmus, Zwieback oder Toast. Manche verzichten auch auf Milchprodukte, um zusätzliche Magen-Darm-Beschwerden infolge einer Laktoseintoleranz zu vermeiden (denn eine Gastroenteritis kann vorübergehend zu einem Laktasemangel führen). Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen gelten ebenfalls als eher ungeeignet, weil sie den Darm zusätzlich reizen können.

Dass sich diese klassische Durchfalldiät positiv auf die Magen-Darm-Grippe auswirkt, ist jedoch nicht bewiesen.

Manche Menschen greifen bei Magen-Darm-Grippe auf das Hausmittel Cola und Salzstangen zurück. Das ist jedoch nicht zu empfehlen: Denn der Zucker und das Koffein in Cola verstärken nur den Flüssigkeits- beziehungsweise Kaliumverlust, während Salzstangen vor allem Natrium liefern, obwohl der Körper ebenso Kalium braucht.

Allgemein gilt: Sie können alles essen, was gut verträglich ist. Längere Nahrungspausen oder eine spezielle Schon- oder Aufbaukost sind bei Magen-Darm-Grippe nicht nötig. Auch wenn Ihr Kind eine Gastroenteritis hat, können Sie es – soweit möglich – mit verträglicher Kost ernähren (also je nach Alter auch normal stillen oder füttern).

Zudem können Sie bei milder Magen-Darm-Grippe versuchen, die Dauer des Durchfalls mit Probiotika zu verkürzen: Probiotika sind Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, die probiotische Mikroorganismen enthalten – wie Bakterien (zum Beispiel Milchsäurebakterien, die in Naturjoghurt und anderen Milchprodukten enthalten sind) oder Hefen. Sie sollen die Erreger im Darm verdrängen und so den Körper bei der Bekämpfung der Gastroenteritis unterstützen.

Wer ein stark geschwächtes Immunsystem oder schwere Vorerkrankungen hat, sollte seine Magen-Darm-Grippe aber besser nicht mit Probiotika behandeln. Denn sonst kann es passieren, dass die probiotischen Mikroorganismen selbst zu einer Infektion führen.

Magen-Darm-Grippe: Dauer & Verlauf

Meist ist eine ansteckende Magen-Darm-Grippe von recht kurzer Dauer: Das Erbrechen lässt häufig im Verlauf von ein bis zwei Tagen nach und der Durchfall klingt nach etwa zwei bis sieben Tagen ab.

Durchschnittlich dauert eine Magen-Darm-Grippe drei bis vier Tage.

Auch eine Magen-Darm-Grippe, die als Reisedurchfall innerhalb der ersten Woche im Reiseland auftritt, verläuft normalerweise mild bis gemäßigt und kommt nach ein paar Tagen von selbst zum Stillstand.

In Extremfällen allerdings kann eine Magen-Darm-Grippe einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Wie sich die Gastroenteritis entwickelt, hängt in hohem Maß ab von:

  • dem jeweiligen Erreger,
  • der Reaktion des Körpers auf die Infektion,
  • dem Gesundheitszustand (Ernährungszustand, Funktionsfähigkeit des Immunsystems, Begleiterkrankungen) und
  • dem Alter.

Komplikationen

Vor allem bei Babys, Kleinkindern und alten Menschen kann der mit einer Magen-Darm-Grippe verbundene Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten kritische Ausmaße annehmen. Mögliche Anzeichen für eine Austrocknung des Körpers und dadurch verursachte Komplikationen sind:

  • Störung des Mechanismus des menschlichen Körpers, der den Blutdruck reguliert, wenn man vom Stehen ins Sitzen oder Liegen wechselt oder umgekehrt (orthostatische Dysregulation) und Stürze
  • Schock durch Volumenmangel (hypovolämischer Schock: durch den großen Flüssigkeitsverlust nimmt die Menge des zirkulierenden Blutes stark ab)
  • Bewusstseinsstörungen, akuter Verwirrtheitszustand (Delir)
  • Nierenfunktionsstörungen bis hin zum akuten Nierenversagen
  • starke Muskelschmerzen durch Auflösung quergestreifter Muskelfasern (Rhabdomyolyse)
  • erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle
  • erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Dekubitus (Wundliegen)

Bei gesunden Menschen sind Komplikationen infolge einer Magen-Darm-Grippe aber eher selten. Komplizierte Verläufe kommen vor allem bei Menschen vor, die Begleiterkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem haben. Dies trifft zum Beispiel zu, wenn jemand

Weitere mögliche Komplikationen einer Magen-Darm-Grippe sind:

Mit einer angemessenen Behandlung der Magen-Darm-Grippe lassen sich solche Komplikationen jedoch gut vermeiden – vorausgesetzt, es besteht eine gute medizinische Versorgung. In Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung zählen Magen-Darm-Infekte zu den häufigen Gründen für Krankheit und Tod: In Entwicklungsländern sterben jedes Jahr bis zu 600.000 Kinder im Alter bis zu fünf Jahren allein an den Folgen einer Rotavirus-Gastroenteritis.

Magen-Darm-Grippe: Vorbeugen

Nur ausreichende Hygiene bietet Schutz vor einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis, Magen-Darm-Infekt). Vorbeugen bedeutet also vor allem:

  • häufig die Hände waschen,
  • ungewaschene Hände aus dem Gesicht und Mund lassen,
  • bei der Zubereitung von Lebensmitteln sauber arbeiten,
  • tierische Lebensmittel gut durchgaren und
  • vor allem bei Reisen in warme Länder eventuell auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse verzichten und nur abgekochtes Wasser trinken.

Denn meistens gelangen die Erreger der Magen-Darm-Grippe über eine Schmierinfektion von den Händen über den Mund in Magen und Darm. Darum lautet der wichtigste Tipp: regelmäßig Hände waschen – beispielsweise nach jedem Toilettenbesuch, nach einem Windelwechsel bei Ihrem Kind, aber auch nach jedem Nachhausekommen und vor jedem Essen.

Die Ansteckung mit Magen-Darm-Grippe kann auch über verunreinigte Nahrungsmittel und Getränke passieren. Darum ist es zudem ratsam, auf eine ausreichende Küchenhygiene zu achten und alle Speisen – vor allem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte – gut durchzugaren.

Auf Reisen sollten Sie besonders dann Vorsicht walten lassen, wenn es in subtropische oder tropische Länder geht. Auch dort gilt zum Schutz vor Magen-Darm-Grippe (bzw. Reisedurchfall): auf Handhygiene achten sowie Fisch und Fleisch nur gut durchgebraten oder gekocht essen! Daneben kann es sinnvoll sein, auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse zu verzichten und kein Leitungswasser zu trinken.

Wenn die Magen-Darm-Grippe bereits ausgebrochen ist, ist es wichtig, die Ausbreitung der Erreger zu verhindern. Im Krankhaus gelten hierzu krankenhaushygienische Maßnahmen – wie Handschuhe tragen, Flächen und Hände desinfizieren, Geräte nur für jeweils eine*n Infizierte*n verwenden und so weiter. Wenn Sie eine Gastroenteritis zu Hause auskurieren, können Sie das Ansteckungsrisiko für andere Haushaltsmitglieder gering halten, indem Sie:

  • sich möglichst oft gründlich die Hände waschen (eventuell auch ein Händedesinfektionsmittel verwenden),
  • Ihre Kleidung und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius waschen,
  • in der Küche und bei der Essenszubereitung verstärkt auf gute Hygiene achten und kein Essen für andere zubereiten sowie
  • das Zweit-WC – falls vorhanden – alleine und ausschließlich benutzen.

Um die Erkrankung nicht weiterzuverbreiten, sollten Sie nach Möglichkeit zu Hause bleiben, solange Sie ansteckend sind. Kinder mit einer ansteckenden Gastroenteritis dürfen erst wieder in die Kindertagesstätte oder Schule gehen, wenn sie zwei Tage keinen Durchfall mehr hatten.

Eine Impfung, die allgemein vor Magen-Darm-Grippe schützt, gibt es nicht. Es stehen jedoch Impfstoffe gegen bestimmte Gastroenteritis-Erreger zur Verfügung – wie zum Beispiel gegen Rotaviren. Die Schutzimpfung gegen die Rotavirus-Infektion ist für alle Kinder unter sechs Monaten empfohlen, auch für Frühgeborene.