Ondansetron

Allgemeines

Ondansetron wird bei Übelkeit, einem gesteigerten Brechreiz und Erbrechen eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Brechreiz, Übelkeit und Erbrechen mindern
  • Brechreiz, Übelkeit und Erbrechen vorbeugen
  • Serotoninwirkung vermindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ondansetron im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ondansetron nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Ondansetron darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden.

Bei Überempfindlichkeit gegen andere 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten ist eine Anwendung nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht zu empfehlen. Dies gilt auch für bekannte Störungen der Darmaktivität, da der Wirkstoff diese verschlimmern kann.

Bei Leberfunktionsstörungen sollte die tägliche Gesamtdosis des Wirkstoffs acht Milligramm nicht übersteigen.

Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom (einer speziellen Herzrhythmusstörung) dürfen nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle dürfen Patienten mit Ondansetron behandelt werden, die ein Risiko für Herzrhythmusstörungen haben. Dies ist der Fall bei Störungen des Mineralhaushalts (auch durch andere Wirkstoffe), Herzmuskelschwäche oder krankhaft verlangsamtem Herzschlag.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Anwendung von Ondansetron während der Schwangerschaft ist verboten. Erfahrungen aus den USA, wo der Wirkstoff vereinzelt gegen schweres Schwangerschaftserbrechen eingesetzt wird, zeigen ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten beim Kind. Dies gilt vor allem beim Einsatz in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten.

Der Wirkstoff darf auch während der Stillzeit nicht verabreicht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es wurden bisher keine klinischen keine Studien zur Einname von Ondansetron bei Kindern gemacht. Zur Vorbeugung oder Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen wird eine langsam zu verabreichende Einzeldosis Ondansetron in Form einer Injektion in die Vene angewendet.

Durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Kindern ab sechs Monaten und Jugendlichen kann mit Infusionen vor der Verabreichung der Medikamente bekämpft werden. Allerdings gibt es für die Folgen von Strahlenbehandlungen keine Studien mit Kindern. Daher ist der Wirkstoff für diese Anwendung nicht zugelassen.

Welche Nebenwirkungen kann Ondansetron haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ondansetron. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Wärmegefühl in Kopf und Oberbauch, Flush-Symptome (Gesichtsrötung mit Hitzewallung), vorübergehende beschwerdefreie Erhöhung von Leberenzymen und Bilirubin im Blut, Schwindel, Mundtrockenheit, Verstopfung und Durchfall (häufiger bei längerer Gabe über eine Vene); bei wiederholter Injektion in die Blutbahn: örtliche Beschwerden an der Einstichstelle.

Seltene Nebenwirkungen:
Teils schwere, lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schock, Blutdruckabfall, Pulsverlangsamung, Bronchienverengung und Hautausschlägen; Herzrhythmusstörungen, Angina-pectoris-Beschwerden, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Durst, Blähungen, Bauchkrämpfe, Geschmacksveränderungen, Darmpassagestörungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Bewegungsstörungen, Krampfanfälle, Krampflähmungen, Blickabweichung, Muskelstarrheit, Zittern, Benommenheit; bei schneller intravenöser Gabe: vorübergehende Sehstörungen wie Schleiersehen.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Schluckauf.

Besonderheiten:
Wird Ondansetron in die Vene gegeben, muss verstärkt mit Herzrhythmusstörungen gerechnet werden. Bei Patienten von 75 Jahren und älter ist daher die Einzeldosis auf 8 Milligramm begrenzt, die über mindestens 15 Minuten verbreicht werden. Vor einer erneuten Anwendung sollen bei Erwachsenen – einschließlich der älteren Patienten – mindestens vier Stunden vergehen. Bei Patienten ab 65 Jahren wird der Arzt alle Dosen Ondansetron zur Infusion mit 50 bis 100 Milliliter Kochsalzlösung oder einer anderen Infusionslösung verdünnen und über mindestens 15 Minuten verabreichen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ondansetron?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Ondansetron darf nicht gleichzeitig mit dem Parkinson-Mittel Apomorphin eingenommen werden. Aufgrund bisher unbekannter Wechselwirkungen kann es zu starkem Blutdruckabfall und Ohnmacht kommen.

Es existieren eine Reihe von Wirkstoffen, die in der Leber für eine verstärkte Bildung von Arzneimittel abbauenden Enzymen sorgen. Bei gleichzeitiger Einnahme dieser Substanzen und Ondansetron kann es zu einer niedrigeren Konzentration von Ondansetron im Blut kommen. Beispiele dafür sind die bei Epilepsie eingesetzten Substanzen Phenytoin und Carbamazepin sowie Rifampicin, ein Mittel gegen Tuberkulose.

Daneben gibt es Hinweise, dass Ondansetron die Wirkung des Schmerzmittels Tramadol vermindern kann.

Ondansetron soll vom Arzt mit Vorsicht angewendet werden, wenn es zusammen mit Zytostatika oder anderen Wirkstoffen gegeben wird, die das QT-Intervall verlängern. Dazu gehören Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Neuroleptika wie Phenothiazin und verwandte Substanzen, Pimozid und Haloperidol, trizyklische Antidepressiva und die Antidepressiva Citalopram und Escitalopram, die Antibiotika Moxifloxacin, Erythromycin (bei Gabe in die Vene), Pentamidin und Mittel gegen Malaria sowie Terfenadin und Mizolastin (gegen Allergie).

Wenn Ondansetron mit der Nahrung eingenommen wird, erhöht sich seine Aufnahme in den Körper. Seine Wirkstärke ändert sich dadurch aber kaum.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung mit dem Medikament müssen gebärfähige Frauen für eine sichere Schwangerschaftsverhütung sorgen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ondansetron?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ondansetron enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Ondansetron

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ondansetron. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Ondansetron gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Ondansetron

Ondansetron wird bei Übelkeit, einem gesteigerten Brechreiz und Erbrechen eingesetzt.

Es ist vor allem wirksam bei Brechreiz und Übelkeit, die in Zusammenhang mit operativen Eingriffen, Bestrahlungstherapie oder Therapie mit Zytostatika (Chemotherapie) stehen.

In der Kinderheilkunde hat sich der Wirkstoff auch bewährt, um bei Brechdurchfall die Flüssigkeitszufuhr wirksamer zu gestalten. Aufgrund der Hemmung des Brechreizes können die Kinder die zugefühlten Mineral-Lösungen bei sich behalten, was zu einer rascheren Besserung ihres oft kritischen Zustandes beiträgt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ondansetron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ondansetron

Durch die Einwirkung von Giften im Verdauungskanal, aber auch bei chirurgischen Eingriffen und der Therapie mit Zytostatika wird Brechreiz ausgelöst, indem der Dünndarm den Nervenbotenstoff Serotonin ausschüttet. Dieses Serotonin bindet sich an bestimmte, an den unbewußten (vegetatigen) Nerven wie auch im Gehirn befindliche, 5-HT3 genannte Rezeptoren. Die Reizung dieser Rezeptoren durch Serotonin bewirkt eine Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn, das den Brechreflex steuert.

Ondansetron ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Der Wirkstoff blockiert die Brechreiz verstärkende Wirkung des Nervenbotenstoffes Serotonin. Zwar ist der Mechanismus des Ondansetron-Effekts noch nicht ganz geklärt, die Wirkung scheint aber in einer Aufhebung der Serotonin-Wirkung an den 5-HT3-Rezeptoren zu beruhen. Aus diesem Grunde zählt Ondansetron zur Untergruppe der so genannten 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten. Im Gegensatz zu den anderen 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten Granisetron und Tropisetron, die ebenfalls zur Brechreizhemmung eingesetzt werden, ist Ondansetron kürzer wirksam.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.