Das Bild zeigt eine Blutzuckermessung.
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Blutzucker messen (Blutzuckermessung)

Um herauszufinden, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist beziehungsweise wie viel Glukose (Blutzucker) sich gerade im Blut befindet, muss man den Blutzucker messen.

Überblick

Eine Blutzuckermessung dient zum einen der Diagnose von Erkrankungen, die mit einem zu hohen (z.B. Diabetes mellitus) oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel einhergehen. Zum anderen kann sie dabei helfen, den Verlauf solcher Erkrankungen zu kontrollieren und die Einnahme von Medikamenten darauf abzustimmen. Viele Diabetiker nutzen die Blutzuckermessung, um festzustellen, wie viel Insulin sie benötigen.

Die Blutzuckerwerte lassen sich entweder

  • aus dem Blutplasma oder
  • aus dem Vollblut bestimmen.

Mit ihnen lässt sich eine Aussage darüber treffen, ob der Blutzuckerspiegel normal, zu hoch oder zu niedrig ist. Die Ergebnisse der beiden Methoden weichen dabei etwas voneinander ab.

Im Blutplasma sind die Blutzuckerwerte zudem durchschnittlich rund elf Prozent höher als im Vollblut.

Blutzuckermessung aus dem Blutplasma

Für die Diagnose eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bestimmt man die Blutzuckerwerte in der Regel aus dem Blutplasma. Dazu nimmt der Arzt dem Betroffenen etwas Blut ab und schickt die Probe zur Auswertung ins Labor. Der Patient muss zur Blutabnahme nüchtern erscheinen beziehungsweise darf mindestens zwölf Stunden nichts mehr gegessen haben. Ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, deutet dies auf einen Diabetes mellitus hin.

Aber auch andere Ursachen kommen für erhöhte Blutzuckerwerte infrage, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel kann unter anderem die Folge einer Leberfunktionsstörung oder aber auch einer unangemessenen Medikamenteneinnahme sein – etwa bei einer Überdosierung von Diabetes-Medikamenten (Antidiabetika).

Blutzuckermessung aus dem Vollblut

Um den Blutzuckerspiegel einschätzen zu können, messen Diabetiker ihren Blutzucker regelmäßig selbst. Dazu nutzen sie ein schnelles Verfahren und messen den Blutzucker aus dem Vollblut. Mit einer speziellen Lanzette (Nadel) beziehungsweise Stechhilfe piekst der Betroffene sich in die Fingerbeere und streift den Blutstropfen auf einen Teststreifen ab, der sich in einem Blutzuckermessgerät befindet. Das Gerät zeigt dann das Ergebnis im Display an. Meist messen Diabetiker ihre Blutzuckerwerte vor dem Essen und kurz bevor Insulin gespritzt wird. (Zur Diagnose eines Diabetes mellitus eignen sich die Blutzuckerwerte aus einer Selbstmessung jedoch nicht.)

Blutzuckerwerte gibt man entweder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l) an.

HabA1c: Das Blutzuckergedächtnis

Für die langfristige Verlaufskontrolle eines Diabetes mellitus nutzen Ärzte außerdem einen besonderen Wert der Blutzuckermessung: den HbA1c-Wert, der als eine Art "Blutzuckergedächtnis" gilt. Denn mithilfe des HbA1c-Wertes lassen sich die mittleren Blutzuckerwerte der letzten acht bis zwölf Wochen ermitteln. Befindet sich zu viel Glukose im Blut, gehen die Glukose-Moleküle zum Teil eine Verbindung mit dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin, Hb) der roten Blutkörperchen ein. Diesen Anteil am Gesamthämoglobin gibt der HbA1c-Wert wieder.

Blutzucker selbst messen: Tipps

Um den Blutzucker im Rahmen einer Diabetes-Therapie selbst zu messen, benötigen Sie:

  • ein Blutzuckermessgerät
  • Teststreifen
  • Lanzetten (Nadeln) für die sog. Stechhilfe

Um Ihre Blutzuckerwerte zu messen, pieksen Sie sich in die Fingerbeere und geben Sie einen Tropfen Blut von Ihrem Finger auf den Teststreifen des Blutzuckermessgeräts. Lesen Sie nun den Wert im Display ab. Nach dem Messen tragen Sie die Blutzuckerwerte in Ihr Diabetes-Tagebuch oder Ihren Diabetes-Pass ein.

Wenn Sie Ihren Blutzucker selbst messen, sollten Sie auf folgende Dinge achten:

  • Hände waschen: Bevor Sie Ihren Blutzucker messen, waschen Sie sich die Hände mit warmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab, damit die Messwerte nicht verfälscht werden. Das verbessert auch die Durchblutung in den Fingern und erleichtert die Blutentnahme.
  • Hände-Desinfektion: Es ist nicht notwendig, die Einstichstelle zu desinfizieren. Falls Sie es doch tun, warten Sie mit dem Einstechen, bis alles gut getrocknet ist, um die Messwerte nicht zu beeinflussen.
  • Blutstropfen:
    • Um einen Blutstropfen für den Teststreifen zu erhalten, genügt ein rascher und nicht zu tiefer Pieks in die Fingerbeere mit der Lanzette bzw. Stechhilfe. Stechen Sie am besten seitlich in die Fingerbeere, da sie hier weniger empfindlich ist.
    • Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Blutstropfen zu klein ist, versuchen Sie keinesfalls, mehr Blut aus der Fingerbeere zu quetschen! Dabei kann Lymphflüssigkeit mit in das Blut gelangen und die Messwerte verfälschen.
  • Blutzuckermessgerät:
    • Lanzette: Tauschen Sie die Lanzette für die Stechhilfe regelmäßig aus. Das ist hygienischer und das Stechen geht leichter.
    • Teststreifen: Fassen Sie die Teststreifen nur mit trockenen Fingern an. Schließen Sie die Dose mit den Teststreifen nach der Entnahme sofort wieder. Die Teststreifen haben ein Verfallsdatum. Nach Ablauf sollten Sie die Teststreifen nicht mehr verwenden. Messgerät und Teststreifen müssen immer denselben Code haben.
    • Einheit: Achten Sie darauf, welche Einheit bei Ihrem Gerät eingestellt ist (mg/dl oder mmol/l).
    • Luftfeuchtigkeit: Die Sensoren des Blutzuckermessgerätes sollten nicht feucht werden. Bewahren Sie das Gerät deshalb besser nicht im Bad auf.

Blutzuckerwerte

Blutzuckerwerte gibt man

  • in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder
  • in Millimol pro Liter (mmol/l) an.

In der nachfolgenden Tabelle sind einige typische Blutzuckerwerte für eine Messung aus dem Blutplasma (also nach einer Blutabnahme beim Arzt) aufgelistet. Mithilfe solcher Blutzucker-Normalwerte lässt sich eine Aussage darüber treffen, ob der Blutzuckerwert normal, also gesundheitlich unbedenklich ist, oder ob möglicherweise eine Erkrankung wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vorliegt. Bei gesunden Menschen liegen die Blutzuckerwerte normalerweise nüchtern unter 90 mg/dl im Vollblut beziehungsweise 100 mg/dl im Blutplasma. Nach dem Essen steigt der Blutzucker etwas an, sollte jedoch unter einem Wert von 140 mg/dl bleiben.

Tabelle: Blutzucker-Normalwerte und krankhafte Blutzuckerwerte

Diagnose Glukosewert im Blutplasma (nüchtern)
Normalwerte unter 100 mg/dl bzw.
unter 5,6 mmol/l
Blutzucker-Verwertungsstörung
(abnorme Nüchternglukose)
100 bis 125 mg/dl bzw.
5,6 bis 6,9 mmol/l
Diabetes mellitus über / gleich 126 mg/dl bzw.
über / gleich 7,0 mmol/l

Blutzuckerwerte: Umrechnungs-Tabelle mit Werten in mg/dl und mmol/l

Blutzuckerwerte lassen sich mithilfe dieser Tabelle ganz einfach von der Konzentrationsangabe mg/dl in mmol/l – oder umgekehrt – umrechnen:

Blutzuckerwerte: Tabelle zum "Umrechnen" (Hinweis: Werte sind gerundet)

Glukose in mg/dl Glukose in mmol/l
35 2
40 2,2
45 2,5
50 2,8
54 3
55 3,1
60 3,4
65 3,6
70 3,9
72 4
75 4,2
80 4,5
85 4,8
90 5
95 5,3
99 5,5
100 5,6
108 6
110 6,2
117 6,5
120 6,7
126 7
130 7,2
135 7,5
140 7,8
144 8
150 8,4
153 8,5
160 8,9
170 9,5
180 10
190 10,6
198 11
200 11,2
207 11,5
216 12
220 12,3
225 12,5
243 13
240 13,4
243 13,5
252 14
261 14,5
260 14,6
270 15
279 15,5
280 15,7
288 16
300 16,8
306 17
320 17,9
324 18
340 19
360 20
378 21
380 21,3
396 22
400 22,4
414 23
420 23,5
432 824
440 24,6
450 25
460 25,8
480 26,8
500 28
540 30
600 33,6
630 35
720 40
800 44,8
900 50
1.000 56