Das Bild zeigt eine Frau, die auf einer Waage steht.
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Gewichtsabnahme: Ursachen und was tun?

Eine Gewichtsabnahme kann viele verschiedene Ursachen haben. Viele Menschen, die sich mit ihrem aktuellen Körpergewicht nicht wohlfühlen, wollen bewusst Gewicht verlieren. Hinter einer ungewollten Gewichtsabnahme können dagegen Stress oder Krankheiten stecken.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Gewünschte Gewichtsabnahme: Was funktioniert

Eine schnelle Gewichtsabnahme ist häufig nicht gesund. Übereilte Crash-Diäten führen zwar dazu, dass man schnell einige Kilos verliert – dabei handelt es sich aber vorwiegend um Wasser und Muskelmasse. Eine dauerhafte Gewichtsabnahme ohne Muskelabbau und ohne Jo-Jo-Effekt ist nur mit einer langfristigen Ernährungsumstellung und regelmäßigem Sport möglich. Ob man dabei nun auf Süßigkeiten, Milchprodukte oder Alkohol verzichtet und ob man auf dem Crosstrainer trainiert oder Krafttraining betreibt, ist erstmal nebensächlich. Wichtig ist vor allem, dass man täglich mehr Kalorien verbraucht, als man aufnimmt.

Einige versuchen auch, durch die Einnahme von L-Thyroxin oder anderen Schilddrüsenmedikamenten besonders schnell abzunehmen. L-Thyroxin ist ein Hormonersatzpräparat, das eingesetzt wird, wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Diese "Ersatzhormone" führen dazu, dass der Grundumsatz steigt – das heißt man verbrennt in Ruhe mehr Kalorien als vorher.

Ursachen für eine ungewollte Gewichtsabnahme

Eine Gewichtsabnahme kann verschiedene Ursachen haben – meist ist sie harmlos und erklärt sich durch veränderte Ernährungs- oder Lebensgewohnheiten. Wer zum Beispiel weniger isst, sich mehr bewegt oder eine Diät macht, nimmt in der Regel ab.

Hinter einer Gewichtsabnahme können aber auch verschiedene Krankheiten sowie psychische Belastung stecken – hierzu zählen:

Manchmal kommt es auch zu Beginn einer Schwangerschaft zu einer vorübergehenden Gewichtsabnahme. Dies ist zwar eher ungewöhnlich, aber in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Die Ursachen können unter anderem Übelkeit und Erbrechen sein. Vier von fünf Schwangeren haben mit Schwangerschaftsübelkeit zu tun – vor allem morgens und vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen. Darüber hinaus nehmen einige Frauen eine Schwangerschaft als Anlass dafür, sich gesünder zu ernähren. Auch das kann der Grund für eine anfängliche Gewichtsabnahme in der Schwangerschaft sein.

Das gezielte extreme Hungern bei Essstörungen, vor allem bei der Magersucht (Anorexia nervosa) und teilweise auch bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa), führt zu einer mitunter lebensgefährlichen Gewichtsabnahme. Zusätzlich besteht die krankhafte Angst vor einer Gewichtszunahme. Magersucht tritt häufig bei Mädchen, etwas seltener auch bei Jungen auf. Oft beginnt die Essstörung in der Pubertät.

 

Eine Gewichtsabnahme kann auch die Folge von emotionalem Stress und psychischer Anspannung sein, etwa nach Trauerfällen, bei Liebeskummer oder in Prüfungssituationen. Hierbei handelt es sich zumeist nur um eine vorübergehende Gewichtsabnahme. Oftmals reguliert sich das Körpergewicht wieder von alleine, sobald sich die Belastungssituation auflöst. Auch bei anderen psychischen Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen, treten häufig Gewichtsveränderungen auf, weil die Betroffenen die "Lust am Essen" verloren haben oder sich gezielt schädigen wollen.

Tritt eine Gewichtsabnahme plötzlich, ohne erkennbaren Grund auf, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Das gilt insbesondere für eine starke und anhaltende Gewichtsabnahme.

Ärztliche Diagnose bei Gewichtsabnahme

Eine ungewollte rasche Gewichtsabnahme ohne erkennbaren Grund erfordert eine genaue Diagnose durch den Hausarzt. Der*Die Arzt*Ärztin erfragt im Anamnesegespräch unter anderem:

  • Wie viel Körpergewicht (gemessen in Kilogramm) haben Sie in welchem Zeitraum abgenommen?
  • Liegen neben der Gewichtsabnahme noch weitere Beschwerden vor (zum Beispiel AbgeschlagenheitDurchfallSchmerzen oder Erbrechen)?
  • Haben Sie Ihre Ernährung und oder Ihr Bewegungsverhalten verändert?
  • Bestehen Vorerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder eine Krebserkrankung?
  • Nehmen Sie bestimmte Medikamente ein?
  • Haben Sie in der letzten Zeit belastende familiäre oder berufliche Situationen erlebt?

Ihr aktuelles Körpergewicht wird mithilfe einer Waage festgestellt. Danach kann der Body Mass Index (BMI) errechnet werden. Dieser gibt einen Anhaltspunkt, ob Sie bereits untergewichtig sind. Um das Ausmaß und die Ursache der Gewichtsabnahme herauszufinden, folgt im Rahmen der Diagnose eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der auch Puls und Blutdruck gemessen werden. Gegebenenfalls kommen auch ein EKG oder eine Ultraschalluntersuchung in Betracht.

Eine Blutuntersuchung gibt weiteren Aufschluss über die mögliche Ursache der Gewichtsabnahme. Für die Diagnose sind unter anderem folgende Werte wichtig:

Auch eine Stuhlprobe kann bei Gewichtsabnahme zur Diagnose sinnvoll sein, beispielsweise zum Nachweis einer Wurminfektion. Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, Darmerkrankung oder Krebserkrankung als Ursache der Gewichtsabnahme, sind für eine sichere Diagnose weitere spezielle Untersuchungen nötig.

Was tun, wenn man plötzlich an Gewicht verliert?

Was bei einer Gewichtsabnahme zu tun ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Wenn Sie sich unbewusst oder stressbedingt falsch ernährt haben, also zum Beispiel über einen längeren Zeitraum weniger gegessen haben, als Ihr Körper benötigt, ist es wichtig, Ihre Ernährung sowie Ihr Essverhalten wieder zu normalisieren. Die behandelnden Fachleute sowie Therapeut*innen können Sie dabei unterstützen. Im Rahmen einer Ernährungsberatung können Sie zudem einen Ernährungsplan aufstellen, der Ihnen hilft, Ihr Körpergewicht wieder zu steigern und dauerhaft zu halten. Dies empfiehlt sich vor allem für Personen, die unter Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten leiden und dadurch Gewicht verloren haben.

Vor allem bei Essstörungen (wie Magersucht) und psychischen Erkrankungen, die eine Gewichtsabnahme verursachen, kann die Therapie auch eine psychotherapeutische und/oder psychiatrische Behandlung umfassen – dies ist insbesondere (überlebens)wichtig, wenn bereits starkes Untergewicht besteht.

Organische Erkrankungen medikamentös behandeln

Liegt der Gewichtsabnahme eine bestimmte organische Erkrankung zugrunde (zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus), besteht die Therapie meist aus bestimmten Medikamenten. Wurminfektionen als Ursache der Gewichtsabnahme werden ärztlich mit speziellen Wurmmitteln (Anthelminthika, zum Beispiel Niclosamid-Tabletten) behandelt.

Hängt die Gewichtsabnahme mit einer Magen-Darm-Infektion zusammen, ist während und unmittelbar nach der Infektion Schonkost empfehlenswert. Nach überstandener Erkrankung können Sie Ihren Speiseplan dann langsam wieder an Ihre normalen Essgewohnheiten anpassen, um das verlorene Gewicht gegebenenfalls auszugleichen.

Sollte eine Krebserkrankung den Gewichtsverlust verursacht haben, ist je nach Tumor und Stadium eine gezielte Therapie (zum Beispiel Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) erforderlich. Falls Sie einen Zusammenhang zwischen einer Gewichtsabnahme und bestimmten Medikamenten vermuten, sollten Sie Ihren Verdacht unbedingt mit Ihrer*m Ärztin*Arzt besprechen. Gegebenenfalls kann Ihnen ein anderes Präparat verordnet werden. Bitte setzen Sie auf keinen Fall Medikamenten ohne ärztliche Aufsicht ab!