Nabilon

Allgemeines

Nabilon dient der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Krebstherapie, wenn Zytostatika eingesetzt wurden. Übelkeit von Erbrechen sind mögliche Nebenwirkungen von Zytostatika. Nabilon darf nur eingesetzt werden, wenn andere entsprechende Behandlungen gegen Übelkeit nicht erfolgreich sind.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Übelkeit unterdrücken
  • Erbrechen verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Nabilon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Nabilon nicht verwendet werden?

Nabilon darf bei Patienten, die auf Inhaltsstoffe von Hanf überempfindlich reagieren (Cannabinoide, Haschisch, Marihuana), nicht eingesetzt werden.

Nabilon wird vor allem über die Leber und die Galle ausgeschieden. Daher wird eine Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen. Auch Patienten mit seelischen Erkrankungen sollten den Wirkstoff nicht anwenden. Zu solchen Erkrankungen zählen zum Beispiel Depressionen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Nabilon eingesetzt werden bei
  • Nierenfunktionsstörungen, weil solche nicht in klinischen Studien untersucht wurden
  • Patienten, die in ihrer Vorgeschichte einen Missbrauch oder Abhängigkeit von Suchtmitteln, Medikamenten oder Alkohol aufweisen
  • älteren Patienten oder solchen mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen, weil Nabilon den Herzschlag bei Patienten in Rückenlage oder im Stehen beschleunigt und haltungsbedingt den Blutdruck steigert.
Nabilon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierexperimente ergaben bei den üblichen Dosierungen keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkung für die Nachkommen.

Es gibt keine ausreichend kontrollierten Studien mit Schwangeren und es ist nicht bekannt, ob Nabilon in die Muttermilch übergeht. Der Wirkstoff sollte daher während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es der Arzt für zwingend notwendig hält.

Ist eine Anwendung während der Stillzeit erforderlich, sollte vor dem Behandlungsbeginn abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Eine Anwendung des Wirkstoffs bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen. Dazu gibt es keine klinischen Studien.

Welche Nebenwirkungen kann Nabilon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Nabilon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schläfrigkeit, Gangstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Beschwingtheit, Schlafstörungen, Verstimmung, Sehstörungen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Mundtrockenheit, Übelkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Koordinationsschwierigkeiten, Zittern, Verwirrung, Orientierungsstörung, Wahnvorstellungen, Psychosen, Depressionen, Angst, Persönlichkeitsstörung, Appetitverlust, Herzrasen, Bauchschmerzen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Nabilon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nabilon steigert in Verbindung mit den Psychopharmaka Diazepam und Secobarbital, sowie in Verbindung mit Alkohol oder dem Hustenmittel Codein die funktionshemmende Wirkung auf das Gehirn.

Auch wurden Wechselwirkungen mit folgenden Substanzen beobachtet: Aufputschmittel wie den Amphetaminen und Kokain, andere Alpha- Sympathomimetika, mit Atropin und Scopolamin, H1-Antihistaminika, manche Parkinson-Mitteln und Psychopharmaka wie Amitriptylin, Amoxapin, Desipramin, andere trizyklische Antidepressiva, Barbituraten, Benzodiazepinen, Lithium, opioide Schmerzmittel und ihre Gegenspieler Naltrexon, Buspiron, Disulfiram und Fluoxetin, aber auch Muskelrelaxanzien, manche Fiebermittel und dem Antiasthmatikum Theophyllin.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
  • Während der Behandlung darf kein Alkohol getrunken werden.
  • Das Medikament ist ein Betäubungsmittel, das vom Arzt nur auf einem speziellen Btm-Rezept verschrieben werden kann.
  • Unvorhersehbare seelische Nebenwirkungen von schwer abschätzbarer Dauer machen Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Nabilon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Nabilon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Nabilon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Nabilon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Nabilon gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Nabilon

Nabilon dient der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Krebstherapie, wenn Zytostatika eingesetzt wurden. Übelkeit von Erbrechen sind mögliche Nebenwirkungen von Zytostatika. Nabilon darf nur eingesetzt werden, wenn andere entsprechende Behandlungen gegen Übelkeit nicht erfolgreich sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nabilon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Nabilon

Nabilon gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen).

Es handelt sich um eine chemische Abwandlung eines Inhaltsstoffes von Hanf (Cannabis). Der genaue Wirkmechanismus dieses sogenannten synthetischen Cannabinoids ist noch unklar.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.