Knoblauch

Allgemeines

Knoblauch senkt den Blutfettspiegel und kann daher bei Fettstoffwechselstörungen zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels im Blut (Hypercholesterinämie) beitragen.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutfettwerte bei Fettstoffwechselstörungen senken
  • arteriellen Durchblutungsstörungen wie Arteriosklerose und Gefäßverschlüssen sowie Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen
  • Wachstum von Bakterien und Pilzen bei Atemwegsinfekten hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Knoblauch im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Knoblauch nicht verwendet werden?

Der Wirtkstoff darf bei Überempfindlichkeit gegen Knoblauch und bei Blutgerinnungsstörungen nicht angewendet werden. Da Knoblauch die Aneinanderlagerung der Blutplättchen behindert, kann es bei Blutgerinnungsstörungen zu einer vermehrten Blutungsneigung kommen. Aus diesem Grund sollte auch vor chirurgischen Eingriffen auf die Einnahme von Knoblauch verzichtet werden.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Aus der verbreiteten Anwendung von Knoblauch als Lebensmittel haben sich bisher keine Anhaltspunkte für Risiken in Schwangerschaft und Stillzeit ergeben. Dennoch wird wegen fehlender Untersuchungen die Anwendung von Knoblauch-Präparaten in diesem Zeitraum nicht empfohlen.

Es ist bekannt, dass die Inhaltsstoffe des Knoblauchs in die Muttermilch übergehen können. Weiterführende Untersuchungen, inwieweit der Stoffwechsel des Säuglings dadurch beeinflusst wird, liegen bisher jedoch nicht vor. Vorsichtshalber sollten Präparate mit Knoblauch während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für die Anwendung dieses Wirkstoffs bei Kindern unter zwölf Jahren liegen keine ausreichenden Studien vor. Deshalb wird die Anwendung von Knoblauch-Präparaten bei Kindern unter zwölf Jahren nicht empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Knoblauch haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Knoblauch. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkung:
Veränderungen des Geruchs von Haut und Atem

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, allergische Reaktionen der Haut wie Juckreiz, Brennen und Rötung

Besonderheiten:
Vor allem nach Einnahme hoher Dosen kann es zu einer leichten Blutdrucksenkung kommen.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Knoblauch?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkung blutdruckspiegelsenkender Wirkstoffe wie beispielsweise ACE-Hemmer oder Kalziumkanalblocker kann durch Knoblauch verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Knoblauch und gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) wie beispielsweise Warfarin oder Phenprocoumon kann die Blutungsneigung verstärkt werden.

Die Wirkung von Proteasehemmern wie beispielsweise Indinavir und Saquinavir zur AIDS-Behandlung kann durch Knoblauch vermindert werden. Diese wechselwirkung ist vor allem bei Präparaten zu beachten, die mehr Knoblauch-Wirkstoff enthalten als es 0,8 Gramm frischem Pflanzenmaterial entspricht.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor chirurgischen Eingriffen sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden, da es sonst zu einer vermehrten Blutungsneigung kommen kann.
  • Es kann zur Geruchsveränderung von Atem und Haut kommen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Knoblauch?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Knoblauch enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Dragees
Dragees
überzogene Tabletten

 

So wirkt Knoblauch

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Knoblauch. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe durchblutungsfördernde Mittel, zu welcher der Wirkstoff Knoblauch gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Knoblauch

Knoblauch senkt den Blutfettspiegel und kann daher bei Fettstoffwechselstörungen zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels im Blut (Hypercholesterinämie) beitragen.

Ist der Cholesterinspiegel im Blut auf Dauer krankhaft erhöht, kann es zu arteriellen Durchblutungsstörungen wie Arteriosklerose kommen. In der Folge können schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten. Der natürliche Wirkstoff vermindert Ablagerungen in den Gefäßen, die arterielle Durchblutungsstörungen verursachen, und beugt so Gefäßverschlüssen vor.

Knoblauch wirkt außerdem wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze und wird deshalb in der Naturheilkunde auch zur Behandlung von Atemwegsinfekten eingesetzt.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Knoblauch sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Knoblauch

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae). Hauptverantwortlich für die Heilwirkung des Knoblauchs sind schwefelhaltige Inhaltsstoffe. Besonders hervorzuheben ist das geruchlose Alliin, das durch das Enzym Allicinase in die wirksame Form Allicin umgewandelt wird. Weitere heilende Inhaltsstoffe des Knoblauchs sind S-methyl-L-cystein-Sulfoxid, gamma-L-Glutamylpeptide, S-Allylcystein, verschiedene Aminosäuren, Steroide und Adenosin.

Der positive Einfluss von Knoblauch auf die Blutfettwerte wird vor allem durch das enthaltene Allicin bewirkt. Allicin hemmt ein Enzym, das für den Aufbau von Fettstoffen benötigt wird. Durch die Hemmung können überhöhte Blutfettwerte gesenkt werden. Über mehrere Wochen bis Monate eingenommen bewirkt Knboblauch schließlich eine Normalisierung der Bluttfettwerte.

Knoblauch beeinflusst zusätzlich die Fließeigenschaften des Blutes günstig, indem es die Auflösung zusammengelagerter Blutplättchen fördert und die Blutgerinnung vermindert. Der Bildung von Blutgerinseln (Thromben) wird so entgegengewirkt.

In der Naturheilkunde wird Knoblauch auch eine blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Wirkung zugeschrieben. Für diese Wirkungen werden das Allicin und Ajoen verantwortlich gemacht. Diese Inhaltsstoffe bewirken durch veränderte Elektrolytverhältnisse an den Zellwänden eine Erschlaffung der Gefäßmuskulatur und somit eine Erweiterung der Blutgefäße.

Allicin wirkt zusätzlich wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze. Dieser Effekt wird vor allem zur Anregung des Magen-Darm-Trakts bei infektiösen Darmerkrankungen sowie bei Infektionen der Atemwege genutzt.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.