Eine lachende Frau hält ein Modell von einem Ohr in der Hand.
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Ohrenschmalz entfernen: Wie Sie Ihre Ohren richtig reinigen

Richtige Ohrenpflege ist nicht schwierig – und meist ist weniger davon nötig, als man denkt. Vor allem gilt: Finger weg vom Wattestäbchen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Ohren richtig reinigen

Die Pflege der Ohren sollte man nicht vernachlässigen. Jedoch ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass die Ohren uns einen großen Teil der Arbeit abnehmen: Unsere Gehörgänge sind in der Lage, sich selbst zu reinigen. Feine, winzige Härchen befördern Schmutz, Staub, Sekret und abgestorbene Hautschuppen aus dem Ohrinneren an die Oberfläche. Im Normalfall ist es also gar nicht nötig, dass Sie den Gehörgang reinigen. Es reicht völlig aus, wenn Sie die Pflege den Ohrmuscheln und der Region hinter den Ohren widmen.

Ohrenschmalz ist kein Schmutz!

Im Gegenteil: Die klebrige Substanz, die in den Drüsen des äußeren Gehörgangs produziert wird, ist sogar äußerst nützlich. Ohrenschmalz sorgt dafür, dass die Haut im äußeren Gehörgang geschmeidig bleibt und Krankheitserreger nicht so leicht eindringen können. Ob man viel oder wenig Ohrenschmalz bildet, hat nichts mit der Hygiene zu tun, sondern ist individuell verschieden.

So funktioniert die Ohrenpflege

  • Konzentrieren Sie sich bei der Pflege auf die Ohrmuscheln und entfernen Sie nur das, was aus dem Gehörgang an die Oberfläche transportiert wurde.
  • Gut geeignet zur Reinigung sind beispielsweise ein feuchter, lauwarmer Waschlappen oder ein feuchtes Wattepad.
  • Hinter den Ohren sollten Sie die Haut ebenfalls regelmäßig reinigen und anschließend gut abtrocknen.

Praktisch ist die Ohrenreinigung während des Duschens: Lassen Sie einfach etwas Wasser in die Ohren laufen und trocknen Sie die Ohrmuscheln danach sanft ab. Versuchen Sie, möglichst kein Duschgel oder Shampoo ins Ohr zu bekommen.

Reinigen Sie nur die Ohrmuscheln und den Bereich hinter den Ohren. An den äußeren Gehörgängen ist Schluss mit der Ohrenpflege! Diese erledigt der Körper von selbst.

Herkömmliche Wattestäbchen sind ungeeignet

Wattestäbchen sind zur Reinigung der Ohren nicht geeignet. Sie erreichen damit unter Umständen sogar das Gegenteil Ihres eigentlichen Vorhabens: Anstatt das Ohr von Schmalz zu befreien, drücken Sie einen Teil davon vielleicht sogar noch tiefer ins Ohrinnere. Dort kann das Ohrenschmalz hart werden und einen Pfropf bilden, den nur der HNO-Arzt entfernen sollte.

Doch es gibt noch mehr Gründe, warum Wattestäbchen keine gute Idee sind. Wenn Sie damit im Gehörgang herumstochern, können die harten Stäbchen zu kleinen Verletzungen führen. Die Folge können Entzündungen sein. Auch das Trommelfell kann dabei leicht verletzt werden.

Wer auf Wattestäbchen nicht verzichten möchte, für den gibt es eine Alternative zu den herkömmlichen Produkten: Greifen Sie auf spezielle Wattestäbchen für Babys zurück. Die Watte ist bei diesen Artikeln an einer Stelle verdickt. Somit wird verhindert, dass Sie damit zu tief in den Gehörgang eindringen.

Ohrenschmalzpfropf

Bei einigen Menschen produziert das Ohr zu viel Ohrenschmalz. Dann verhärtet es sich unter Umständen, quillt auf und bildet einen sogenannten Ohrenschmalzpfropf (auch Ceruminalpfropf oder Cerumen obturans genannt). Der Ohrenschmalzpfropf kann den äußeren Gehörgang ganz oder teilweise verstopfen und die Schallleitung unter Umständen erheblich beeinträchtigen – Betroffene hören dann plötzlich schlecht und haben ein unangenehmes oder dumpfes Gefühl im Ohr. Der Ohrenschmalzpfropf lässt sich durch eine Spülung mit körperwarmem Wasser beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt leicht aus dem Gehörgang entfernen. Die Beschwerden bessern sich danach in der Regel sofort. Bei manchen Menschen kann solch eine Spülung mitunter den Vagus-Nerv reizen und zu einem Husten- oder Brechreiz führen.

Was tun, wenn sich zu viel Ohrenschmalz bildet?

Normalerweise reinigt sich der Gehörgang von selbst. Es kann aber vorkommen, dass sich zu viel Ohrenschmalz bildet oder dass das Schmalz nicht mehr so leicht nach außen gelangt. In der Folge kann ein harter Schmalzpfropf im Inneren des Ohrs entstehen, der möglicherweise sogar das Hören beeinträchtigt.

Solche Pfropfen können und sollten Sie nicht selbst entfernen. Der richtige Ansprechpartner ist Ihr Ohrenarzt. Er kann den Pfropfen zum Beispiel absaugen, herausspülen oder aus dem Gehörgang ziehen. Wenn Sie zu Schmalzpfropfen in den Ohren neigen, empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung bei Ihrem HNO-Arzt!