Flurbiprofen

Allgemeines

Flurbiprofen wird zur Behandlung von Entzündungen des vorderen Augenabschnitts (zum Beispiel Bindehautentzündungen) nach Augenoperationen oder nach einer Lasertrabekuloplastik (spezielle Augenoperation zur Senkung des Augeninnendrucks bei der Augenkrankheit Grüner Star) eingesetzt. Nach Staroperationen kann der Wirkstoff außerdem zur Vorbeugung eines zystoiden Makulaödems (Wasseransammlung am Augenhintergrund) verabreicht werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Entzündungen des vorderen Augenabschnitts (zum Beispiel Bindehautentzündungen) nach Augenoperationen oder Lasertrabekuloplastik behandeln
  • Pupillenverengungen während Augenoperationen verhindern
  • Entzündungen der Rachenschleimhaut (Entzündungen des Mund- und Rachenraums) lindern
  • Wasseransammlungen am Augenhintergrund (zystoides Makulaödem) nach Staroperationen vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Flurbiprofen im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Flurbiprofen nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf allgemein nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Flurbiprofen, Acetylsalicylsäure oder andere nicht-steroidale Antirheumatika.

Die Einnahme ist verboten bei
  • bestehenden oder in der Vergangenheit aufgetretenen und wiederkehrenden Magengeschwüren oder -blutungen aufgrund eines Magensäureüberschusses und Darmgeschwüren
  • Magen-Darm-Blutungen oder -Durchbrüchen, schwerer Dickdarmentzündung, Blutungs- oder Blutbildungsstörungen in Vorgeschichte, die mit der Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika verbunden waren
  • gleichzeitiger Anwendung von anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (einschließlich Cyclooxygenase-Hemmstoffe)
  • schweren Herz-, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf Flurbiprofen eingenommen werden bei
  • erhöhter Blutungsneigung oder bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Wirkstoffen(Antikoagulanzien)
  • Patienten, die an Asthma oder einer Allergie leiden oder litten, weil durch den Wirkstoff bei Empfindlichen Asthma-Anfälle ausgelöst werden können
  • schweren Hauterkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes und Mischkollagenosen wegen des erhöhten Risikos für eine nicht-bakterielle Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis)
  • Bluthochdruck und/oder leichter bis mäßiger Herzmuskelschwäche in der Vorgeschichte, da es durch die Behandlung zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) kommen kann
  • Blutgerinnungsstörungen und Neigung zu Gefäßverstopfungen, da insbesondere hohe Dosen und Langzeitbehandlung mit Flurbiprofen möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden sind
Am Auge verbietet sich der Einsatz des Wirkstoffs bei akuten Entzündungen der Horn- und Bindehaut des Auges, verursacht durch Herpes simplex-Viren (dendritische Keratitis). Bei Patienten mit vorangegangener dendritischer Keratitis ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung notwendig.

Des Weiteren sollte auf das Tragen von Kontaktlinsen während der Behandlung verzichtet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung von Flurbiprofen kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen und wird bei Frauen, die versuchen schwanger zu werden, nicht empfohlen. Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder deren Unfruchtbarkeit untersucht wird, sollten kein Flurbiprofen einnehmen.

Da der Einfluss des Wirkstoffs Flurbiprofen während einer Schwangerschaft nicht ausreichend geklärt ist, sollte er in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es ein Arzt für unbedingt nötig hält.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf der Wirkstoff keinesfalls verabreicht werden. Aufgrund des Wirkungsmechanismus von Flurbiprofen könnte es zu einer Hemmung der Wehentätigkeit, vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus Botalli, verstärkter Blutungsneigung bei Mutter und Kind und verstärkter Bildung von Ödemen bei der Mutter kommen.

Flurbiprofen geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und könnte so mögliche Schädigungen beim Säugling hervorrufen. Nutzen (Behandlung der Mutter) und Risiken (Schädigung des Säuglings) müssen daher vor der Anwendung sorgfältig ärztlich abgeschätzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es gibt keine gesicherten Untersuchungen zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit für die Anwendung von Flurbiprofen bei Kindern. Bei Kindern unter zwölf Jahren sollte der Wirkstoff daher nicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Flurbiprofen haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Flurbiprofen. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Verlängerte Blutungszeit des Augengewebes bei Augenoperationen; Verschleierung von akuten Infektionen; Vermehrung des Augengewebes (Fibrose); Pupillenverengung (Miosis); Pupillenerweiterung (Mydriasis).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Vorübergehendes Augenbrennen; verzögerte Wundheilung.

Nebenwirkungen von Flurbiprofen in Tablettenform:
Häufige Nebenwirkungen:<7b>
Veränderung der Geschmacksempfindung; Wärmegefühl oder Brennen im Mund; kribbelndes Gefühl im Mund; Bauchschmerzen; Übelkeit und Erbrechen; Durchfall (Diarrhoe); Reizungen der Mundschleimhaut; Lähmungen (Parästhesien); Kopfschmerzen; Müdigkeit; Schwindel; Sehstörungen; Hörstörungen; Mundtrockenheit; Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme); Verstopfung; Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautrötung; Juckreiz (Pruritus); Hautausschläge (Urtikaria oder Purpura); Ohrgeräusche (Tinnitus).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hautreaktionen wie Exantheme; Sodbrennen; Blähungen (Flatulenz).

Seltene Nebenwirkungen:
Schlafstörungen; allergische Reaktionen wie Fieber; Asthma; Bronchospasmus oder Dyspnoe; Magengeschwüre; Darmgeschwüre; Magen-Darm-Blutungen; Magenschleimhautentzündungen (Stomatitis); Depressionen; Nierenfunktionsstörungen (interstitielle Nephritis; nephritisches Syndrom; Nierenversagen); Eisenmangel; Verlängerung der Blutungszeit.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Anaphylaktischer Schock; Störungen der Leberfunktion (Hepatitis; cholestatischer Ikterus); schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder Lyell Syndrom; Blutbildungsstörungen wie Thrombozytopenie; Agranulozytose; Blutarmut (aplastische Anämie und hämolytische Anämie).

Besonderheiten:
Bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff können Hautausschläge, krampfartige Verengungen der Bronchien und Blutdruckabfall bis zum Schock auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Flurbiprofen?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei zeitgleicher Anwendung von Flurbiprofen und eingenommenen Antikoagulanzien (Hemmstoffe der Blutgerinnung) besteht eine erhöhte Blutungsgefahr am Auge.

Des Weiteren ist eine Kreuzüberempfindlichkeit mit Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika möglich. Reagieren Patienten empfindlich auf diese Wirkstoffe, sollten sie während der Therapie mit Flurbiprofen ärztlich überwacht werden.

In Kombination mit Acetylcholinchlorid oder Carbachol kann die Wirkung dieser Wirkstoffe (ganz) herabgesetzt sein.

Bei der Gabe von Flurbiprofen in Tablettenform bestehen zusätzliche Wechselwirkungen:

Die gleichzeitige Einnahme von Flurbiprofen und Digoxin, Lithium, Methotrexat oder Phenytoin erhöht die Konzentration dieser Wirkstoffe im Blut. Die Wirkungen dieser Wirkstoffe werden verstärkt und es kann zu Vergiftungen kommen.

Die gleichzeitige Verabreichung von kaliumsparenden Entwässerungsmitteln (Diuretika) erhöht die Gefahr einer zu hohen Kaliumkonzentration (Hyperkaliämie) im Blut.

Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertonika) und Entwässerungsmittel (Diuretika) werden in ihrer Wirkung durch Flurbiprofen abgeschwächt.

Probenecid und Sulfinpyrazon verringern die Flurbiprofen-Ausscheidung und vermindern damit die Harnsäureausscheidung.

Durch die gleichzeitige Einnahme von anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika oder von Glukokortikoiden erhöht sich die Gefahr von Nebenwirkungen, insbesondere das Risiko von Magen-Darm-Blutungen und -Geschwüren ist erhöht.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Flurbiprofen und Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien) besteht eine erhöhte Blutungsgefahr. Es wird daher vorsichtshalber eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Gerinnungsstatus empfohlen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Sollten sich während der Anwendung des Medikaments Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, hat der Patient unverzüglich den Arzt aufzusuchen.
  • Während dem Einsatz des Medikaments am Auge sollte auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichtet werden.
  • Bei Behandlung des Auges mit dem Medikament ist eine vorübergehende Verschlechterung des Sehvermögens möglich. Dies kann die Verkehrstüchtigkeit, die Fähigkeit zur Maschinenführung und die Arbeitssicherheit beeinträchtigen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Flurbiprofen?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Flurbiprofen enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Flurbiprofen

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Flurbiprofen. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Flurbiprofen gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Flurbiprofen

Flurbiprofen wird zur Behandlung von Entzündungen des vorderen Augenabschnitts (zum Beispiel Bindehautentzündungen) nach Augenoperationen oder nach einer Lasertrabekuloplastik (spezielle Augenoperation zur Senkung des Augeninnendrucks bei der Augenkrankheit Grüner Star) eingesetzt. Nach Staroperationen kann der Wirkstoff außerdem zur Vorbeugung eines zystoiden Makulaödems (Wasseransammlung am Augenhintergrund) verabreicht werden.

Des Weiteren können Pupillenverengungen (Miosis) während einer Augenoperation durch den Wirkstoff vermieden werden. Hier wird Flurbiprofen in Form von Augentropfen zwei Stunden vor der Operation ins Auge geträufelt.

In Form von Lutschtabletten kann Flurbiprofen zudem zur kurzzeitigen Behandlung der Beschwerden bei schmerzhaften Entzündungen der Rachenschleimhaut (Entzündungen des Mund- und Rachenraums) gegeben werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Flurbiprofen sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Flurbiprofen

Der Wirkstoff Flurbiprofen gehört zur Wirkstoffgruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAR) und hat ausgeprägte schmerzlindernde, abschwellende und entzündungshemmende Eigenschaften.

Diese Wirkungen beruhen darauf, dass Flurbiprofen bestimmte Enzyme, die so genannten Cyclooxygenasen, hemmt. Diese Enzyme sind für den Aufbau der Prostaglandine notwendig. Prostaglandine sind körpereigene Botenstoffe, die an der Entstehung von Entzündungen und Schmerzen wesentlich beteiligt sind. Bei der Schmerzentstehung werden diese Botenstoffe freigesetzt, die die Nervenenden reizen und Schmerzsignale an das Gehirn senden. Im Gehirn erfolgt die Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung.

Flurbiprofen hemmt die Produktion von Prostaglandinen und lindert so die Schmerz- und Entzündungsreaktionen.

Über die Beeinflussung des Temperaturregelzentrums im Gehirn hat der Wirkstoff außerdem eine fiebersenkende Wirkung.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.