Das Bild zeigt eine schmerzende Hand auf einer Computermaus.
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Schmerzen in der Hand

Wenn beim Greifen, Schreiben oder bei Druck ständig die Hände schmerzen, geht wohl jeder zum Arzt. Doch die Diagnose ist nicht immer ganz einfach – schließlich sind die Ursachen für Schmerzen in der Hand äußerst vielfältig. Oft steckt eine Überlastung oder eine Verletzung dahinter, aber auch Erkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom, ein Ganglion oder Rheuma können der Grund für die Schmerzen sein.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Definition

Was gegen die Schmerzen in der Hand hilft, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Akute Handschmerzen zum Beispiel, die nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung auftreten können (etwa nach einem intensiven Tennismatch oder durch ermäßige Benutzung des Handys), verschwinden oft von ganz alleine. Hierbei ist es ratsam, die betroffene Hand zu schonen – etwa mithilfe einer Bandage.

Wenn durch die hohen Belastungen auch die Sehnenscheiden entzündet sind, können zusätzlich sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure die Schmerzen in der Hand lindern.

Wenn aber beispielweise ein Karpaltunnelsyndrom für die Schmerzen in der Hand verantwortlich ist (hierbei treten die Beschwerden häufig nachts oder direkt nach dem Aufstehen auf, vor allem an der Handinnenfläche, dem Daumen, dem Zeige- oder dem Mittelfinger), helfen diese Medikamente nur selten. In schweren Fällen lassen sich die Schmerzen dann nur mithilfe einer Operation lindern.

Wie ist die Hand aufgebaut?

Die Hand stellt ein hoch entwickeltes und komplexes Greiforgan dar, ohne dass die meisten Entwicklungen der Menschheit nicht möglich gewesen wären. Grundsätzlich besteht die Hand aus

  • Handwurzelknochen,
  • Mittelhand und
  • Fingern (Daumen und vier Langfinger).

Daraus resultieren insgesamt 27 Knochen, 36 Gelenke und 39 Muskeln, die im Zusammenspiel sowohl fein- als auch grobmotorische Bewegungen zulassen. An der Hand befinden sich außerdem Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße.

Da die Hände im Alltag meistens stark beansprucht werden, gehören falsche oder zu große Belastungen zu den Hauptursachen für Handschmerzen. Dieses Problem kennen zum Beispiel viele, die regelmäßig viele Stunden vor dem Computer verbringen: Dann kann ein sogenannter Mausarm entstehen, fachsprachlich RSI-Syndrom. Hierbei ist es ratsam, den Arbeitsplatz mithilfe spezieller Tastaturen oder Auflagen für die Handballen ergonomisch zu gestalten – ansonsten werden die Schmerzen in der Hand immer wiederkommen.

Aber auch Erkrankungen oder Verletzungen können Handschmerzen verursachen, zum Beispiel:

Dabei können die Schmerzen in der Hand nur auf die Hand beschränkt sein, aber auch ausstrahlen – mitunter wirken sich Handschmerzen sogar bis in die Schulter aus.

Um festzustellen, woher die Schmerzen kommen, wird der Arzt verschiedene Bewegungstests durchführen. Je nach vermuteter Ursache ordnet der Arzt weitere Untersuchungsverfahren an, zum Beispiel Röntgen-, Kernspin- oder neurologische Untersuchungen. Manchmal ist es auch notwendig, ein Gelenk zu punktieren oder von innen zu betrachten (sog. Gelenkspiegelung oder Arthroskopie).

Ob und gegebenenfalls wie die Handschmerzen behandelt werden müssen, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Oft reicht es aus, die Hand zu schonen oder mit Cremes oder Salben zu behandeln. Auch Krankengymnastik oder Kälte- beziehungsweise Wärmetherapie können bei Schmerzen in der Hand helfen. Manchmal verschreibt der Arzt Schmerzmittel. Bei manchen Ursachen beseitigt eine Operation die Handschmerzen, zum Beispiel bei Engpass-Syndromen oder Gelenkschäden.

Ursachen

Für Schmerzen in der Hand gibt es zahlreiche Ursachen:

  • Knochen- und Gelenkschäden
  • Muskelprobleme
  • Nervenreizungen und -schädigungen
  • Durchblutungsschäden

Oft sind hängen diese Ursachen mit einer Überlastung der Hände zusammen: Die meisten Menschen beanspruchen ihre Hände sowohl im Alltag, als auch in vielen Berufen sowie beim Sport sehr stark. Gerade beim Tragen und Heben, beim Schreiben an der Tastatur oder beim Tennisspielen besteht die Gefahr von falscher oder zu großer Belastung.

Aber auch wenn die Hand längere Zeit ruhiggestellt war (z.B. im Gips nach einem Knochenbruch) kann es zu Handschmerzen kommen.

Handschmerzen können ihren Ursprung auch im Arm oder in der Schulter haben und in die Hand ausstrahlen.

Folgende Verletzungen und Störungen gelten bei Schmerzen in der Hand als Ursachen:

Diagnose

Bei Schmerzen in der Hand ist eine genaue Diagnose durch einen Arzt ratsam – und besonders wichtig, wenn die Beschwerden länger anhalten oder plötzlich und sehr stark auftreten.

Schwer verletzte Hände sowie entzündlich geschwollene und überwärmte Hand- oder Fingergelenke sollten ebenfalls ärztlich untersucht und behandelt werden. Leichte Schmerzen in der Hand verschwinden oft nach kurzer Zeit von ganz alleine, zum Beispiel wenn die Hand einen Tag lang ungewohnter Belastung ausgesetzt war (z.B. durch intensives Schreiben oder Tippen am PC).

Um bei Schmerzen in der Hand die richtige Diagnose zu stellen, klärt der Arzt zunächst ein paar Fragen zu den genauen Beschwerden sowie zu möglichen zusätzlichen Problemen und Vorerkrankungen (z.B. Arthrose) ab.

Wichtige Fragen sind beispielsweise:

  • Wo sitzt der Schmerz?
  • Seit wann haben Sie die Handschmerzen?
  • Haben Sie die Hand stark belastet?
  • Nutzen Sie beruflich oder privat viel die Tastatur?
  • Haben Sie sich an der Hand verletzt oder hatten Sie einen Unfall?

Es folgt eine gründliche Untersuchung des Arms und der betroffenen Hand, wozu auch verschiedene Bewegungstests gehören. Der Arzt prüft, ob eine Gelenkschwellung und ein Gelenkerguss (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk) an Hand- und Fingergelenken vorhanden sind. Er kann außerdem feststellen, ob die Bewegung der Hand eingeschränkt ist und ob Muskeln verkürzt sind.

Je nach vermuteter Ursache der Handschmerzen sind weitere Untersuchungen notwendig. Dies können unter anderem sein:

Was hilft?

Bei Schmerzen in der Hand richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Akute Handschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Unter Umständen sind Salbenverbände oder eine Gipsschiene notwendig, um die Hand ruhig zu stellen.

Um die Beschwerden zu lindern, lassen sich Handschmerzen mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac) behandeln, die vorwiegend als Tabletten, Salben oder Pflaster erhältlich sind. Bei Handgelenk-Beschwerden ist es möglich, das Gelenk mit Kortisonpräparaten oder örtlichen Betäubungsmitteln (wie Bupivacain) zu spülen oder die Wirkstoffe in das Gelenk zu spritzen.

Bei einigen Ursachen von Schmerzen in der Hand besteht die Therapie aus einer Operation. Knochenbrüche (wie Fingerbruch, Mittelhandbruch) können abhängig vom Bruch konservativ (also ohne Operation, z.B. mit einem Gips) oder operativ behandelt werden. Bei Engpass-Syndromen wie dem Karpaltunnelsyndrom müssen die gedrückten Nerven, Muskeln und Blutgefäße gegebenenfalls operativ entlastet werden. Gelenkschäden lassen sich heutzutage oftmals im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) operieren.

Unterstützend sind bei Schmerzen in der Hand weitere Therapie-Maßnahmen sinnvoll, beispielsweise:

Ob bei Schmerzen in der Hand vorübergehende Schonung oder Bewegung, oder ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Holen Sie sich Rat bei Ihrem Arzt – er wird mit Ihnen gemeinsam herausfinden, welche Therapie für Sie am ehesten geeignet ist.