Eine Frau sitzt auf dem Sofa und hält sich mit einer Hand die Leiste.
© iStock

Schwellung in der Leiste

Eine Schwellung in der Leiste kann plötzlich oder schleichend auftreten, schmerzhaft oder schmerzlos sein – und es können ganz unterschiedliche Gründe dahinterstecken. Häufigste Ursache für eine Schwellung in der Leiste ist der Leistenbruch.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Schwellung in der Leiste: Überblick

Die Leistenregion stellt den Übergang zwischen Bauch und Oberschenkel dar (Inguinalregion). Sie wird von Knochen – nämlich den beiden Darmbeinkämmen und dem oberen Rand des Beckens – sowie zur Mitte hin von geraden Bauchmuskeln und der Schamgegend begrenzt.

Im Leistenkanal verlaufen unter anderem

  • Muskeln,
  • Nerven,
  • Blutgefäße,
  • Lymphgefäße,
  • Lymphknoten und
  • beim Mann der Samenstrang.

Eine Verletzung, Entzündung oder Reizung in diesem Bereich geht häufig mit einer Schwellung in der Leiste einher.

Eine Schwellung in der Leiste kann auf einen Leistenbruch hinweisen. Dieser kann unter Umständen ernste Komplikationen hervorrufen. Suchen Sie daher bei einer Leistenschwellung möglichst schnell Ihren Arzt auf. Er kann die genauen Ursachen feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten!

Schwellung in der Leiste: Ursachen

Eine Schwellung in der Leiste kann verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig entsteht sie durch einen Leistenbruch. Dabei rutscht Gewebe aus dem Bauchraum, zum Beispiel ein Teil des Darms, durch eine Bruchstelle in den Leistenkanal. Männer sind besonders häufig von einem Leistenbruch betroffen.

Neben dem Leistenbruch kann in seltenen Fällen auch ein sogenannter Schenkelbruch (Femoralhernie) hinter einer Schwellung in der Leiste stecken. Dabei befindet sich die Bruchstelle nicht wie beim Leistenbruch in der Leiste, sondern unterhalb davon, zwischen Leistenband und Becken.

Oft entsteht eine Leistenschwellung aber auch, wenn die Lymphknoten vergrößert sind. Wenn die Leisten-Lymphknoten aufgrund einer Infektion anschwellen, kann dies sehr schmerzhaft sein, wie zum Beispiel beim pfeifferschem Drüsenfieber. Vergrößerte Lymphknoten kommen auch im Rahmen von Lymphdrüsen- und Krebserkrankungen (z.B. Lymphomen, Leukämien) oder bei Metastasen (Tochtergeschwulsten) vor. In diesen Fällen sind sie meist schmerzlos vergrößert, hart und auf dem Untergrund nicht verschieblich.

Eine Schwellung in der Leiste kann sich auch durch gutartige Tumoren wie etwa ein Lipom ("Fettgeschwulst") bilden.

Weitere mögliche Ursachen sind:

Darüber hinaus kann die Leiste auch nach einer Bauchoperation vorübergehend geschwollen sein.

Schwellung in der Leiste: Diagnose

Bei einer Schwellung in der Leiste sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig steckt ein Leistenbruch dahinter, der unter Umständen eine rasche Therapie erforderlich macht. Die rechtzeitige Diagnose ermöglicht dem Arzt, die genaue Ursache für die Schwellung herauszufinden und sie entsprechend zu behandeln.

Der Arzt wird im Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) einiges wissen wollen, beispielsweise:

  • Wann haben Sie die Schwellung in der Leiste bemerkt?
  • Ist die Schwellung in der Leiste größer geworden oder hat sie die Form verändert?
  • Schmerzt die Schwellung in der Leiste oder ist sie schmerzlos?
  • Haben Sie zusätzliche Symptome, z.B. Fieber oder Nachtschweiß?

Bei der körperlichen Untersuchung betrachtet der Arzt die Schwellung in der Leiste genau und tastet sie ab. Möglicherweise fordert er Sie auf, zu husten und zu pressen, um zu schauen, ob die Schwellung dadurch größer wird – was zum Beispiel bei einem Leistenbruch der Fall ist. Außerdem prüft er, ob sich die Schwellung in den Bauchraum zurückdrängen lässt. Dies sollten Sie aber keinesfalls selbst versuchen, da dabei Gewebe eingeklemmt werden kann.

Darüber hinaus können dem Arzt bildgebende Verfahren helfen, um die Diagnose zu sichern, meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Je nach vermuteter Ursache schließen sich gegebenenfalls weitere Untersuchungen an. Bei einem vergrößerten Lymphknoten können zum Beispiel Blutuntersuchung oder (in seltenen Fällen) Gewebeproben erforderlich sein.

Schwellung in der Leiste: Therapie

Welche Therapie bei einer Schwellung in der Leiste infrage kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache. Einige Beispiele:

  • Ein Leistenbruch macht in der Regel eine Operation erforderlich, weil sonst die Gefahr besteht, dass Darmgewebe in der Bruchlücke einklemmt. Das ist eine ernste und sehr schmerzhafte Komplikation, weil das Gewebe abstirbt und sich in Folge eine gefährliche Bauchfellentzündung entwickelt. Bruchbänder – spezielle Korsagen, die den Bruch zurückdrängen und die Bauchdecke stabilisieren sollen – sind nur sinnvoll, wenn eine Operation nicht möglich ist. Sie sollten niemals ohne Absprache mit einem Arzt zur Selbstbehandlung getragen werden.
  • Sind vergrößerte Lymphknoten für die Leistenschwellung verantwortlich, hängt die Therapie ebenfalls von der Ursache ab. Entzündlich geschwollene Lymphknoten heilen oft von alleine aus, manchmal sind zum Beispiel Antibiotika bei bakteriell bedingten Entzündungen hilfreich. Kleinere Knötchen wie Lipome brauchen nicht entfernt zu werden. Wenn sie aber stören, kann ein Chirurg sie in örtlicher Betäubung herausoperieren.
  • Sind bösartige Tumoren (wie Lymphome, Leukämien) die Ursache, müssen diese entsprechend behandelt werden, zum Beispiel durch eine Operation, eine Chemo- oder eine Strahlentherapie.