Ein Therapeut behandelt das Knie eines Patienten mit Ultraschalltherapie.
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Ultraschalltherapie

Eine Ultraschalltherapie ist ein alternatives Therapieverfahren, das schmerzhafte Beschwerden des Bewegungsapparats wie Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankungen lindern kann. Beim Ultraschall handelt es sich um sehr schnell aufeinanderfolgende (hochfrequente) Schallwellen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.

Allgemeines

Ultraschall wird in der Medizin meistens als bildgebendes Verfahren genutzt, um Erkrankungen oder Veränderungen an Organen und anderen Weichteilen – und seltener auch an Gelenken – festzustellen. Während der Schwangerschaft hilft die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dabei, die Entwicklung des Ungeborenen zu verfolgen. Sie ist damit fester Bestandteil der Schwangerenvorsorge. Bei der Ultraschalltherapie hingegen nutzt der Arzt die Schallwellen hauptsächlich, um entzündliche Erkrankungen und schmerzhafte Veränderungen an Muskeln, Sehnen, Nerven und Gelenken zu lindern sowie hartnäckige Muskelverspannungen aufzulockern.

Ultraschallwellen sind sehr schnell aufeinanderfolgende Längswellen (Longitudinalwellen), die sich immer nur in eine Richtung ausbreiten. Sie können nicht über die Luft, sondern nur über direkten Hautkontakt in die zu behandelnden Körperzonen weitergeleitet werden. Hierzu benutzt der Arzt einen sogenannten Schallkopf. Der Schallkopf ist per Kabel mit dem Ultraschallgerät verbunden. Er ist der Teil des Gerätes, der die Ultraschallwellen aussendet. Für die Schallwellenübertragung ist zudem ein flüssiges Medium notwendig, zum Beispiel ein spezielles Gel. Dieses trägt der Arzt vor der Ultraschalltherapie auf die jeweilige Körperpartie des Patienten auf. Anschließend führt er den Schallkopf des Ultraschallgeräts vorsichtig über die jeweilige Körperstelle und leitet so die Schallwellen direkt über die Haut in den Körper.

Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften durchdringen Ultraschallwellen Haut, Unterhautbindegewebe, Fettschichten und Muskulatur, ohne viel Energie zu verlieren. Knochen reflektieren die Schallwellen stärker, an Knochengrenzen entsteht dabei Wärme, die man zur therapeutischen Zwecken nutzt. Somit ist die Ultraschalltherapie letztendlich eine Wärmetherapie (Thermotherapie).

Durchführung

Für die Ultraschalltherapie benötigt der Therapeut ein Ultraschallgerät mit einem Schallkopf. Der Schallkopf sendet die Schallwellen aus und dient daher als Überträger. Er ist über ein Kabel mit dem Ultraschallgerät verbunden. Ultraschallwellen können nicht durch die Luft, sondern nur über direkten Hautkontakt übertragen werden. Flüssigkeiten, beispielsweise Wasser, leiten die Schallwellen besonders gut. Bei der Ultraschalltherapie setzt der Arzt deshalb unterstützend auch spezielle Gleitgele oder Öle als Übertragungsmedium ein.

Während der Ultraschalltherapie sitzt oder liegt der Patient auf der Behandlungsliege. Die zu behandelnde Körperstelle muss für die Behandlung unbekleidet sein. Der Arzt benetzt die entsprechende Körperpartie mit dem Gleitgel und setzt dann vorsichtig den Schallkopf auf. Anschließend bewegt er den Schallkopf langsam über die Haut, um die Schallwellen gleichmäßig zu verteilen. Die Ultraschalltherapie ist für den Patienten in der Regel schmerzlos. In manchen Fällen ist ein leichtes Wärmegefühl spürbar.

Die Dauer der Ultraschalltherapie beträgt meist 5 bis 15 Minuten und richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden. Der Betroffene erhält dabei bis zu zehn Sitzungen in Folge.

Die Ultraschalltherapie im Wasserbad ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Da vor allem Gewebe mit hohem Wassergehalt und auch Knochen die Schwingungen gut aufnehmen, können die Schallwellen an diesen Stellen schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Die Kombination aus warmem Wasser und Ultraschallwellen eignet sich auch zur Behandlung von hartnäckigen und schmerzhaften Muskelverspannungen.

Anwendungsgebiete

Aufgrund der wärmenden, schmerzlindernden und durchblutungsfördernden Wirkung lässt sich die Ultraschalltherapie vielfältig einsetzen. Häufige Anwendungsgebiete sind:

Die Ultraschalltherapie führt dazu, dass die Temperatur im Gewebe ansteigt. Dadurch verbessern sich die örtliche Durchblutung und der Stoffwechsel (sog. Trophikverbesserung). Außerdem wird die Gewebespannung (Tonus) herabgesetzt. Diese Effekte sollen dazu führen, dass sich verspannte Muskeln lockern und Schmerzen abnehmen. Daher wenden Therapeuten Ultraschall häufig bei chronischen Krankheiten an, insbesondere bei schmerzhaften und fortschreitenden Wirbelsäulenerkrankungen. Bei akuten Entzündungen oder Infektionen darf die Ultraschalltherapie nicht angewendet werden.

Neben therapeutischen Zwecken setzen Ärzte Ultraschall auch als bildgebenedes Verfahren zur Diagnose von organischen Krankheiten ein, zum Beispiel der Nieren oder der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Dabei macht sich die Medizintechnik die Eigenschaften der Ultraschallwellen zunutze: Über den Schallkopf sendet das Ultraschallgerät die Schallwellen in den Körper. Das Gewebe des Körpers reflektiert die Schallwellen unterschiedlich stark – weiches Gewebe nimmt mehr Schallwellen auf, während hartes Gewebe die Schallwellen größtenteils reflektiert. Der Schallkopf nimmt die Schallwellen auf, die der Körper zurücksendet. Im Ultraschallgerät selbst werden die Ultraschallwellen dann ausgewertet und als Ultraschallbild auf einem Monitor angezeigt. In der Schwangerenvorsorge spielt die Ultraschalluntersuchung eine zentrale Rolle: Mithilfe des Ultraschallbildes kann der Arzt die Entwicklung des Ungeboren während der Schwangerschaft überwachen.

Wirksamkeit

Die Ultraschalltherapie beziehungsweise die hochfrequenten Ultraschallwellen erzielen unterschiedliche Wirkungen im Körpergewebe:

  • durchblutungsfördernd
  • schmerzstillend
  • wärmend
  • Erhöhung der Stoffwechselaktivität im behandelten Gewebe
  • Entspannung verhärteter Muskulatur
  • Lösen von verklebtem Bindegewebe
  • verbesserte Regeneration von Gewebe

Die Ultraschalltherapie ist normalerweise schmerzfrei für den Patienten. Jedoch kann es während der Therapie durch die energiereichen Schallwellen in seltenen Fällen zu einer Überdosierung und somit zu einer Überhitzung des Gewebes kommen. Dies äußert sich durch einen stechenden oder brennenden Schmerz an der behandelten Stelle sowie durch kleine Blutungen im Gewebe.