Jemand hält ein Teströhrchen mit roter Flüssigkeit und der Aufschrift Hepatitis Virus Test in dern Hand..
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Hepatitis (Leberentzündung)

Hepatitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die akut oder chronisch verlaufen kann. Meist ist sie die Folge einer Virusinfektion.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Hepatitis (Leberentzündung)

Von einer Hepatitis spricht man, wenn die Leber entzündet ist. Eine Hepatitis kann die Leberzellen schädigen und damit die Funktion der Leber beeinträchtigen. Der Begriff Hepatitis leitet sich aus dem Griechischen ab: hépar beziehungsweise hépatos bedeutet Leber, die Endung -itis steht für Entzündung.

Weltweit sind rund 325 Millionen Menschen von einer chronischen Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion betroffen. Pro Jahr sterben circa 1,3 Millionen Menschen an den Folgen einer Hepatitis.

Auch in Deutschland erkranken jedes Jahr viele Menschen an Hepatitis. In den Jahren 2017 und 2018 sahen die Fallzahlen der verschiedenen Virushepatitis-Formen wie folgt aus:

Virushepatitis Fallzahlen 2018 Fallzahlen 2017
Hepatitis A 1.043 1.234
Hepatitis B 4.507 3.556
Hepatitis C 5.891 4.892
Hepatitis D 59 39
Hepatitis E 3.396 2.951

Wahrscheinlich liegt die Dunkelziffer jedoch deutlich höher, da bei einer Virushepatitis oft keine Beschwerden auftreten.

Hepatitis (Leberentzündung): Ursachen

Eine Hepatitis (Leberentzündung) kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Infektionen mit Viren. Bei den virusbedingten Leberentzündungen unterscheidet man

  • die Virushepatitis, also Leberentzündungen, bei denen die Leberzellen direkt von Hepatitis-Viren infiziert werden, und
  • die Virusbegleithepatitis, also Leberentzündungen, die im Rahmen einer anderen Viruserkrankung (z. B. Herpes, pfeiffersches Drüsenfieber, Zytomegalie) auftreten.

Weitere mögliche Hepatitis-Ursachen außer einer Infektion mit Viren sind:

Virushepatitis

Mediziner unterscheiden fünf Formen der Virushepatitis:

Virusbegleithepatitis

Auslöser einer begleitenden Hepatitis können zum Beispiel folgende Viren sein:

Hepatitis (Leberentzündung): Symptome

Je nachdem, um welche Form von Hepatitis (Leberentzündung) es sich handelt, können verschiedene Symptome auftreten. Anfangs zeigen sich jedoch bei allen Hepatitis-Formen in der Regel eher allgemeine Symptome wie:

Im Anschluss daran kann sich die Leberentzündung je nach Form durch charakteristischere Symptome bemerkbar machen, wie beispielsweise:

  • eine Dunkelfärbung des Urins,
  • eine Hellfärbung des Stuhls oder
  • eine Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (sog. Ikterus).

Nur selten tritt in der akuten Phase einer Hepatitis auch ein starker Juckreiz auf. Abhängig davon, welche Hepatitis-Form vorliegt, verläuft die Erkrankung relativ häufig auch ohne jegliche Symptome.

Hepatitis (Leberentzündung): Diagnose

Besteht ein Verdacht auf Hepatitis (Leberentzündung), lässt sich das durch entsprechende Laborwerte rasch bestätigen. In der Regel nimmt der Arzt dazu eine Blutprobe und ordnet eine Blutuntersuchung an. Lassen sich im Blut spezifische Antikörper gegen das jeweilige Hepatitis-Virus nachweisen, gilt die Diagnose Leberentzündung als gesichert. Bei einer chronischen Hepatitis können weitere Untersuchungen notwendig werden, wie zum Beispiel eine Gewebeprobe der Leber (Leberbiopsie).

Eine Virushepatitis ist meldepflichtig

Laut Infektionsschutzgesetz ist jede Virushepatitis vom Typ A, B, C, D oder E eine meldepflichtige Erkrankung. Besteht der Verdacht, dass beim Betroffenen eine Virushepatitis vorliegt oder weisen Tests diese nach, muss der behandelnde Arzt die Erkrankung melden und den Namen des Betroffenen angeben. Dies gilt auch im Todesfall. Die Meldepflicht besteht ebenfalls, wenn nachweislich eine Hepatitis A, Hepatitis B oder Hepatitis C vorliegt, aber keine Krankheitszeichen auftreten.

Hepatitis (Leberentzündung): Behandlung

Bei einer Hepatitis unterscheidet sich die Behandlung abhängig davon, welche Form der Leberentzündung vorliegt.

Hepatitis A, Hepatitis E

Gegen Hepatitis A und Hepatitis E gibt es derzeit keine wirksamen Medikamente, sodass man es dem Immunsystem überlassen muss, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. In der Regel heilen Hepatitis A und E von allein aus.

Die Therapie konzentriert sich daher vor allem auf die Behandlung der Symptome (z. B. Erbrechen oder grippeartige Beschwerden).

Im Falle einer Hepatitis A ist es für den Heilungsprozess wichtig, dass der Betroffene auf Alkohol verzichtet. Auch Medikamente mit leberschädigenden Eigenschaften wie zum Beispiel Paracetamol oder Wirkstoffe aus der Gruppe der Zytostatika sind vorerst nicht zu empfehlen.

Um die Heilungsprozesse zu unterstützen, kann anfangs eine fettarme, aber kohlenhydratreiche Ernährung sinnvoll sein. Sofern sich Betroffene durch die Leberentzündung müde fühlen und ein allgemeines Krankheitsgefühl haben, ist eine vorübergehende Bettruhe zu empfehlen.

Hepatitis B

Um die Heilung einer akuten Hepatitis B zu unterstützen, sollten Betroffene auf Alkohol verzichten und Bettruhe halten. Medikamente mit leberschädigender Wirkung sollten möglichst vorerst nicht verwendet werden.

Bei einer chronischen Hepatitis B setzt man zur Behandlung vor allem folgende Medikamente ein:

  • Peginterferon alfa-2a
  • virenhemmende Medikamente (sog. Virostatika, z. B. die Wirkstoffe Lamivudin oder Adefovir)

Mehr zum Thema: Hepatitis-B-Behandlung

Hepatitis C

Bei einer akuten Hepatitis C verhindert in den meisten Fällen eine 24-wöchige Behandlung mit dem Wirkstoff Peginterferon alfa-2a den Übergang in eine chronische Leberentzündung.

Eine chronische Hepatitis C behandelte man lange mit einer Kombination aus dem Wirkstoff Peginterferon alfa-2a und dem virenhemmenden Wirkstoff Ribavirin.

In letzter Zeit hat sich im Bereich der Hepatitis-C-Forschung viel getan und die Behandlung ist einfacher und erfolgreicher geworden. Mittlerweile sind verschiedene neue Wirkstoffe zur Therapie zugelassen, wie etwa Simeprevir, Ombitasvir oder Sofosbuvir. Die Behandlung ist dadurch effektiver und die Behandlungsdauer deutlich kürzer.

Mehr zum Thema: Hepatitis-C-Behandlung

Alkoholische Hepatitis

Bei einer alkoholischen Hepatitis ist es das wichtigste, auf Alkohol zu verzichten. Ohne Alkohol kann sich die Leber bis zu einem gewissen Grad selbst erholen. In schwereren Fällen kommen jedoch auch entzündungshemmende Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikosteroide zum Einsatz.

Autoimmunhepatitis

Für die Therapie der eher seltenen Autoimmunhepatitis kommen Medikamente infrage, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).

Hepatitis im Rahmen anderer Erkrankungen

Ist die Hepatitis die Folge einer anderen Erkrankung, bessert sich diese in der Regel von selbst, sobald diese ausgeheilt ist beziehungsweise behandelt wird.

Hepatitis (Leberentzündung): Verlauf

Eine Hepatitis (Leberentzündung) kann einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen.

Eine akute Hepatitis tritt plötzlich auf und klingt nach einigen Wochen oder Monaten wieder ab. Durch die unspezifischen Symptome verläuft sie sehr häufig versteckt und dadurch von Betroffenen und Ärzten unbemerkt.

Eine chronische Hepatitis hält länger als 6 Monate an. Bei günstigem Verlauf bleiben die Leberläppchen funktionsfähig (sog. chronisch-persistierende Form). Im ungünstigen Fall entwickelt sich im Verlauf der Hepatitis frühzeitig eine Leberzirrhose (sog. Schrumpfleber). Hierbei schrumpft das Lebergewebe, verhärtet sich und vernarbt, sodass die Leberläppchen ihre Funktionsfähigkeit verlieren.

Hepatitis (Leberentzündung): Vorbeugen

Einer Hepatitis (Leberentzündung) vom Typ A, B, C, D oder E lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen vorbeugen.

Hepatitis-Impfung

Vor Hepatitis A oder B schützt am besten eine Impfung.

Eine Hepatitis-B-Impfung schützt gleichzeitig auch gegen Hepatitis D.

Für Hepatitis C und E existieren in Europa bisher noch keine Impfstoffe. In China ist allerdings inzwischen eine Impfung gegen Hepatitis E zugelassen.

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Folgende allgemeinen Vorsichtmaßnahmen können ebenfalls vor einer Hepatitis-Infektion schützen:

  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome.
  • Vermeiden Sie direkten Blutkontakt.
  • Für Menschen, die drogenabhängig sind und Spritzen benutzen, gilt: Verwenden Sie keine Spritzen, die bereits von anderen benutzt wurden. Die Blutreste an der Nadel können zu einer Ansteckung mit Hepatitis führen.

Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Bedingungen

Zur Übertragung von Hepatitis A kommt es vor allem durch Schmierinfektionen: Der Erreger kann bei ungenügender Händehygiene nach dem Stuhlgang an Gegenstände oder Lebensmittel sowie aus dem Stuhl ins Wasser gelangen und kann dadurch weitere Menschen infizieren.

Insbesondere bei Reisen in Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen, wie zum Beispiel manchen Gebieten in Asien oder Afrika, sollten Sie deshalb einige Hygieneregeln einhalten, um sich vor einer Ansteckung zu schützen:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
  • Kochen Sie Trinkwasser ab.
  • Verzichten Sie auf Eiswürfel.
  • Bevorzugen Sie Getränke aus verschlossenen Behältern (Dose, Flasche).
  • Schälen Sie Obst und Gemüse.

Vor einer Leberentzündung, die nicht durch eine Infektion mit Hepatitis-Viren entsteht, können Sie sich indirekt schützen, indem Sie zum Beispiel

  • Alkohol nur in Maßen genießen.
  • leberschädigende Medikamente nur auf Anweisung des Arztes einnehmen.