Mehrere Gallensteine.
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Gallensteine

Gallensteine müssen nicht unbedingt mit den typischen Gallenkoliken einhergehen. Im Gegenteil: Drei von vier Betroffene haben Gallensteine, ohne Symptome bemerken. Die genauen Ursachen von Gallensteinen sind unbekannt. Fest steht aber, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel das weibliche Geschlecht, ein höheres Alter, aber auch eine cholesterinreiche Ernährung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Gallensteine

Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind feste kristallartige Ablagerungen, die sich in der Gallenblase oder in den Gallengängen bilden. Sie entstehen, wenn Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zueinander stehen, sodass sie verklumpen.

Ein Gallensteinleiden bezeichnet man auch als Cholelithiasis (von griech. chole = Galle, lithos = Stein). Befindet sich ein Stein im Gallengang, sprechen Ärzte von einer Choledocholithiasis.

Gallensteine können unterschiedlich groß sein: Ihr Ausmaß reicht von einigen Millimetern (auch Sludge oder Grieß genannt) bis hin zu zentimetergroßen Steinen. Manchmal bleibt es bei einem einzelnen Gallenstein, oft treten aber mehrere Gallensteine gleichzeitig auf. Nicht nur in der Größe, auch in der Zusammensetzung können sich Gallensteine unterscheiden. Die meisten Gallensteine enthalten Cholesterin, seltener bestehen sie aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin.

Wie häufig sind Gallensteine?

Schätzungen zufolge haben hierzulande etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahren Gallensteine. Die meisten von ihnen wissen davon nichts. Je älter eine Person, desto höher ist das Risiko, Gallensteine zu bekommen.

Die Galle: Wichtiger Verdauungshelfer

Die Leber bildet jeden Tag kontinuierlich Gallenflüssigkeit, kurz Galle genannt.

Die Hauptbestandteile der Galle sind

  • Wasser (ca. 80 %),
  • Gallensäuren und Phospholipide, die eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielen,
  • Gallenfarbstoffe (z.B. Bilirubin) als Abbauprodukte des Blutfarbstoffs Hämoglobin,
  • Cholesterin,
  • zahlreiche weitere Stoffwechselabbauprodukte und
  • Salze.

Die in der Leber produzierte Galle fließt über Gallengänge in einen größeren Hauptgallengang, der in den Zwölffingerdarm mündet. Dort unterstützt die Galle die Fettverdauung. Außerdem hilft sie dabei, Abfallprodukte des Körpers zu beseitigen.

Die Gallengänge transportieren Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Zwölffingerdarm.

Wenn sich gerade keine Nahrung im Verdauungstrakt befindet, benötigt der Darm weniger Gallenflüssigkeit. An diesem Punkt kommt die Gallenblase ins Spiel: Überschüssige Galle gerät nicht in den Darm, sondern wird in die Gallenblase umgeleitet. Die Gallenblase ist ein birnenförmiger Sack, der sich an der Unterseite der Leber befindet. Bei Bedarf kann sie die gespeicherte Gallenflüssigkeit jederzeit wieder freigeben: Isst der Mensch etwas, zieht sich die Gallenblasenmuskulatur zusammen, sodass die Gallenflüssigkeit in den Hauptgallengang entweicht.

Sowohl die Gallenflüssigkeit aus der Leber als auch die zwischengespeicherte Galle aus der Gallenblase fließen in den Hauptgallengang. Der Hauptgallengang mündet gemeinsam mit dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse im Zwölffingerdarm.

Die Gallenblase ist ein Reservoir für Gallenflüssigkeit, die der Körper gerade nicht benötigt.

Gallensteine: Symptome

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie Gallensteine haben: Die meisten bemerken lange Zeit keine Symptome. Man spricht dann von stummen Gallensteinen: Die Person ist zwar "Gallensteinträger", aber kein "Gallensteinkranker". Treten Symptome auf (sog. Cholelithiasis), steht ein typisches Beschwerdebild im Vordergrund: die Gallenkolik.

Erste Anzeichen: Unspezifische Symptome

Machen sich Gallensteine bemerkbar, dann oft zunächst in Form von uncharakteristischen Beschwerden. Meist treten diese direkt oder während einer fettreichen Mahlzeit auf. Dazu zählen Symptome wie

Auch kann es sein, dass die Betroffenen bestimmte Speisen nicht mehr so gut vertragen – etwa Kaffee, Gebratenes oder blähende Nahrungsmittel.

Solche Symptome können auf Gallensteine hinweisen. Allerdings können sie auch im Rahmen vieler anderer Erkrankungen vorkommen, am häufigsten ausgelöst durch Beschwerden des Magens. Magen- und Gallenbeschwerden sind anhand der Symptome manchmal sehr schwer zu unterscheiden, weil Schmerzen im Bauch immer auch fortgeleitet werden .

Gallenkolik

Typisches Symptom eines Gallensteinleidens (Cholelithiasis) ist die Gallenkolik. Sie entsteht, wenn sich die Gallenblase zusammenzieht, um Gallenflüssigkeit in den Darm abzugeben, ein Gallenstein jedoch im Weg liegt. Etwa kann ein Gallenstein den Ausgang der Gallenblase oder den eigentlichen Gallengang versperren. Die Muskeln in der Wand der Gallenwege ziehen sich zusammen, um den Stein weiterzubefördern. Der Druck in den Gallenwegen steigt. Heftige krampfartige Schmerzen sind die Folge.

Symptome einer Gallenkolik sind

  • starke, krampfartige Schmerzattacken unter dem rechten Rippenbogen oder unter dem Brustbein, die 15 Minuten bis zu 5 Stunden anhalten können und in Wellen auftreten
  • die Schmerzen können bis in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen
  • begleitende Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Blähungen, Aufstoßen

Beachten Sie: Wenn die Symptome über mehrere Stunden anhalten oder wenn sie sehr stark sind, sollten Sie in jedem Fall einen (Not-)Arzt aufsuchen.

Symptome von Gallengangsteinen

Seltener befindet sich ein Gallenstein nicht in der Gallenblase, sondern in einem Gallengang. Dann kann die Gallenflüssigkeit möglicherweise nicht mehr richtig in den Darm abfließen. Die Folge: Der gelbe Gallenfarbstoff wird nicht ausreichend abgebaut und lagert sich im Gewebe ab. Neben einer Gallenkolik bekommt der Patient dann häufig Fieber und entwickelt eine sogenannte Gelbsucht (Ikterus). Typische Symptome der Gelbsucht:

  • Die Haut verfärbt sich gelb, das Weiß der Augen ebenfalls.
  • Der Urin ist dunkel gefärbt.
  • Der Stuhl hat eine helle Farbe.

Gallensteine: Ursachen

Gallensteine entstehen, wenn Stoffe in der Gallenflüssigkeit (Galle) verklumpen. Warum genau die Verklumpungen entstehen, ist noch nicht abschließend geklärt. Die genaue Ursache ist bislang unklar.

Gallensteine können sich auf verschiedenen Wegen bilden:

  • Cholesterinsteine: Meist kommt es zu Gallensteinen, wenn die Gallensäure zu viel Cholesterin enthält. Cholesterin ist nicht wasserlöslich und muss deshalb immer von genügend Gallensäuren und Phospholipiden umgeben sein. Ist dieses Verhältnis gestört, verklumpt das Cholesterin und es bilden sich helle Gallensteine – die Cholesterinsteine. Nicht nur zu viel Cholesterin, auch zu wenig Gallensäure kann zu einem solchen Missverhältnis führen.
  • Pigmentsteine: Seltener entstehen Gallensteine, wenn die Gallensäure zu viel Bilirubin enthält. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Pigmentsteine sind klein, sehr hart und schwarz.

Darüber hinaus gibt es sogenannte Mischsteine. Sie entstehen, wenn Cholesterin- oder Pigmentsteine verkalken. Dabei entsteht eine Mischung aus Cholesterin, Pigment und Kalk.

Acht von zehn Gallensteinen bestehen überwiegend aus Cholesterin (sog. Cholesterinsteine).

Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis). Dazu zählen Eigenschaften wie etwa das Geschlecht, aber auch bestimmte Erkrankungen.

"6F-Regel": Wichtige Risikofaktoren für Gallensteine

Einen Überblick über die wichtigsten Risikofaktoren bietet die sogenannte "6F-Regel":

  • female: Frauen
  • forty: über 40 Jahre
  • fertile: mit mehreren Kindern,
  • fat: Übergewicht
  • fair: und hellem Haar (nordischer Typ) ...

... bekommen besonders häufig Gallensteine. Das sechste „F“ steht für "family" (Familie), da Gallensteine in manchen Familien gehäuft auftreten.

Geschlecht

Frauen sind etwa doppelt bis dreifach so häufig betroffen wie Männer. Dabei spielen möglicherweise weibliche Hormone (Östrogene) eine Rolle: Das Risiko für eine Cholelithiasis steigt unter anderem während einer Schwangerschaft und durch eine Hormontherapie mit Östrogenen in den Wechseljahren.

Alter

Je älter eine Person, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Gallensteine: Ab dem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko für ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) deutlich.

Ernährung

Eine cholesterinreiche Ernährung kann dazu führen, dass der Cholesterinspiegel im Blut steigt. Die Folge: Es können sich eher Cholesterinsteine bilden. Auch eine ballaststoffarme Ernährung erhöht das Risiko für Gallensteine. Zu wenig Ballaststoffe führen dazu, dass die Nahrung länger im Darm verbleibt, sodass mehr Fette ins Blut gelangen und der Blutcholesterinspiegel steigt.

Eine extrem kalorienarme Ernährung begünstigt ebenfalls, dass Gallensteine entstehen – ebenso wie eine künstliche (parenterale) Ernährung.

Übergewicht/starke Gewichtsabnahme

Übergewicht gilt heutzutage in den westlichen Industriestaaten als wichtigster Risikofaktor für Gallensteine. Ein Übergewicht von etwa 20 Prozent verdoppelt das Risiko für Gallensteine. Auch eine starke Gewichtsabnahme in kurzer Zeit, etwa durch eine Magen-OP oder übertriebene Fastenkuren, erhöht die Wahrscheinlichkeit.

Genetische Faktoren

Auch erbliche Faktoren können eine Rolle spielen: In manchen Familien treten Gallensteine gehäuft auf. Bestimmte Genveränderungen (z.B. auf dem sog. ABCB4- oder ABCG8-Gen) begünstigen, dass Cholesterinsteine entstehen.

Zu wenig Gallensäure

Wird zu wenig Gallensäure produziert beziehungsweise verwertet, können sich leichter Gallensteine bilden.

Wenn die Gallensäure ihre Aufgabe bei der Fettverdauung erfüllt hat, wird sie normalerweise vom Darm wieder aufgenommen (resorbiert). Nur ein kleiner Anteil der Gallensäure geht mit dem Stuhl verloren, der Rest gelangt zurück in die Leber.

Funktioniert dieser Prozess nicht reibungslos, ist das Risiko für Gallensteine erhöht. Dies kann zum Beispiel im Rahmen von Morbus Crohn , einer entzündlichen Erkrankungen des Darms, der Fall sein. Dabei ist die Wiederaufnahme der Gallensäuren durch die Darmschleimhaut gestört. Die Folge: Es gehen vermehrt Gallensäuren über den Stuhl verloren. Die Leber kann diesen Verlust nicht ausgleichen, sodass der Anteil der Gallensäuren in der Galle sinkt. Auch nach einer operativen Entfernung bestimmter Darmabschnitte (Dünndarm vor der Einmündung in den Dickdarm) kann die Wiederaufnahme von Gallensäuren gestört sein: Die Gallensäuren gehen über den Stuhl verloren und es kommt zu einer Durchfallerkrankung, der sogenannten chologenen Diarrhoe.

Zu viel Bilirubin

Wenn die Gallenflüssigkeit zu viel Bilirubin enthält, können die sogenannten Pigmentsteine entstehen. Bilirubin ist ein rot-orangener Gallenfarbstoff, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) aus den roten Blutkörperchen entsteht. Alle Erkrankungen, bei denen der Abbau der roten Blutkörperchen erhöht ist, steigern die Bildung von Bilirubin.

Bestimmte angeborene oder erworbene Erkrankungen der Leber können den Bilirubinstoffwechsel durcheinanderbringen und Pigmentsteine begünstigen. Auch Erkrankungen, die den Abfluss der Galle aus der Gallenblase behindern, oder häufig auftretende Infektionen der Gallenwege mit Bakterien oder Parasiten stellen Risikofaktoren dar.

Weitere Risikofaktoren

Zu weiteren Risikofaktoren für Gallensteine zählen:

  • Funktionsstörungen der Gallenblase
  • Diabetes mellitus
  • bestimmte Medikamente; dazu zählen zum Beispiel sog. Somatostatinanaloga wie der Wirkstoff Octreotid.

Gallensteine: Diagnose

Unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen können viele Ursachen haben und sind kein sicheres Anzeichen für Gallensteine. Eine Gallenkolik in der Vorgeschichte ist hingegen bereits ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich um Gallensteine handeln könnte.

Im Gespräch wird der Arzt zum Beispiel wissen wollen,

  • ob noch andere Familienmitglieder Gallensteine haben,
  • wann die Beschwerden auftreten (z.B. nach dem Essen) oder
  • wie sich der Patient ernährt.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung entstehen oft Schmerzen im rechten Oberbauch, wenn der Arzt den Bauch abtastet (sog. Druckschmerz).

Die einfachste Methode, um Gallensteine in der Gallenblase zu diagnostizieren, ist die Ultraschalluntersuchung (Sonographie).

Im Ultraschall kann der Arzt unter anderem erkennen, ob die Gallenblase durch Gallensteine vergrößert oder ihre Wand verdickt ist.

Auch eine Blutuntersuchung kann sinnvoll sein. Verschiedene Blutwerte geben dem Arzt Hinweise darauf,

  • ob die Gallenblase möglicherweise entzündet ist,
  • ob der Hauptgallengang verengt ist oder
  • ob er entzündet ist.

In untypischen Fällen können weitere Untersuchungen zur Abklärung notwendig sein, zum Beispiel, wenn der Patient noch sehr jung ist. Der Arzt wird dann prüfen, ob eine bestimmte Krankheit hinter den Gallensteinen steckt, zum Beispiel eine chronische Darmentzündung.

Diagnose von Steinen im Gallengang

Vermutet der Arzt einen Stein im Gallengang (Choledocholithiasis), kann die Diagnosestellung etwas komplizierter sein. Nicht immer reicht es aus, einen Stein im Gallengang durch eine Ultraschalluntersuchung und die Blutwerte sicher nachzuweisen. Daher können weitere Untersuchungsmethoden nötig sein. Dazu zählen vor allem:

  • die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie): Bei der ERCP begutachtet der Arzt die ableitenden Gallenwege und gegebenenfalls auch das Gangsystem der Bauchspeicheldrüse mithilfe eines Röntgenkontrastmittels. Zunächst schiebt er ein Untersuchungsinstrument (Endoskop) über den Mund bis zum Zwölffingerdarm vor, wo der Gallengang mündet. Mithilfe einer Sonde spritzt er ein Kontrastmittel in die Gallenwege und kann diese so auf dem Röntgenbild sichtbar machen. Kleinere Steine kann der Arzt ggf. direkt in einem kleinen Eingriff entfernen. Auch kann er eine Gewebeprobe entnehmen, die im Labor untersucht wird.
  • die MRC (Magnetresonanz-Cholangiographie): Die MRC ist eine Untersuchung, bei der im Kernspintomographen Schichtbilder der Gallengänge dargestellt werden.
  • ein Ultraschall der Gallenblase von innen (Endosonographie): Mithilfe eines Endoskops kann der Arzt vom Zwölffingerdarm aus ohne Überlagerung von Darmluft eine Ultraschalluntersuchung von Gallenblase und Gallenwegen anfertigen.

Der Arzt wird sorgfältig abwägen, ob er eine ERCP durchführt. Der Grund: In 5 bis 10 von 100 Fällen können Komplikationen auftreten. Dazu gehören etwa eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Verletzungen in den Gallengängen. Daher sollte die ERCP nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich tatsächlich um Gallengangsteine handelt. Dies wird der Arzt gegebenenfalls vorher durch MRC oder Endosonographie abklären.

Gallensteine: Behandlung

Gallensteine erfordern nicht immer eine Behandlung. Solange sie keine Beschwerden bereiten, ist eine Therapie in den meisten Fällen nicht notwendig.

Bei geringen Symptomen verschaffen schmerzstillende oder krampflösende Medikamente Linderung. Die Gallensteine werden durch eine solche Behandlung jedoch nicht beseitigt. Treten die Beschwerden häufiger auf oder sind Komplikationen zu erwarten, wird der Arzt empfehlen, die Gallensteine samt Gallenblase zu entfernen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Gallensteinen:

  • Gallenblasen-OP: Befinden sich die Steine in der Gallenblase, kann die Gallenblase entfernt werden. Hierfür kommen unterschiedliche Operationsmöglichkeiten infrage.
  • Nicht-operative Methoden: Mithilfe von Medikamenten mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure können Gallensteine aufgelöst werden. Allerdings ist diese Methode extrem aufwändig, langwierig und führt nicht immer zum Erfolg, zudem besteht das Risiko, dass sich nach kurzer Zeit erneut Gallensteine bilden.

Gallensteine, die sich in den Gallengängen befinden, kann der Arzt in einer Operation oder im Rahmen einer Gallenwegspiegelung entfernen.

Die Gallenblasen-OP gilt als Standardtherapie zur Behandlung von Gallensteinen in der Gallenblase.

Leben ohne Gallenblase: Spezielle Ernährung nötig?

Ohne Gallenblase fehlt dem Körper das Reservoir, in dem er die Gallenflüssigkeit speichern kann. Dadurch fließt kontinuierlich etwas Galle aus dem Hauptgallengang in den Darm, auch dann, wenn er eigentlich gerade keine Galle benötigt. Umgekehrt stehen nach einem üppigen Essen keine größeren Gallenreserven mehr zur Verfügung, die in den Darm geleitet werden können.

Eine spezielle Ernährung oder Diät ist ohne Gallenblase jedoch in den meisten Fällen nicht nötig. Es kann aber sein, dass einige Betroffene bestimmte Mahlzeiten nicht mehr so gut vertragen, so zum Beispiel üppiges, fettreiches Essen. Es kann vorkommen, dass der Stuhlgang etwas weicher ist oder dass die Stuhlfrequenz erhöht ist. In diesem Fall gilt: Achten Sie bei der Ernährung darauf, das zu essen, was Ihnen bekommt. Hilfreich ist oft eine fettarme Ernährung mit reichlich Ballaststoffen. Nur sehr selten ist die Fettverdauung nach dem Eingriff so gestört, dass chronische Durchfälle die Folge sind.

In der Regel kann der Mensch auch ohne Gallenblase gut leben. Meist ist es nicht nötig, die Ernährung stark umzustellen oder es sind nur kleine Anpassungen erforderlich.

Gallensteine: Verlauf

In drei von vier Fällen verursachen Gallensteine keinerlei Beschwerden. Machen sie sich bemerkbar, können sie in der Regel leicht beseitigt werden.

Zwei von drei Patienten, die bereits eine Gallenkolik hatten, bekommen im weiteren Verlauf erneut eine Kolik. Meist wird der Arzt bei Beschwerden vorschlagen, die Gallenblase zu entfernen. Zum einen ist der Patient damit die Koliken los, zum anderen können durch eine Operation mögliche Komplikationen verhindert werden.

Eine entferne Gallenblase ist keine Garantie dafür, dass man nie wieder Gallensteine bekommt – denn es können sich auch Steine in den Gallengängen bilden.

Komplikationen

Zu möglichen Komplikationen von Gallensteinen zählen zum Beispiel:

  • Gallenblasenentzündung (Cholezystitis): Wenn ein Stein den Gallengang blockiert, kann die Gallenflüssigkeit nicht mehr in den Darm abfließen. Es entsteht ein Gallenstau. Die aufgestaute Galle reizt die Schleimhaut und überdehnt die Wand der Gallenblase. Bakterien können sich leichter vermehren und eine Gallenblasenentzündung auslösen. In schweren Fällen kann es passieren, dass weitere Organe oder sogar der ganze Körper von der Entzündung in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann lebensbedrohlich sein.
  • akute Gallengangentzündung (Cholangitis): Nicht nur die Gallenblase, auch der Gallengang kann sich entzünden, wenn ein Gallenstein den Weg versperrt.
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis): Versperrt ein Gallenstein den gemeinsamen Ausgang von Bauchspeicheldrüse und Hauptgallengang, kann sich diese entzünden. Der Grund: Die Verdauungssäfte, die die Bauchspeicheldrüse produziert, stauen sich an und können nicht in den Darm abfließen. In der Folge nimmt die Bauchspeicheldrüse Schaden.
  • Verkalkung der Gallenblasenwand (Porzellangallenblase): Wenn sich die Gallenblase häufig entzündet, können in der Gallenblasenwand Verkalkungen entstehen. Dies erhöht das Risiko, an Gallenblasenkrebs zu erkranken.

Sehr selten durchbrechen Gallensteine die Gallenblasenwand und gelangen in den Dünndarm oder in die freie Bauchhöhle. Eine mögliche Folge ist eine Bauchfellentzündung (Peritonitis). In der Regel ist dann eine Notfall-Operation notwendig. .

Erhöhtes Krebsrisiko

Das Risiko für Gallengangskrebs oder Gallenblasenkrebs ist bei Menschen mit Gallensteinen etwas höher als bei Personen ohne Gallensteine. Das gilt insbesondere, wenn die Gallensteine sehr groß sind oder wenn die Gallenblase schon sehr oft entzündet war.

Insgesamt kommen Krebserkrankungen der Gallenblase/der Gallengänge jedoch selten vor. Schätzungen zufolge erkranken 5 von 1.000 Personen, die Gallensteine haben, später an Gallenblasenkrebs.

Gallensteine: Vorbeugen

Dass Gallensteine entstehen, lässt sich meist nur schwer verhindern. Allerdings können Sie einige Risikofaktoren positiv beeinflussen, so unter anderem durch eine angemessene Ernährung.

So beugen Sie Risikofaktoren für Gallensteine vor:

  • Achten Sie auf eine ballaststoffreiche, fettarme Ernährung.
  • Lassen Sie Ihre Blutfettwerte regelmäßig kontrollieren, insbesondere das Cholesterin.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Zu wenig Bewegung kann Gallensteine begünstigen.
  • Halten Sie Ihr Normalgewicht, denn Übergewicht begünstigt Gallensteine.
  • Vermeiden Sie Nulldiäten und eine zu schnelle Gewichtsabnahme.

Gallensteine und Ernährung

Während bei Pigmentsteinen bisher kein Zusammenhang mit der Ernährung bekannt ist, spielt bei der Entstehung der Gallensteine, die vorwiegend Cholesterin enthalten, die Ernährung eine wichtige Rolle. Denn: Die Cholesterinwerte lassen sich wiederum zumindest teilweise durch eine entsprechende Ernährung beeinflussen.

Günstig ist eine ballaststoffreiche, fettarme Kost mit reichlich Obst und Gemüse.

Übergewicht kann Gallensteine begünstigen. Mithilfe einer ausgewogenen Ernährung können Sie dazu beitragen, dass Ihr Gewicht im Normalbereich bleibt.

Nicht nur Übergewicht, auch Nulldiäten, strenges Fasten oder eine zu schnelle Gewichtsabnahme erhöhen das Gallensteinrisiko. Wenn Sie etwas abnehmen möchten, empfiehlt sich keine Radikaldiät, sondern eine langsame Gewichtsabnahme, die Sie am besten durch viel Bewegung und eine gesunde Ernährung erreichen.

Auch Personen, bei denen sich bereits Gallensteine gebildet haben, sollten auf ihre Ernährung achten. Sehr fettreiche Mahlzeiten können etwa eine Gallenkolik hervorrufen und sind deshalb bei Gallensteinen nicht empfehlenswert.

Betroffene, denen die Gallensteine mit der Gallenblase entfernt wurden, sind in ihrer Ernährung kaum eingeschränkt. Da jedoch mit der Gallenblase das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit fehlt, gelangen immer nur kleine Mengen Galle in den Darm. Sehr fettreiche Mahlzeiten können daher zu Fettverdauungsstörungen führen. Um vorzubeugen, sollten Sie daher auf eine zu fette und üppige Ernährung verzichten.