Ein kleines Kind greift nach der Pfanne auf einem Herd.
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Verbrennung, Verbrühung

Eine Verbrennung oder Verbrühung ist schnell passiert – zum Beispiel, wenn man ein heißes Backblech anfasst oder beim Bügeln nicht aufpasst. Meist handelt es sich nur um eine oberflächliche Verletzung, die von selbst heilt. Eine schwerere Verbrennung erfordert jedoch ärztliche Hilfe.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Verbrennung, Verbrühung

Sowohl Verbrennung als auch Verbrühung sind Verletzungen, die durch Hitzeeinwirkung geschehen. Als Verbrühung bezeichnet man dabei speziell Hitzeschäden, die durch heiße Flüssigkeiten oder heißen Dampf entstehen.

Zu leichten Verbrennungen kommt es in Deutschland jedes Jahr bei etwa 600 von 100.000 Menschen. Schwere Verbrennungen widerfahren etwa einem von 50.000 bis 60.000 Menschen pro Jahr. Meist passieren Unfälle mit Verbrennung oder Verbrühung dabei zu Hause oder während der Arbeit.

Verbrennung, Verbrühung: Ursachen

Eine Verbrennung oder Verbrühung kann verschiedene Ursachen haben. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • heißes Wasser oder Wasserdampf sowie andere heiße Flüssigkeiten
  • Flammeneinwirkung (Kerze, Kleiderbrand, sonstige Brände)
  • Explosionen wie Gas- oder Sprengstoffexplosionen
  • Kontaktverbrennung durch heiße Metalle, z.B. Bügeleisen, Backofen, MaschinenSonnenbrand
  • Stromunfall (z.B. an Hochspannungsleitungen, stromführenden Maschinen oder Fahrzeugen)

Wenn Hitze auf Haut beziehungsweise Gewebe einwirkt, kann es ab Temperaturen von 45 Grad Celsius aufwärts zu Zellschäden kommen. Ob und wie stark die Haut beziehungsweise das Gewebe Schwaden nimmt, hängt davon ab, wie hoch die einwirkende Temperatur ist und wie lange man dieser ausgesetzt war.

Verbrennung, Verbrühung: Symptome

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung machen sich manche Symptome erst einige Stunden nach der Verletzung bemerkbar. Welche Symptome genau auftreten, hängt vor allem vom Schweregrad der Verbrennung beziehungsweise Verbrühung ab.

Hierbei ist wichtig zu wissen, dass sich der Schweregrad in den folgenden drei Tagen noch erhöhen kann, da die Verbrennung oder Verbrühung im Gewebe mitunter noch weiter voranschreitet. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als "Nachbrennen".

Verbrennung 1. Grades

Eine Verbrennung oder Verbrühung verursacht verschiedene Symptome. Bei einer Verbrennung ersten Grades ist der betroffene Hautabschnitt gerötet und schmerzhaft. Es kann zu einer Schwellung kommen. Die Rötung verschwindet vorübergehend, wenn der Arzt die betroffene Hautstelle vorsichtig mit einem sterilen Glasspatel herunterdrückt. Bei einer Verbrennung ersten Grades ist die oberste Hautschicht geschädigt.

Verbrennung 2. Grades

Bei einer Verbrennung zweiten Grades ist die Haut ebenfalls

  • gerötet,
  • geschwollen
  • und schmerzt.

Zusätzlich können sich auch Brandblasen bilden. Infolge der Hitzeeinwirkung haben Blutgefäßwände Schaden genommen. Als Folge tritt Flüssigkeit aus, die sich unterhalb der obersten Hautschicht sammelt und als Blase sichtbar wird. Je nach Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung unterscheiden Experten bei Verbrennungen die Grade 2a und 2b.

Verbrennung Grad 2a

Bei einer Verbrennung vom Grad 2a zeigen sich oft geschlossene Brandblasen. Reißt die Blasendecke ein, kann man einen nässenden Wundgrund erkennen, die Wundfläche ist feucht und glänzend. Der Wundgrund ist gerötet und schmerzempfindlich. Das Risiko für Infektionen mit Krankheitserregern steigt bei offenen Brandblasen.

Verbrennung mit dem Grad 2a heilen normalerweise ohne Narben ab.

Verbrennung Grad 2b

Bei einer Verbrennung vom Grad 2b sind die Brandblasen aufgerissen. Es zeigen sich ein weißlicher Untergrund, leicht raue Wundränder und eine Rötung, die auf Druck nur gering verblasst. Die Wundfläche glänzt weniger und die Schmerzintensität ist geringer.

Bei Verbrennungen des Grades 2b bleiben meist Narben zurück.

Verbrennung 3. Grades

Bei einer Verbrennung dritten Grades sind weitere Hautschichten betroffen. Es kommt es zu einer vollständigen Zerstörung von Oberhaut und Lederhaut. Die Haut ist trocken und lederartig verdickt. Berührungen sind nicht schmerzhaft, da die Hitze die in der Haut liegenden Schmerzsensoren zerstört hat. Es tritt keine Flüssigkeit aus. Die Haut kann weißlich bis bräunlich verfärbt sein. Durch ihr teilweise relativ unauffälliges Aussehen ist es oft schwierig, eine Verbrennung dritten Grades zu erkennen.

Verbrennung 4. Grades

Bei einer Verbrennung vierten Grades sind neben den tiefen Hautschichten auch darunterliegende Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke geschädigt. Die Haut ist verkohlt und schwarz verfärbt. Auch hier empfinden Betroffene keinen Schmerz, da die Nervenendigungen in der Haut zerstört sind.

Verbrennungsgrade

Tabelle: Verbrennungsgrade im Überblick

Verbrennungsgrad Beschwerden
Verbrennung 1. Grades
  • die Haut ist gerötet, geschwollen und schmerzt
  • nur die oberste Hautschicht ist betroffen
  • Narben sind nicht zu erwarten
Verbrennung 2. Grades
  • Rötung und Blasen auf der Haut
  • starke Schmerzen
  • Grad 2 a: vollständige Heilung ohne Narben
  • Grad 2 b: Pigmentstörungen und Narbenbildung möglich
Verbrennung 3. Grades
  • vollständige Zerstörung der Haut
  • keine oder nur geringe Schmerzen
  • die Haut erscheint hell oder weiß-braun
  • häufig bleiben Narben zurück
Verbrennung 4. Grades
  • Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke können betroffen sein
  • verkohlte, schwarz verfärbte Haut
  • keine Schmerzen
  • Narbenbildung

Verbrennung, Verbrühung: Diagnose

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung begutachtet der Arzt die Wunde. Außerdem fragt er nach, wie es zu der Verletzung kam, um herauszufinden, welche Art der Hitzeeinwirkung vorliegt (wie z.B. offenes Feuer, elektrischer Strom oder heißer Dampf). Für die Diagnose sind zudem das Befinden des Betroffen sowie dessen Bewusstseinslage, Atmung und Herz-Kreislauf-Funktion wichtig.

Durch eine körperliche Untersuchung kann er Schweregrad und Umfang einer Verbrennung ermessen. Hierbei schätzt der Arzt auch das Ausmaß anhand der Größe der betroffenen Fläche ab. Das Ausmaß des betroffenen Körperareals wird in Prozent der gesamten Körperoberfläche angegeben.

Für die schnelle Einschätzung des Verbrennungsausmaßes hat sich die sogenannte Neuner-Regel bewährt: Der Körper wird in Bereiche eingeteilt, die jeweils etwa neun Prozent (oder ein Vielfaches davon) der gesamten Körperoberfläche ausmachen.

  • Kopf und Hals: 9 Prozent
  • Arm: 9 Prozent
  • Bein: 18 Prozent
  • Brust und Bauch: 18 Prozent
  • Rücken: 18 Prozent
  • Genitalregion: 1 Prozent

Alternativ kann man sich auch an der Größe der Handfläche einschließlich der Finger orientieren: Bei einem Erwachsenen entspricht diese etwa einem Prozent der Gesamtkörperoberfläche.

Eine Verbrennung bei Kindern muss der Arzt anhand einer anderen Formel abschätzen, denn bei Kleinkindern fallen die Körperproportionen anders aus: Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper größer als bei Erwachsenen, während Arme und Beine noch verhältnismäßig kurz sind.

Je nachdem, wo am Körper sich die Verbrennung oder Verbrühung befindet, kommen weitere Untersuchungen dazu. Besteht der Verdacht, dass das Verbrennungsopfer heißen Dampf oder Rauch eingeatmet hat, fertigen Ärzte eine Röntgenbild der Lunge an, um ein sogenanntes Inhalationstrauma festzustellen. Auch eine Bronchoskopie kann in diesem Fall nötig sein. Dabei schaut sich der Arzt die Luftwege des Patienten mit Hilfe eines Endoskops an. Liegen Verbrennungen im Gesicht vor, wird häufig ein Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt zurate gezogen.

Verbrennung, Verbrühung: Therapie

Bei der Behandlung einer Verbrennung oder Verbrühung kommt es zum einen darauf an, wann diese passiert ist (gerade erst oder vor einer Weile), zum anderen auf Ausmaß und Schweregrad der Verbrennung.

Bei einer akuten Verbrennung oder Verbrühung ist eine schnelle und situationsgemäße Erste Hilfe wichtig. Je nach Schweregrad und Ausmaß kann eine Behandlung im Krankenhaus und später möglicherweise eine längere Nachbehandlung erforderlich sein.

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Entfernen Sie die verbrannte oder verbrühte Kleidung schnellstmöglich von der Haut, sofern diese nicht an der Haut klebt. Sind Kleidung oder andere Gegenstände in die Haut eingebrannt, sollte ein Arzt diese im Krankenhaus entfernen.

Kühlen Sie die betroffene Hautstelle etwa zwei bis drei Minuten lang unter kühlem (nicht eiskaltem), fließendem Wasser. Verwenden Sie zur Kühlung kein Eis – dies kann zu Erfrierungen führen.

Legen Sie anschließend einen sterilen Wundverband auf, der die Brandwunde vor Schmutz und Krankheitserregern schützt. Rufen Sie bei größeren Verbrennungen sofort den Notarzt (112).

Mehr Infos zu: Erste Hilfe bei Verbrennung und Verbrühung

Leichte Verbrennungen selbst behandeln

In der Regel heilen leichte Verbrennungen oder Verbrühungen, bei denen nur kleinere Hautbereiche gerötet und leicht geschwollen sind, von selbst. Das gilt auch für kleinere Brandblasen. Brandblasen sollte man keinesfalls öffnen, denn das erhöht die Infektionsgefahr.

Meist reicht es aus, eine leichte Verbrennung für kurze Zeit (zwei bis drei Minuten) unter Leitungswasser zu kühlen. Ein Verband ist nur selten erforderlich.

Hat sich eine kleine Brandblase jedoch geöffnet, sollte diese mit einem sterilen Wundverband beziehungsweise Wundpflaster abgedeckt werden. Nach einigen Tagen bildet sich Wundschorf. Erst dann dürfen Wundsalben aufgetragen werden.

Ein Fall für den Arzt: Mittelschwere bis schwere Verbrennungen

Eine mittelschwere bis schwere Verbrennung oder Verbrühung erfordert eine Behandlung im Krankenhaus. Welche Maßnahmen der Arzt genau ergreift, hängt von Tiefe und Ausmaß der Verletzung ab.

Allgemeine Grundsätze der Behandlung sind:

Eine kleinere Verbrennung kann ein Arzt in jeder chirurgischen Einrichtung behandeln. Bei Fällen von schwereren Verbrennungen oder Verbrühungen kann es notwendig sein, Betroffene in ein Zentrum für Schwerbrandverletzte einzuweisen.

Verbrennung 1. Grades

Sofern eine Verbrennung ersten Grades nicht sehr großflächig ist, muss diese nicht im Krankenhaus behandelt werden. In der Regel beschränkt sich die Behandlung darauf, eine heilungsfördernde Salbe aufzutragen. Folgeschäden oder Narben sind nicht zu erwarten.

Verbrennung Grad 2a

Eine Verbrennung vom Grad 2a heilt je nach Ausmaß der Verbrennungsfläche innerhalb von 7 bis 15 Tagen ab. Es ist wichtig, die Brandwunde zu desinfizieren und vor Infektionen zu schützen. Verbände müssen regelmäßig gewechselt werden. Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln lindern. Unter Umständen kann es ratsam sein, die betroffenen Körperbereiche ruhigzustellen.

Verbrennung Grad 2b, 3. und 4. Grades

Heilen Wunden nicht spätestens nach 21 Tagen ab oder sind vor allem tiefere Hautschichten wie Lederhaut (Dermis) oder Unterhaut (Subkutis) geschädigt, sollte ein Arzt die verbrannten Hautareale operativ versorgen. Dazu ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig.

Bei einer schweren Verbrennung, vor allem bei größeren Hautflächen, muss der Arzt den Betroffenen unter Umständen in ein künstliches Koma versetzen. Großflächige Verbrennungen dritten und vierten Grades erfordern eine lange intensivmedizinische Betreuung. Für die Versorgung von schweren Verbrennungen oder Verbrühungen sind Spezialkliniken eingerichtet.

Um die Brandwunde zu schließen, kann es notwendig sein, abgestorbene Haut zu entfernen und als Ersatz unverletzte Haut zu transplantieren. Sofern möglich, wird man versuchen, Hautspenden vom Körper des Betroffenen zu verwenden. Der Arzt schneidet hierfür allerdings keine größeren Hautareale aus unverletzten Bereichen heraus, sondern entnimmt als Spendermaterial nur eine dünne Schicht von Hautzellen. Bis die operierte Haut verheilt, vergehen in der Regel etwa zwei Wochen.

Ist die Verbrennung sehr großflächig und stehen nicht genügend Eigenhaut-Spenderareale zur Verfügung, können Hautzellen gezüchtet werden (sog. Keratinozyten-Transplantate). Zu diesem Zweck entnimmt der Arzt dem Betroffenen ein kleines Stück Haut, aus dem sich durch spezielle Verfahren Hautzellkulturen züchten lassen. Bis zur möglichen Transplantation vergehen jedoch mindestens 18 bis 21 Tage. In der Zwischenzeit ist es notwendig, die Wundflächen mit sterilen Materialien abzudecken.

Bei einer kleineren Verbrennung verschließt sich die Wunde unter idealen Bedingungen nach einer Hauttransplantation in 14 bis 21 Tagen. Bei ausgeprägten Verbrennungen dagegen dauert die Behandlung oft Wochen bis Monate. Manchmal sind in diesen Fällen auch mehrere Operationen und Hauttransplantationen erforderlich.

Falls sich die Brandwunde mit Bakterien infiziert, leitet der Arzt zusätzlich eine antibiotische Therapie ein, etwa in Form von Tabletten oder Infusionen.

Nachbehandlung von Brandwunden

Eine mittelschwere bis schwere Verbrennung oder Verbrühung erfordert eine sorgfältige Nachbehandlung – je nach Schweregrad mitunter lebenslang.

Verbrennung Grad 2a

Haben die Heilungsprozesse begonnen, kann man den Verband meist weglassen und auf die Brandwunde fettende Salben auftragen. Meist heilen die Bereiche ohne Narbenbildung ab, allerdings können die betroffenen Bereiche im Vergleich zur umgebenden Haut heller oder dunkler sein.

Das verheilte Gewebe sollten Betroffene in den kommenden sechs bis zwölf Monaten vor starker Sonnenstrahlung schützen, etwa mit bedeckender Kleidung oder indem man die Sonne ganz meidet. Denn Sonnenstrahlung kann das noch empfindliche Narbengewebe schädigen und zum Beispiel zu Pigmentflecken führen.

Verbrennung Grad 2b, 3. und 4. Grades

Waren bei einer Verbrennung von Grad 2b, 3 oder 4 operative Eingriffe zur Behandlung notwendig, empfehlen Ärzte zur Nachbehandlung meist maßgefertigte Kompressionswäsche. Der auf das Gewebe ausgeübte Druck hilft dabei, die Narbenbildung zu verringern. Auch spezielle Narbenmassagen oder silikonhaltige Wundauflagen wirken sich günstig auf die Narbenbildung aus.

Die Hautpflege spielt bei transplantierter Haut eine wichtige Rolle. Denn es werden dabei nur Hautzellen transplantiert, nicht jedoch die zugehörigen Schweiß- oder Talgdrüsen. Aus diesem Grund muss man die Haut täglich eincremen. Starke Sonnenstrahlung schädigt das noch empfindliche Gewebe nach einer Transplantation. Am besten sollte man die Sonne daher meiden oder sich mit bedeckender Kleidung schützen.

Haben sich Narben gebildet, die kosmetisch stören oder Gelenke in ihrer Funktion beeinträchtigen, ist eine Behandlung durch einen plastischen Chirurgen möglich. Betroffene können mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche Verfahren infrage kommen.

Oft sind Funktionstrainings durch eine Physiotherapie oder Ergotherapie nötig, um Bewegungseinschränkungen zu verhindern. In manchen Fällen verschreibt der Arzt außerdem sogenannte Lagerungs- oder Übungsschienen.

Zu den möglichen Verfahren zur Narbenreduktion zählen:

  • maßgefertigte Kompressionswäsche
  • Anfertigung von Spezialschienen oder Hilfsmitteln
  • Anwendung spezieller Silikonfolien
  • operative Eingriffe, um Narbenstränge aufzulösen
  • Laserbehandlung
  • kosmetische-ästhetische Korrektureingriffe, zum Beispiel bei Narben im Gesicht

Verbrennung, Verbrühung: Verlauf

Welchen Verlauf eine Verbrennung oder Verbrühung nimmt, hängt davon ab, wie schwer die betroffenen Stellen geschädigt sind und wie viel Haut betroffen ist. Leichtere Verbrennungen heilen oft ohne weitere Komplikationen ab.

Als lebensbedrohlich wird eine Verbrennung ab Grad 2 eingeschätzt bei mehr als 20 Prozent verbrannter Haut bei einem Erwachsenen beziehungsweise mehr als 10 Prozent bei Kindern. Diese Zahl halbiert sich, wenn ein sogenanntes Inhalationstrauma hinzukommt. Davon spricht man, wenn die Hitze durch Einatmen auch in die Atemwege gelangt und dort zu Verbrennungen führt.

Neben der Verbrennungstiefe sind für die Prognose außerdem entscheidend:

  • das Ausmaß der Verbrennung,
  • das Alter des Betroffenen sowie
  • eventuelle Vorerkrankungen.

Bestimmte Vorerkrankungen können den Heilungsprozess bei Verbrennungen erschweren. Das gilt zum Beispiel für Diabetes mellitus, der häufig mit Wundheilungsstörungen einhergeht.

Eine schwere Verbrennung kann die Lebensqualität stark einschränken – insbesondere, wenn die Narben sichtbar sind, die Beweglichkeit beeinträchtigt ist oder Schmerzen bestehen. Häufig ist es nicht leicht, einerseits mit dem möglicherweise traumatischen Erlebnis des Unfalls an sich sowie andererseits den aus der Verletzung entstandenen körperlichen Veränderungen und deren psychischen Auswirkungen umzugehen.

Wie es für Menschen mit einer schweren Verbrennung danach weitergeht, hängt deshalb nicht allein von der medizinischen Behandlung der Brandwunden ab. Wichtig sind im Anschluss an operative Eingriffe auch Maßnahmen wie Physiotherapie und/oder Ergotherapie sowie eine begleitende psychologische Betreuung. Wieder in das gewohnte soziale Umfeld zurückzufinden und einen mehr oder weniger normalen Alltag zu haben, spielt eine entscheidende Rolle dabei, Lebensqualität zurückzuerlangen.

Verbrennung, Verbrühung: Vorbeugen

Einer Verbrennung oder Verbrühung lässt sich oft vorbeugen, indem man sich umsichtig und vorausschauend verhält.

Gerade bei Kleinkindern ist Aufmerksamkeit geboten – insbesondere, wenn diese Laufen lernen und sich dabei an anderen Dingen festhalten. Dabei kann es rasch passieren, dass heiße Getränke mit dem Tischtuch vom Tisch runtergerissen werden oder der Wasserkocher mit dem Kabel. Auch heiße Ofentüren können zur Gefahr werden. Achten Sie in dieser Zeit besonders auf Ihr Kind und verringern Sie das Risiko von Verbrühungen und Verbrennungen, indem Sie mögliche Gefahrenquellen beseitigen oder sicher abschirmen (z.B. mit einem Herdschutzgitter oder einer Kabelbefestigung).

Im Jugend- und Erwachsenenalter treten neben Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten oder Verbrennungen beim Kochen oder Pizza-Erhitzen im Ofen oft Verbrennungen durch Grillunfälle auf – meist, wenn anstelle von Kohle- oder Grillanzünder unsachgemäß Spiritus zum Einsatz kommt.

Ältere Menschen ziehen sich hingegen häufiger bei Wohnungsbränden Verbrennungen zu oder erleiden Verbrühungen durch zu heißes Wasser in der Badewanne, wenn Betroffene zum Beispiel nicht rasch genug wieder aus der Wanne steigen können.