Man sieht eine Frau beim Arzt, die an ihre schmerzende Schulter greift.
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Fibromyalgie (Fibromyalgie-Syndrom)

Das Fibromyalgie-Syndrom ist ein Komplex aus Beschwerden, bei dem starke Muskelschmerzen im ganzen Körper im Vordergrund stehen. Welche Symptome sind typisch und wie sieht die Therapie aus?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Fibromyalgie

In Deutschland sind etwa zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung vom Fibromyalgie-Syndrom betroffen, Frauen häufiger als Männer. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr erstmals auf. Aber auch in jedem anderen Alter können Menschen am Fibromyalgie-Syndrom erkranken.

Fibromyalgie ist eine Erkrankung, die lebenslang anhält und für die neben anderen Beschwerden vor allem Schmerzen in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen typisch sind. Daneben leiden die Betroffenen unter einer erhöhten Druckempfindlichkeit an den sogenannten Tenderpoints (Schmerzdruckpunkte). Solche Punkte befinden sich an Sehnenansätzen im Nacken, im Rücken, in den Schultern sowie in den Hüften. Wörtlich übersetzt bedeutet Fibromyalgie "Faser-Muskel-Schmerz". Weitere Bezeichnungen für Fibromyalgie sind Fibromyalgie-Syndrom (FMS) sowie generalisierte Tendomyopathie.

Bis bei Fibromyalgie die richtige Diagnose gestellt wird, dauert es oft lange. Denn es müssen erst andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden. Viele Betroffene wandern einige Jahre durch diverse Arztpraxen, bis sie einen Arzt finden, der sich mit der Erkrankung auskennt. Nicht wenige Betroffene haben während dieser Odyssee Fehldiagnosen inklusive eventuell unnötiger Behandlungen bekommen – und die Erfahrung machen müssen, dass ihre Beschwerden nicht wirklich ernst genommen oder allein auf die Psyche geschoben werden.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner?

Der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen ist in der Regel der Hausarzt. Dieser sollte den Betroffenen zur weiteren Abklärung der Beschwerden an entsprechende Fachärzte weiterleiten, wie etwa einen Neurologen oder Rheumatologen. Bei der Suche nach dem richtigen Arzt kann es auch hilfreich sein, sich an Selbsthilfegruppen für Fibromyalgie zu wenden.

Bei telefonischer Kontaktaufnahme lässt sich mit einer kurzen Nachfrage zudem oft schon klären, ob Fibromyalgie ein Schwerpunkt der Arztpraxis ist oder beim Arzt Zusatzqualifikationen in diesem Bereich bestehen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie rät beispielsweise dazu, sich bei Verdacht auf Fibromyalgie an einen Facharzt zu wenden, der zusätzlich als Schmerztherapeut qualifiziert ist.

Ist Fibromyalgie gleichbedeutend mit Weichteilrheumatismus?

Die Begriffe Fibromyalgie und Weichteilrheumatismus werden oft miteinander gleichgesetzt. Auch heute noch finden sich in manchen Artikeln beide Begriffe als Synonym. Das ist jedoch nicht korrekt. Zwar treten bei Fibromyalgie auch Schmerzen im Weichteilgewebe auf, es handelt sich jedoch um keine rheumatische Erkrankung. Auch Entzündungszeichen treten bei Fibromyalgie nicht auf.

Fibromyalgie: Symptome

Bei Fibromyalgie kommt es zu chronischen und diffusen Schmerzen in Muskeln und Sehnenansätzen. Davon sind nicht nur Arme und Beine, sondern auch der Rumpf und speziell der Rücken betroffen – häufig verstärkt nach körperlicher Belastung. Hinzu kommen oft Missempfindungen und Begleitsymptome wie Erschöpfung.

Viele Betroffene beschreiben die Schmerzen als großflächig und fließend, in vielen Fällen auch als dumpf, brennend, scharf, schneidend oder bohrend. Typisch ist auch das Gefühl, die schmerzhaften Weichteile seien diffus geschwollen. Die Intensität der Schmerzen ist zudem nicht immer gleich. Sie wechselt sowohl im Tages- als auch im längerfristigen Krankheitsverlauf.

Die Schmerzen halten über lange Zeit an und können sich durch körperliche Aktivitäten verstärken. Um die Schmerzen zu lindern, beginnen manche Fibromyalgie-Betroffene sich körperlich zu schonen, eine Schonhaltung einzunehmen oder körperliche Aktivitäten zu vermeiden. Auf Dauer kann das ungünstig sein, denn gleichzeitig nimmt auch die körperliche Kondition ab. Der Körper ermüdet schneller und Betroffene legen immer rascher wieder Pausen ein. Die zunehmenden Ruhephasen können jedoch bewirken, dass Betroffene sich intensiver auf die Schmerzen konzentrieren und sich diese dadurch verstärken.

Bei Fibromyalgie kann es neben den charakteristischen Schmerzen zu verschiedenen Begleitsymptomen kommen, wie zum Beispiel:

Mit welchen Beschwerden sich eine Fibromyalgie genau äußert und wie stark diese ausgeprägt sind, ist dabei von Fall zu Fall verschieden.

Manchmal verschlimmert sich Fibromyalgie unter bestimmten Bedingungen, wie etwa bei:

Fibromyalgie-Schübe

Bei manchen Betroffenen mit Fibromyalgie tritt die Erkrankung in Schüben auf – die Beschwerden kommen und gehen also. Anfangs lassen sich die Fibromyalgie-Schübe gut erkennen, da diese immer wieder von beschwerdefreien Phasen unterbrochen werden. Nach und nach treten jedoch weitere Symptome hinzu (wie starke Erschöpfung und Müdigkeit). Manche der Beschwerden bleiben auch zwischen den Schüben bestehen, wodurch es schwerer wird, die Fibromyalgie-Schübe als solche wahrzunehmen.

Fibromyalgie-Schübe beginnen häufig mit einer Art Krankheitsgefühl, ähnlich einer Grippe. Im Laufe einiger Tage bis Wochen nehmen die Beschwerden zu, um dann nach und nach wieder abzuflauen, bis der Schub schließlich endet.

Fibromyalgie: Diagnose

Bei einer Fibromyalgie (Fibromyalgie-Syndrom) wird der behandelnde Arzt zunächst die aktuellen Beschwerden und die Krankengeschichte (Anamnese) erfragen. Neben den Schmerzen sollten hierbei auch alle anderen Beschwerden erfasst werden.

Für das Fibromyalgie-Syndrom gibt es einen speziell entwickelten Fragebogen, mit dem der Arzt die Art der Beschwerden und deren Stärke systematisch abfragen kann. Die schmerzenden Körperstellen hält der Arzt in einer Schmerzskizze fest. Bestehen die Schmerzen in mindestens drei Körperregionen länger als drei Monate, kann das ein Hinweis auf eine Fibromyalgie sein.

Beim Arztbesuch sollten Betroffene alle aktuell eingenommenen Medikamente nennen, für den Fall, dass Nebenwirkungen für die Beschwerden verantwortlich sein könnten.

Bei einer körperlichen Untersuchung prüft der Arzt möglicherweise auch verschiedene Druckpunkte an Muskeln und Sehnensätzen (die sog. Tenderpoints) auf Schmerzhaftigkeit, indem er mit dem Daumen darauf drückt. Bei Betroffenen mit Fibromyalgie löst das oft Schmerzen aus. Der aus dem Englischen stammende Ausdruck Tenderpoints bedeutet übersetzt soviel wie "empfindliche Punkte".

Früher galt für die Diagnosestellung, dass mindestens 11 von insgesamt 18 Druckpunkten schmerzhaft auf Druck reagieren und Schmerzen in mindestens drei Körperregionen sowie länger als drei Monate bestehen müssen. Davon rückt man mittlerweile jedoch eher ab. Für die Diagnose einer Fibromyalgie müssen die Tenderpoints nicht mehr zwingend getestet werden. Vielmehr genügen als Kriterium im Grunde bereits allgemein vorhandene Schmerzen.

Bei Fibromyalgie lassen sich keine organischen Veränderungen beobachten. Es gibt keine typischen Laborwerte, die auf eine Fibromyalgie hindeuten könnten. Genauso wenig Aufschluss gibt das Röntgenbild.

Der behandelnde Arzt diagnostiziert die Erkrankung deshalb vor allem, indem er andere Erkrankungen ausschließt, die ähnliche Beschwerden wie bei einer Fibromyalgie verursachen können (sog. Ausschlussdiagnostik). Dazu zählen zum Beispiel rheumatisch-entzündliche Erkrankungen, Wirbelsäulenprozesse mit radikulärer (die Nervenwurzel betreffender) Symptomatik, muskuläre Systemerkrankungen, Entzündungen der Skelettmuskulatur (Myositiden) oder Autoimmunerkrankungen.

Schwerbehinderung: Möglichkeit eines Nachteilsausgleichs

Da das Fibromyalgie-Syndrom Leben und Alltag stark beeinträchtigen kann, haben Betroffene – ähnlich wie bei schweren rheumatischen Erkrankungen – unter Umständen Anspruch auf Feststellung einer Schwerbehinderung. Wem ein Nachteilsausgleich zusteht und woraus er genau besteht, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und wie sehr die Fibromyalgie den Alltag beeinflusst. Der individuelle Fall wird vom zuständigen Versorgungsamt anhand der Versorgungsmedizin-Verordnung beurteilt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie er Ihren Fall einschätzt und beantragen Sie gegebenenfalls anschließend den Nachteilsausgleich beim zuständigen Versorgungsamt.

Fibromyalgie: Therapie

Bei Fibromyalgie (Fibromyalgie-Syndrom, FMS) zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Heilung im eigentlichen Sinne gibt es bislang nicht.

Die Therapie setzt sich meistens aus mehreren Bestandteilen zusammen, wie zum Beispiel:

  • Patientenschulungen
  • verhaltenstherapeutische Schmerztherapie
  • an die Belastbarkeit des Betroffenen angepasstes Bewegungstraining (Ausdauertraining z.B. Schwimmen, Wandern, Aquafitness)
  • eventuell vorübergehend die Einnahme von Antidepressiva
  • Erlernen von Entspannungsmethoden
  • Diagnostik und Behandlung weiterer körperlicher Erkrankungen und seelischer Störungen

Diese Verfahren kommen einzeln oder in Kombination zum Einsatz – abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen.

Zurückhaltung bei Schmerzmitteln

Trotzdem Schmerzen das Hauptsymptom bei Fibromyalgie sind, eignen sich die gängigen Schmerzmittel (wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac) nicht zur Behandlung einer Fibromyalgie. Denn die Ursache der Schmerzen liegt bei einer Fibromyalgie nicht in entzündlichen Veränderungen. Zurückhaltung ist vor allem bei opioidhaltigen Schmerzmitteln geboten. Diese können schnell abhängig machen

Auch opioidhaltige Schmerzmittel wie Tramadol oder stärkere Varianten wirken nicht überzeugend gegen die Schmerzen einer Fibromyalgie und können schnell abhängig machen. Von der Einnahme opioidhaltiger Schmerzmittel wird daher eher abgeraten.

Patientenschulungen

Patientenschulungen zum Thema Fibromyalgie helfen Betroffenen dabei, mit ihrer Erkrankung zu leben und umzugehen. In kleinen Gruppen erhält man Informationen über das Krankheitsbild, den Verlauf, die Ursachen und die möglichen Therapie-Module. Im Vordergrund steht hier, zu verstehen, wie der Körper Schmerzen verarbeitet. Solche Schulungen bieten rheumatologische Arztpraxen und Psychologen an, aber auch Reha-Kliniken, die Deutsche Rheuma-Liga sowie Selbsthilfeverbände.

Bewegung

Regelmäßiges Training wirkt sich bei Fibromyalgie positiv aus. Vor allem Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking, Aquajogging oder Schwimmen tun vielen Betroffenen gut. Betroffene sollten das Bewegungsprogramm hierbei langsam starten und in Absprache mit dem Arzt dann allmählich steigern.

Positive Effekte kann auch sogenanntes Funktionstraining bei Fibromyalgie haben. Darunter versteht man zum Beispiel über einen längeren Zeitraum verordnete Krankengymnastik oder Wassergymnastik.

Auch körperbezogene Sportarten mit einer eher meditativen Ausrichtung können sich günstig auf die Beschwerden bei Fibromyalgie auswirken, wie etwa Yoga, Qigong oder Tai-Chi.

Psychotherapie

Mit Hilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen Fibromyalgie-Patienten ungünstige Denkmuster, Bewertungen und Verhaltensweisen zu erkennen und zu durchbrechen. Dazu gehört vor allem auch die Wahrnehmung der Schmerzen und wie diese bewertet werden. Im Idealfall ordnet sich der Alltag nicht mehr vollständig dem Schmerz unter. Die Betroffenen lernen, Stress besser zu bewältigen, indem sie die eigenen Grenzen und Stressfaktoren besser wahrnehmen. Entspannungstechniken (wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training) können dabei helfen, die Stressbelastung im Allgemeinen zu senken.

Antidepressiva

Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend und entspannend. Sie können die Beschwerden bei Fibromyalgie bessern und können für einen begrenzten Zeitraum zum Einsatz kommen.

Nicht zu empfehlen: Die sogenannte Quadrantenoperation nach Professor Bauer

Theorie der "Quadrantenoperation nach Professor Bauer" ist, dass bei Betroffenen mit Fibromyalgie die Nerven Eiweiße abgeben, welche dann verklumpen und zu Verdickungen und Verklebungen führen. Dadurch soll Druck auf den Nerv entstehen und in der Folge Schmerz in den Körper ausstrahlen. Mit einem chirurgischen Eingriff sollen diese Eiweißansammlungen entfernt werden können. Die Wirkung dieser Therapie ist jedoch nicht ausreichend belegt und kann außerdem zu Komplikationen wie Wundinfektionen führen. Von dieser Methode wird daher abgeraten.

Fibromyalgie: Ernährung

Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist bei Fibromyalgie (Fibromyalgie-Syndrom) bislang nicht möglich – auch nicht durch eine spezielle Ernährung oder eine Ernährungsumstellung, wie sie auf manchen Webseiten im Internet versprochen wird. Für Zusammenhänge zwischen der Erkrankung und bestimmten Nahrungsmitteln gibt es bislang keinerlei wissenschaftliche Nachweise. Zwar besserten sich in ersten Studien die Beschwerden, wenn sich die Teilnehmer vegan oder vegetarisch ernährten. Die Studien waren jedoch zu klein, um daraus Empfehlungen abzuleiten.

Einen allgemeingültigen Essensplan bei Fibromyalgie gibt es daher nicht. Wichtig ist, dass jeder Betroffene für sich selbst herausfindet, was ihm guttut – und was nicht. Mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse liegt man jedoch wohl auch bei Fibromyalgie kaum falsch.

Eine Fibromyalgie-Patienten versuchen es mit Nahrungsergänzungsmitteln, wie etwa Vitaminpräparaten, Präparaten mit L-Carnitin oder Magnesium. In Bezug auf die Erkrankung gibt es jedoch keinen nachweislichen Nutzen für solche Präparate.

Fibromyalgie: Ursachen

Welche Ursachen Fibromyalgie hat, ist bisher weitgehend unbekannt. Vermutlich gibt es jedoch nicht nur eine einzige Ursache, sondern es spielen mehrere Faktoren und Mechanismen bei der Entstehung eine Rolle. An den genauen Ursachen wird weiterhin geforscht.

Diskutiert, aber wissenschaftlich nicht belegt, sind folgend Ursachen für Fibromyalgie:

  • Infektionskrankheiten (z.B. Borreliose)
  • Verletzungen bzw. Unfälle
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Ungleichgewicht der Geschlechtshormone
  • Muskelerkrankungen
  • Nervenfasererkrankungen (z.B. Erkrankung der sog. small fibers)

Als mögliche Ursache für Fibromyalgie gilt vielmehr eine Störung der Schmerzverarbeitung, bei der auch geringe Reize als Schmerz wahrgenommen werden. Bei Menschen mit Fibromyalgie verändern sich offenbar die Regelsysteme für Schmerzempfindung im Gehirn. Bestimmte Botenstoffe, die mit der Schmerzverarbeitung zu tun haben, regulieren sich herunter (z.B. Serotonin). Andere Stoffe dagegen lassen sich vermehrt nachweisen – zum Beispiel die sogenannte Substanz P, ein Botenstoff, der die Schmerzempfindlichkeit von Nervenzellen steigern kann.

Einen gewissen Einfluss hat wahrscheinlich auch die Vererbung, denn in manchen Familien tritt Fibromyalgie gehäuft auf. Bei Menschen mit Fibromyalgie finden sich bestimmte Genvarianten häufiger als bei gesunden Menschen. Die betroffenen Gene wirken sich auf die Funktion verschiedener Botenstoffe aus, die eine Rolle bei der Schmerzverarbeitung spielen (wie Noradrenalin, Serotonin). Ein einzelnes Fibromyalgie-Gen gibt es jedoch nicht.

Psychische Belastungen (wie anhaltender Stress) oder psychische Erkrankungen (wie Depressionen) können bei manchen Betroffenen möglicherweise dazu beitragen, dass eine Fibromyalgie entsteht. Sie ist jedoch keine psychische Erkrankung.

Die Schmerzen sind nicht eingebildet

Nach heutigem Wissensstand ist man sich sicher, dass die schmerzenden Stellen bei Fibromyalgie nicht organisch verändert oder gar entzündet sind. Wenn es also im Arm schmerzt, lässt sich an dieser Stelle keine Verletzung finden. Vielmehr führt erst die veränderte Schmerzempfindung im Gehirn dazu, dass Betroffene den Schmerz genau an dieser Stelle empfinden.

Die Schmerzen und Beschwerden bei Fibromyalgie sind also real – und keinesfalls "nur" eingebildet.

Fibromyalgie: Verlauf & Lebenserwartung

Eine Fibromyalgie (Fibromyalgie-Syndrom) entwickelt sich in der Regel allmählich, oft über Jahre. Die Schmerzen und anderen Beschwerden können sehr intensiv und belastend sein. Oft bleiben die Beschwerden ein Leben lang. In der Folge können unter Umständen Ängste entstehen, welchen Verlauf die Erkrankung nimmt und welche Auswirkungen sie vielleicht auf den Körper hat.

Sicher ist jedoch, dass im Rahmen einer Fibromyalgie selbst ohne Behandlung weder Gelenke noch andere Strukturen des Bewegungssystems Schaden nehmen, sodass beispielsweise eine Invalidität nicht befürchtet werden muss. Auch die Lebenserwartung wird durch die Erkrankung nicht beeinflusst. Dennoch kann eine Fibromyalgie die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Zwar ist Fibromyalgie bislang nicht heilbar, mit einer angemessenen Behandlung gelingt es jedoch vielen Betroffene mit der Zeit besser mit den Beschwerden zurechtzukommen. Bei etwa einem von vier Betroffenen verringern sich die Beschwerden nach einigen Jahren etwas. Bei einem von zehn Betroffenen nehmen sie sogar deutlich ab.