Das Bild zeigt eine Forscherin, die durch ein Mikroskop schaut.
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Pocken

Die Pocken (fachsprachlich: Variola, veraltet: Blattern) sind eine durch das Pockenvirus ausgelöste, hochgradig ansteckende und schwere Infektionskrankheit. Eine wirksame Therapie gegen Pocken ist nicht bekannt – man kann nur die Symptome der Pocken lindern. Seit dem Jahr 1980 gilt die Infektionskrankheit jedoch weltweit als ausgerottet.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Die Pocken sind durch einen typischen Krankheitsverlauf gekennzeichnet: Anfangs lösen sie Beschwerden wie hohes Fieber und Abgeschlagenheit aus. Es entsteht ein vorübergehender Hautausschlag; die Pocken sind zu diesem Zeitpunkt sehr ansteckend. Das Fieber fällt vorübergehend ab und die für Pocken typischen Papeln auf der Haut treten auf, die sich mit virushaltiger Flüssigkeit füllen: Sie zeigen sich zunächst im Gesicht und können sich dann über die Arme und Beine über den ganzen Körper ausbreiten. Die Betroffenen haben hohes Fieber, sind verwirrt, desorientiert und entwickeln Wahnvorstellungen. Die Papeln verändern sich zu Pusteln, die teilweise mit Eiter gefüllt sind und später verkrusten beziehungsweise verschorfen. Nach einiger Zeit fallen die Krusten ab, was mit starkem Juckreiz verbunden ist. Besonders im Gesicht bleiben häufig Narben zurück – sogenannte Pockennarben.

Bei der als schwarze Blattern bezeichneten besonders schweren Form der Pocken ist die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome verkürzt; innerhalb weniger Tage kommt es zu ausgedehnten, schweren Blutungen in die Haut, zu Blutungen der Schleimhäute und der inneren Organe. Sogenannte weiße Pocken hingegen sind eine harmlosere Form der Pocken, die sich von den echten Pocken unterscheidet.

Da die Pocken hochansteckend sind, konnten sie sich früher aufgrund des fehlenden Impfschutzes sehr rasch ausbreiten und traten demnach räumlich und zeitlich gehäuft auf: Es entstanden Epidemien, die viele Todesopfer forderten. Nach der weltweiten Einführung der Pockenimpfung im Jahr 1967 sank die Zahl der Erkrankungen drastisch – schließlich gelang es, die Pocken auszurotten: Seit 1980 gilt die Welt offiziell als pockenfrei.

Definition

Der Begriff Pocken (fachsprachlich: Variola, veraltet: Blattern) bezeichnet eine durch das Variolavirus (auch Pockenvirus genannt) hervorgerufene, hochgradig ansteckende und lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch typische Hautveränderungen gekennzeichnet ist.

Da die Pocken hochansteckend sind, breiteten sie sich in der Vergangenheit sehr rasch in der Bevölkerung aus – vor allem bis weltweit verpflichtende Pockenimpfungen eingeführt wurden. Bis zur Einführung der Impfung kam es immer wieder zu Epidemien, also einem räumlich und zeitlich gehäuften Auftreten der Erkrankung. Noch im Jahr 1967 traten weltweit bis zu 15 Millionen registrierte Pockenfälle auf.

Die Pocken gehören zu den quarantänepflichtigen Erkrankungen – wie

Bei einer Quarantäne sind die Erkrankten für die Dauer der Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheitssymptome) streng von anderen Menschen, Gebieten und Gegenständen isoliert, um eine Ausbreitung der Pocken zu vermeiden. Da die Pocken seit 1980 als ausgerottet gelten, ist dies heute nicht mehr von praktischer Bedeutung.

Häufigkeit

Die Pocken kamen in der Vergangenheit sehr häufig vor: Jahrhundertelang waren sie eine der verheerendsten Seuchen der Menschheit. Noch Anfang der 1950er Jahre gab es weltweit jährlich etwa 50 Millionen Pockenfälle. Als im Jahr 1967 die Pockenimpfung weltweit eingeführt wurde, sank die Zahl der registrierten Pockenfälle auf 10 bis 15 Millionen. Der letzte Pockenfall in Deutschland trat im Jahr 1972 in Hannover auf.

Der weltweit letzte natürliche Pockenfall ereignete sich im Oktober 1977 in Somalia. Im Jahr darauf kam es noch einmal zu einer Ansteckung mit Pocken: In Großbritannien infizierte sich eine Frau mit einem Pockenvirus, das aus einem Labor der Universität Birmingham stammte, und verstarb an der Erkrankung.

Seit 1978 ist weltweit niemand mehr an Pocken erkrankt. Am 8. Mai 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Welt für pockenfrei.

Weltweit existieren offiziell nur noch zwei Laboratorien, in denen man das Pockenvirus zu Forschungszwecken aufbewahrt:

  • das Forschungszentrum der Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta, Georgia, USA
  • das Staatliche Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie (VECTOR) in Kolzowo bei Nowosibirsk in Russland

Pocken: Geschichte

Die Pocken haben eine viele tausend Jahre zurückreichende Geschichte: So sind am Körper des Pharaos Ramses V., dessen Mumie im ägyptischen Museum in Kairo liegt, Pockennarben zu erkennen. Die ersten zuverlässigen Informationen über Pockenerkrankungen in China stammen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Für das 10. Jahrhundert nach Christus ist außerdem eine Pockenepidemie im Mittelmeerraum dokumentiert.

Im Mittelalter wirkten sich die Pocken in Europa verheerend aus: Hier traten im 13. Jahrhundert in England sowie im 15. Jahrhundert in Deutschland Pockenepidemien auf.

Mit den spanischen Eroberern kamen die Pocken schließlich von Europa nach Süd- und Mittelamerika. Dort führten sie zu vielen Millionen Toten und spielten wahrscheinlich eine wesentliche Rolle beim Untergang der alten Indianerkulturen der Inkas und Azteken.

Bei den Indianerkriegen in Nordamerika dienten die Erreger der Pocken sogar als biologische Waffe: Die britischen Truppen verteilten Decken von Pocken-Patienten an Indianer und lösten so eine schwerwiegende Epidemie aus.

Zu den bekannten Europäern, die Pocken hatten, zählt die österreichische Kaiserin Maria Theresia, die 1768 im Alter von 50 Jahren erkrankte und überlebte. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) erkrankte an den Pocken. In seinem Werk "Dichtung und Wahrheit" beschrieb er seinen eigenen Krankheitsverlauf.

Pockenimpfung: Geschichte

Die erste Schutzimpfung gegen Pocken entwickelten chinesische Ärzte: die sogenannte Variolation. Dabei pusteten sie getrockneten Schorf von Pocken-Pusteln, der die Variola-Viren enthielt, in die Nase gesunder Menschen. Diese erkrankten dadurch an einer meist milden Form der Pocken. Bei etwa ein bis zwei von 100 derartig "geimpften" Personen verlief die Krankheit dabei tödlich – ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum Verlauf bei nicht-geimpften Personen: Hier starben etwa 30 von 100 Personen an den Pocken. Problematisch an der Variolation war allerdings, dass sich die Infektion ausbreiten und eine Epidemie hervorrufen konnte.

Die Grundlage für die weltweite Ausrottung der Pocken bildet eine Entdeckung des Engländers Edward Jenner: Im Jahr 1796 gelang es ihm, eine wirksame Schutzimpfung gegen die Pocken zu entwickeln. Er beobachtete, dass Menschen, die sich bei Rindern mit Kuhpocken angesteckt hatten, anschließend immun gegen die Pocken waren. Die von ihm entwickelte Pockenimpfung basierte damit auf einer Infektion mit Kuhpocken und war nicht mit den Risiken der Variolation verbunden.

Die erste weltweit öffentliche Impfstation, vor allem gegen die Pocken, eröffneten im Jahr 1802 in Berlin der preußische König Friedrich-Wilhelm III. (1770-1840) und seine Frau Luise (1776-1810) unter dem Namen "Königlich-Preußisches Schutzblattern-Impfinstitut". Die Pockenimpfung schrieb weiter Geschichte: Am 8. April 1874 trat das Reichsimpfgesetz in Kraft, das die Impfung gegen Pocken im damaligen Deutschen Reich zur Pflichtimpfung erklärte. Ein Jahrhundert später trat anstelle dieses Gesetzes das Gesetz über die Pockenschutzimpfung vom 18. Mai 1976 in Kraft, das die Impfpflicht teilweise aufhob. Im Jahr 1977 fanden in der Bundesrepublik Deutschland die letzten größeren Massenimpfungen statt. Seit dem 1. Juli 1983 ist die Pflichtimpfung gegen die Pocken gesetzlich vollständig abgeschafft.

Ursachen

Erreger

Ursache der Pocken sind bestimmte Viren, die natürlicherweise nur bei Menschen vorkommen und sich nur dort vermehren können. Die Erreger der Pocken gehören zur Virusfamilie der Poxviridae. Diese Familie umfasst verschiedene Gattungen, von denen die folgenden Erkrankungen beim Menschen hervorrufen können:

  • Orthopoxvirus
  • Parapoxvirus
  • Molluscipoxvirus
  • Yatapoxvirus

Zur Gattung Orthopoxvirus zählen unter anderem:

  • der Erreger der Pocken beim Menschen
  • der Erreger der Kuhpocken

Die Pockenerkrankung des Menschen tritt in folgenden unterschiedlichen Formen auf:

  • Echte Pocken: Die eigentlichen echten Pocken entstehen durch das Virus Orthopoxvirus variola.
  • Weiße Pocken: Für die ungefährlicheren weißen Pocken ist der Erreger Orthopoxvirus alastrim verantwortlich.

Die Pockenviren sind die größten Viren, die beim Menschen Krankheiten hervorrufen können. Sie haben eine backsteinartige Form und sind etwa 350 mal 270 Nanometer groß (ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter). Sie sind sehr widerstandsfähig und besitzen etwa 150 bis 200 Gene (= Träger der Erbanlagen).

Übertragung

Die Pocken können sich über verschiedene Übertragungswege ausbreiten. Die Übertragung der Pockenviren erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion: Dabei gelangen die ursächlichen Viren über feinste Sekrettröpfchen mit der Luft, zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten, von einem Menschen zum nächsten. Bereits wenige Viren reichen aus, um die Pocken hervorzurufen.

Seltener verbreiten sich die Pockenviren über eine Schmierinfektion: Die Übertragung des Pockenvirus ist also über infizierte Gegenstände, wie zum Beispiel Bettwäsche, Kleidung oder sogar Türklinken prinzipiell möglich.

Sobald die ersten Symptome der Pocken auftreten, können infizierte Personen andere anstecken. Die typischen Papeln auf der Haut müssen dabei noch nicht sichtbar sein!

Die Ansteckungsgefahr endet etwa drei Wochen später, wenn der Hautausschlag völlig abgeheilt ist.

 

 

 

Inkubationszeit

Bei den Pocken beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) 7 bis 19 Tage, im Durchschnitt zwei Wochen.

typische Symptome

Die echten Pocken äußern sich durch andere Symptome als die ungefährlicheren weißen Pocken.

Echte Pocken

Typisch für echte Pocken sind Hautveränderungen, die verschiedene Stadien durchlaufen können. Die echten Pocken bezeichnet man auch als Variola vera oder Variola major. Der Begriff Variola geht auf das lateinische Wort varia (= verschieden, bunt) zurück und dürfte durch die vielgestaltigen Hautveränderungen entstanden sein.

Zu Beginn der Erkrankung lösen die Pocken einige eher allgemeine Symptome aus, die etwa zwei bis vier Tage anhalten, wie zum Beispiel:

Danach treten die ersten Hautveränderungen auf. Der vorübergehende Hautausschlag beginnt meist mit kleinen roten Punkten auf Zunge und Rachen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pocken sehr ansteckend.

Die Symptome verändern sich im Verlauf der Erkrankung. Das Fieber sinkt vorübergehend und auf der Haut bilden sich die für Pocken typischen Hauterscheinungen: Papeln, die sich mit virushaltiger Flüssigkeit füllen. Die ersten Papeln treten in der Regel im Gesicht auf; dann breitet sich der Ausschlag über Arme und Beine und anschließend über den gesamten Körper aus. Zu diesem Zeitpunkt fühlen sich die Betroffenen häufig kurzzeitig besser. Das Fieber steigt jedoch danach oft wieder stark an und führt zu Symptomen wie:

Die Papeln werden zu Pusteln, die nach etwa fünf Tagen beginnen zu verkrusten beziehungsweise zu verschorfen. Rund zwei Wochen nach dem ersten Hautausschlag sind fast alle Pusteln verkrustet. Eine weitere Woche später ist der Großteil der Krusten abgefallen. Wenn der Schorf abfällt, juckt die Haut oft sehr stark. Häufig bleiben deshalb Narben zurück – die sogenannten Pockennarben.

Schwarze Pocken (schwarze Blattern)

Eine besonders schwere Form der Pocken ist unter dem Namen schwarze Blattern (Variola haemorrhagica) bekannt. Bei dieser Pockenform vergeht weniger Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome: Innerhalb von ein paar Tagen entwickeln sich ausgedehnte, schwere Blutungen in die Haut, sodass sich die Pusteln blauschwarz verfärben – daher die Bezeichnung "schwarze Blattern". Außerdem bluten die Schleimhäute und die inneren Organe sowie Blutungen der Schleimhäute und der inneren Organe. Die schwarzen Blattern verlaufen häufig tödlich. Viele Betroffene versterben bereits innerhalb der ersten 48 Stunden.

Weiße Pocken (weiße Blattern)

Weiße Pocken (weiße Blattern, Variola minor) äußern sich meist durch weniger deutliche Symptome der Haut als die echten Pocken und sind weniger gefährlich. Nur in sehr seltenen Fällen enden die weißen Blattern tödlich: Die Sterblichkeitsrate liegt bei unter einem Prozent.

Wer an den weißen Blattern erkrankt, ist dadurch nicht vor einer Infektion mit dem Erreger der echten Pocken geschützt.

Diagnose

Pocken erkennt der Arzt in der Regel recht einfach anhand der typischen Hautveränderungen in Zusammenhang mit hohem Fieber. Um die Diagnose zu sichern und andere Hauterkrankungen auszuschließen, die mit ähnlichen Hautveränderungen verbunden sind (z.B. schwere Fälle von Windpocken), versucht er außerdem, das für die Pocken verantwortliche Virus nachzuweisen. Dieser Erregernachweis kann auf verschiedene Weisen erfolgen, zum Beispiel:

  • Unter dem Elektronenmikroskop kann der Untersucher das Variola-Virus z.B. im Sekret aus Pusteln oder Schleimhautveränderungen erkennen. Allerdings ist es nicht möglich, zwischen dem Erreger der echten Pocken und dem der milder verlaufenden weißen Pocken zu unterscheiden.
  • Innerhalb der ersten drei bis vier Tage der Erkrankung ist das Virus im Blut nachweisbar. Danach kann der Untersucher Antikörper gegen das Variola-Virus bestimmen.

Der Nachweis von Pockenviren würde bei einem Verdachtsfall in einem Labor mit besonderer Sicherheitsstufe erfolgen.

Therapie

Es ist keine wirksame Therapie gegen Pocken bekannt. Das heißt: Es ist nicht möglich, die Ursache der Pocken – das Pockenvirus – im menschlichen Körper zu bekämpfen.

Ziel der Therapie bei Pocken ist es daher, die Symptome zu lindern, zum Beispiel durch:

Um zu verhindern, dass sich die Pocken weiter ausbreiten, ist es erforderlich, die Betroffenen und jede Kontaktperson streng zu isolieren – das bedeutet, dass sie unter Quarantäne stehen. Auch Wohnräume, Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände der Betroffenen sind zu desinfizieren, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Da die Pocken als ausgerottet gelten, haben diese Maßnahmen jedoch heute keine praktische Bedeutung mehr.

Verlauf

Obwohl die echten Pocken (Variola vera bzw. Variola major) häufig schwerwiegend verlaufen, überleben die meisten Menschen (mehr als zwei Drittel) eine Infektion mit dem Pockenvirus. Die Überlebenden sind allerdings häufig durch schwere Narben entstellt und in vielen Fällen erblindet.

Weitere mögliche schwere Folgen der Pocken können sein:

Die weißen Pocken (Variola minor) nehmen hingegen in der Regel einen milderen Krankheitsverlauf: Die Hautsymptome sind weniger ausgeprägt. Allerdings sind die weißen Pocken nicht weniger ansteckend.

Komplikationen

Die als schwarze Blattern (Variola haemorrhagica) bezeichnete Pockenform verläuft besonders heftig mit schweren Komplikationen: Innerhalb weniger Tage treten ausgedehnte, schwere Blutungen der Haut und Schleimhäute sowie der inneren Organe auf. Hiervon betroffen sind zum Beispiel Leber und Herz; aber auch Gehirn und Rückenmark können im Rahmen einer Pockenerkrankung in Mitleidenschaft gezogen sein. Viele von dieser Form der Pocken Betroffene sterben bereits in der ersten Erkrankungswoche, häufig schon innerhalb der ersten 48 Stunden.

Sterblichkeit

Die Überlebenschancen bei einer Pockeninfektion hängen unter anderem von der Verlaufsform der Pocken ab:

  • Die echten Pocken verlaufen für rund 30 von 100 Infizierten tödlich.
  • Etwa 99 von 100 Erkrankten überleben die weißen Pocken.
  • Die schwarzen Blattern verlaufen fast immer tödlich.
Dank der Pockenimpfung gelten die Pocken jedoch inzwischen als weltweit ausgerottet: Seit 1978 ist niemand mehr an Pocken erkrankt – seit dem Jahr 1980 gilt die Welt offiziell als pockenfrei.

Vorbeugen

Sich gegen Pocken impfen zu lassen, ist die einzig wirksame Maßnahme zum Vorbeugen dieser Erkrankung. Die Pockenimpfung ist jedoch heute in Deutschland keine Pflichtimpfung mehr, da es keine Pocken mehr gibt: Dank der konsequenten Durchimpfung der Bevölkerung gelang die weltweite Ausrottung der Pocken.

In Deutschland fanden die letzten größeren Pockenimpf-Aktionen im Jahr 1977 statt, ihre weltweite Aussetzung erfolgte im Jahr 1980. Bei den zu dieser Zeit gegen Pocken geimpften Menschen besteht inzwischen wahrscheinlich kein Impfschutz mehr, da man die Schutzimpfung alle fünf bis zehn Jahre auffrischen muss. Es ist jedoch möglich, dass eine Pockenerkrankung bei einmal geimpften Personen milder verläuft als bei ungeimpften Menschen.

Pockenimpfung

Die Pockenimpfung erfolgt mit dem Erreger der Kuhpocken. Drei bis vier Tage nach der Impfung zeigt sich an der Impfstelle eine Hautreaktion: Es bildet sich eine juckende rote beziehungsweise rötliche Beule, die bei direktem Kontakt ansteckend ist. Das gilt nicht nur für andere Menschen, sondern auch für die Geimpften selbst: Wer die Beule zum Beispiel mit den Händen berührt, riskiert womöglich eine durchaus folgenschwere Infektion an anderen Körperstellen wie den Augen (ggf. mit nachfolgender Erblindung). Daher sind nach einem derartigen Kontakt die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen, sofern kein geeignetes Desinfektionsmittel zur Verfügung steht.

Die Beule an der Impfstelle geht in eine eitrige Pustel oder Blase über und bildet nach zwei bis drei Wochen einen Schorf, der dann abheilt. Von der Pockenimpfung bleibt typischerweise eine kleine Narbe zurück: Die meisten der Personen, die gegen Pocken geimpft sind, haben eine solche Narbe am rechten oder linken Oberarm. Die Pockenimpfung erfolgte einmal vor Vollendung des zweiten Lebensjahrs und ein zweites Mal im zwölften Lebensjahr.

Nachdem die Welt als pockenfrei galt und keine Impfpflicht mehr bestand, gab es in Deutschland zeitweise keinen zugelassenen Impfstoff mehr. Mittlerweile ist der Impfstoff gegen Pocken in Deutschland wieder vorrätig, um die Bevölkerung bei einem Terroranschlag mit Biowaffen so gut wie möglich durch eine Impfung schützen zu können. Darüber hinaus hat man auch einen neuen Impfstoff gegen Pocken entwickelt, der erheblich weniger Nebenwirkungen hat als der alte. Seine Wirksamkeit im Falle einer Pockenepidemie ist jedoch noch nicht hinreichend getestet.