Eine auf dem Boden sitzende Frau fasst sich an ihren geröteten Unterschenkel.
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Erysipel (Wundrose)

Ein Erysipel (Wundrose) macht sich innerhalb von Stunden oder – üblicherweise – wenigen Tagen bemerkbar. Dann bilden sich flächenhafte, meist scharf begrenzte Rötungen der Haut. Das erfordert eine schnelle Therapie mit Antibiotika.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Erysipel (Wundrose)

Ein Erysipel (Wundrose) ist eine akute, durch Bakterien ausgelöste Entzündung der Haut. Dabei sind meist nur die oberen Hautschichten betroffen.

Besonders häufig tritt eine Wundrose am Bein auf. Das Gesicht ist ebenfalls oft von einem Erysipel betroffen: In diesem Fall spricht man von einer Gesichtsrose.

Jedes Jahr entwickeln rund 100 von 100.000 Einwohnern ein Erysipel – hauptsächlich Erwachsene. Damit kommt die Wundrose recht häufig vor.

Erysipel: Ursachen

Ein Erysipel kann nur entstehen, wenn Bakterien in die Haut gelangen. Ursache für die bakterielle Infektion ist meist eine kleine Bagatellverletzung der Haut – zum Beispiel:

Zudem können verschiedene Hauterkrankungen mit Hautverletzungen einhergehen, durch die Bakterien eindringen und so leichter ein Erysipel verursachen können – wie:

Meistens sind A-Streptokokken für ein Erysipel verantwortlich. Diese weit verbreiteten Bakterien produzieren Giftstoffe, die in der Haut eine Entzündung auslösen. In seltenen Fällen können auch andere Bakterien eine Wundrose verursachen – wie Streptokokken der Gruppe G oder auch Staphylococcus aureus.

Die ursächlichen Bakterien sind zwar von Mensch zu Mensch übertragbar – doch für die meisten Menschen ist eine Wundrose nicht ansteckend. Selbst wenn es zur Hautinfektion kommt, führt diese nicht zwangsläufig zu einem Erysipel.

Bei gesunden Menschen mit gut funktionierendem Immunsystem tritt ein Erysipel relativ selten auf. Ein erhöhtes Risiko für eine Wundrose haben vor allem Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind oder die Durchblutungsstörungen haben. Mögliche Ursachen hierfür sind:

Erysipel: Symptome

Typischerweise macht sich ein Erysipel plötzlich bemerkbar. Die Symptome der Hautentzündung bilden sich innerhalb weniger Stunden oder Tage flächenhaft aus – es kommt zu:

  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Schmerzen

Die für das Erysipel typische glänzende Rötung ist meist scharf begrenzt. Oft sieht der Rand gezackt aus: Diese zungenförmigen Ausläufer entstehen, weil sich die Hautinfektion entlang der Lymphgefäße ausbreitet. Der von der Wundrose betroffene Hautbereich

  • schwillt infolge einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) an,
  • ist sehr druckempfindlich und
  • fühlt sich warm an.

Manchmal schwellen bei einem Erysipel auch die in der Umgebung liegenden Lymphknoten an. In schweren Fällen können bei einer Wundrose zudem:

  • Blasen entstehen,
  • kleine, stecknadelkopfgroße Blutungen in der Haut (Petechien) auftreten und/oder
  • Gewebeanteile absterben (Nekrose).

Grundsätzlich kann sich an jeder Stelle des Körpers eine Wundrose bilden. Am Bein tritt das Erysipel jedoch am häufigsten auf – vor allem am Fuß oder Unterschenkel. Oft kommt die Wundrose auch im Gesicht vor: Ein solches Gesichtserysipel (bzw. Gesichtsrose) betrifft meistens den Wangenbereich.

Begleitsymptome

Zusätzlich besteht bei einem Erysipel oft von Anfang an ein schweres Krankheitsgefühl. Daneben entwickeln viele Menschen mit einer Wundrose folgende Symptome:

Erysipel: Diagnose

Ein Erysipel ist meist leicht zu erkennen: Die typischen Hautveränderungen und sonstigen Symptome reichen in der Regel schon aus, um die richtige Diagnose zu stellen. Mit einer Blutuntersuchung kann die Ärztin oder der Arzt nach Entzündungszeichen suchen und so die Entzündung nachweisen – typischerweise erhöht sind:

Bei Anzeichen für ein Erysipel ohne Anstieg der weißen Blutkörperchen ist es für die Diagnose nötig, eine Borreliose auszuschließen. Auch andere mögliche Gründe für die Beschwerden – wie eine Hautentzündung infolge einer Kontaktallergie oder einer chronischen Venenschwäche – sind bei Verdacht auf eine Wundrose in Betracht zu ziehen.

Um ein Erysipel erfolgreich behandeln zu können, gilt es zu klären, an welcher Stelle die Krankheitserreger in die Haut eingedrungen sein könnten. Diese Eintrittspforte (z. B. eine Wunde, ein Ekzem oder eine Pilzinfektion) ist angemessen zu behandeln, um erneute Hautinfektionen zu verhindern.

Zudem ist es bei einem Erysipel wichtig, herauszufinden, ob Begleit- beziehungsweise Grunderkrankungen (wie Diabetes mellitus, Lymphödem, Durchblutungsstörungen oder Gefäßerkrankungen der Beine) die Entstehung der Wundrose begünstigt haben.

Erysipel: Therapie

Ein Erysipel erfordert eine schnelle Therapie mit Antibiotika. Zum Einsatz kommt meist der Wirkstoff Penicillin. Wer dagegen allergisch ist, erhält stattdessen Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin). Diese Antibiotika wirken gegen A-Streptokokken, die am häufigsten hinter einem Erysipel stecken. Besteht der Verdacht auf eine (Misch)Infektion mit anderen Erregern, helfen andere Antibiotika besser.

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Oft ist bei einem Erysipel eine Therapie im Krankenhaus notwendig, da die Antibiotika anfangs als Infusion über eine Vene (intravenös) gegeben werden müssen. Schlägt die Behandlung an, kann man nach wenigen Tagen auf Tabletten umsteigen. Insgesamt dauert die Antibiotika-Behandlung etwa 14 Tage.

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Schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente können die Beschwerden lindern. Zudem ist es ratsam, das Erysipel zu kühlen – das wirkt schmerzlindernd und abschwellend – und die betroffene Stelle möglichst wenig zu bewegen. Letzteres kann bedeuten, Bettruhe einzuhalten oder (bei Gesichtsrose) Sprechen und Kauen zu vermeiden. Bei einer Wundrose am Arm oder Bein ist auch eine Schiene geeignet, um die Extremität ruhig zu stellen und hoch zu lagern: Dies beugt einem Lymphstau vor.

Wichtig ist bei einem Erysipel auch, auf Hygiene zu achten, um

  • einerseits keine Keime zu verschleppen und
  • andererseits zu verhindern, dass sich der entzündete Bereich zusätzlich mit anderen Erregern infiziert.

Doch damit ist es bei einem Erysipel noch nicht getan. Damit die Therapie auch langfristig erfolgreich ist und keine weitere Wundrose entsteht, ist es wichtig, die Infektionsstelle ausfindig zu machen und dann so zu behandeln, dass sie vollständig heilt. Unter Umständen ist dazu auch ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig.

Wenn Sie eine Grunderkrankung haben, die das Erysipel begünstigt oder dessen Verlauf erschwert, ist diese ebenfalls angemessen zu behandeln.

Erysipel: Verlauf & Krankheitsdauer

Frühzeitig und richtig behandelt verschwindet ein Erysipel in der Regel nach einigen Tagen folgenlos. Dennoch ist es wichtig, eine solche bakterielle Infektion der Haut immer ernst zu nehmen.

Denn bei fehlender oder falscher Behandlung kann ein Erysipel im weiteren Verlauf zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Darum gilt die Wundrose als einer der wenigen Notfälle unter den Hautkrankheiten.

So kann sich ein Erysipel unter Umständen in tiefer liegendes Körpergewebe ausbreiten. Das kann schwere, teils lebensbedrohliche Folgen haben – wie:

Wenn die Infektionsstelle nicht heilt oder die Grunderkrankung unbehandelt bleibt, kann die Wundrose zudem immer wiederkehren. Im weiteren Verlauf können die wiederholten Entzündungen dazu führen, dass sich die Lymphgefäße verschließen und somit ein chronisches Lymphödem (Elefantiasis) entsteht. Und ein solches Lymphödem erhöht wiederum das Risiko für ein Erysipel.

Erysipel: Vorbeugen

Ein Erysipel kann nur entstehen, wenn es eine Stelle gibt, an der Keime in die Haut eindringen können: Eine solche Eintrittspforte kann zum Beispiel ein kleiner Hauteinriss sein. Vorbeugen können Sie der Hautinfektion also, indem Sie Ihre Haut sorgfältig pflegen (z. B. regelmäßig eincremen), um sie vor kleinen Verletzungen und Hautrissen zu schützen. Wenn die Haut schon verletzt ist, ist es wichtig, die Verletzung sauber zu halten und darauf zu achten, dass sie ordentlich abheilt.

Manche Erkrankungen – etwa Hauterkrankungen (wie Fußpilz oder Neurodermitis), Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Lymphödeme – können ein Erysipel begünstigen. Mit Hautpflege allein ist es dann nicht getan. Vorbeugend empfiehlt es sich darum auch, solche Grunderkrankungen angemessen behandeln zu lassen, um sich vor einer Wundrose zu schützen.

Da ein Erysipel vor allem bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr auftritt, sind die vorbeugenden Maßnahmen für diese besonders wichtig.