Man sieht eine Mutter, die bei ihrer Tochter Fieber misst.
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Gelbfieber

Gelbfieber ist eine typische Tropenkrankheit: Die einzigen Verbreitungsgebiete sind tropische Länder Afrikas, Mittel- und Südamerikas. Zur Ansteckung mit den ursächlichen Viren kommt es durch den Stich von Mücken.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Das Gelbfiebervirus befällt nicht nur Menschen, sondern kommt auch in Tieren (z.B. Affen) vor. Die indirekte Übertragung von Gelbfieber über Mücken kann von Affe zu Mensch sowie von Mensch zu Mensch geschehen. Eine direkte Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch ist nahezu ausgeschlossen.

Für Kontaktpersonen von Menschen mit Gelbfieber besteht daher kein Ansteckungsrisiko.

Nach der Ansteckung dauert es drei bis acht Tage, bis das Gelbfieber ausbricht. Die meisten Menschen (v.a. Kinder) entwickeln jedoch gar keine oder nur leichte Beschwerden.

Wenn sich Gelbfieber durch Symptome bemerkbar macht, sind sie in der ersten Krankheitsphase uncharakteristisch. Möglich sind:

Meistens verschwinden diese ersten Symptome nach einigen Tagen wieder und die Betroffenen genesen vollständig. Nur in etwa 15 Prozent der Fälle tritt das Gelbfieber anschließend in eine zweite Phase mit hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen ein (sog. hämorrhagisches Fieber). Weitere typische Anzeichen in dieser Phase sind eine Gelbsucht (Ikterus) und Bluterbrechen, weshalb man die Krankheit auch als Schwarzes Erbrechen bezeichnet.

Derzeit ist es nicht möglich, das Gelbfiebervirus durch Medikamente zu bekämpfen. Daher besteht die Therapie von Gelbfieber ausschließlich darin, die Symptome zu lindern. Ein schwerer Krankheitsverlauf macht eine intensivmedizinische Betreuung notwendig.

Doch es muss gar nicht erst zu einer Infektion kommen, denn: Vor Gelbfieber kann eine Impfung mit dem entsprechenden Lebendimpfstoff schützen.

Die Gelbfieberimpfung ist vor Reisen in entsprechende Infektionsgebiete dringend zu empfehlen – es sei denn, die Betroffenen haben eine Immunschwäche, eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder sind schwanger. In dem Fall ist es besser, sich nicht gegen Gelbfieber impfen zu lassen und auf die Reise zu verzichten.

Definition

Gelbfieber ist eine akute Virusinfektion, deren Auslöser das aus der Familie der Flaviviren stammende Gelbfiebervirus ist. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (v.a.der Gattung Aedes).

Gelbfieber ist (wie z.B. auch Ebola) ein virusbedingtes hämorrhagisches Fieber (hämorrhagisch bedeutet, dass innere und äußere Blutungen auftreten können). Es ist in den tropischen Gebieten Afrikas und Amerikas verbreitet und gehört daher zu den Tropenkrankheiten.

Eine weitere Bezeichnung für das Gelbfieber lautet Ochropyra (griech.: ochros = gelblich, pyr = Feuer) oder Schwarzes Erbrechen. Die verschiedenen Namen der Tropenkrankheit leiten sich von den Symptomen ab, die bei schwerem Krankheitsverlauf typisch sind:

Häufigkeit

Weltweit treten jedes Jahr bis zu 170.000 neue Fälle von Gelbfieber auf, von denen rund 60.000 tödlich verlaufen. Dabei ist die Verbreitung der Tropenkrankheit häufig örtlich begrenzt (d.h. endemisch). Endemiegebiete sind bestimmte tropische Gebiete Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas:

  • In Afrika reichen die Infektionsgebiete ungefähr von 15 Grad nördlicher bis 18 Grad südlicher Breite, wobei westafrikanische Länder besonders betroffen sind.
  • In Amerika ist die Verbreitung von Gelbfieber auf ein Dutzend Länder und ein paar Karibikinseln begrenzt. Besonders häufig ist Krankheit in Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru sowie in Teilen Argentiniens und Paraguays.

Außerhalb dieser Verbreitungsgebiete ist Gelbfieber sehr selten: In Europa kam es den letzten Jahren nur vereinzelt zu eingeschleppten Fällen.

Rechtliches

Gelbfieber ist laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Meldung durch den behandelnden Arzt muss bei Verdacht auf eine Infektion, bei Vorliegen einer entsprechenden Erkrankung und im Todesfall erfolgen. Auch für den direkten oder indirekten Nachweis des Erregers besteht eine Meldepflicht.

Ursachen

Erreger

Gelbfieber entsteht durch das Gelbfiebervirus. Dieses Virus gehört zur Familie der Flaviviren, die auch Hepatitis C und das Dengue-Fieber verursachen. Der Erreger befällt nicht nur Menschen, sondern auch Tiere – zum Beispiel:

  • Vögel
  • Affen
  • Schlangen
  • Fledermäuse

Übertragung

Die Übertragung von Gelbfieber auf den Menschen geschieht fast immer durch Mückenstiche – meist durch die Stechmücke Aedes aegypti, aber auch durch andere Mücken der Gattung Aedes oder Haemogogus. Bei der Infektion passiert Folgendes:

  • Bei dem Mückenstich gelangen die Gelbfieberviren in den Blutkreislauf.
  • Dort befallen die Viren die Fresszellen (Makrophagen) von Lymphknoten, Milz, Leber und Knochenmark, wo sie sich vermehren.
  • Nach einiger Zeit verlassen die Nachkommen der Gelbfieberviren die befallenen Zellen und zirkulieren etwa zwei bis vier Tage lang im Blutkreislauf. In dieser Zeit ist es auch möglich, die Viren im Blut direkt nachzuweisen.

Die über Mücken ablaufende – also indirekte – Übertragung von Gelbfieber ist sowohl von Mensch zu Mensch als auch von Affe zu Mensch möglich. Je nachdem, über welchen dieser beiden Wege sich der Mensch ansteckt, unterscheidet man zwei Formen der Tropenkrankheit:

  • Sylvatisches Gelbfieber (lat. silva = Wald):
    Das Gelbfiebervirus wechselt in der Natur ständig über Mückenstiche zwischen Affen und Mücken im Regenwald hin und her (sog. sylvatischer Zyklus). Wenn sich ein Mensch im Dschungel oder an seinen Randgebieten aufhält und ihn dort eine Überträgermücke sticht, entwickelt er die als Dschungelfieber (bzw. Dschungelgelbfieber) bezeichnete Form der Erkrankung. Die ursächlichen Viren stammen dann also nicht von einem infizierten Menschen, sondern von einem Affen. Das sylvatische Gelbfieber tritt typischerweise nur vereinzelt auf.
  • Urbanes Gelbfieber (lat. urbs = Stadt):
    Wenn das Gelbfiebervirus die Mückenart Aedes aegypti erreicht, die in der Nähe menschlicher Behausungen brütet, kann es passieren, dass die Übertragung des Virus nachfolgend nur noch zwischen Mücken und Menschen erfolgt (sog. urbaner Zyklus). Dieser Übertragungsweg kann leicht eine Massenerkrankung an Gelbfieber (sog. Epidemie) verursachen, die sich von Siedlung zu Siedlung ausbreitet.

Nur in Afrika verbindet sich die urbane auch mit der sylvatischen Übertragung, was das Risiko für die Verbreitung von Gelbfieber erhöht: Das Virus gelangt vom Regenwald über infizierte Menschen oder Affen in die Savanne, wo die dort lebenden Mücken sie aufnehmen und weiter in Richtung größerer Siedlungen verbreiten. Dieser sogenannte intermediäre Zyklus kann kleine Ausbrüche verursachen.

Dass ein infizierter Mensch einen anderen Menschen direkt mit Gelbfieber ansteckt, ist nahezu ausgeschlossen.

Für eine direkte Übertragung von Gelbfieber von Mensch zu Mensch kommen nur zwei Ursachen in Betracht:

  • In seltenen Einzelfällen infizieren sich Menschen durch Bluttransfusion mit Gelbfieber.
  • Eine weitere Möglichkeit der Mensch-zu-Mensch-Übertragung besteht bei stillenden Müttern, die sich nach der Geburt ihres Kindes gegen Gelbfieber impfen lassen: Der Impfstoff ist ein sogenannter Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Gelbfieberviren enthält. Diese Impfviren können dann über die Muttermilch von der geimpften Mutter zum Säugling gelangen und bei ihm eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) verursachen.

Inkubationszeit

Beim Gelbfieber beträgt die Inkubationszeit – das heißt die Zeit zwischen der Infektion mit dem ursächlichen Virus und dem Auftreten der ersten Symptome – drei bis sechs Tage. Nach dieser Zeit siedeln sich die Gelbfieberviren in ihren Zielorganen an. Hierzu gehören die Gelenke, das Herz, die Muskeln, die Haut, das Gehirn und die Leber. In diesen Organen vermehren sich die Viren erneut.

Symptome

Die mit Gelbfieber verbundenen Symptome können unterschiedlich schwer sein: Es sind sowohl leichte Fälle möglich, die sich kaum bemerkbar machen, als auch schwerwiegende Verläufe, die zum Tod führen können. Die meisten Menschen (v.a. Kinder) entwickeln nach einer Infektion mit dem Gelbfiebervirus jedoch gar keine oder nur leichte Beschwerden.

Wenn Gelbfieber Symptome auslöst, kann man zwei Krankheitsphasen unterscheiden. Die erste Phase ist durch uncharakteristische Beschwerden gekennzeichnet, die ein bis zwei Tage nach der Infektion auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:

In den meisten Fällen von Gelbfieber klingen diese ersten Symptome nach einigen Tagen wieder ab – es kommt zur vollständigen Genesung.

Bei etwa 15 Prozent der Infizierten tritt das Gelbfieber jedoch in eine zweite, toxische Phase ein, in der sich die klassischen Anzeichen für ein Leber-Nieren-Versagen entwickeln. Die für diese Phase typischen Symptome erklären auch, warum die Tropenkrankheit Gelbfieber oder auch Schwarzes Erbrechen heißt:

  • Das Fieber steigt erneut an,
  • die Leber schwillt an und es entwickelt sich eine Gelbsucht (Ikterus)
  • es kommt zu kaffeesatzähnlichem Bluterbrechen (Hämatemesis).

Die in der zweiten Phase von Gelbfieber möglichen Blutungen in Rachenraum, Magen-Darm-Trakt, Haut und anderen Organen können neben dem Bluterbrechen unter anderem Nasenbluten und blutigen Durchfall hervorrufen. Die gestörte Nierenfunktion kann dazu führen, dass sich im Urin vermehrt Eiweiße finden (sog. Albuminurie). Darüber hinaus können in der zweiten Krankheitsphase beispielsweise folgende Symptome auftreten:

Diagnose

Der Verdacht auf Gelbfieber ergibt sich anhand der Symptome (wie Fieber, Erbrechen und Nasenbluten in der ersten Erkrankungsphase) und der Angaben über vorangegangene Auslandsaufenthalte (typische Infektionsgebiete sind bestimmte tropische Länder Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas).

Wenn es gelingt, den Erreger (das Gelbfiebervirus) im Blut nachzuweisen (entweder direkt oder durch Nachweis der Antikörper, die sich im Körper als Reaktion auf die Infektion gebildet haben), ist das Gelbfieber sicher diagnostiziert. Dieser Erregernachweis im Blut ist in der akuten Krankheitsphase (d.h. 2–5 Tage nach Ausbruch der Krankheit) möglich.

Daneben können bei Verdacht auf Gelbfieber zusätzliche Laboruntersuchungen zur Diagnose zum Einsatz kommen. Eine Blutuntersuchung kann zum Beispiel folgende Ergebnisse liefern:

  • Zu Beginn der Erkrankung ist typischerweise die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut verringert, später aber erhöht.
  • Bei Gelbfieber ist die Anzahl Blutplättchen (Thrombozyten) erniedrigt.
  • Gelbfieber führt zu Gerinnungsstörungen.
  • Die Leberwerte im Blut (sog. Transaminasen) können bei einem schwer verlaufenden Gelbfieber auf eine geschädigte Leber hinweisen.

Auch eine Urinuntersuchung kann dazu beitragen, Gelbfieber zu diagnostizieren: Im Urin befinden sich in der zweiten Krankheitsphase typischerweise vermehrt Eiweiße (Albuminurie).

Therapie

Bei Gelbfieber besteht die Therapie ausschließlich darin, die Symptome zu behandeln: Das bedeutet beispielsweise, das Fieber zu senken oder den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein Medikament, um den Erreger der Tropenkrankheit (das sog. Gelbfiebervirus) gezielt zu bekämpfen, steht bisher nicht zur Verfügung.

In den meisten Fällen verursacht Gelbfieber kaum oder nur leichte Beschwerden. Wenn die Erkrankung, die man wegen des möglichen Bluterbrechens auch Schwarzes Erbrechen nennt, schwer verläuft, ist jedoch eine intensivmedizinische Betreuung notwendig.

Daher ist bei Verdacht auf Gelbfieber in jedem Fall eine Therapie in einem Krankenhaus ratsam, das entsprechend ausgestattet ist und Erfahrung in der Behandlung von Tropenkrankheiten hat.

Verlauf

Prognose

Gelbfieber kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich verlaufen. Die Prognose nach einer Infektion mit dem Gelbfiebervirus ist jedoch meistens günstig.

In 80 bis 90 Prozent aller Fälle heilt Gelbfieber vollkommen aus. Die Betroffenen sind dann für den Rest ihres Lebens immun gegen die Erkrankung. Dabei ist davon auszugehen, dass viele – vor allem leichtere – Krankheitsverläufe in den Entwicklungsländern oft unentdeckt bleiben und die durchschnittliche Überlebensrate damit noch höher liegt.

Komplikationen

Gelbfieber kann in zwei Phasen verlaufen. Meistens genesen die Betroffenen allerdings mit Ende der ersten Phase vollständig. Nur in etwa 15 Prozent der Fälle tritt die Erkrankung in die zweite Phase ein, in deren Verlauf es zu Komplikationen kommen kann.

Als typische Komplikation entwickelt sich dann ein Leber-Nieren-Versagen mit all seinen klassischen Symptomen (wie Gelbsucht und Bluterbrechen, was zu den Bezeichnungen "Gelbfieber" bzw. "Schwarzes Erbrechen" geführt hat). In dem Fall kann die Erkrankung zum Tod führen, was meist innerhalb der zweiten Woche geschieht. Selbst bei schweren Verläufen beträgt die Überlebensrate jedoch immer noch mehr als 50 Prozent.

Mit Gelbfieberimpfung vorbeugen

Dem Gelbfieber können Sie sicher vorbeugen, indem Sie sich impfen lassen! Die Gelbfieberimpfung ist wichtig, wenn Sie vorhaben, in Verbreitungsgebiete des Gelbfiebervirus zu reisen: Die Tropenkrankheit tritt nur örtlich begrenzt auf – betroffen sind bestimmte tropische Gebiete Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas (sog. Endemiegebiete). In manchen Ländern ist es auch vorgeschrieben, sich vor der Einreise impfen zu lassen.

Der gegen Gelbfieber verfügbare Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Gelbfieberviren enthält. Schon die einmalige Impfung verleiht einen lebenslangen Schutz. Im Allgemeinen ist die Gelbfieberimpfung gut verträglich. Die Kosten einer solchen Reiseimpfung übernehmen die meisten Krankenkassen.

Für Kinder unter neun Monaten ist die Gelbfieberimpfung allerdings nicht geeignet (Ausnahme: bei Babys zwischen 6 und 9 Monaten mit hohem Erkrankungsrisiko während einer Epidemie). Daneben sollten auch folgende Personen gegen Gelbfieber keine Impfung erhalten (es sei denn, sie müssen unbedingt in eins der betroffenen Länder reisen und können die Reise nicht aufschieben):

Auch wenn Sie gegen Gelbfieber geimpft sind, ist vorbeugend zusätzlich immer auch ein Schutz vor Mückenstichen ratsam! Das bedeutet, bei einem Aufenthalt in einem der Infektionsgebiete:

  • geeignete Kleidung tragen und
  • Moskitonetze sowie Mückenschutzmittel verwenden.