Man sieht einen Finger, der auf einen Kohlenmonoxid-Melder drückt
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Kohlenmonoxidvergiftung

Es ist farb- und geruchlos und genau deshalb besonders tückisch. Denn Kohlenmonoxid ist tödlich. Immer wieder sterben Menschen in ihren Wohnungen, weil das Gas unbemerkt ausgetreten ist. Es stellt eine Gefahr dar, die Sie zwar nicht kommen sehen, der Sie aber vorbeugen können.

Überblick

Kohlenmonoxid ist ein gefährliches Atemgift, da seine Bindungskräfte an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) etwa 200 bis 300 Mal stärker sind als die von Sauerstoff (O2) oder Kohlendioxid (CO2). Atmet eine Person zu viel Kohlenmonoxid ein, so heftet sich das Gas an das Hämoglobin, während Sauerstoff und Kohlendioxid aufgrund der geringeren Bindungskräfte verdrängt werden. Somit werden der Transport von Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe sowie der Rücktransport von CO2 in die Lunge blockiert. Hat sich das Kohlenmonoxid erst einmal an das Hämoglobin geheftet, kann es von dort nur schwer verdrängt werden.

Welche körperlichen Beschwerden verursacht die Kohlenmonoxidaufnahme?

Je nachdem, welche Menge an Kohlenmonoxid der Körper aufnimmt, treten verschiedene Beschwerden bis hin zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung auf, die tödlich enden kann. Normalerweise liegt der Kohlenmonoxidgehalt des Hämoglobins bei einem Prozent. Steigt er auf

  • über 30 bis 40 Prozent, kommt es zu Kopfschmerzen, Ohrensausen, Herzklopfen, Kreislaufkollaps bis hin zur narkotischen Wirkung.
  • Ab einem Gehalt von über 60 Prozent im Hämoglobin wird die Aufnahme des Giftes lebensgefährlich: es kommt zu Krämpfen und Atemlähmung oder Herzversagen.
  • Bei über 70 Prozent Kohlenmonoxid im Blut tritt der Tod nach wenigen Minuten ein.

Symptome/Diagnose

Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung sind sehr unspezifisch. Eine korrekte Diagnose kann letztendlich nur mittels einer Blutuntersuchung gestellt werden.

Zu den Symptomen einer CO-Vergiftung zählen zum Beispiel:

Der Betroffene weist im fortgeschrittenen Stadium kirschrote Lippen und eine gerötete Haut auf, da das Gas auf den roten Blutfarbstoff Hämoglobin wirkt. Im weiteren Verlauf kann eine Kohlenmonoxidvergiftung zum Tod führen.

Wodurch nimmt man Kohlenmonoxid auf?

Kohlenmonoxid kommt in Auspuffgasen von Ottomotoren, in Erd- und Grubengasen, industriell als Generatorgas, Stadt- beziehungsweise Kokereigas oder als Nebenprodukt bei unvollkommener Verbrennung von Kohle, Holz und Gas (z.B. in schlecht ziehenden Öfen) vor. Auch Zigarettenrauch, Wassergas und Vulkangase enthalten Kohlenmonoxid.

Gefährlich wird es, wenn bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie Kohle, Gas oder Benzin nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Deshalb verfügen Kohle- oder Gasöfen über Ab- und Zuluftsysteme, die das Kohlenmonoxid aus Wohnungen schleusen. Bei defekten oder verstopften Filtern verbleibt das giftige Gas in der Wohnung – und das unbemerkt, denn man kann CO weder riechen, sehen noch schmecken.

Vorbeugen kann man einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid-Meldern im Haus. Diese Geräte warnen vor austretendem Kohlenmonoxid.

Kohlenmonoxidvergiftung beim Tauchen

Ein Taucher mit einer Kohlenmonoxidvergiftung kann somit zwar normal atmen, der Sauerstoff kann jedoch nicht aufgenommen werden. Die betroffenen Personen können dadurch sozusagen von innen heraus ersticken.

Beim Tauchen kann eine CO-Vergiftung nur dann auftreten, wenn Kohlenmonoxid in die Pressluft geraten ist, da das Gas in Atemluft normalerweise nicht vorkommt. Das kann beispielsweise geschehen, wenn der Luftansaugstutzen zu nah an Auspuffgase gerät, sodass der Kompressor beim Befüllen Abgase ansaugt. Dies können Abgase des Kompressors selbst oder aber auch Abgase aus der Umwelt, zum Beispiel von einer befahrenen Straße, sein.

Um einer Kohlenmonoxidvergiftung vorzubeugen, sollten Taucher beim Füllen der Tauchflaschen strikt auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften achten. Dabei sollte man zuerst die Füllstation eingehend prüfen. Es empfiehlt sich, den Aufbau und den Betrieb eines Kompressors zu kennen.

Der Luftansaugstutzen des Kompressors sollte auf keinen Fall in die Nähe von Auspuffgasen kommen.

Was ist zu tun?

  • Beachten Sie Ihre eigene Sicherheit! Wenn Sie jemanden mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in einem geschlossenen, unbelüfteten Raum auffinden, besteht die Gefahr, dass Sie sich selbst vergiften.
  • Halten Sie den Atem an! Es reicht nicht aus, ein Taschentuch vor Nase und Mund zu halten, da es die Giftgase nicht filtert. Gegebenenfalls muss der Vergiftete von der Feuerwehr mit Atemschutz geborgen werden.
  • Öffnen Sie die Fenster und sorgen Sie für Frischluft, bevor Sie sich in der Gefahrenzone aufhalten.
  • Bringen Sie den Vergifteten wenn möglich sofort aus der Gefahrenzone.
  • Verständigen Sie den Rettungsdienst.
  • Kontrollieren Sie außerhalb der Gefahrenzone Atmung und Kreislauf des Vergifteten und beginnen Sie gegebenenfalls mit lebensrettenden Maßnahmen (Herz-Lungen-Wiederbelebung, Atemspende).
  • Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, reden Sie beruhigend auf ihn ein und bleiben Sie bei ihm, bis der Notarzt eintrifft.
  • Leidet der Vergiftete unter Atemnot, lagern Sie den Oberkörper hoch.
  • Bei Bewusstlosigkeit bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage.

Achtung: Kohlenmonoxid ist hochexplosiv!

  • Schalten Sie keine elektrischen Geräte ein.
  • Benutzen Sie keine Telefone und Klingeln im Raum.
  • Kein offenes Feuer entzünden.

Der Rettungsdienst verabreicht dem Vergifteten eine hochdosierte Sauerstoffgabe unter gleichzeitiger Sicherung und Stabilisierung der Vitalfunktionen. Je nach Anteil von Kohlenmonoxid im Blut kann eine Sauerstoff-Überdrucktherapie in einer Überdruckkammer erfolgen.

Spätschäden

Als Spätschäden einer überstandenen Kohlenmonoxid-Vergiftung können Herznekrosen, Epilepsien, Lähmungen und eine Parkinsonartige Symptomatik (Parkinsonismus) zurückbleiben.