Eine junge Frau beim Wandern in den Bergen.
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Hitzeerschöpfung

Eine Hitzeerschöpfung entsteht, wenn man sich über längere Zeit bei hohen Temperaturen körperlich anstrengt, ohne dabei ausreichend zu trinken. Bei ersten Symptomen gilt: ausruhen, einen kühlen Ort aufsuchen und den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hitzeerschöpfung

Eine Hitzeerschöpfung ist die Folge eines zu hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes, der nicht entsprechend durch Trinken ausgeglichen wurde. Erste Symptome sind Durst, Kopfschmerzen und ein Schwächegefühl. Im Verlauf treten weitere Beschwerden hinzu, die ohne Behandlung lebensgefährlich sein können.

Beispiele für Situationen, in denen eine Hitzeerschöpfung auftreten kann, sind:

  • längere Wanderungen bei Hitze
  • sportliche Aktivitäten bei Hitze
  • körperliche Arbeit im Sommer

Medizinisch gehört die Hitzeerschöpfung zur Gruppe der Hitzeschäden, zu der auch Sonnenstich und Hitzschlag zählen.

Hitzeerschöpfung: Symptome

Je nach Ausmaß des Flüssigkeitsverlusts können die Symptome einer Hitzeerschöpfung unterschiedlich stark ausfallen:

  • Bei einem Flüssigkeitsverlust bis zu 3 Prozent des Körpergewichts (etwa 2,5 Liter bei einer 80 Kilogramm schweren Person) spürt der Betroffene verstärkt Durst und eventuell einen leichten Schwindel.
  • Verliert der Körper bis zu 6 Prozent seines Gewichts (etwa 5 Liter bei einer 80 Kilogramm schweren Person) an Flüssigkeit, treten Muskelschmerzen und Koordinationsprobleme hinzu. Der Betroffene ist müde und desorientiert.
  • Wird der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste im weiteren Verlauf nicht ausgeglichen, kann das schwere Folgen haben: Atemnot, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle sind mögliche Symptome. Bleibt eine angemessene Therapie aus, besteht Lebensgefahr.

Weitere Symptome einer Hitzeerschöpfung sind:

Die Körpertemperatur kann bei einer Hitzeerschöpfung leicht erhöht sein. Nur selten tritt Fieber über 39 Grad Celsius auf.

Hitzeerschöpfung: Ursachen

Damit die Körpertemperatur bei Hitze und körperlicher Anstrengung weitgehend konstant bleibt, versucht der Körper, überschüssige Wärme abzugeben und sich zu kühlen. Dazu weiten sich die Blutgefäße in der Haut, um über eine verbesserte Durchblutung vermehrt Wärme abgeben zu können. Außerdem beginnt der Mensch vermehrt zu schwitzen. Dabei verliert der Körper jedoch in erhöhtem Maße Flüssigkeit und Elektrolyte. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, droht eine Austrockung (Dehydration). Das Blut dickt ein und das Herz muss stärker pumpen, um ausreichend Blut durch den Kreislauf zu transportieren. Dies führt zu den typischen Symptomen einer Hitzeerschöpfung.

Wer ist besonders gefährdet für eine Hitzeerschöpfung?

Bei manchen Personen führt schon eine verhältnismäßig geringe Belastung bei hohen Temperaturen zu einer Hitzeerschöpfung. Besonders gefährdet sind

  • Säuglinge und kleine Kinder: Ihr Körper kann die Temperatur noch nicht so gut regulieren.
  • ältere Menschen über 65 Jahre: Bei ihnen funktioniert die Wärmeregulierung altersbedingt oft nicht mehr so gut.
  • kranke Personen: Bei Kranken ist häufig das Herz-Kreislauf-System geschwächt, sodass der Körper nicht angemessen auf hohe Temperaturen reagieren kann.

Hitzeerschöpfung: So stellt der Arzt die Diagnose

Einen Hitzschlag erkennt der Arzt meist anhand der Symptome und der Schilderung des Patienten. Die Diagnose liegt insbesondere nahe, wenn die Beschwerden

  • bei starker körperlicher Belastung und
  • bei hoher Umgebungstemperatur aufgetreten sind und
  • der Betroffene nur wenig getrunken hat.

Unterschied zwischen Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Wie die Hitzeerschöpfung entsteht auch ein Hitzschlag durch hohe Temperaturen und gleichzeitige körperliche Aktivität. Beim Hitzschlag ist die Wärmeregulation des Körpers gestört. Die Folge: Die Schweißproduktion sinkt und der Körper kann sich nicht mehr ausreichend abkühlen. Dadurch steigt die Körpertemperatur rasch an. Eine anfängliche Hitzeerschöpfung kann in einen Hitzschlag übergehen.

Hitzschlag und Hitzeerschöpfung unterscheiden sich in einigen Punkten:

  • Hitzeerschöpfung: Die Haut ist blass, kühl und feucht. Die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht.
  • Hitzschlag: Die Haut ist hochrot, heiß und trocken. Die Person hat hohes Fieber über 40 Grad.

Hitzeerschöpfung: Behandlung

Wer bei sich oder anderen Symptome einer Hitzeerschöpfung feststellt, sollte umgehend handeln.

Sofortmaßnahmen bei Hitzeerschöpfung

Ist der Betroffene bei Bewusstsein, gelten folgende Sofortmaßnahmen:

  • Legen Sie ihn möglichst im Schatten/an einem kühlen Ort (z. B. im Haus) flach auf den Rücken. Lagern Sie die Beine leicht erhöht.
  • Lockern Sie beengende Kleidung.
  • Verabreichen Sie ihm schluckweise mineralhaltige Getränke – besonders geeignet sind Wasser, Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, Saftschorle und Brühe.
  • Beobachten Sie regelmäßig Atmung, Bewusstsein und Puls.
  • Verständigen Sie ggf. einen Arzt.

Ist die Person bewusstlos, muss sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein, Atmung und Puls und leiten sie gegebenenfalls Notfall-Maßnahmen wie eine Wiederbelebung ein. Rufen Sie umgehend den Notarzt.

Hitzeerschöpfung: Verlauf & Vorbeugen

Wenn eine Hitzeerschöpfung schon bei den ersten Anzeichen entsprechend behandelt wird, klingen die Symptome in der Regel von allein wieder ab.

Ignoriert man jedoch die Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung, verliert der Körper immer mehr Wasser und Elektrolyte. Die Folgen: Es kann zu Hitzekrämpfen bis hin zum Kreislaufkollaps kommen. Zudem kann eine Hitzeerschöpfung in einen Hitzschlag übergehen. In sehr ausgeprägten Fällen gerät der Betroffene in Lebensgefahr.

So beugen Sie einer Hitzeerschöpfung vor

  • Verrichten Sie bei großer Hitze keine schwere körperliche Arbeit; verzichten Sie dann auf Sport im Freien oder in einer überheizten Sporthalle.
  • Bevorzugen Sie luftige, nicht einengende Kleidung.
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und Mineralstoffe zuzuführen – besonders, wenn sich körperliche Arbeit nicht vermeiden lässt. Gut geeignet sind Wasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees sowie Saftschorlen und Brühen. Auch saftiges Obst und Gemüse liefern Flüssigkeit.
  • Verzichten Sie bei großer Anstrengung in der Hitze auf Alkohol, sehr zuckerhaltige und sehr kalte Getränke.