Man sieht eine Frau mit einem Fieberthermometer.
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Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber ist eine vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitete Virusinfektion. Bestimmte Moskitoarten der Gattung Aedes (Aedes aegypti und Aedes albopticus) können die Viren durch Stiche übertragen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Das klassische Dengue-Fieber ist gekennzeichnet durch Symptome wie:

In der Regel klingt das Dengue-Fieber komplikationslos ab und in vielen Fällen verläuft die Erkrankung sogar symptomlos, mild oder ähnelt einer Grippe. Die Beschwerden treten nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Moskitostich und ersten Symptomen) von etwa 3 bis 14 Tagen auf. In den ersten Tagen können ein Hautausschlag an Armen und Beinen und ein roter oder blass-rosa Ausschlag im Gesicht hinzukommen. Vom zweiten bis sechsten Tag leiden die Betroffenen auch häufig an:

Nach ein paar Tagen sind die Patienten einen Tag lang fieberfrei und fühlen sich wieder wohl. Danach folgt ein erneuter Fieberschub. Die Körpertemperatur steigt dann allerdings nicht mehr so hoch wie in der ersten Phase. Gleichzeitig tritt ein feinfleckiger Hautausschlag auf, der sich über den ganzen Körper ausbreitet und meist nur das Gesicht ausspart. Nach etwa zwei Wochen heilt das klassische Dengue-Fieber fast vollständig aus.

Bei Kindern unter 15 Jahren, hauptsächlich in den Altersgruppen zwischen 0 und 11 Monaten und 4 bis 6 Jahren, kann es zum sogenannten hämorrhagischen Verlauf (hämorrhagisches Dengue-Fieber) mit inneren und äußeren Blutungen kommen. Diese Form kann ernste Komplikationen hervorrufen und erfordert eine intensivmedizinische Betreuung.

Da es bisher kein Medikament gegen die Viren gibt, kann die Behandlung nur die Symptome lindern, nicht aber die Ursachen des Dengue-Fiebers bekämpfen.

Um einer Infektion vorzubeugen, sind besonders Maßnahmen wichtig, die Mücken bekämpfen und Mückenstiche verhindern. Einen sicheren und zugelassenen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber gibt es bislang nicht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich jährlich etwa 50 bis 100 Millionen Menschen infizieren – das Dengue-Fieber ist damit die weltweit häufigste, durch Mücken übertragene Virus-Infektion des Menschen. In Europa und den USA gehört das Dengue-Fieber heute aufgrund der gesteigerten Reisetätigkeit zu den häufig importierten Infektionen bei Fernreisenden.

Dengue-Fieber ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit.

Definition

Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion – bestimmte Moskitoarten der Gattung Aedes (Aedes aegypti und Aedes albopticus) übertragen die Viren durch Stiche. Die Infektion verläuft ähnlich einer sehr schweren Grippe.

In den USA und in Lateinamerika wurde in den 1950er und 1960er Jahren eine Kampagne zur weitgehenden Ausrottung der Überträgermücken und ihrer Brutstätten durchgeführt. Dadurch waren diese Gebiete bis auf einige karibische Inseln für gewisse Zeit frei von Dengue-Fieber. Die Programme endeten jedoch bereits im Jahr 1970 – seitdem haben die Mücken und das Virus Lateinamerika, große Teile von Südamerika und die Karibik zurückerobert.

Häufigkeit

Die Zahl der weltweiten Neuerkrankungen an Dengue-Fieber steigt jährlich an – es ist die weltweit häufigste, durch Mücken übertragene Virus-Infektion des Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich pro Jahr etwa 50 bis 100 Millionen Menschen infizieren. Die schwere Verlaufsform, bei der es zu inneren Blutungen kommt (hämorrhagisches Dengue-Fieber) ist sehr viel seltener und kommt meist bei Kindern oder Patienten vor, die sich erneut mit Dengue-Fieber anstecken. Hämorrhagisches Dengue-Fieber gilt als häufige Ursache für Kindersterblichkeit in Asien.

Verbreitung

Das Dengue-Fieber ist vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet. Besonders betroffen sind Mittel- und Südamerika, Südostasien, einige pazifische Inseln und bestimmte Gebiete in Afrika.

In Europa und den USA gehört das Dengue-Fieber heute aufgrund der gesteigerten Reisetätigkeit zu den häufig importierten Infektionen bei Fernreisenden. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 879 Fälle von Dengue-Virusinfektionen gemeldet. Damit hat sich die Zahl im Gegensatz zum Vorjahr (616 Fälle) weiter erhöht.

Rechtliches

Jede Infektion mit dem Dengue-Virus ist laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Meldung durch den behandelnden Arzt muss

  • bei Verdacht auf eine Infektion,
  • bei Vorliegen einer entsprechenden Erkrankung und
  • im Todesfall erfolgen.

Auch wenn das Dengue-Virus direkt oder indirekt nachgewiesen wurde, besteht eine Meldepflicht.

Ursachen

Die Ursache für Dengue-Fieber sind Viren, die zur Gattung Flavivirus gehören. Die Mücken-Arten Aedes aegypti und Aedes albopticus übertragen das Dengue-Virus durch Stiche.

Man unterscheidet beim Dengue-Virus vier Serotypen (DEN I-IV). Nach einer überstandenen Erkrankung ist man gegen das Virus des jeweiligen Serotyps immun. Eine bereits durchlebte Dengue-Infektion schützt also nur vor einer Zweitinfektion durch den gleichen Serotyp. Da es vier Serotypen gibt, kann man daher theoretisch viermal an Dengue-Fieber erkranken. Dabei ist der Verlauf einer Infektion mit einem anderen Serotyp oft schwerer als der bei einer Erstinfektion.

Symptome

Das Dengue-Fieber macht sich anfangs meist durch folgende Symptome bemerkbar:

Diese Beschwerden treten etwa 3 bis 14 Tage nach der Infektion mit dem Erreger auf. In den ersten Tagen können ein Hautausschlag an den Armen und Beinen und ein roter oder blass-rosa Ausschlag im Gesicht hinzukommen. Vom zweiten bis sechsten Tag zeigen die Betroffenen bei Dengue-Fieber teilweise Symptome wie:

Nach zwei bis vier Tagen tritt eine etwa eintägige fieberfreie Zeit auf, in der sich der Erkrankte relativ wohl fühlt. Danach folgt ein zweiter rascher Temperaturanstieg, der jedoch nicht so hoch ist wie der erste. Gleichzeitig wird ein feinfleckiger Hautausschlag sichtbar, der sich in der Regel von den Armen und Beinen über den ganzen Körper ausbreitet und meist nur das Gesicht ausspart. Nach etwa zwei Wochen heilt das Dengue-Fieber in der Regel fast vollständig aus.

Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF)

Das hämorrhagische Dengue-Fieber (DHF) ist eine schwere Verlaufsform des Dengue-Fiebers, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Dieses Phänomen tritt meist bei Kindern und Jugendlichen bis etwa zum 15. Lebensjahr auf. Gelegentlich erkranken allerdings auch Erwachsene daran, insbesondere wenn es zu einer zweiten Infektion mit einem anderen Virustyp kommt.

Das hämorrhagische Dengue-Fieber beginnt ähnlich wie das klassische Dengue-Fieber, allerdings verschlechtert sich der Zustand des Erkrankten nach einigen Tagen zunehmend: Der Kreislauf bricht zusammen, das Gesicht ist stark gerötet und es kommt zu Blutungen, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich. Darüber hinaus verlieren die Betroffenen stark an Flüssigkeit (Dehydration). Bei starkem Blutdruckabfall kann es zum lebensbedrohlichen Dengue-Schock-Syndrom kommen. Das hämorrhagische Dengue-Fieber äußert sich durch zusätzliche Symptome wie Bluterbrechen, Teerstuhl, schwachen Puls, kalte Haut und körperliche Unruhe. Zudem treten Hautrötungen und kleine, stecknadelkopfgroße Blutungen auf der Hautoberfläche (Petechien) auf.

Diagnose

Der Verdacht auf Dengue-Fieber liegt nahe, wenn es nach Aufenthalt in einem Risikogebiet zu typischen Beschwerden kommt:

Diese Symptomatik wird als Dengue-Trias bezeichnet.

Der direkte Nachweis des Virus im Blut ist schwierig, er kann jedoch bei Dengue-Fieber die Diagnose zwischen dem dritten und siebten Krankheitstag sichern.

Erst ab dem achten Krankheitstag sind Antikörper gegen das Dengue-Virus im Blut nachweisbar.

Bei der hämorrhagischen Form des Dengue-Fiebers dickt zudem das Blut ein und die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) nimmt ab. Außerdem ist die Blutgerinnung gestört. Beim hämorrhagischen Dengue-Fieber ist auch häufig die Leber vergrößert.

Therapie

Beim klassischen Dengue-Fieber richtet sich die Therapie nur gegen die Beschwerden und bekämpft nicht das Virus selbst. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist bei Dengue-Fieber nicht geeignet, um Schmerzen und Fieber zu behandeln. Er wirkt der Blutgerinnung entgegen und erhöht somit das Blutungsrisiko. Das ist vor allem bei der schweren Verlaufsform gefährlich – dem hämorrhagischen Dengue-Fieber (DHF). Die Erkrankten müssen während der akuten Phase absolute Bettruhe einhalten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Krankheit heilt in der Regel nach etwa zwei Wochen ohne Nachwirkungen vollständig aus.

Leidet der Betroffene unter dem hämorrhagischen Dengue-Fieber ist die Therapie umfangreicher. Die behandelnden Ärzte müssen dann Infusionen mit isotonischer Lösung verabreichen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Eventuell erhält der Patient über die Vene auch Plasma oder sogenanntes Humanserumalbumin (Bluteiweiß). Bei hämorrhagischem Dengue-Fieber sollten die Erkrankten strenge Bettruhe einhalten. In der Regel werden sie im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt und ärztlich überwacht.

Verlauf

In der Regel verläuft das klassische Dengue-Fieber ohne Komplikationen und klingt nach etwa zwei Wochen von selbst wieder ab. Nur in einigen Fällen ist die Erkrankung schwer. Mehr als 90 Prozent der Fälle verlaufen sogar sehr mild oder wie eine Grippe. Hat der Erkrankte die Infektion überstanden, kann zumindest einer der vier Dengue-Virus-Serotypen die Krankheit nicht erneut auslösen.

Das seltenere hämorrhagische Dengue-Fieber, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen oder infolge einer Zweitinfektion auftritt, klingt in 70 Prozent aller Fälle ohne Behandlung ab. Komplikationen wie Schock und Organversagen können allerdings lebensbedrohlich sein und eine intensivmedizinische Betreuung erfordern.

Vorbeugen

Durch eine Impfung können Sie dem Dengue-Fieber derzeit noch nicht vorbeugen. Daher sollten Sie in gefährdeten Regionen möglichst Mückenstiche vermeiden.

Ob langärmelige Kleidung vor Mückenstichen schützt, ist umstritten, da die Mücken oft auch durch die Kleidung hindurch stechen können. Mückengitter an den Fenstern, Klimaanlagen, Moskitonetze über dem Bett sowie moskitoabwehrende Sprays können einem Moskitostich und damit auch Dengue-Fieber vorbeugen.

Typische Brutstätten der Moskitos in besiedelten Gebieten und Städten sind zum Beispiel Behältnisse mit stehendem Wasser (wie alte Autoreifen oder Ähnliches). Um Moskitostiche zu vermeiden, sollte man sich von möglichen Brutstätten am besten fernhalten.